Weltpremiere: Brejpott-Quaker planen digitale Karnevalssitzung

Das gab es noch nie, und, wenn es nach dem Willen vermutlich aller Menschen geht, wird es das auch nie wieder geben: eine digitale Karnevalssitzung! Verantwortlich für diese Weltpremiere sind die Brejpott-Quaker aus Kellen, die am 6. Februar ab 19:15 Uhr (19:11 Uhr ging aus technischen Gründen nicht) auf YouTube ein rund einstündiges, zuvor aufgezeichnetes Programm mit rund 100 Karnevalisten ausstrahlen, oder, wie man neudeutsch sagt, streamen werden.

Normalerweise holen die Brejpott-Quaker halb Kleve in ihre drei Sitzungen ins Kellener Schützenhaus. Dort wird dann stundenlang gesungen, gelacht, gebützt und geschunkelt. Eine Sitzung in Gangelt bei Heinsberg hatte im vergangenen Jahr gezeigt, wohin das in Corona-Zeiten führt. Allein in dem Ort infizierten sich 142 Menschen (15 % der Einwohner). Kein Wunder, dass in diesem Jahr in Deutschland fast alles an Karnevalsaktivitäten ausfällt.

Aber eben nur fast alles. In Kellen hatte Benedikt Kreusch, einer der jungen Karnevalisten des Vereins, die Idee, dem Narrenvolk zumindest eine digitale Version der Prunkssitzung, die zu den beliebtesten Kleve gehört, anzubieten. Es gibt Tanzdarbietungen, Büttenreden und sogar das berühmte Zwiegespräch „on dän Brejpott“ zwischen Michael Wusel und Wolfgang Drop, das kurzerhand auf die Straße verlegt und in mehrere Clips aufgeteilt wurde.

Corona bestimmte die Produktionsbedigungen: „Bei den Nummern sind nie mehr als zwei Leute gleichzeitig dabei“, erklärt Helmut Vehreschild, Pressesprecher der Brejpott-Quaker und zugleich auch „Sitzungsleiter“ der digitalen Show. Einzige Ausnahme sind verschiedene Tanznummern: Es werden Aufnahmen der Proben gezeigt, die stattfanden, als der zweite Lockdown noch in weiter Ferne war. „Die Mitwirkenden sind alle heiß auf die digitale Sitzung“, sagt Vehreschild. „Und das ist doch schön!“

Wer am 6. Februar auf dem Sofa mit schunkeln will – hier der Link: Brejpott-Quaker Youtube-Channel

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3 Kommentare

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    Pressemitteilung der Offenen Klever:

    Am Samstag geht in Kleve die erste digitale Karnevalssitzung online. Was Freiwillige geschafft haben, das soll im Rathaus nicht einmal geprüft werden. Der Haupt- und Finanzausschuss lehnte einen OK-Antrag ab. – Dazu Udo Weinrich, Fraktionsvorsitzender der Offenen Klever:
    „Das Engagement und die technische Aufgeschlossenheit mancher Karnevalisten steht in erfrischendem Gegensatz zur politischen Winterstarre im Rat!“ Mit diesen Worten begrüßt Udo Weinrich, Fraktionsvorsitzender der Offenen Klever, die Ankündigung der ersten digitalen Karnevalssitzung durch die „Breijpott-Quaker“.
    Die Politik in Kleve könne von den Karnevalisten lernen, wie man ins digitale Zeitalter starte. Leider seien fast alle Fraktionen im Rat dazu nicht bereit. Anders könne man die Ablehnung des Antrags der OK nicht deuten, jede öffentliche Rats- und Ausschuss-Sitzung im Internet zu übertragen und zum nachträglichen Abruf zur Verfügung zu stellen.
    Die OK hatten bereits zur ersten Ratssitzung den Prüfauftrag an den Bürgermeister vorgelegt, die rechtlichen und technischen Voraussetzungen für Übertragungen des öffentlichen Teils von Sitzungen via Livestream, der über den Internetauftritt der Stadt bereitgestellt wird, zu klären.
    Diese Anregung sei am 20. Januar im Haupt- und Finanzausschuss „ohne Diskussion vom Tisch gewischt worden.“ Das sei das Gegenteil von transparenter, bürgernaher Kommunalpolitik und keine Antwort auf die niedrige Beteiligung an der letzten Kommunalwahl. Eine Kommunalwahl, der die Mehrheit der Wahlberechtigten ferngeblieben sei, stelle alle Mandatsträger/innen vor ein Legitimationsproblem
    Wenn zugleich über sogenannte Soziale Medien verbreitet werde, es hätte im Ausschuss angeblich „Störfeuer und Ablenkungsmanöver wie künstliche Verlängerungen der Sitzungszeit“ gegeben, dann würden damit Vorurteile gegenüber der Politik bedient und verstärkt. Interesse an der Kommunalpolitik werde so nicht geweckt.
    OK-Fraktionsvorsitzender Weinrich: „Für die politische Meinungsbildung und Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürgern ist es von wesentlicher Bedeutung, zu erfahren, mit welchen Argumenten die Positionen im Kommunalparlament vertreten werden. Das schließt ausdrücklich die Möglichkeit ein, den Wahrheitsgehalt von Behauptungen prüfen zu können!“
    Aber auch ohne Corona sei das heute nur durch die physische Anwesenheit am jeweiligen Sitzungsort möglich. Die persönliche Anwesenheit könne eine Teilnahmebarriere darstellen, beispielsweise für Menschen mit Behinderungen, für ältere Menschen oder für junge Familien mit Kindern.
    Der Ok-Fraktionsvorsitzende abschließend: „Wenn die Menschen nicht zu den Rats- und Ausschusssitzungen kommen können, dann müssen die Ratsmitglieder den Weg zu den Bürgerinnen und Bürgern finden. Das geht online. Dazu sind die anderen Fraktionen noch nicht bereit. Sie könnten von den ‚Brejpott-Quakern‘ lernen!“

     
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    Die Karnevalsgesellschaft Fidelitas Materborn e.V hatte sich am 16. Januar auch überlegt wie man zumindest Teile des üblichen jährlichen Programm den Klever Narren näher bringen kann und feierten kurzerhand die kürzeste Karnevalssitzung die es je gegeben hat. Ob Tanz, Gesang oder Büttenrede, es war alles vertreten.

    Wir schauen natürlich gerne nach Kellen und freuen uns auf eine weitere Sitzung der Kleber Karnevalsvereine in der digitalen Version.