Sitzstreik (8-11)

rd | 28. Januar 2008, 10:55 | 4 Kommentare

Ausländerbank

Man kann sich allerdings gut vorstellen, wie im Sommer verliebte Mitarbeiter des Amtes für Ausländerangelegenheiten (Besoldungsstufe E6) mit einem Pokissen zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten “an die frische Luft” gehen, auf den gusseisernen Sitzstreben Platz nehmen und bei einer Zigarette nonchalant die Autorität ihres Vorgesetzten in Zweifel ziehen, während die Blätter der dann hoffentlich ergrünten Bäume im Westwind rascheln. Aber man weiß es nicht.



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  1. 4. p.

    Ach, das sind Bäume!? Wenn ich jetzt erzähle, was ich Dummkopf dachte, was es sei, dann gibt´s wieder Ärger,ich dachte, es sei die moderne Multi- Version eines—uuups— also umschreib ich es mal vorsichtig mit ein paar Stichworten: Wilder Westen-böser Cowboy(irgendeiner!)-Banküberfall-es fallen Schüsse-Sheriff verhaftet ihn-Strafe muss sein-zur Abschreckung ja auch noch in der Öffentlichkeit… .
    Gut, dass es Bäume sind! Wobei ich mir diesmal echt keinen Vorwurf machen kann, dass ich das nicht sofort erkannt habe!
    FRAGE: ist dieses phallische Etwas wenigstens ein Springbrunnen? Das wär was!

     
  2. 3. rainer

    Na ja, aus berufserfahrung aus dem nähkästchen geplaudert. Nichtsdestotrotz: lieber ein eigenhändig betonierter garten, als ein al gore mit friedensnobelpreis

     
  3. 2. ralf.daute

    Unter 1000-Meisterwerke-Aspekten hatte ich diese Komposition noch gar nicht betrachtet…

     
  4. 1. rainer

    da muss ich widersprechen. wir sehen hier ein innovatives, visionäres, ein sich von jedweder schuld an natur befreites meisterwerk zeitgenössischer gartenarchitektur. terrakottanmutung fischgräts verlegt. mutig durchbrochen von kopfsteindiagonalen, als zeichen friedlichen aufbegehrens gegen die sie umgebende rechtwinkeligkeit. Ein Zeichen des ein protests, ein “gegen den strom schwimmen”. 8 bäume bringen sich, fachmännisch gepflegt und landschaftspädagogisch im wuchs begleitet, harmonisch in die komposition ein. der blick des wanderers, des hier einkehrenden, wird nicht zuletzt durch die anordnung des ruhemobiliars, auf die mitte dieses werkes gelenkt: eine weiße stele auf grauem grund. platt sei der gescholten, der hier phallisches denkt. die weiße stele soll uns vielmehr den weg himmelwärts weisen, weg vom grauen untergrund. Alles in allem eine in sich ruhenden komposition. eine komposition die es dem betrachter überlässt, kraft aus bekanntem, zitaten und wiederholung schöpfen zu wollen.