Wir leben seit dem 6. März 2025 unter einer Regierung, deren Frontmann wie ein neoliberaler Wiedergänger aus den Neunziger-Jahren wirkt und nicht müde wird, sein eigenes Volk der Faulheit und Bequemlichkeit zu zeihen, beispielsweise noch im März dieses Jahres, als er bei einem Wahlkampfauftritt in Hessen wortwörtlich sagte: „Wir sind einfach nicht mehr leistungsfähig genug. […] Wenn Sie aus China kommen, meine Damen und Herren, dann haben Sie noch einmal deutlicher das Gefühl, dass mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche der Wohlstand in unserem Land auf Dauer nicht zu erhalten ist. Da müssen wir einfach mal ein bisschen mehr tun!“
Auch im Freundes- und Bekanntenkreis gibt es den einen oder anderen Vertreter (allesamt männlich), die angesichts der hierzulande herrschenden Regeln und der von ihnen wahrgenommenen Stimmung der Ansicht sind, dass der Untergang nicht mehr lange auf sich warten lässt. China, Krankschreibungen, Urlaubsansprüche, Lohnkosten, alles ganz furchtbar – und im Zeichen eines stetigen Niedergangs. Deutschland schafft sich ab, um den Titel eines Bestsellers (mit fragwürdigem bis skandalösem Inhalt) anzuführen, ein Buch, das übrigens vor 16 Jahren erschienen ist. Die Sache mit dem Abschaffen lässt weiter auf sich warten.
Fahrbahnmarkierungen Horst Brüggemann, Emsdetten
Nun aber der Auftritt der Firma Fahrbahnmarkierungen Horst Brüggemann aus Emsdetten! Zwei Männer, ein Kastenwagen und eine Mission: die Reparatur der Zebrastreifen in der Klever Unterstadt, die an einigen Stellen starke Auflösungserscheinungen zeigten. 140 Kilometer beträgt die Distanz von Kleve bis Emsdetten, die Fahrtzeit knapp zwei Stunden je Strecke. Und an einem Freitag Abend um 20:30 Uhr stehen die beiden Fachleute mit Gasbrenner und Schabeeisen am Kreisverkehr an der Hafenstraße und reparieren die Markierungen. Im fließenden Verkehr, mit einem Warndreieck und ein paar Leitkegeln als Sicherung.
Meckern sie? Nein. Jammern sie? Nein. „Ich kann mir an einem Freitag Abend auch Schöneres vorstellen“, sagt der ältere der beiden Arbeiter. „Aber wann wollen Sie es denn sonst machen?“ Frühmorgens? „Das geht nicht“, sagt der Mann und wirft seinen Gasbrenner wieder an, um die Farbe einzuweichen, sodass der Kollege sie abkratzen kann. Anschließend legt der Kollege vorgefertigte Streifen auf den Untergrund, wo sie sofort anhaften.
Im darauf folgenden Arbeitsschritt geht der Mann mit dem Brenner über den frisch verlegten Streifen, und der jüngere Kollege verteilt eine Mischung aus Glaspulver und Korund (das zweithärteste natürliche Mineral der Welt) auf dem durch die Hitze aufgeweichten Grund – eine Zusatzbehandlung für mehr Reflektion und Griffigkeit. Zehn Minuten dauert eine Ausbesserung, vier Ein- und Ausfahrten haben die Kreisverkehre, vier Kreisverkehre sollten repariert werden. Und dann wieder 140 Kilometer heimwärts.
Meine persönliche Überzeugung ist, dass in Deutschland viel mehr dieser Menschen arbeiten, als der krittelnde Kanzler sich offenbar ausmalen kann. Menschen, die einfach mitdenken, die nur gut ihren Job machen wollen und die sich auch nicht zu schade sind, das zu tun, wenn andere schon längst Feierabend haben. Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass diese sich nicht jeden Tag aufs Neue beleidigen lassen wollen, sondern von der Politik einfach nur das Gefühl widergespiegelt bekommen wollen, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird und ihre Probleme gesehen werden. Nur mal so als Idee.


Was habt ihr denn Friedrich Merz hat die deutschen geeint!
Egal ob Links, Rechts, Arbeitslos, Großverdiener, Alt- Jung, Pferdebesitzer, nicht Pferdebesitzer, Singles oder Verheiratet, Leute mit Familien, ohne Familien, Christen, Moslems, Juden.. Alle sind sich einig. Grüne, SPD, CDU.. AFD..
Ja gut die sind sich alle einig das Merz eine absolute Katastrophe ist. Aber irgendwas ist ja immer.
@13
Nach dem was Propst und seine Schergen von der Kanzel blasen ist das am ach so tollen christlichen Niederrhein durchaus verwerflich.
(Matthäus 19,21)
https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichnis_vom_Nadel%C3%B6hr
@12. Witzlos
Es liegt offenbar in der Natur der meisten Menschen geradeaus oder nach unten zu schauen. Den Blick in alle Richtungen schweifen zu lassen kann zu Erkenntnissen führen, die „sozial” nicht gewollt sind.
Es gibt Studien und fundierte Recherchen zu dem von Ihnen angesprochenen Thema. Das nützt aber alles ziemlich wenig, weil eine unbedingt notwendige Diskussion darüber wie Reichtum generiert wird und was das für Folgen für den Rest der Menschheit hat nicht gewollt ist. Jeder Versuch eine sachliche Debatte sei es nun in der Politik oder der Gesellschaft darüber zu führen und Maßnahmen wie z.B. Gesetze für etwas mehr Gerechtigkeit durchzusetzen, ist bisher gescheitert.
Die Argumente sind immer die selben:
Wirtschaftsstandort Deutschland
Arbeitsplätze
Neid
Letzteres zu behaupten ist angesichts der extremen Konzentration von Reichtum, wirtschaftlicher Macht und dadurch indirekt politischer Macht in den Händen von wenigen Menschen zynisch, wird aber immer wieder von Lobbyisten in den Medien verbreitet. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht nicht um 99% der Bevölkerung von denen sich ein Teil vielleicht als „reich” oder etwas reicher empfindet. Reichtum ist nicht verwerflich. Verwerflich ist aber eine systematische Bevorzugung durch Gesetzeslücken, die dazu führt, dass Geld auf bestimmten (legalen) Wegen stark vermehrt werden kann. Diese Wege stehen aber Menschen, die ihr Einkommen mit Arbeiten verdienen, nicht offen und sie stehen auch nicht den Menschen, die ihr Erspartes anlegen, offen. Denn bei dem Ersparten handelt es sich in den allermeisten Fällen um „Peanuts”.
https://de.statista.com/infografik/36261/deutsche-nach-finanzvermoegensklassen-verteilung-des-deutschen-vermoegens/
@10 JUH:
Da sind wir uns mal vollkommen einig.
Irgendwie wird in Deutschland immer nach unten getreten. Dass das größere Problem aber nach oben besteht, ignorieren die meisten Menschen.
Und nein, es geht nicht darum, die Oma zu besteuern, die in ihrem Haus mit Wertzuwachs lebt. Es geht darum, dass hier Menschen mit extrem hohem Vermögen dieses Vermögen mit Raten von 10%+ pro Jahr vermehren. Und das geht zu Lasten der anderen: wenn die Wirtschaft um 1,5% wächst, müssen nunmal andere der „Ausgleich“ für 10% sein…
@1. Tante Lou: „Man macht es aber nicht, weil man sich seinen Arbeitnehmern gegenüber doch verpflichtet fühlt – denn nicht alle sind so.“
Schön, dass sie Ihre Haltung zu Ihren Beschäftigten noch relativieren.
Die von Ihnen behaupteten Sachverhalte sind alles Kündigungsgründe. Es reicht aber nicht die pure Behauptung, sondern ein Tatsachenbeweis muss her. Das wissen sie auch, denn sonst würden sie ja nicht auf die GPS -Erfassung der Fahrzeugdaten verweisen. Dennoch scheinen Sie nichts gegen diese Arbeitsverfehlungen zu unternehmen. Vielleicht liegt es auch daran, dass Ihre Mitarbeiterführung eklatante Mängel aufweist. Damit wären sie auch vor dem Arbeitsgericht in einer sehr schwachen Position.
Bitte einfach mal drüber nachdenken bevor hier öffentlich „die“ Arbeitnehmer verunglimpft werden.
Eine Medaille hat immer zwei Seiten…
Auf der einen Seite ist eine gewisse Frustation von Arbeitgebern durch evtl. unnötige Krankmeldungen verständlich.
Auf der anderen Seite – persönlich erfahren in einem Klever Betrieb […] – waren 320 (!) erzwungene Stunden – mit der Bezahlung von 176 h – schon lebensraubend!
Tja – an für sich war Deutschland immer „reich“; Wir konnten uns 3-6% „Faule“ leisten, die wir mitfinaziert haben. Das war bis 2002 kein Problem und Allen ging es mehr oder wweniger gut: man konnte leben….
Dann – ging die Hetze ( per Hartz IV) los, Einkommen verschoben sich von immer weniger Arbeitnehhmern in Richtung Unternehmer, Spekulanten, Aktionären, sogenannten Managern ( wie z.B. F. Merz als „Heuschrecke“ bei BlackRock).
Um ein Manager-Gehalt von 1 Mio auf 10 Mio Euro zu ermöglichen – Müssen 90.000 Arbeitnehmer auf dann jeweils 100,– Euro verzichten…
Leider – findet das die letzen 25 Jahre statt!
In den 80ern und 90ern konnte ich noch, bei gutem Verdienst, erleben dass es eine ausgeglichene Bilanz zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gab: Der Arbeitnehmer erhielt “ gutes“ Geld, der Arbeitgeber erhielt “ gute“ Leistung – und Alle waren zufrieden…
@ 7, Anmerkung:
Sie beziehen sich auf, wohl meinen, Kommentar mit der Nummer # 42….
Es gibt hier, bisher, nur 8 Kommentare!
In der Sache – Natürlich habe stets Schreiben, Kündigung, Mahnungen etc. öffentlich ( Einschreiben-Rückschein/ Bestätigung) praktiziert! War jeweils ohne jede Reaktion!
Das Einwohmermeldeamt Kleve ist nicht fähig oder willens eine ggfs. neue Adresse mitzuteilen; Als wenn ich das nicht versucht hätte…
Am Ende – kann ich machen, was ich will. Der Mieter, und seine „Rechte“ begünstigen meinen, auf Dauer noch nicht absehbaren, Schaden.
Egal, wie oft ich schreibe, Anträge stelle – auf absehbare Zeit vermag ich nicht über die Wohnung verfügen. „Einfach“ reingehen – bringt mir nur Ärger mit der Polizei / Justiz ein…
@5
Als erstes: Versicherungsfremde Leistungen müssen abgeschafft werden, sofort.
@42 JUH
Bei einer Räumungsklage besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer öffentlichen Zustellung.
Öffentliche Zustellung beantragen:
Wenn der Aufenthaltsort des Mieters unbekannt ist und seine aktuelle Anschrift trotz zumutbarer Nachforschungen nicht ermittelt werden kann, kann eine öffentliche Zustellung in Betracht kommen. Das gilt grundsätzlich auch dann, wenn vermutet wird, dass sich der Mieter jetzt in Polen aufhält.
Der Vermieter sollte die bisherigen Nachforschungen nach einer neuen Anschrift dokumentieren und dem Gericht darlegen können, welche zumutbaren Möglichkeiten zur Ermittlung des Aufenthaltsorts ausgeschöpft wurden.
Wenn Sie nichts machen, ändert sich nichts. Am Ende kostet es dann viel mehr. Und Sie können nicht über Ihre Wohnung verfügen.
@1 Vielleicht können Sie Ihr Unternehmen (irgendwann) verkaufen.
@4. DiesePolitik
„Währenddessen werden bei Porsche, VW, Bosch etc. die Leute, auch Hochqualifizierte, auf die Strasse gesetzt.”
Und welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus? Eine ernst gemeinte Frage übrigens.
Verstehe eh nicht wie die Bevölkerung sich von dieser Merz-Regierung veraschen lässt.
Erst werden die Menschen persönlich von ihm beleidigt – wir arbeiten zu wenig, sind zu oft krank, machen zu viel Urluab, – während der öffentliche Dienst direkt zu Regierungsantritt erstmal 3% mehr bekommt plus 1 Tag zusätzlichen Urlaub plus die Möglichkeit, einen Teil des Weihnachtsgeldes in 3 weitere Zusatztage Urlaub umzuwandeln, bei regulär 39h/Woche, während in der freien Wirtschaft (wo grösstenteils >40h gearbeitet wird und es gar kein Weihnachts/Urlaubsgeld gibt) tausende entlassen werden.
Dann greift man nochmal beherzt in die Taschen der gesetzlich Versicherten für die Mütterrente, auch für die die nie eingezahlt haben (versicherungsfrmede Leistungen auch für Beamte etc.).
Und dann erklärt man (=AUCH SPD!) den gesetzlich Versicherten, es seien unbedingt Reformen nötig, so ginge es nicht weiter. (*)
Dann bekommen die eh schon überalimentierten Beamten durch das Grundsatzurteil auch noch mal noch mehr Geld.
Und Merz, der andere wegen zu viel Urlaub beschimpft, verlängert seinen eigenen Urlaub mal eben um eine Woche.
Währenddessen werden bei Porsche, VW, Bosch etc. die Leute, auch Hochqualifizierte, auf die Strasse gesetzt.
In welcher pseudochristlichen Blase leben die da eigentlich? Und warum macht der Klingbeil da mit? Mit ’sozial‘ hat der doch wirklich inzwischen nix mehr zu tun.
(*)
Gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung liessen sich SOFORT sanieren indem man die versicherungsfremden Leistungen streichen und auf den Bund übertragen würde. Wie es auch gerecht wäre.
Aber das haben alle Politiker (die alle nicht in die Gesetzlichen einzahlen, sondern privilegiert sind) abgelehnt.
Gechtigkeit! Das wäre ja noch schöner! Wo kämen wir denn da hin!
Wenn die gestezlich Versicherten die über Jahrzehnte gezahlten versicherungsfremden Leistungen auch noch zurückgezahlt bekommen würden -wie es eigentlich wirklich gerecht wäre- stünden sich die GRV und GKV wahrscheinlich besser als die Beamten.
@1 Tante Lou
Es gibt sowohl auf der Arbeitgeberseite als auch auf der Arbeitnehmerseite Menschen, die sich nicht korrekt verhalten. Sie als Arbeitgeberin sehen das ziemlich einseitig, was vermutlich daran liegt, dass Sie nicht aus eigener Ehrfahrung wissen wie die Arbeitwelt in anderen Unternehmen und Branchen aussieht.
„Aber die haben es vorgezogen sich in ein Arbeitnehmerverhältnis zu begeben, denn dort hat man bekanntlich wenig bis gar keine Verantwortung zu tragen.”
Ein abhängig Beschäftigter trägt natürlich nicht die Verantwortung für ein Unternehmen. Aber es gibt verschiedene Arten von Verantwortung. Es kommt auf den Beruf und den Arbeitsplatz an.
In Deutschland wurden im Jahr 2025 insgesamt
659,9 Millionen unbezahlte Überstunden von
Beschäftigten geleistet. Dies geht aus der
Arbeitszeitrechnung des Instituts für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.
Damit ist mehr als die Hälfte aller in
Deutschland geleisteten Überstunden
(insgesamt ca. 1,15 Milliarden Stunden)
unbezahlt geblieben (574 %).
Wirtschaftlicher Nachteil für Beschäftigte:
Gewerkschaften wie der Deutsche
Gewerkschaftsbund (DGB) kritisieren
unbezahlte Überstunden häufig als eine Form
von ,Lohnraub“. Den Beschäftigten entgehen
dadurch jährlich Milliardenbeträge an
rechtmäßigem Einkommen und Beiträgen zur
Rentenkasse.
Gesundheitliche Belastungen:
Dauerhafte Mehrarbeit ohne entsprechenden
Freizeitausgleich erhöht nachweislich das
Risiko für Überlastung, Stress und psychische
Erkrankungen wie Burnout. Besonders betroffen
sind Branchen mit starkem Fachkräftemanael.
Es gibt sie noch, die Arbeitnehmer, die Einsatz zeigen. Aber im Wesentlichen schrauben wir uns immer weiter zurück. Ich als Arbeitgeberin merke das fast tagtäglich.
Montags wird kurz vor Arbeitsbeginn angerufen: „Mir ist soooo krank. Aaaah.“ Man wird aber auch um Arbeitszeit betrogen – sei es durch Einkaufen während der Arbeitszeit, durch das Anfahren von Bekannten der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit (Fahrzeuge verfügen über GPS und das ist allen bekannt) oder ähnliches. Und wenn man etwas sagt dann mobbt man angeblich die Arbeitnehmer.
Am liebsten würde ich den Laden dichtmachen, denn eigentlich könnte ich mich schon seit längerem zur Ruhe setzen. Man macht es aber nicht, weil man sich seinen Arbeitnehmern gegenüber doch verpflichtet fühlt – denn nicht alle sind so. Vielleicht findet sich ja auch bald ein adäquater Nachfolger. Gerne hätte ich mein Unternehmen an eines meiner Kinder übergeben. Aber die haben es vorgezogen sich in ein Arbeitnehmerverhältnis zu begeben, denn dort hat man bekanntlich wenig bis gar keine Verantwortung zu tragen.
Naja, irgendwie spiegelt das wohl den allgemeinen Trend unserer Gesellschaft wieder.