Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken greift der Volksbank Kleverland unter die Arme – um Kreditrisiken abzusichern, die bei einer internen Prüfung offenbar geworden sind. Offenbar geht es auch um Immobilienkäufe, die in den vergangenen Jahren getätigt worden sind. Zur Höhe der gewährten Garantien machte ein Sprecher der Bank keine Angaben, auch dazu, welche Risiken genau abgeschirmt worden seien, gab es keine weiteren Informationen.
„Die Volksbank Kleverland hat Unterstützungshilfen – Garantien – bei der Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken beantragt“, so ein Sprecher des Geldinstituts. Hintergrund sei eine bankinterne Überprüfung des Kreditportfolios, in dessen Rahmen Risikovorsorge für latente Risiken gebildet worden sei.
Der Vorteil dieser Vorgehensweise: „Dank der Garantien werden wir unsere Vorsorgereserven und damit auch unser Eigenkapital nicht belasten“, so der Sprecher. „Damit schaffen wir die Voraussetzung, an die erfreulichen Entwicklungen in der normalen Geschäftstätigkeit des Jahres 2025 – wir konnten im zurückliegenden Geschäftsjahr sowohl das Zins- als auch das Provisionsergebnis steigern – anzuknüpfen.
Die Gewährung der entsprechenden Garantien gewährleiste, dass die Volksbank Kleverland nicht auf die eigenen Vorsorgereserven zurückgreifen müsse, sodass die Geschäftstätigkeiten unverändert fortgesetzt werden könnten. Der Sprecher: „Mithin gibt es keinen Anlass zur Sorge. Ein Personalabbau erfolgt nicht. Im Gegenteil: Wir sind auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitenden.“
Die Nachricht bleibt natürlich nicht ohne Einfluss auf die Fusionsverhandlungen, die die Volksbank an der NIers (Goch) und die Volksbank Kleverland derzeit führen. Diese Gespräche werden als ergebnisoffen bezeichnet. Wobei die Volksbank Kleverland offenbar zunächst den Blick nach innen richtet. Der Unternehmenssprecher: „Die Fusion ist eine sehr sinnvolle strategische Option für unser Haus. Zunächst müssen wir uns aber auf uns konzentrieren und unsere Hausaufgaben machen. Erst dann können wir strategische Schritte auf einer soliden Basis vorbereiten.“
Zuletzt war die Volksbank Kleverland im Spätsommer des vergangenen Jahres in die Schlagzeilen geraten, als eine interne Überprüfung Unregelmäßigkeiten bei den Immobiliengeschäften offenbarte, die unter der Ägide des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Frank Ruffing getätigt wurden. Am 1. Oktober 2026 berief die Vertreterversammlung Ruffing. Später wurde auch eine Strafanzeige erstattet.

