Semantik vs. Statik

rd | 14. Januar 2012, 19:16 | 3 Kommentare

Eine Kann-Bestimmung, die einem auf dem Kopf fallen kann

Dieser Artikel ist eine Warnung! Wer heute die gelungene RP-Wochenendbeilage zum Thema Wohnen gelesen hat, könnte vielleicht voller Euphorie auf die Idee kommen, die fünfte von zehn Empfehlungen wörtlich zu nehmen: »Die tragenden Wände sollten stehen bleiben…« Diese verflixten Hilfsverben könnten hier einen klassischen Konflikt Semantik versus Statik verursachen: Ich dachte bisher immer, tragende Wände müssen stehen bleiben, sonst dürfte die Gefahr bestehen, dass einem das Dach auf den Kopf fällt. (OK, es handelt sich um einen der berühmten Kalauer zum Wochenende. Da gehen leichte Themen einfach besser. Keine Bombengeschichten.)

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  1. 3. Beobachter

    Mal wieder die Qualität der königlichen Presse bewiesen 🙁

    Also, Deutschlands Heimwerker: Geht in den Baumarkt, kauft euch einen Bohrhammer und befreit eure Wohnung endlich von Sicht-hindernden tragenden Wänden und schafft euch eine leichte, luftige Einraum-Bude …

     
  2. 2. KlePeter

    Als Mann vom Fach kann ich Dir bestätigen, dass Du tragende Wände schon entfernen darfst, nachdem Du die tragende Funktion z.B. durch Ersatzmaßnahmen (Unter- oder Überzüge, Stützen) aufgehoben hast. Aber dann sind es ja auch keine tragenden Wände mehr.

     
  3. 1. Jeckes Moers

    Man kann das aber auch beruhigter sehen.

    Es ist alles vielleicht auch nur eine Frage der Zeit bzw. der Trägheit. Ziehe ich Dir z.B. die Leiter beim Streichen der Decke weg und ersetze diese in wenigen Millisekunden durch eine andere, dann geschieht eigentlich nichts. Du merkst es gar nicht.

    Anders herum zeigte ein Beispiel neulich, dass nach dem Verlassen träger, tragender Wände plötzlich eine Gesamtschule oben drauf stand.

    Nachteil aber, das muss ich zugeben, sind die Puppen, die beim Verlassen Tragender immer auf den Tischen tanzen.