Vermisstenmeldung

rd | 21. September 2020, 17:56 | 13 Kommentare
Was vom Althrein blieb (Foto: Christian Flock)

Weniger Altrhein war nie. Wird der Flussarm ein Opfer der Klimakatastrophe? Wir können es nicht mit Bestimmtheit sagen, aber da der rasende Rhein sich immer tiefer in sein Flussbett gräbt (Quelle: H. Reyers), könnte es sein, dass er den Nebenarm gleich mit in die Tiefe reißt. Vielleicht regnet es aber auch morgen wieder, und dann könnte es auch schon wieder anders aussehen. Die Welt, ein Rätsel!

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  1. 1. Helmuth Plecker

    Diese Entwicklung ist nicht neu und sollte niemandem überraschen. Mindestens vor 9 Jahren gab es bereits Erkenntnisse über diese Entwicklung als auch Lösungen.

    Siehe download-Link: https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/natur/schutzgeb/vogelschutzgebiete/mako/MAKO_VSG_Unterer_Niederrhein_Endfassung.pdf

    Im kapitel 9.2ff ist hierzu einiges zu lesen.

     
  2. 2. Tomatenpflücker

    zu “die Welt ein Rätsel”; vor einigen Tagen haben wir in kleiner Runde diskutiert und überlegt, ob das Wasser im Rhein auch vertikal versickert; also ins Grundwasser, durch den Rheinkies abgeht. Leider konnten wir dies nicht beantworten.

    Vielleicht können wir bald mir dem Fahrrad bei Spyck durch das Rheinbett fahren. Wobei die Holländer bei “fahren” ans Boot denken; sehr rätselhaft.

    Und, die Holländer bauen gerade die grösste Schleuse der Welt, bei Amsterdam; die sollten mal nach Brienen kommen bevor die weiter baggern.

     
  3. 3. Helmuth Plecker

    @2 Mir wurde durch einen Mitarbeiter der Betreiberin der Briener Schleuse, dem WSA, erzählt, dass die Briener Schleuse annähernd die gleiche Fallhöhe habe wie die derzeit grösste Schleuse der Niederlanden.
    Zu deiner Frage zur Versicherung dürfte der von mir in Kommi 1 eingestellte Link evtl Auskunft geben.

     
  4. 4. jean-baptiste

    @2. Tomatenpflücker “ob das Wasser im Rhein auch vertikal versickert”
    Da das Trinkwasser in Duisburg aber ich glaube auch in Emmerich im gebührenden Abstand vom Rhein in speziellen Brunnen gewonnen wird, wird das auch wohl durch dicke Sandschichten gefiltert irgendwie Rheinwasser sein. Früher nannte man das Rheinabstich.
    Übrigens, in Beek , direkt über der Grenze haben sich im späteren 18. Jahrhundert im 19. Jhd. und der 1. Hälfte 20. Jhd. viele Wäschereien wegen der klaren Bäche die aus dem Reichswald heraus entspringen, angesiedelt.
    Neuere Forschungen haben ergeben, dass das Wasser, wie auch bei den 7 Quellen in Donsbrüggen, vertikales Sickerwasser aus der Maas ist, was viele Jahrhunderte durch den Reichswald gesickert ist, bis es dort wieder austritt.
    Durch die hohe Wasserentnahme in Beek sind die grossen Wasserquellen inzwischen versiegt.
    Übrigens, auch unsere Mineralwasserquellen im Forstgarten bei der Minerva , die Kleve das Prädikat Bad Cleve beschert hatten, genauso wie unser hervorragendes Trinkwasser aus dem Reichswald stammen vom versickerten Maaswasser.

    Also ist die Antwort auf Ihre Frage : Mit Sicherheit ja.

     
  5. 5. jean-baptiste

    @ 2. Tomatenpflücker “Wobei die Holländer bei “fahren” ans Boot denken; sehr rätselhaft”
    gar nicht so rätselhaft. Zwar fahren die kein Boot oder Flugzeug, sie “varen”, aber unsere Bootsfahrt ist auch dort mit der kleinen Anpassung eine bootsvaart, die Luftfahrt eine luchtvaart, und ein Flugkapitän luchtvaarder.
    Auch Graf Zeppelin fuhr sein Luft-SCHIFF und der Matrose geht auf grosse Fahrt (op grote vaart).
    Und wie warnt man auf einem Uboot, richtig wahrschau , das aus dem Niederländischen waarschuwing kommt.

     
  6. 6. Husky

    und genau deswegen ist eine Schleuse völlig sinnlos…

     
  7. 7. Helmuth Plecker

    @6 Husky: Da gebe ich dir uneingeschränkt Recht. Die Schleuse ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen sinnlos. Sie kann von Booten meiste Zeit gar nicht erreicht werden. Und deshalb würde sie unrentabel.
    Aber der Ist-Zustand ist nicht das, auf das wir schielen. Mit “wir” meine ich den Förderverein Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V. Wir schielen auf das, was man unternehmen könnte, sollte und muss, damit das “System Schleuse” wieder funktioniert und rentabel wird. Dies gilt es herauszufinden. Noch ist alles ergebnisoffen. Das bedeutet noch kein “Ja” und noch kein “Nein” zur Frage, ob es sich tatsächlich darstellen lässt. Du magst da anderer Meinung sein und du wirst deine Antwort auch schon gefestigt haben, weil du für dich schon eine Begründung hast. Das ist ok. Aber akzeptiere es doch bitte, dass es auch Menschen gibt, die hier andere Tendenzen haben. Vielleicht wirst du am Ende Recht behalten oder vielleicht wirst du später eines Besseren belehrt.

     
  8. 8. jean-baptiste

    @7. Helmuth Plecker “damit das “System Schleuse” wieder funktioniert und rentabel wird”
    Einfachste und rentabelste Lösung wäre dann, der Rhein in sein Bett des Altrheins umzulenken, das bisherige Rheinbett zuzuschütten und die Schleuse neu zu errichten.
    Damit das rentabel wird, führen wir das Herzogtum Kleve wieder ein, errichten auf der Schanz eine grosse Mautstelle und leben lustig von der Maut.
    Einen würdigen Kandidaten als Herzog von Kleve wüsste ich auch schon, der war hier bis vor 5 Jahren noch Bürgermeister.
    Wenn der Kellener Schützenverein noch mit dem Materborner Karnevalsverein fusioniert, haben wir gleich auch eine schlagkräftige Armee und stürmen in einem Zug bis nach Weeze vor.
    Damit hätten wir auch gleich einen rentablen Flughafen der den Touristenstrom ins neue-alte Herzogthum kanalisieren kann.
    Nur schade dass Ludger van Bebber grade abwandert, der hätte uns als Graf Ludger die nötigen Arbeitsplätze und die Subventionen vom fernen Düsseldorf besorgen können.

     
  9. 9. jean-baptiste

    @7. Helmuth Plecker: zum thema versandet
    Ich kann ihnen wärmstens empfehlen, Schokland, ehemals Insel in der ehemaligen Zuiderzee, heute trocken im Noordoostzee-Polder nahe Emmeloord gelegen.
    So ähnlich wie die dortigen Relikte der Schleuse wird es irgendwann auch in der Schleuse Brienen aussehen.
    Tempora mutantur et nos mutamur in illis.

     
  10. 10. Helmuth Plecker

    @8 Jean-baptiste: Ihre Polemisierungen sind unterhaltsam und erzeugen sicherlich bei denen, die sich gegen einen wie auch immer gestalteten Erhalt einer schleusenmäßigen Anbindung in Brienen für Applaus. Warum auch nicht. Mich haben Sie damit auch für einen Moment unterhalten. Sie bringen allerdings niemandem weiter – weder in die eine noch in die andere Richtung. Belassen wir es also bei ihrem Unterhaltungswert.

    @9 ebenda: Im Schokland habe ich neulich noch einen leckeren Kaffee und ein besonders leckeres Stück Kuchen gegessen, neben einer Vielzahl anderer Gäste. Mich hat das alte Gebäude-Ensemble begeistert. Im Übrigen gibt es in den Niederlanden wahrlich mehrere gelungene Schleusensanierungen (auch stillgelegte Schleusen, die allerdings monumental erhalten geblieben sind). Ich habe in den letzten Jahren eine Vielzahl solcher Wasserbauwerke besucht. Eine der letzten war die Keenesluis, dessen Zustand derart fortgeschritten marodiert war, dass eine Sanierung nicht mehr denkbar war. Nur der Einsatz einer für diesen Zweck gegründeten Vereins hat es möglich gemacht, dass Sponsoren und einschlägige Verbände und Stiftungen die Schleuse wieder in einem sehr ansehlichen Zustand hergerichtet hat – und zwar ohne einen weit gestreuten touristischen Nutzen.

     
  11. 11. Henk de Steiger

    @ 9 j-b Würde sagen, der Vergleich Schockland mit der Situation hier am Altrhein hinkt ein wenig. Denn Schockland ist bewußt durch Einpolderung “trocken gelegt” worden, nachdem man lange Zeit vergeblich gegen Hochwasser und Überschwemmung gekämpft hat. Das Problem am Altrhein ergibt sich eher durch das genaue Gegenteil.

     
  12. 12. jean-baptiste

    @11. Henk de Steiger ” Vergleich Schockland … hinkt ein wenig”
    Ist ja klar, Henk, dass dieser Vergleich hinkt . Ich wollte ja auch nur einmal illustrieren, dass ich schon in der Welt herumgekommen bin und Schokland einen Schock verursachen kann 🙂 🙂 🙁 .
    Aber im Ernst, ob bewusste inpoldering, oder droogvallen durch droogmalen, das Resultat bleibt das Gleiche.
    Auch wir wissen ja wie es mit Wasserüberschuss aussehen kann, zuletzt haben wir das ja in 2018 noch erleben müssen, https://www.facebook.com/NRZEmmerich/videos/ein-paar-eindr%C3%BCcke-vom-hochwasser-an-der-rheinpromenade-in-emmerich/912040342284333/ nur ob man darauf ein -zigmillionen-Projekt gründen lassen soll ?
    Ich kann mich sogar noch daran erinnern, daß der ganze Ooipolder 1995 evakuiert wurde
    https://www.gelderlander.nl/video/kanalen/degelderlander~c320/series/korte-reportage~s985/hoogwaterjournaal-30-januari-1995-evacuatie-rivierenland~p125928?referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F
    und der Deich in Düffelward durch grosse Bäche an Qualmwasser wegzurutschen und zu brechen drohte.
    Aber auch da war die Schleuse wiederum nicht schleusbar, weil der Pegel altrheinseitig erheblich höher war, als im Kermisdahl.

     
  13. 13. jean-baptiste

    Übrigens, eine interessante Doku von MDR-Wissen, trocknen wir aus ?
    https://www.mdr.de/video/mdr-videos/c/video-248478.html