Hubschrauber und Hunderschaften im Einsatz: Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgen Menschenschmuggler

rd | 24. Juni 2020, 12:04 | 5 Kommentare

Der Hubschrauber kreiste seit sechs Uhr morgens über der Stadt, die Mannschaftsbusse der Bundespolizei standen vor dem Klever Bahnhof – weithin sichtbare Zeichen eines Großeinsatzes, mit dem Polizei und Staatsanwaltschaft einen Schlag in Kleve gegen die Schleuserkriminalität durchführten.

Die Ermittlungen begannen bereits vor knapp zwei Jahren, im September 2018, als Bundespolizisten am Flughafen in Weeze einen Iraner in Gewahrsam nahmen. Der Mann wollte nach Großbritannien ausreisen und hatte sich mit einem verfälschten niederländischen Reisepass ausgewiesen. Das brachte die Ermittler, so ergibt es sich zumindest aus der Großaktion in den frühen Morgenstunden, auf die Sput einer international operierenden Menschenschmuggler-Bande. Durchsucht wurden 15 Wohnungen und Geschäftsräume in Kleve, Oberhausen, Krefeld, Gießen und Freiburg. In Zusammenarbeit mit der schwedischen Polizei wurde auch eine Wohnung in Schweden durchsucht.

Das Verfahren richtet sich gegen sechs iranische Staatsbürger sowie gegen einen Niederländer und einen Schweden. Ihnen wird vorgeworfen, banden- und gewerbsmäßig Einschleusungen betrieben zu haben. Die eingeschleusten Menschen waren den Ermittlungen zufolge in erster Linie iranische Staatsbürger. Sie wurden von Teheran nach Istanbul geflogen und gelangten von dort unter anderem mit gefälschten Schengen-Visa nach Deutschland. Zwei der Hauptbeschuldigten wurden verhaftet, zudem stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial (Mobiltelefone, Datenträger) sicher.



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  1. 5. jean-baptiste

    @3. Max Knippert
    Das ist ein reales Problem, legitimiert aber nicht die Schleuser.
    Das Problem stellt sich ja nicht nur für Iraner, sondern für Jeden, der sich in seiner Heimat nicht wohlfühlt.
    Man muss auch zwischen Tätern und Opfern unterscheiden .
    Bei den Opfern stellt man sich aber die Frage, weshalb sie unbedingt nach Deutschland kommen wollen, wo es genügend schiitische und sunnitische Länder gibt, wo sie auch versuchen könnten hin zu gehen .
    Jedenfalls, seine Flucht zu organisieren, indem man riesige Summen an Schleuser bezahlt, und sich beim Start im beäugten Asylland erst einmal massiv mit Lug, Trug und Fälschung gegen dessen Gesetze stellt, ist nicht gerade der empfehlenswerte Anfang.
    Übrigens zähle ich mehr als eine Handvoll Menschen in meinem Bekannten- und früheren Kommilitonenkreis aus dem Iran.
    Zugegeben, die sind schon vor längerer Zeit hierher gekommen, da war das Alles noch nicht so schwierig, einige haben sich hervorragend assimiliert und integriert, andere haben den Schritt nicht wirklich geschafft.

     
  2. 4. Chewgum

    @MK Weil es hier gerade um Strafdelikte (Schlepperei, Urkundenfälschung) geht, bei denen einige Leute sehr gut ‘verdienen’, weil sie (teils) ihren Landsleuten das Geld aus der Tasche ziehen.

    Worauf wollen Sie hinaus? Alles egal? Rechtsstaat unterhöhlen?

     
  3. 3. Max Knippert

    „ Ihnen wird vorgeworfen, banden- und gewerbsmäßig Einschleusungen betrieben zu haben… in erster Linie iranische Staatsbürger“

    Warum stellt sich keiner die Frage, ob es für Iraner nicht berechtigte Gründe gibt ihr Land zu verlassen?

     
  4. 2. Niederrheinstier

    Mmuuuh, Schleuser, mmuuuh? Wenn ich Richter auf der Schwanenburg wäre, würde ich diese Schleuser einfach zum kostenlosen Betrieb der Briener Schleuse für mindestens zehn Jahre verpflichten, mmuuuhimmerfürdieRegion.
    Oder hat jemand einen Vorschlag für eine sinnvollere Verwendung dieser Schleuser, mmuuuhFuttervorlegenfürRindviechergingenatürlichauch.

     
  5. 1. jean-baptiste

    Mir ist so, als ob ich schon Gesternabend einen Hubschrauber über Kleve habe kreisen hören, und soeben höre ich schon wieder aus der Ferne Propellergeräusche.