Rheinische Lektoratlosigkeit

3 Treffer in 14 Jahren

Wer ins Suchfeld der Rheinischen Post das Wort kleveblog eingibt, erhält immerhin drei Treffer, einen aus dem Jahr 2010 (in einem eingebundenen Video wird die Seite als Quelle angegeben) sowie zwei aus dem Jahr 2017, zur Jubiläumsfeier des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, in dessen Rahmen ich zu einer Podiumsdiskussion geladen war. Ansonsten scheint das Wort kleveblog auf dem Index zu stehen, ganz so, als ob das, worüber nicht geschrieben wird, auch nicht existiert.

Doch im Journalismus gibt es eine schöne Regel, die da ganz schlicht lautet: Gute Geschichten setzen sich durch. Und so verteilt die Rheinische Post, Lokalausgabe Kleve, derzeit richtig freigiebig Komplimente an das preisgekrönte Angebot, das Kleve und die Welt seit nunmehr 14 Jahren mit Gesprächsstoff versorgt. Ein paar Beispiele aus den vergangenen zehn Tagen:

Am 28. Januar berichtete kleveblog unter der Überschrift Weltpremiere! Brejpottquaker planen digitale Karnevalssitzung über die bemerkenswerten Aktivitäten der Kellener Narren. Am 2. Februar hieß es in der Rheinischen Post, lustigerweise hinter einer Bezahlschranke verborgen: Brejpott-Quaker veranstalten erste digitale Karnevalssitzung.

Am 29. Januar berichtete kleveblog unter der Überschrift Ciao, Karin, mach’s gut! über die nach 19 Jahren aus dem Dienst scheidende Vereinssekretärin des VfL Merkur Kleve, Karin Brock. Fünf Tage später hieß es in der Rheinischen Post: VfL Merkur Kleve verabschiedet sich von Karin Brock.

Am 2. Februar berichtete kleveblog unter der Überschrift Zigarettenprozess für Kleve zu groß: Landgericht zieht nach Düsseldorf über das anstehende Verfahren gegen 12 Angeklagte, die in Kranenburg eine illegale Zigarettenfabrik betrieben haben soll. Zwei Tage später hieß es in der Rheinischen Post, als exklusiver RP+-Inhalt durch die Bezahlschranke geschützt: Prozess-Auftakt um illegale Zigarettenfabrik in Kranenburg.

Ebenfalls am 2. Februar berichtete kleveblog unter der Überschrift Hendrik Timmer wechselt nach Düsseldorf: Kleves bekanntester Staatsanwalt bekämpft jetzt die organisierte Kriminalität über die überraschende Personalie. Vier Tage später hieß es in der Rheinischen Post, wiederum hinter einer Bezahlschranke verborgen: Klever Staatsanwalt wechselt nach Düsseldorf.

Danke, liebe Kollegen, für die damit zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung. Für Abschreibearbeiten dann aber noch die Bezahlschranke hochzuziehen, ich weiß nicht…

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18 Kommentare

  1. 17

    Ich habe den Eindruck, dass das eine Sache ist, bei der unter der Oberfläche mehr brodelt als das übernommene Thema.

     
  2. 14

    Ausserdem habe ich Dir keine Verbissenheit unterstellt!

    Immer gehts hier auf die gutaussehenden Unschuldigen die im Recht sind!

    🙂

    Du weisst doch im übrigen gar nicht ob HT vielleicht 2 Tage später noch die RP auf den Wechsel hingewiesen hat. Du sagst doch er gute Öffentlichkeitsarbeit macht, wieso sollte das aufgrund Deines Artikel passiert sein?

     
  3. 13

    @12

    Rheinische Prostata ist nicht zensurwürdig !

    Wenn ich Schweinische Pest geschrieben hätte, ok.

    Bei der RP würde ich nie zensiert.

     
  4. 12

    @Lohengräm Erstens sehe ich das nicht verbissen, und zweitens ist die Beschreibung der Geschichten als „öffentliche Themen“ Quatsch (abgesehen von der Verabschiedung der Vereinssekretärin, bei der es offenbar eine Pressemitteilung gab (die mich aber nie erreichte)). Beispielsweise hätte man zwei Monate lang schreiben können, dass der Staatsanwalt nach Düsseldorf gewechselt ist, macht es aber erst zwei Tage, nachdem kleveblog davon erfahren und darüber berichtet hat. Aber, wie gesagt, man muss es als Kompliment nehmen.

     
  5. 11

    @7

    >“Der Bezug von RP-Artikel auf die von Kleveblog, verschleiert diese Zeitung stets.“

    Die Verschleierung halte ich aber für eine gewagte Unterstellung.

    Alle Artikel die rd hier benennt beruhen nicht auf einer Aufdeckung durch den kleveblog als Alleinstellungsmerkmal, so dass man hieran Rechte geltend machen könnte, sondern es sind „öffentliche“ Themen, über die auch schon andere berichtet haben. Wer da zuerst drüber berichtet ist meines Erachtens nach Zufall, auch wenn es hier angeblich verdächtigerweise 4x passiert ist.
    Udn wenn jedes Medium erstmal alle anderen Medien recherchieren und zitieren müsste die schon drüber berichtet haben, wäre das wohl ein ziemliches Durcheinander.

    Wie gesagt: Interessanter finde ich doch die kleveblog-Artikel, bei denen Ralf wirklich interessante Dinge aufdeckt und zu denen die Redakteure der RP/NRZ offensichtlich verschämt schweigen (müssen?).

    Z.B. zu den Versorgungsbezügen der Landrätin, ein bekannterweise hier vieldisuktiertes Thema und sicher auch für Leser der Rheinischen Post nicht uninteressant.

    Wie in der Politik: das „zwischen-den-Zeilen-Lesen“ macht den Reiz :
    Wenn man genau hinhört, ist das, was ein Politiker/in oder Medium NICHT sagt, lauter als das was er/sie/es sagt…. 🙂

     
  6. 10

    Journalismus 🤔 professionelle ,wenn möglich neutrale Betrachtung, diverser Gesellschaftsbereiche ,besonder heute in teilweise schlechtem Licht. Da geht der/die Journalist/in schon mal leicht auf einer Rasierklinge spazieren. 👋🏼👋🏼Hallo Markus sag du mal was dazu. 😂

     
  7. 8

    Eine Ergänzung: Joachim Schwenk (RP) legt Wert auf die Feststellung, dass der Beitrag über den VfL Merkur Kleve auf Basis einer Pressemitteilung entstanden ist.

     
  8. 7

    @3/5 Lohengräm,

    so ganz kann ich dir nicht folgen. Nimmmt rd. zu einem RP Artikel Stellung, geschieht das offiziel ohne
    Verschleierung, so wie es sein muß. Die Tauglichkeit von einigen RP-Artikeln lässt nun einmal sehr
    zu wünschen übrig.
    Der Bezug von RP-Artikel auf die von Kleveblog, verschleiert diese Zeitung stets.

    Die schlimmsten bei unseren Nachbarn sind die mit dem weißen Nummernschild.

     
  9. 6

    Rheinische Post … ? Na ja, wer damit zufrieden ist …
    Ich lese dann doch lieber die NRZ . Besonders die Wochenendausgaben sind abwechslungsreich
    und alles andere als langweilig.

     
  10. 5

    Naja….schwierig, ich mein Du sagst selber einige Leute hätten n Riecher für effektive Pressearbeit….demzufölge sind das ja öffentliche Ereignisse – jedenfalls zumTeil – z. B. Pressekonferenzen bei denen man nicht verplfichtet ist anzugeben dass der kleveblog schon drüber berichtet hat.

    Ich finde es viel prägnanter die RP vorzuführen bei denen sich sich klientelbedingt ziert, ehrlich drüber zu berichten, z.B. dass der gemeine Klever einer bestimmten -angeblich jesustreuen- Richtung umweltfreundliche Technologien wie Windräder oder Bahnlinen zumnindest von der innerlichen Geisteshaltung(*) her vehement und zutiefst ablehnt und einen kersoingesättigten ansonsten aber weitgehend verlustigen Flughafen für den Joppmoder schlechthin hält.

    (*)
    Denn Strom und Wasser kommen aus der Wand und Benzin aus der Zapfsäule.
    Und die schlimmsten sind die mit dem gelben Nummernschild.
    Datt waa schon immer so.

    😀

    D

     
  11. 3

    @rd

    Kleiner Tipp: Selber die Bezahlschranke hochziehen für Zugriffe aus allen Domains der Rheinsichen Post und den Spendenbutton auf kleveblog wieder verlinken.

    Auf der anderen Seite: der kleveblog hat sich auch schon auf Artikel in der Rheinischen Post bezogen.

     
  12. 1

    Eine, seit es Kleve-Blog gibt, ständig von der RP-Lokalredaktion gepflegte Unart. Die dort tätigen
    Redakteure sind auch noch der Ansicht, dass dieses Handeln von Niemanden bemerkt wird.