Sturmböen verwüsten Tiergartenstraße

rd | 05. Juni 2019, 02:21 | 3 Kommentare
Tiergartenstraße in Höhe der Esso-Tankstelle: Abgerissene Äste, soweit das Auge reicht (Foto: FW)

(Aktualisiert, Überschrift geändert (siehe Kommentar)) Was war das denn? Ein Unwetter, das gerade einmal ein paar Minuten dauerte (wenn überhaupt), verwüstete gestern Abend gegen 22:30 Uhr die Klever Unterstadt. Spitzenböen erreichten Windgeschwindigkeiten von 92 km/h, das entspricht Windstärke 10 (Sturm). Insbesondere die prächtige Tiergartenstraße sah nach dem Durchzug des Unwetters aus wie ein Trümmerfeld. Zahlreiche von den Alleebäumen beiderseits des Straßenzuges abgerissene Äste und sogar ganze umgestürzte Bäume blockierten die Fahrbahn. Die Sperrung der Straße dauerte noch bis weit nach Mitternacht an.

Wetterbauer Hubert Reyers hatte es auf seiner Seite wetter-niederrhein.de exakt vorhergesagt: „Im Laufe des späteren Abends so ab 23 Uhr ziehen von Süd nach Nord einige Schauer und Gewitter auf. Diese treffen aber nicht jeden Ort am Niederrhein, dafür kriegen andere Orte richtig was ab.“ 

„Richtig was ab“ bekam im Stadtgebiet in erster Linie die Tiergartenstraße. Doch auch auf der Merowingerstraße und der Nassauerallee sollen Bäume umgestürzt sein, das Martinshorn der Rettungskräfte war am späten Abend im ganzen Stadtgebiet zu hören. In den sozialen Netzwerken war angesichts der Urgewalt des Unwetters sogar von einem „Mini-Tornado“ die Rede. Ob auch Personen verletzt wurden, war am Abend noch nicht bekannt.

Heute morgen meldeten Polizei und Feuerwehr insgesamt mehr als hundert Einsätze. In Pfalzdorf fuhr ein Mopedfahrer gegen einen umgestürzten Baum und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Wetterbauer Hubert Reyers warnte vor erneuten Gewittern in der kommenden Nacht: „In der kommenden Nacht müssen wir erneut mit teils heftigen Gewittern rechnen. Dabei sind Starkregen, Hagel und erneut Sturmböen möglich, dann sind diese Wetterereignisse recht verbreitet und nicht nur punktuell dabei. Bitte alle Gegenstände sichern!“

Wieder einer weniger: Horizontalbaum am Ehrenmal (Foto: B. Pauls)

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3 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 1. Querdenker

    Wenn die globale Erwärmung nicht sofort gestoppt wird, können uns in Zukunft auf mehr und stärkere Unwetter einstellen. Die Naturgewalten schlagen zurück, dieser Planet braucht keine Menschen. Wir Menschen brauchen diesen Planeten, so wie er jetzt noch ist.

    Es gibt keinen Grund, warum es hier in Deutschland keine Tornados geben sollte. Die Bedingungen dass diese zu entstehen gibt es auch hier. Wir arbeiten leider daran, diese noch massiv zu verbessern.

     
  2. 2. Martin Fingerhut

    DLF meldet, in Bocholt sei ein Auto durch die Luft geschleudert worden.
    Meteorologe : möglicherWeise ein Tornado.

    War gegen 22:30 auf der Kalkarer Straße.
    Urplötzlich kam sehr starker Wind auf.
    für mich ungewöhnlich :
    Dieser Wind trug massenWeise Sand o.ä. mit sich,
    die Körner prasselten mir ins Gesicht
    – egal in welche Richtung ich lief.
    Sturm hielt ca. 10 Minuten lang an.
    rappelte am BauZaun der exScala.
    riß etliche Blätter und Zweige von den Bäumen.
    Aber daß er so stark sein könnte,
    ganz in der Nähe die TierGartenStraße so zu verwüsten,
    habe ich nicht erwartet.

     
  3. 3. Thomas Sävert

    Hallo,
    bitte unbedingt den Zusatz “Mini” vor dem Wort Tornado entfernen, es gibt keine “Mini-Tornados”. Der Ausdruck wurde mal von Medien erfunden, um zu zeigen, dass Tornados in Europa grundsätzlich schwächer sind als in den USA. Dies ist aber falsch, selbst tonnenschwere Mähdrescher wurden in Deutschland schon durch die Luft gewirbelt. Die meisten Tornados sind schwach – aber auch in den USA.
    Zum Fall selbst kann ich noch nichts genaueres sagen, das müsste noch untersucht werden.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Thomas Sävert
    Tornadoliste Deutschland