Hochschule Rhein-Waal schießt Frauen ab, lässt Frauen aber wenigstens drüber sprechen

rd | 26. März 2019, 14:30 | 21 Kommentare
Mittwochsakademie der Hochschule: Frauen dürfen sagen, dass sie nichts zu sagen haben (Foto: Pixabay)

Bekanntlich waren an der Spitze der Hochschule Rhein-Waal bisher zwei Frauen, die – allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen – nun nicht mehr im Amt sind. Doch die schärfsten Kritiker der Elche waren bekanntlich früher selber welche. Was liegt also näher, als ausgerechnet an der Hochschule Rhein-Waal, offenbar einem Hort des gepflegten Maschinenbaumachismo, im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe Mittwochsakademie über „Frauen in Führungspositionen“ zu sprechen?!

Es ist natürlich nicht anzunehmen, dass Professorin Dr. Hildegard Maria Nickel, Professorin im Ruhestand der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, in ihrem Vortrag am 3. April („Frauen in Führungspositionen – Männer in einer neuen Väterrolle? Geschlechterverhältnisse in der Arbeitswelt“) die Verhältnisse an der HSRW unter die Lupe nimmt. Dabei wäre das, was dort vorzufinden ist, das beste Anschauungsmaterial für das Auseinanderklaffen von Anspruch und gesellschaftlicher Wirklichkeit – besser noch als jeder Dax-Vorstand. Hier der Überblick: Hochschulratsvorsitzender: Prof. Dr. Aloys Krieg ♂; Interimspräsident Prof. Dr. Eberhard Menzel ♂; designierter Präsident Dr. Oliver Locker-Grütjen ♂; Kanzler: Michael Strotkemper ♂; Dekan Fakultät Technologie & Bionik: Prof. Dr. Dirk Nissing ♂; Dekan Fakultät Life Sciences: Prof. Dr. Peter Scholz ♂; Dekan Gesellschaft & Ökonomie: Prof. Dr. Ralf Klapdor ♂; Dekan Fakultät Kommunikation & Umwelt: Prof. Dr. Andreas Schürholz ♂.

Man könnte also sagen, die Hochschule Rhein-Waal ist fest in Männerhand. Es gibt nicht mal eine Alibidekorationsfrau, wohl aber eine Gleichstellungsbeauftragte.

Man könnte zudem sagen, dass die Hochschule, die sich Internationalität wie keine zweite in Deutschland auf die Fahnen geschrieben hat, von weißen, deutschen Männern ohne Migrationshintergrund und mittleren bis hohen (Krieg, Menzel) Alters geführt wird. Das diverseste Element in dieser Gruppe ist der Doppelname des designierten Präsidenten. Dieses sehr homogene Ensemble leistet sich nun aber den Luxus, eine Frau aus Berlin einzufliegen, die dann schön darüber reden (und der Klever Öffentlichkeit erklären) darf, was so im Großen und Ganzen falsch läuft. Bester Witz ever.

Das Programm Mittwochsakademie an der Fakultät Gesellschaft und Ökonomie steht unter dem Motto „Von regional bis global – Wirtschaft und Gesellschaft im aktuellen Zeitgeschehen“. Laut Pressemitteilung werden  nicht nur spannende Inhalte aufgegriffen, sondern gleichzeitig die thematische und interdisziplinäre Vielfalt der Fakultät zum Ausdruck gebracht: „Gegenwärtige Themen werden von Referierenden aus Wissenschaft und Praxis anschaulich präsentiert, theoretisch hinterfragt und in großer Runde diskutiert.“ Die Veranstaltungen finden jeweils mittwochs um 18 Uhr auf dem Campus Kleve, Marie-Curie-Straße 1, in Gebäude 02 (neben dem Hörsaalgebäude), Raum 02 01 017 (Seminarraum 5) statt.

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21 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 21. otto

    @20 Frau,

    du hast es sehr gut beschrieben. Sie war der Finessen zweitrangiger Hochschulmitarbeiter
    überdrüssig.

    Diese können nun ihr eigenes Süppchen kochen, mit einem Schuss übergegangener, schlechter
    Sahne.

     
  2. 20. Frau

    War Frau Dr. Naderer in ihrem Stil, ihrer Sichtweisen, ihrer ruhigen, hochwertigen Kompetenz, zu fortschrittlich, zu weitblickend, zu zuverlässig, dass man sie anonym „entfernen“ musste?

     
  3. 19. Justin

    @ 18., Chewgum

    „Ja, Männer sind genauso unersetzlich wie Frauen.“

    Dass Frauen unersetzlich sind, versteht sich von selbst (für feine Sahne vielleicht nicht 😉)

     
  4. 18. Chewgum

    Außerdem sind generalisierende Aussagen wie „Die Frauen können es eben nicht“ oder „Männer haben eben mehr Finesse“ immer genauso unreflektiert und falsch wie es die generellen Aussagen „Männer können es nicht“ oder „Frauen haben mehr Finesse“ wären.

    @Justin Ja, Männer sind genauso unersetzlich wie Frauen.

     
  5. 17. Justin

    @ 13., Niederrheinstier

    Ehrlich gesagt bin ich es Leid, dass unser Ruf immer wieder von ein paar Idioten kaputt gemacht wird.
    Denn Herbert Grönemeyer hat recht: „Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich“

     
  6. 16. otto

    Man bewahre mich vor Sturm und Wind,
    sowie Ansichten,
    die von feine Sahne sind.🙈

     
  7. 15. Seebär

    @12 feine Sahne
    Als echter Macho (ein Seebärbulle kann bis zu 100 Seebärkühe in seinem Harem haben) bin ich doch beeindruckt wie die Oberseebärkuh Angela ihren Harem (ich glaube das heißt bei den Zweibeinern Kabinett) seit mehr als 13 Jahren führt. Der Seebärbulle vor ihr hat es ja nicht so lange geschafft.

     
  8. 14. Justin

    @ 9., Feine Sahne

    Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Mit Menschen mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeit hatte ich schon das „Vergnügen“. Bei Personen wie in Kommentar 7 und in dem Zeit-online Artikel beschrieben würde man das sicherlich merken, wenn man so jemandem in die Quere gekommen ist.
    Und was die Leistungen der Menschen mit einer der beiden genannten Persönlichkeitsmerkmale angeht sind diese nicht besser als die Leistungen von Menschen mit anderen Persönlichkeitsmerkmalen.

    Für die Menschen, denen ein autoritärer Führungsstil zuwider ist, ist es glaube ich egal ob die Führungskraft ein Mann oder eine Frau ist Hauptsache der Führungsstil ist in Ordnung.

    https://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-05/psychopathen-interview-psychologe-jens-hoffmann

    https://www.google.de/amp/s/www.merkur.de/leben/karriere/narzissten-gelangen-etwas-haeufiger-in-fuehrungspositionen-zr-7987966.amp.html

     
  9. 13. Niederrheinstier

    @7 (Justin)
    Mmuubuuuh, warum ziehen sie hier grundlos über mich als der Verkörperung der männlichen Spezies her, mmuubuuhh? Ich habe doch gar nichts getan und trage nicht zuletzt wegen meines vorbildlichen Verhaltens in Sachen HSRW-Fehltritten die blütenweißen Teile meines Fells herum, mmuuuuuuh! Vielleicht sollten Sie mal lieber mein modernes Herdenmanagement als „best in class“ analysieren, loben und zur Übertragung auf die HSRW empfehlen, mmuuuh: Der Bauer und die Bäuerin dürfen völlig gleichberechtigt und gleichgestellt den ganzen Tag dafür Krücken, dass immer genug Futter für die ganze Herde da und der Stall schön sauber ist, mmuujuuuh! Die vielen, vielen Kühe (Anteil der weiblichen Spezies größer als 80%) widmen sich ganz der frührindlichen Betreuung des Nachwuchses und geben gemeinsam und fleissig Milch, um damit das ganze Herdenmanagement zu finanzieren, mmuuuuh! Und ich, mmuuuuh? Ich darf meine Aktivitäten ganz auf das weitere Herdenwachstum konzentrieren und ansonsten zwischendurch zum Sammeln neuer Motivation (und um hier und da nach dem rechten zu sehen) herumstrolchen, wenn mir danach ist, mmuuuh. Keine Ahnung, warum dieses moderne und von mir sehr geschätze Herdenmanagement als „best in class“-Management nicht auch von anderen wie zum Beispiel auch von den Dille…, äähh Protagonisten in der HSRW nachgeahmt wird, mmuuuuuhh!

     
  10. 12. Feine Sahne

    Und da haben wir es doch: Theresa May hat dann heute ihren sehr baldigen Rücktritt angekündigt, und die Parteikollegen wenden sich um 180 Grad und stimmen nun für einen Vorschlag, den sie vorher konsequent abgelehnt haben. Kann man sich so etwas bei einem Mann vorstellen? Nein. Deshalb doch lieber von Anfang an Zeit sparen und nicht anstrengende Runden drehen bevor die Frauen am Ende doch aufgeben.
    Insofern ist es doch gut und konsequent, dass nun endlich an der Provinzhochschule auch nur Männer am Ruder sind. Ich finde, da kann man doch ruhig mal ehrlich sein.

     
  11. 11. Joseph Johann

    Das Thema für den Vortrag am 3. April spricht Bände. Es ist wahrscheinlich nicht möglich, bereits erreichte Positionen mal wirken zu lassen, bevor man vertiefte Regelungen erarbeitet. Dabei wird vergessen, beziehungsweise nicht für Wert gehalten, was uns wirklich fehlt.
    Es fehlen: Lehrkräfte, Pflegekräfte, Ärzte, Polizisten, Sicherheitskräfte, Justizpersonal, Handwerker, Facharbeiter, von Verbesserung in der Infrastruktur ganz zu schweigen. Obendrauf Probleme mit Zuwanderern jeglicher Art.
    Ob sich durch anstehende Wahlen daran etwas ändert, ist sehr fraglich.
    Die HSRW ist ein Institut für Lehre und Forschung. Vielleicht gibt es dort Ansätze für Problemlösungen unserer Zeit, wenn man sich von internen Querelen löst.

     
  12. 10. postillon d'amour

    Es wäre an der Zeit mal über eine Romanze an der Hochschule zu berichten.
    Zum Wochenende hin steigen die Temperaturen. Überall blühen die Kirschbäume und im Süden die Mandelbäume.

    Gibt es eine schönere Jahreszeit für die Liebe?

     
  13. 9. Feine Sahne

    Minderheit von Männern, die unbedingt machtbewusst“ ist? Kann ich nicht beobachten. Auch scheinen „die anderen“ Männer eher mit der Verbindung „Macht+Mann“ als „Macht+Frau“ klar zu kommen und lieber dem ersterem zu folgen.
    Und interessant ist doch auch, dass man den Männern an der Macht mit sehr sehr wenigen Ausnahmen noch nicht einmal sagen würde, dass sie inkompetent sind und ihren Job nicht verstehen.

     
  14. 8. Frau

    @2. Niederrheinerin

    Vielleicht war der Mann auch nie wirklich Verwaltungsrichter? 😉

     
  15. 7. Justin

    Männer im Allgemeinen sind nicht das Problem, sondern eine Minderheit von Männern, die über besondere Persönlichkeitsmerkmale verfügen: Unbedingter Machtwille, Unfähigkeit Selbstzweifel haben, Unfähigkeit zur Selbstreflexion/Selbstkritik, manipulatives Verhalten, Rücksichtslosigkeit, Fähigkeit sich gesellschaftskonform geben zu können, Fähigkeit charmant/nett wirken zu können. In Machtpositionen tummeln sich logischerweise überproportional viele Männer mit der oben beschrieben oder zumindest einer ähnlichen Persönlichkeit. Es gibt sicherlich auch Frauen mit einer solchen Persönlichkeit, aber vermutlich ist es bei Frauen seltener als bei Männer.

     
  16. 6. Feine Sahne

    @ Chewgum
    Die Männer, die Sie nennen, haben es geschafft, über Jahre eine starke Machtbasis aufzubauen und zu halten. Nennen Sie mir Frauen, die es so weit und über so lange Zeit geschafft haben, an der Macht zu bleiben. Selbst Frau Merkel hat den Druck – trotz erfolgreicher Politik – zu spüren bekommen.
    Es fehlt den Frauen eben an Kenntnis und Finesse, die richtigen Hebel zur richtigen Zeit zu bedienen. Ob es nun gute oder schlechte Politik ist, möchte ich hier gar nicht beurteilen.

     
  17. 5. Chewgum

    @1 Feine Sahne Meinen Sie so Leute wie Putin, Trump, Orban, Bouteflika, Erdogan, Maduro, Berlusconi, Zwick, Zumwinkel, Winterkorn, Middelhoff, Oliver Schmidt, Madoff, Fujimori, Gaddafi, Kim Jong-il, Lukashenko, Al-Bashir, Pinochet, Mussolini, Franco, Charles Taylor, Stalin, Noriega, Chomeini, Pahlavi, Ceausescu, Bin Laden etc. etc. etc. ?

     
  18. 4. otto

    @1. Feine Sahne,

    Frauen können es sehr wohl. Sie geben sich mit einer zweitklassigen Besetzung einfach nicht
    zufrieden.

    Resonanz finden sie z.B. bei Communio, Institut f. Führungskunst, Prof. Dr. Barbara von Meibom.

    Einige der oben aufgeführten Herren scheinen mir wenig geeignet, Führungskunst aus zu üben,
    geschweige diese zum Wohle des Unternehmens, dem sie dienen, zu verwirklichen;
    sie sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

     
  19. 3. Frau

    🙂

    Ina Deter, 1982

    „Neue Männer braucht das Land“

    Ich sprüh‘ s auf jede Häuserwand
    „Ich such den schönsten Mann im Land“
    Ein Zettel an das schwarze Brett
    „Er muss nett sein ……….“

    🙂

     
  20. 2. Niederrheinerin

    Mal abgesehen von den lokalen Gegebenheiten ist das eine interessante Vortragsreihe

    Heute in der Mittagspause hatte ich eine Begegnung mit einem alten weißen Mann, in der Espresso-Bar in der Nähe meines Arbeitsplatzes. Es war relativ voll, man saß auf den Bänken dicht nebeneinander. Neben mir ein Mann, Anfang 70, mit dem ich über den Kaffee ins Gespräch komme. Innerhalb von zweieinhalb Minuten erfahre ich, dass er Verwaltungsrichter war. Aha, denke ich. Irgendwie kommen wir auf die Finanzkrise in Griechenland. Er verwendet den Begriff Grexit, als habe es diesen gegeben. Ich wende ein, dass es ja keinen Grexit gab. (Ich mag mir die Griechen, in deren Land ich schöne Urlaube verbracht habe, nicht außerhalb der EU vorstellen, auch nicht im Nachhinein.) Er: Es gibt ja auch den Brexit. Ja, sage ich, der steht kurz bevor, aber Griechenland ist ja EU-Mitglied. Das war zu viel für den alten weißen Verwaltungsrichter: Dann beenden wir das Gespräch hier. Er springt auf und geht. Aha, denke ich, und lese weiter Zeitung. Ich glaube übrigens nicht, dass der Mann denkt, es habe einen Grexit gegeben. Um einen Grexit ging es im Grunde gar nicht.

     
  21. 1. Feine Sahne

    Die Frauen können es eben nicht. Ganz einfach. Ob es Theresa May ist oder die Damen, die es an der Provinzhochschule probiert haben.
    Männer haben eben mehr Finesse, um so einen Job zu machen.