Der größte Parkplatzbetreiber

rd | 07. Februar 2007, 13:23 | 1 Kommentar

Alle jubeln. Weil der Ryanair-Chef Michael O’Leary auf einer Pressekonferenz ein „Ja zum Airport Weeze“-T-Shirt überstreift, in die Kameras bleckt und mit seiner nervigen Rumtatarhetorik verkündet, seine Fluglinie baue den „Airport Weeze“ (laut Ryanair nur 70 km vom Flughafen D’dorf entfernt an der A57 gelegen) zu einer „Basis“ aus. Das heißt offenbar, dass zwei Maschinen über Nacht da stehen bleiben. Besonders betont wird die Tatsache, dass es sich um neue Jets handelt. 2500 neue Jobs sollen entstehen. Juhu!

Noch mehr Freude: Der Kreis Kleve kauft – bei nach wie vor unsicherer Rechtslage, was die Betriebsgenehmigung für den ganzen Laden angeht – 49 Prozent der Anteile für 17 Millionen Euro (das heißt, als Bürger des Kreises bin auch ich jetzt zu ca. 1/270.000stel Flughafenbesitzer). Ich werde meinen Enkeln später sagen müssen: „Das habe ich nicht gewollt.“

Laut Presseberichten macht der Airport derzeit 400.000 bis 500.000 Euro Verlust monatlich. Nach meinem Verständnis von BWL dürfte der Kreis den fortan zur Hälfte mittragen. Bleibt die spannende Frage, woher das Geld kommen soll, um diese Verluste auszugleichen. Bekanntlich nicht von Ryanair (die ja keine oder nur minimale Landegebühren zahlen). Vielleicht von den parkenden Fluggästen? Sicherlich ein interessantes Geschäftsmodell. Vielleicht kann der Kreis ja noch mehr hochdefizitäre Unternehmen kaufen, drumherum gebührenpflichtige Parkplätze errichten und so neue Arbeitsplätze schaffen (Parkplatzwächter).

Der Weg in den Staatsmonopolkapitalismus wird „kein leichter sein“ (X. Naidoo).