Das Wetter war ja schon eine Katastrophe, aber das Klima erst…

rd | 15. März 2019, 18:34 | 46 Kommentare
Selbst wenn die Schüler mit ihren Anliegen Erfolg haben, wird sich das Klima nicht sofort ändern. Aber aus dem Fenster zu schauen und nichts zu tun hilft auch nicht weiter (Foto: Udo Kleinendonk)

Einerseits wünscht man sich, dass die Jüngsten die digitale Welt hinter sich lassen und einen Sinn für die Realitäten des Lebens entwickeln – und wenn sie dann mal auf die Straße gehen, ist es auch wieder nicht gut. Ein ehemaliger FDP-Politiker, der mittlerweile sein Geld als Fotomodell verdient (oder war es andersrum?), fordert von der Jugend, die Diskussion den Profis zu überlassen. Direktoren mit ausgeprägtem Ordnungssinn machen darauf aufmerksam, dass die Stunden, die Schüler statt im Unterricht auf Demonstrationen verbringen, als „unentschuldigt fehlend“ gewertet werden könnten.

Am Stein-Gymnasium weigerte sich der Direktor zum Verdruss einiger Pädagogen, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, den Protest als „Kursveranstaltung“ durchzuwinken. Aber, dies sei den Gymnasiasten von einem alten Fahrensmann gesagt: Ich kenne keinen Arbeitgeber, der je auf Fehlstunden in einem Zeugnis des 8. Schuljahres geschaut hat. Und wenn man wider Erwarten doch darauf angesprochen werden sollte, sagt man einfach: „Das waren erste Erfahrungen im individuellen Zeitmanagement“ und gut ist.

Der Zug der ca. hundert „Fridays for future“-Schüler begann auf der Rasenfläche am Ehrenmal, führte über die Ringstraße stadtabwärts und endete auf der Grünfläche am Minoritenplatz. Am Markt Linde wurde gereimt gehüpft: „Hop-hop-hop – Kohlestopp!“ Am Fischmarkt gesellten sich die Klever Grünen dazu. Am Rathaus scheiterte der Versuch, die Bürgermeisterin in das Geschehen zu involvieren und ihr eine Petition zu überreichen. Sie weihte zur gleichen Zeit an der Querallee die neuen Kunstrasenplätze ein. Klimarettung, Kunstrasen. Kannste dir nicht ausdenken. Morgen ist Samstag. Oder, wie der Fachmann sagt: „Saturdays for satisfaction“.



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46 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 46. Chewgum

    Wenn die Jugendlichen nicht in der Schule sind und die Teilnahme auch keine Schulveranstaltung ist (an manchen Schulen war es z.B. Politikprojekt), dann befinden demonstrierende Schülerinnen und Schüler sich haftungsmäßig im Privatleben. Aber da sie wohl auch unbegleitet zur Eisdiele oder auf eine Party gehen, was zu hoffen ist, können sie ja auch unbeaufsichtigt an einer Demo teilnehmen. In der Nordwestbahn sollen schon minderjährige Jugendliche gesichtet worden sein, die ohne Eltern nach Krefeld oder Düsseldorf fuhren.

     
  2. 45. ???

    zu 40.

    Wahrscheinlich machen sich die meisten Menschen keine Gedanken darüber, aber da die Demonstrationen während der gesetzlichen Schulpflicht und Schulzeit ohne offizielle Erlaubnis, von den Schülern außerhalb des Schulgebäudes im öffentlichen Raum durchgeführt werden, stellt sich eben genau diese Frage der Verantwortlichkeit für die Minderjährigen. Schule oder Eltern?

     
  3. 44. Der Laie

    @42 Justin
    Bauern die nach dem Demeter Prinzip wirtschaften, erzielen für ihre Bio Ware bereits einen angemessenen Preis.
    Wenn wie in früheren Zeiten üblich, nur soviel Vieh gehalten würde wie der eigene Acker auch an Futter hergibt,wäre auch der Kreislauf mit dem Mist und Gülle Eintrag auf den Feldern wieder hergestellt.
    Erst die Arbeitsteilung bei der Viehaufzucht und der Verfütterung von Kraftfutter hat zur Massentierhaltung geführt.Zwischenzeitlich ist es so, das reine Ackerbaubetriebe Geld dafür bekommen,wenn sie die Gülle aus Großställen auf ihren Feldern auftragen lassen.
    An den Tanklastwagen mit niederländischen Kennzeichen die an den Ackergrenzen stehen und ihre „Ware“ in
    Zwischentanks umpumpen ,kann man erkennen das Gülle schon zu einem Importschlager als Einnahmequelle geworden ist.
    Am Montag lief im BR ein Bericht, „Lust aufs Land bayrische Hofgeschichten“, der aufzeigte das Landwirte auch ohne Massentierhaltung mit sich und der Natur im reinen sind.
    Zur Zeit läuft wieder ein Aufruf zu einer Petition,
    „CDU-Agrarministerin Julia Klöckner bricht das Recht für große Chemiekonzerne. Sie lässt 18 neue Ackergifte zu – ohne die Zustimmung des Umweltbundesamtes. Der Alleingang bringt Glyphosat und andere Bienenkiller auf unsere Felder. Bald könnten es noch mehr werden – wenn wir Klöckner nicht schnell stoppen.“

    Dank der niedersächischen Landesregierung wird die Kastrierung männlicher Ferkel unter Betäubung durch einen Tierarzt hinausgeschoben,die Landwirte dürfen noch für Jahre selber Hand anlegen.

    So lange Tiere als Sachgegenstand angesehen werden,bleibt ein echter Tierschutz wohl auf der Strecke.
    Ob da ein wechsel auf der Regierungsbank abhilfe verschaffen würde, bezweifel ich,da die Parlamentarier sich vehement gegen eine Offenlage der Lobbyisten wehren,die einen Hausausweis haben und so ständig ein und ausgehen können.
    Es muss sicherlich ein Umdenken in den Köpfen der Menschen erfolgen und immer wieder darauf hingewiesen werden,das die Erde auf der wir leben, nur geliehen ist.

     
  4. 43. Seebär

    @22. Urx
    Was wäre Ihre Lösung zu 15. ?

     
  5. 42. Justin

    @ Der Laie

    Folgendes fiktives (und utopisches?) Szenario:

    Für landwirtschaftliche Erzeugnisse wird eine Steuer eingeführt. Diese Steuer muss für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die mit Hilfe von Pflanzenschutzmitteln und/oder Kunstdünger erzeugt wurden oder, wenn es sich um Fleisch oder Fleischprodukte handelt, die von Tieren aus der Massentierhaltung stammen, gezahlt werden. Die Einnahmen aus der Steuer werden dafür verwendet die entstandenen Schäden (sofern das überhaupt möglich ist) zu beheben. Die entstandenen Schäden sind der Eintrag der Pflanzenschutzmittel und des Kunstdüngers in den Boden und ins Grundwasser, so dass unser Trinkwasser direkt davon betroffen ist. Ein anderer extrem großer Schaden ist das Problem mit den multiresistenten Erregern, das durch die in der Massentierhaltung notwendige dauerhafte Antibiotikabehandlung entsteht bzw. entstandenen ist. Ein weiterer ebenfalls sehr schwerer Schaden, der sich auf uns Menschen allerdings nicht auswirkt und somit keine Kosten verursacht, ist die Tierquälerei durch die Massentierhaltung. Es ist eindeutig, dass konventionell also nicht ökologisch produzierte landwirtschaftliche Erzeugnisse hohe Kosten verursachten, die derzeit nicht im Kaufpreis enthalten sind. Die Steuer würde bewirken, dass ökologische Erzeugnisse billiger im Vergleich zu herkömmlichen (nicht ökologisch produzierten) Erzeugnissen sind, weil sie keine bzw. nahezu keine Schäden anrichten. Das hätte zur Folge, dass preisbewusste Kunden ökologisch hergestellte Produkte kaufen würden, weil die anderen Produkte teurer sind.
    Die Folge wäre, dass die meisten landwirtschaftlichen Betriebe ihre Erzeugnisse ökologisch herstellen würden. Natürlich kann man dagegen einwenden, dass die landwirtschaftlichen Erträge geringer sein werden und die Bevölkerung möglicherweise nicht alleine von den im Inland erzeugten Produkten ernährt werden könnte. Bedenken bezüglich der Produktionsmethoden im Ackerbau sind nicht nötig. Auch Ökobauern nutzen moderne landwirtschaftliche Maschinen (Öko ungleich Steinzeit).
    Das beschriebene Szenario ist sicher nicht neu, sondern diese oder ähnliche Maßnahmen wie die oben genannte Steuer haben sich mit Sicherheit schon andere überlegt.
    Was spricht dagegen das es funktioniert?

     
  6. 41. Der Laie

    @35 Justin
    Die Deutschen sind Weltmeister in der Mülltrennung zu Hause,nur was passiert anschliessend mit dem eingesammelten Müll.Vieles landet dann doch gemeinsam mit dem Restmüll in der Müllverbrennungsanlage.
    Daraus den Schluß zu ziehen Mülltrennung lohnt sich nicht, wäre genauso falsch wie sich nicht weiterhin nach alternativen Herstellungsprozessen umzusehen.
    Der Waren und Güterhandel kann keine Einbahnstrasse sein,d.h. derjenige der meine hergestellte Ware kaufen soll,muss selbst auch Einnahmen aus dem Verkauf seiner Waren erzielen können.
    Wie weit soll denn das Rad der Industrialisierung zurück gedreht werden,bis wir wieder beim Tauschhandel sind,oder wer soll entscheiden das ist ein „Gutes Produkt“ das darf verkauft werden.
    Die wöchentlichen Anzeigeblätter sind voll mit Prospekten um den Warenumsatz anzukurbeln,der Werbefachmnn sagt, klappern gehört zum Handwerk um im Gespräch zu bleiben.Der genervte Verbraucher sagt
    ich gehe in den Laden meines Vertrauens,dazu brauche ich keine Prospekte.
    Oder ich kaufe im Internet und bekomme die Ware bequem nach Hause geliefert.
    Heute hat fast jede Familie einen Zweit oder sogar Drittwagen vor der Haustüre stehen,wobei die Fahrzeuge
    die meiste Zeit des Tages entweder am Arbeitsplatz oder zu Hause ungenutzt stehen.
    Aus ökonomischer Sicht ist es Verschwendung,wenn dann auch noch das Fahrzeug nur mit einer Person besetzt ist.Wer sich in Kleve den ÖPNV ansieht um seinem Arbeitsplatz im Gewerbegebiet erreichen zu können,der tut gut daran und parkt ein Fahrrad am Busbahnhof um sein Ziel pünktlich zu erreichen.
    Oder er benutzt doch wieder das eigene Fahrzeug um seine individuelle Fahrtroute und Fahrzeit festzulegen.

     
  7. 40. ???

    Wer übernimmt für minderjährige Demonstrierende die Aufsichtspflicht?

     
  8. 39. Chewgum

    @Der Laie Was Sie beschreiben, lässt sich im Großen und Ganzen auf zwei Nenner bringen: Kapitalismus und Globalisierung.

    Wobei chinesische Firmen hier doch schon längst alles Mögliche aufkaufen incl. Patente. Einem Freund von mir, der ein Planungsbüro für Gebäudetechnik hat, wurde vor kurzem ein unterdurchschnittlich guter Ingenieur von einer chinesischen Firma mit Sitz in NRW abgeworben, die diesem Mann, der mit ca. 6000 Euro schon gut bezahlt war, 8500 Euro zahlt. Im MINT-Bereich ist ein harter Wettbewerb um Personal entstanden.

    Stichwort Huawei: Nicht nachvollziehbar, dass deutsche Netzbetreiber 5G von Huawei befürworten … und die Bundesregierung nicht die Gefahren sieht, auf die schon der Bundesnachrichtendienst und die Nato hinweisen. Aber an den vielen Standorten von Huawei in Deutschland hängen auch Arbeitsplätze … so läuft das dann

     
  9. 38. Auditor

    Ich habe am Samstag mit einem 13-Jährigen Teilnehmer der Demo gesprochen. Seine Aussage:

    „Wir sind mit der ganzen Klasse (Gymnasium) zur Demo weil es in Politik zum Thema passt. Wir konnten uns aussuchen ob wir mitlaufen oder nur zuschauen, aber die Zuschauer sollten früher wieder zum Unterricht und daher ist die ganze Klasse mitgelaufen. Ist sicherlich nicht verkehrt, was für die Umwelt zu tun.“

    Ich habe mir erlaubt zu hinterfragen, wo denn der Strom in Zukunft herkommen soll, wenn Atom- und Kohlekraftwerke bei uns abgeschaltet werden? Wann Solar- und Windenergie in ausreichender Menge produziert werden und wie diese gespeichert werden sollen? Ob es klever ist, erst die Abschaltung der funktionierenden Versorgung zu beschließen und sich später über realistische Alternativen Gedanken zu machen? Ob es nicht wahrscheinlicher ist, dass unsere Energieversorgung perspektivisch immer mehr auf unsere Nachbarländer ausgelagert wird, welche ggf. unsicherere Atomkraft- und dreckigere Kohlekraftwerke betreiben als wir heute? Welche Rolle eine zuverlässige Energieversorgung bei der Wahrung unseres Wohlstandes spielt? Ob ein, soweit überhaupt vorhandener, Anteil des menschengemachten Klimawandels durch Deutsche Kraftwerke im Hinblick auf weltweite Schadstoffemissionen überhaupt relevant sein kann?

    Klarstellend möchte ich ausführen, dass ich es begrüße wenn sich die Jugend mit solch relevanten Themen befasst und sich engagiert. Es fehlt mir aber eine Sachliche Diskussion zu den Kehrseiten von Hopp-Hopp-Kohlestopp. Es handelt sich hier, wie so häufig, um ein komplexes Thema welches aber nur aus einem Blickwinkel betrachtet wird. Und wenn Politik, Medien und Lehrkräfte andere Ebenen ausblenden, wie sollen Schüler sich eine fundierte Meinung bilden und sich am Ende zu mündigen Bürgern entwickeln?

     
  10. 37. Seebär

    Wo bleiben denn die Jungtiere? Äh, ich meine, schade, dass sich bisher keine Jugendlichen in die Diskussion hier im Kleveblog eingeklinkt haben. Vergesst Facebook, Twitter, Instagram! Im Kleveblog tobt der Bär!

     
  11. 36. Stefan Schuster

    Es bringt nichts, die Inhalte politischer Willenäußerungen zu konterkarieren und dadurch in ihrer (möglichen) Wirkung auszubremsen, indem man die Ernsthaftigkeit der Teilnehmer und deren Vorgehensweise in Frage stellt. Genausowenig ist es hilfreich, aus der Sicht weise von Wirtschaftsunternehmen zu argumentieren, die selbstverständlich nur auf Gewinnmaximierung aus sind.

    Manchmal hilft auch eine Betrachtung der Vergangenheit. Zukunftsweisende Errungenschaften wie die Einführung des Achtstundentags, und, und, und…. All das wurde nur durch staatliches Handeln ermöglicht, und zwar aufgrund gesellschaftlichen Drucks, gegen heftigen Widerstand der Gewinnmaximierer. Kaum jemand möchte die Uhr zurückgedreht sehen und wieder eine Sechstagewoche und den Zehnstundentag. Das Abendland ist nicht untergegangen.

    Den Demonstanten vor über 100 Jahren wurde auch schon vorgeworfen, sie sollten lieber ihren knappen Lohn nicht zum Kauf von Tabak und Alkohol vergeuden, um nicht im Alter von 50 verbraucht und invalide zu sein. Die heutige Kritik an Konsumverhalten und Unterrichtsausfall kann zwar geäußert werden, ist aber kaum relevant, sobald staatliches Handeln gefragt ist. International.

    Die individuellen Lebensumstände der Teilnehmer an der Freitagsbewegung sind Ergebnis von Bequemlichkeit und Kurzsichtigkeit der (meist) alten Politiker/innen. Begrüßenswert, dass Erstere jetzt anfangen aktiv zu werden.

    Kritiker dürfen sich damit trösten, dass keine anderen Staats- und Regierungformen gefordert werden.

     
  12. 35. Justin

    @ 34., Der Laie

    „Die Familie Schaeffler wird die Gelder aus ihren Dividenden Ausschüttungen nicht unters Kopfkissen legen sondern in anderer Form investieren.“

    Richtig. Dafür gibt es ja das Family Office. Nur eines muss man sich klar machen. Es wird investiert, um das eigene Vermögen zu vermehren und das ist auch vollkommen legitim. Das immer wieder erzählte neoliberale Märchen ist, dass Investitionen immer Arbeitsplätze schaffen würden und dass den Unternehmen bzw. den investierenden Extremreichen gar nichts anderes übrig bleiben würde als maximalen Gewinn auch teilweise auf Kosten der Allgemeinheit und der Umwelt zu erzielen. Denn wenn sie es nicht tun, dann tut es ein anderer. Die Kosten, die die Herstellung eines Produkts langfristig verursacht, weil mit der Herstellung, dem Transport und späteren Entsorgung Umweltschäden einhergehen, sind meistens nur sehr unzureichend und teilweise gar nicht im Preis des Produkts enthalten. Das bedeutet, das ein Produkt, dass billiger als die Konkurrenzprodukte ist, tatsächlich nicht zwangsläufig auch das günstigste Produkt sein muss. Die Kosten tragen die Allgemeinheit und unsere Nachfahren. Hersteller, diverse Händler und der Käufer profitieren davon.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Family_Office

     
  13. 34. Der Laie

    @33 Justin
    Firmen Pleiten kommen immer dadurch zu stande, das viele Firmeninhaber bis zu letzt an althergebrachten Zöpfen festhalten.
    Die Familie Schaeffler wird die Gelder aus ihren Dividenden Ausschüttungen nicht unters Kopfkissen legen sondern in anderer Form investieren.
    Wenn sich jetzt abzeichnet das zur Herstellung von Autos mit E- Antrieb weniger Komponeten als für Autos mit Verbrennungsmotor benötigt werden,dann ist es nach ihrer Philosophie Aufgabe der Familie Schaeffler ein Arbeitsbeschaffungsprogramm aufzulegen um die Mitarbeiter weiter beschäftigen zu können, deren Tätigkeitsfelder wegfallen.
    Thyssen Krupp, Metro oder Siemens sind die besten Beispiele, zu erst werden reihenweise branchenfremde Firmen aufgekauft und das eigentliche Kerngeschäft vernachlässigt,bis das ganze Gebilde ins wanken gerät und man sich von den zugekauften Firmen schnellstens trennen muss um Einnahmen zur Verlustdeckung generieren zu können.
    Gardeuer Mode aus Mönchengladbach ist stolz darauf das die Artikel in ihrem Werk in Tunesien nach ihren Vorgaben und sozialen Standards hergestellt werden.Das dies auf der Basis tunesischer Löhne basiert erwähnt man natürlich nicht.
    Eine sinnvolle Regulierung der Wirtschaft wird nicht funktionieren,weil immer ein Trittbrettfahrer parat stehen wird der gerne einen leistungslosen Anteil vom Kuchen haben möchte.Oder wie kommen die ganzen Briefkastenfirmen in Luxenburg, Malta etc zu stande.
    Wieviele Handwerksbetriebe vom Niederrhein schicken frühmorgens ihre Mitarbeiter Richtung Großraum Düsseldorf oder Ruhrgebiet zu den Baustellen wobei die Fahrtstunden nicht als Arbeitsstunden bezahlt werden.

    Ist das jetzt neoliberale Ausbeutung oder Bestandteil der Kalkulation.Preist man die unproduktiven Stunden im Angebot mit ein,lehrt die Erfahrung, auf die Ausarbeitung und Abgabe des Angebotes hätte man auch verzichten können,da der örtliche Handwerker günstiger ist.Beteiligt man sich am Wettbewerb um die Mitarbeiter weiter in Lohn und Brot halten zu können,geht es nur zu diesen Konditionen.

    Warten wir mal ab,wie lange die Firma KUKA noch in Süddeutschland produziert.Wenn dem chinesischen Ingenieur die letzten Feinheiten erläutert worden sind,werden die Patente umgeschrieben und alles in Fernost produziert.Das ist wie mit Kreidler Scooter,da ist auch nicht mehr Kreidler Qualität drin, nur weil Kreidler drauf steht.

    Exzesse sehe ich darin, wenn jungen Fußballspielern bereits ein millionen schweres Jahresgehalt dadurch geboten wird,das den Vereinen Fernsehgelder zufliessen,die zuvor Mitbürgern die noch nicht mal einen Fernseher haben,aber eine Wohnung, abgenötigt werden.
    Der Tag ist noch jung, für ein paar Euro gibt es einen Gewerbeschein,es wird Sie niemand daran hindern 2020
    auf die Bühne der Stadthalle zukommen um als Unternehmer des Jahres gefeiert zu werden.

     
  14. 33. Justin

    @ 30., Der Laie

    Ein Beispiel:
    Ein mittelständisches Autozulieferer-Unternehmen hat geringere Gewinne erzielt und muss/möchte Kosten einsparen. Es sollen rund 900 Stellen bis 2024 gestrichen und dadurch ca. 90 Mio. Euro eingespart werden. Das sieht nach einem konsequenten und logischen Handeln aus.
    Die ZEIT online schreibt über das oben genannte Unternehmen: „Im vergangenen Jahr kletterte der Erlös vom starken Euro gebremst um 1,6 Prozent auf 14,24 Milliarden Euro, ohne Wechselkurseffekte wären es 3,9 Prozent gewesen. Unter dem Strich sank der auf die Anteilseigner entfallende Konzerngewinn im vergangenen Jahr um 10,1 Prozent auf 881 Millionen Euro.“ https://www.google.de/amp/s/www.zeit.de/amp/news/2019-03/06/schaeffler-will-hunderte-jobs-in-deutschland-streichen-190306-99-262343

    In der Printausgabe des „Stern“ Nr. 12 vom 14.03.2019 ist folgendes zu lesen: „Geschätzter Wert des Vermögens: 17 Milliarden Euro. In den nächsten Wochen kommen weitere rund 700 Millionen dazu, weil sich die beiden Erben als größte Anteilseigner eine ungewöhnlich hohe Dividendenausschüttung ihrer Schaeffler AG und der Continental AG gegönnt haben.“

    Sie haben geschrieben: „Wenn aber Risikobereitschaft,kreativität und innovatives handeln dadurch abgewürgt werden das der erzielte Gewinn von der Allgemeinheit abgeschöpft wird,wer sollte sich da noch aus seinem Lehnstuhl erheben und aktiv werden.“

    Bemerkenswert ist Ihre Unterstellung, dass diejenigen, die sich für eine sinnvolle Regulierung der Wirtschaft und gegen neoliberale Exzesse aussprechen, wirtschaftsfeindlich wären.

    https://www.google.de/amp/s/amp.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autozulieferer-schaeffler-will-nach-gewinneinbruch-die-kosten-senken/23587358.html

    https://mobil.stern.de/wirtschaft/news/fokus-nun-auf-elektroautos-schaeffler-will-hunderte-jobs-in-deutschland-streichen-8609782.html

     
  15. 32. Lohengräm

    @25

    Da unterliegen Sie einem Irrtum.

    Der Anteil des an der Strombörse in Leipzig nachgefragten Ökostroms für Endverbraucher wird auch tatsächlich bundesweit ins Netz eingespeist. Entsprechend weniger wird an Strom aus konventionellen Kraftwerken eingespeist.

    Dass man als Ökostrombesteller im Rheinland möglicherweise doch aus dem Baunkohlenkraftwerk beliefert wird, kann sein, ändert aber an der nachgefragten Gesamtbilianz nichts. An irgendeiner anderen Stelle wird dafür Ökostrom abgenommen, auch wenn er dort vielleicht dann nicht bestellt war.

    Wenn alle Endverbraucher Ökostrom bestellen würden und die Nachfrage durch ein Ökostromangebot gedeckt werden kann, hätten Niederaussem, Frimmersdorf, Grevenbroich oder Weisweiler in der Tat einige Probleme.
    Langfristig wird der Weg eh dahin führen. Ob nun durch den Endverbrauchermakrt oder durch den Kohleausstieg politisch gesteuert.

     
  16. 31. Justin

    @ 29.

    Der Widerstand gegen Umstrukturierungen in Politik (mehr Demokratie) und Wirtschaft (sinnvolle Regulierung) wird auch von denjenigen geleistet werden, die eindeutig davon profitieren würden. Den insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Realwirtschaft haben unter den Hazardeuren der Finanzindustrie und unter Oligopolen in der Wirtschaft zu leiden. Bedauerlicherweise werden es auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen sein, die dem neoliberalen Wirtschaftssystem die Treue halten werden auch wenn es ihnen schadet.

     
  17. 30. Der Laie

    @30 Justin
    Ein bischen Schwanger geht nicht.Auf meiner Stromrechnung steht das Logo einer Münchener Firma,weil ich hier für meinen Bedarf die günstigsten Konditionen erzielen kann.Jetzt muss man sich fragen, wie kann das.Die Firma erzeugt selber keinen Strom,unterhält kein Verteilnetz,betreibt auch keine Messstellen Einrichtungen und kann trotzdem den Strom günstiger liefern als die etablierten großen Konzerne.
    Bleibt nur eine Erklärung von der Gewinnmarge wollen bei meinem Lieferanten nicht soviele Akteure profitieren.
    Warum wird die Strecke von Kleve nach Düsseldorf durch die Nordwestbahn und nicht durch die DB Regio bedient,weil der VRR dem günstigsten Bieter den Zuschlag erteilt hat.
    Ein Staatsgebilde muss die Spielregeln aufstellen und dafür sorgen das die Rahmenbedingungen für alle gleich sind.Wenn aber Risikobereitschaft,kreativität und innovatives handeln dadurch abgewürgt werden das der erzielte Gewinn von der Allgemeinheit abgeschöpft wird,wer sollte sich da noch aus seinem Lehnstuhl erheben und aktiv werden.
    Viele Kommunen und Landkreise sind Aktionäre des RWE Konzerns und erwarten kräftige Dividenden Ausschüttungen.Gleichzeitig betreibt der RWE Konzern über seine Tochtergesellschaften Braunkohlen Tagebaue.D.h. entschliessen sich Staat und Länder zum schnellen Ausstieg aus dem Braunkohleabbau,fallen für den RWE Konzern Einnahmequellen weg.Gleichzeitig stehen viele Mitarbeiter auf der Strasse,denn zur Renaturierung werden nicht viele Mitarbeiter gebraucht.
    Warum werden in Kleve keine Schuhe mehr hergestellt, keine Margarine oder Industrieklebstoffe mehr produziert,weil der Industriestandort Kleve nicht mehr wettbewerbsfähig war.
    Der Wunsch nach einer fairen und gerechten Entlohnung für eine produzierte Ware ist legitim,jetzt braucht es aber noch einen Verbraucher der bereit ist mehr zu bezahlen für ein und das selbe Produkt, das er an anderer Stelle günstiger bekommt.
    Auch wenn der Verkaufspreis fest steht,kann der Verbraucher immer noch nicht erkennen,was von dem Verkaufspreis beim Arbeiter,beim Manager bei den Aktionären ankommt.

    Appelle sind gut,so lange es einen nicht selbst betrifft.Erinnert sei an die Demos der Grünen die gegen PS und Hubraumstarke Autos protestierten.Auf die Frage warum denn ihre Ente nicht genau so wie die PS starken Fahrzeuge mit einem Katalysator betrieben würden, kam die Antwort technisch zu aufwendig und zu teuer.
    Wenn in mittelfristiger Zukunft die Einnahmen aus der Mineralölsteuer wegfallen ,welche Steuer läßt sich der Staat dann einfallen um das Staatssäckel wieder zu füllen.
    Wer BIO Ware kauft,tut dies in der Hoffnung das von dem höheren Preis der Erzeuger profitiert, da bei biologisch erzeugten Produkten die Erträge geringer sind und der Arbeitsaufwand höher ist.
    Einem MEX Bericht zu folge, ist es der Handel der sich höhere Margen für BIO Ware gönnt und so den Endpreis in die Höhe treibt.Da ja jetzt nicht alle Verbraucher sich ins Auto setzen können um zum Hofladen des Erzeugers zu fahren,wird sich an dieser Situation so schnell auch nichts ändern.
    Auch der Spruch, kauf im örtlichen Handel, denn wir bilden aus und unterstützen Vereine liest sich gut,wenn am Ende des Geldes aber noch zuviel Monat übrig bleibt,muss zwangsläufig das Brot beim Discounter und nicht beim Bäcker gekauft werden.
    Eine Lösung um allen Anforderungen gerecht werden zu können habe ich auch nicht,aber wenn die Kosten um meine Möbel trocken und warm unterstellen zu können stetig steigen u.a. weil der Staat auf seine gewohnten Einnahmen nicht verzichten will,dann fällt es schon schwer Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen.

     
  18. 29. Justin

    @ 23., Justin

    Bevor ich in der Schublade „subversives Element“ lande, möchte ich klar stellen, dass ich mich dem Staat und der Europäischen Union verpflichtet fühle. Nicht dennoch, sondern gerade deshalb finde ich, dass eine Umstrukturierung in der Politik, im Staat und der EU und in der Wirtschaft notwendig ist, wenn wir physisch und gesellschaftlich überleben wollen. Im politischen Bereich (Staat, EU) wäre eine Demokratisierung (z.B. Bürgerbeteiligung) notwendig, um auf existentielle Bedrohungen wie den Klimawandel, Umweltverschmutzung, Trinkwasserknappheit, etc. sinnvoll reagieren zu können. Im wirtschaftlichen Bereich ist ein anderes „Belohnungssystem“ dringend nötig. Ein zukünftiges „Belohnungssystem“ sollte diejenigen Teilnehmer des Wirtschaftssystems finanziell belohnen, die bei der Herstellung ihrer Produkte umweltfreundlich sind und keine direkte oder indirekte ausbeuterische Beschäftigungspolitik betreiben. Mit anderen Worten Wirtschaftsteilnehmer, die Kosten und Risiken auf die Allgemeinheit abwälzen, sollen nicht mehr belohnt werden. Desweiteren sollten auf die Realwirtschaft destabilisierend wirkende Aktivitäten stark besteuert werden, um Spekulationen zu Lasten der Realwirtschaft und der Staaten zu unterbinden oder zumindest zu erschweren. Umstrukturierungen dieser Art, die von den meisten derzeit in Wirtschaft und Politik herrschenden Personen abgelehnt und verhindert werden würden, können nur dann umgesetzt werden, wenn sich die Menschen ihrer Macht und ihrer Verantwortung als Staatsbürger und Konsumenten bewusst sind und entsprechend handeln und wenn diejenigen, die selbst Akteure in Politik oder Wirtschaft sind und die derzeitigen Zustände nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, sich mit den Bürgern zusammen tun.

     
  19. 28. Friedrich Foerster

    „Am Fischmarkt gesellten sich die Klever Grünen dazu.“
    ???
    Außer mir waren auch andere Klever Grüne schon zu Beginn am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium dabei!

    @ 6 Andre Gerritzen:
    Recht hast Du (mal wieder)!
    Es gibt aber erfreulicherweise Lehrkräfte, die genug Phantasie haben,
    um diese Möglichkeit der freien Meinungs-Äußerung, immerhin ein Menschenrecht,
    in ihren Unterricht einzubeziehen.
    Eine dreizehnjährige Schülerin hat mir Fragen zum Klimawandel, Demonstrieren
    und früheren Teilnahmen an Demonstrationen gestellt.
    Der Fragen-Katalog war wohl vorher im Unterricht gemeinsam erarbeitet worden.
    So etwas finde ich beeindruckend gut!
    Meinen herzlichen Glückwunsch an diese Lehrkräfte und Schüler/innen!

     
  20. 27. Lohengräm

    Hier, wär das nicht auch was für unsere klimaverrückte Jugend am Niederrhein? Wenn Sies ernst meinte?

    https://autofasten-im-bistum-aachen.de/

     
  21. 26. @ Urx

    Haben Sie das gefunden :

    https://www.kleveblog.de/die-geteilte-stadt-nein-nicht-berlin/#comment-308038

    ?

     
  22. 25. Der Laie

    @11 Lohengräm
    Ökostrom ist doch nur ein Marketing Gag um ein und die selbe Ware teurer verkaufen zu können.
    Der erzeugte Strom wird in ein Verbundnetz eingespeist,somit läßt sich physikalisch nicht trennen welcher Strom an meiner Steckdose ansteht.Neben der Vorrangeinspeisung für Kraftwerksstrom der durch die Verbrennung von Braunkohle erzeugt wurde,hat Strom aus Windkraft,Wasserkraft,Bio Gasanlagen oder Photovoltaik vorrang vor Kraftwerkseinspeisungen aus KKW`s oder Gas,Öl und Steinkohle Verbrennung.
    Die Betreiber von ÖKO Anlagen werden doch jetzt schon reichlich durch den normalen Verbraucher gesponsert.
    Die Bevölkerung der Gemeinden in denen Konverter zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom errichtet werden sollen laufen Sturm gegen die unförmigen Baukörper vor ihrer Nase.
    Andere Kommunen wollen keine Masten zur Verlegung der Gleichtromleitungen in ihrer Gemeinde sehen und akzeptieren nur erdverlegte Leitungen.
    Stromgewinnung aus regenerativen Energien ist sinnvoll und sollte auf Dauer, so wie in Norwegen bereits ausgeführt,mittels Stromspeichereinrichtungen,Kraftwerke mit fossiler Verbrennung überflüssig machen.

     
  23. 24. ???

    @22. Urx

    Ganz so einfach ist es nicht, und sollte man auch nicht so handhaben, dass man nun für diese Situation nur einige Menschen von vielen, verantwortlich macht.

    Ein Staat besteht hauptsächlich aus dem Staatsvolk. Also müssen die Menschen selber an erster Stelle Ihr Konsumverhalten und die Lebensweisen ändern!
    Man kann immer weder feststellen, dass die Menschen doch sehr oberflächlich und nicht tiefendenkend geworden
    sind.
    Meinen Sie, ich finde es für mich selber lustig, wenn ich z.B. vierteljährlich EUR 52,50 bezahlen muss, obwohl ich aus Überzeugung und mit vollem Bewusstsein seit sehr vielen Jahren überhaupt keinen Fernseher habe, und mir diese vorgesetzte, inszenierte „Volksverdummung“ nicht ansehen möchte?

    Dieses Geld könnte ich gut in Bildung oder für die Natur ausgeben.
    Es gibt noch sehr viele Themen des normalen Alltags, die von den Menschen selber geändert werden könnten, wenn sie nur möchten. Aber manchmal ist es eben auch nicht bequem genug ………

     
  24. 23. Justin

    @ 22. Urx

    „14. Wenn Staaten und Wirtschaft die maßgeblichen Instanzen für unser aller Überleben sind, sie aber ganz prinzipiell nicht den Zweck verfolgen, dieses Überleben zu sichern, was sollten wir mit diesen Instanzen dann am Besten tun?“

    Entmachten

    15. Wirtschaft und Politik von „unten“ umstrukturieren.

     
  25. 22. Urx

    Die öffentliche Kommentierung der laufenden Klimakatastrophe und der Proteste dagegen, z.B. in Gestalt der Fridays-for-future-Bewegung, folgt in etwa der folgenden Logik:

    1. Unsere Umwelt geht global vor die Hunde, lebensbedrohlich für die gesamte Menschheit.
    2. Dies ist seit langem bekannt und nichts geschieht.
    3. Die einzelnen Menschen sind sich dessen bewusst, es macht ihnen Sorge.
    4. Sie sind aber aus Bequemlichkeit oder aus finanziellen Gründen, oder weil sie es gar nicht können, nicht bereit, ihr Schärflein dazu beizutragen, also z.B. ihre persönliche CO2-Bilanz zu verbessern. Inzwischen hat sich auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass z.B. private Mülltrennung, die immer so als Beitrag des Einzelnen gelobt wurde, ein Irrweg ist.
    5. Die Staaten sind die einzigen Instanzen, und zwar in globalem Maßstab, in deren Macht es stünde, wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, z.B. mit Ordnungsrecht und Preisanreizen.
    6. Sie treffen sich auf Klimakonferenzen u.a., tun aber nichts oder längst nicht genug.
    7. Dagegen protestiert Greta Thunberg und die von ihr ausgelöste Fridays-for-future-Bewegung. Sie richtet sich an die Staaten; die sollten mehr tun.
    8. Die Staaten erklären sich prinzipiell willens, etwas zu unternehmen (Angela Merkel und die große Mehrheit der öffentlichen Meinung loben Greta Thunberg. – Von Donald Trump sehen wir mal ab).
    9. Aber die Staaten unternehmen trotzdem nicht genug.

    An diesem Punkt geht‘s nicht weiter, die Sache dreht sich im Kreis. „Der Staat sollte die Probleme angehen.“ Dabei stellt man doch immer wieder fest, die Staaten tun es eben nicht. Wäre da nicht die Frage fällig, warum denn nicht? Man käme auf die Antwort:

    10. Die Staaten relativieren ihr Ziel, die Umwelt (und damit das Staatsvolk und das Staatsgebiet) als Grundlage ihrer Staatsmacht zu erhalten, an dem Konkurrrenznachteil gegenüber anderen Staaten, den das immer mit sich bringt.
    11. Deshalb kommen auch Maßnahmen auf globaler Ebene, die Umwelt zu retten, nur schleppend oder gar nicht voran (Klimagipfel usw.).

    Auch dieses dürfte im Grunde jedem bekannt sein. Aber weitere Schlüsse, die daraus zu ziehen wären, sind absolut tabu:

    12. Die Staaten sind die falschen Adressaten für Klimaschutzforderungen.
    13. „Die Wirtschaft“ natürlich auch, denn diese ist ja, was auch allen klar ist, dadurch definiert, dass sie ihr Eigeninteresse in gegenseitiger Konkurrenz verfolgt, d.h. sie wird immer an Umweltverträglichkeit zugunsten der eigenen Konkurrenzfähigkeit sparen.
    14. Wenn Staaten und Wirtschaft die maßgeblichen Instanzen für unser aller Überleben sind, sie aber ganz prinzipiell nicht den Zweck verfolgen, dieses Überleben zu sichern, was sollten wir mit diesen Instanzen dann am Besten tun? Die KleveBlog-Leser mögen den fehlenden…
    15. Punkt selbst formulieren.

     
  26. 21. Seebär

    @???
    „Seit jeher stelle ich an mich selber hohe Ansprüche in Bezug auf Rücksichtnahme und Respekt für meine Umwelt.“ Das merkt man Ihren Beiträgen an und das meine ich nicht ironisch. Haben Sie Nachsicht mit denen, die Ihren Maßstab nicht erfüllen. Insbesondere Jugendliche können aufgrund ihres geringen Alters noch nicht über einen so großen Erfahrungsschatz verfügen wir die meisten von uns hier im Kleveblog. Dennoch oder gerade deshalb habe ich Respekt davor, dass die Jugendlichen sich für den Klimaschutz engagieren. Der ein oder andere wird wahrscheinlich auch durch das Engagement für das Klima seine Konsumgewohnheiten hinterfragen und ändern.

     
  27. 20. Guenther Hoffmann

    Aufruf zum Klimastreik für Erwachsene. 👋 👍
    Jeden Freitag bleiben ab sofort alle Maschinen und Bänder stehen. Flugzeuge am Boden,Banken zu,die Feuerwehr in der Wache,alle Ampeln bleiben aus,keine Busse ,keine Bahnen fahren und die Handy Provider schalten die Netze ab.Der Strom bleibt aus,die Supermärkte zu.Wir begleiten unsere Kinder und Enkel zur großen Greta-Show 📣 👏👏Schönen Sonntag 🍻

     
  28. 19. Max Knippert

    Es ist mir wirklich ein Rätsel, warum man oder frau das Engagement der Schüler nicht uneingeschränkt positiv findet.

    Dass es auch Lehrer gibt, die das nicht nur nicht unterstützen, sondern negativ bewerten, zeigt, dass sie den falschen Beruf gewählt haben. Schule muss die Lebenswirklichkeit von Schülern beinhalten ansonsten sind es lediglich Verwahranstalten.

    Natürlich ist es auch richtig, dass in Kleve JEDER mit dem Fahrrad zur Schule fahren sollte und könnte. Aber schon Karl Valentin sagte, „Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach.“

    20 Kilometer weiter, in Nijmegen, sieht das ganz anders aus. Warum ist das wohl so?

    Angesichts der weltweiten Probleme braucht es die Empörung wie die kleine Streitschrift von Stephane Hessel zeigt. Von ihm stammt unter anderem; „Gleichgültigkeit ist die schlimmste Haltung.“

    Auf Seite 111. des Klimaschutzplanes der Stadt Kleve steht, „Die Klever Akteure selbst stellen einen der wichtigsten Faktoren zur Erreichung von Klimaschutzzielen dar“…

     
  29. 18. Christian Reintjes

    @chewgum 100% meine Meinung.
    Es sind Entscheidungen in Dimensionen fällig, die den individuellen Verzicht weit übertreffen. Von daher ist es natürlich sinnvoll, auch über seinen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu reflektieren, es kann aber nicht Voraussetzung sein, daß man in diesem Bereich perfekt ist, damit es einem „erlaubt“ ist für die größeren Veränderungen mit zu demonstrieren.

    By the way : in Xanten hat der Bürgermeister wohl die Schüler zur Diskussion im Rathaus begrüßt.

     
  30. 17. ???

    @14. Seebär

    Seit jeher stelle ich an mich selber hohe Ansprüche in Bezug auf Rücksichtnahme und Respekt für meine Umwelt.

    Ich kann mir vorstellen, dass sich jetzt Gelächter und Unverständnis breit macht, aber das interessiert mich überhaupt nicht! Ich gehe seit vielen, vielen Jahren meinen Weg! Alltäglich aktiv für meinen eigenen Beitrag zum Umweltschutz…, ohne nun namentlich in Erscheinung zu treten….. für mich ist das Normalität.

     
  31. 16. Chewgum

    Wenn wir jetzt nicht mit den demonstrierenden Schülerinnen und Schülern an einem Strang ziehen, sei es mental oder durch konkrete Unterstützung, dann ist es wohl irgendwann zu spät.

    Nicht alle können einfach mal ihr Geschäft, ihre Bürotür etc. abschließen, nicht jeder hat Kontakt zu demonstrierenden Jugendlichen – wichtig ist aus meiner Sicht aber, dass wir die, die für uns alle kämpfen, jetzt nicht kritisieren und in die Ecke stellen als hätten sie kein Recht, für ihre Zukunft, für unsere Zukunft zu demonstrieren.

    Weltklimakonferenzen haben immer etwas gebracht, aber nie genug. Die Klimabewegung könnte die Kraft haben, die Dinge von unten zu beeinflussen. Deshalb muss sie richtig groß werden. Einen anderen Weg sehe ich nicht mehr.

     
  32. 15. Christian Reintjes

    @Lohengräm, coole Ideen, zumindest teilweise. Solange Sie sich dabei nur selbst gefährden und niemand anderen, meinen Segen haben Sie. Wobei das mit den Parkplätzen nicht neu ist, aber trotzdem für Kleve eine schöne idee.
    https://www.parking-day-berlin.de/

     
  33. 14. Seebär

    @???
    Sie haben anscheinend hohe Ansprüche an sich selbst und an andere. Vielleicht können Sie uns unvollkomme Seebären und Zweibeiner mit in Ihr Boot holen? Als Seebär weiß ich, dass die meisten Seebären und Menschen neugierig sind und gerne lernen (wenn man sie denn lässt). Nur bei scharfem Gegenwind gehe ich dann doch lieber auf Tauchstation als über Kritik nachzudenken so berechtigt sie auch sein mag.

     
  34. 13. Lohengräm

    Ich werde demnächst mit dem Fahrrad zur Hauptgeschäftszeit in der Fussgängerzone rumfahren.
    Aber mit einem Transparent „Für mehr Klimaschutz!“

    Werde als Fussgänger demnächst an der Linde grundsätzlich bei Rot über die Ampel gehen.
    Mit meinem Plakat „Rettet das Klima!“.

    Werde in Zukunft Samstags ab 9h den Parkplatz des EOC mit Flatterband absperren.
    Und auf die leeren Parkplatze „Denkt an unser Klima!“ sprühen.

    Werde an der Wiesenstrasse geschlossene Schranken aufbauen.
    Mit dem Slogan „Für bessseres Klima: Fahrt mit der Bahn“

     
  35. 12. Barbara Pauls

    Mal wieder herrlich… Ich unterstelle einfach mal, dass keiner der Kommentatoren mitgezogen ist. Ich habe mit Freude mein Geschäft für diese Zeit geschlossen, war also vor Ort und bin mitgezogen. Wer das Engagement und die Gedanken der Schüler miterlebt hat, käme sicherlich nicht auf die Idee das Wort „Schulschwänzer“ überhaupt in den Mund zu nehmen. Und ja, es geht um ihre aber auch unsere Zukunft. Wollen wir weiter als gut funktionierende und erzogene Bürger ausschließlich!! einer Wirtschaftsdiktatur folgen oder nehmen wir allmählich auch wahr, dass unsere Lebensgrundlage nicht nur! aus € besteht?? Sind nicht schon viel zu viele und nicht wiedergutzumachende Fehler auf Kosten von Umwelt und Natur gemacht wurden? Ich möchte mich auf diesem Wege nicht nur bei den Schülern und sicherlich auch einigen beteiligten Lehrern bedanken, sondern mich dafür aussprechen, dass das Klima/Umwelt/ZukunftThema sehr wohl in die Schule gehört. Wie war das noch einmal mit den Fächern…Biologie, Politik, Physik…? Und ja, wer die Schule schwänzen möchte…macht das auch…früher wie heute und das für viel mehr Unsinn:-).

     
  36. 11. Lohengräm

    Wäre mal interessant zu recherchieren wieviele von den Schülern denn nach der Demo zu Fuss oder mit dem Fahrrad den Nachhauseweg antreten und wieviele von Mami oder Papi mit dem SUV abgeholt werden. (Oder ganz allgemein mit dem Auto)

    Wäre mal interessant zu erfahren wieviele der Eltern dieser Schüler denn zu Hause auf Ökostrom umgestellt haben. (Hinweis: das ist nur ein Mausklick Arbeit). Oder doch billigen Braunkohlenstrom beziehen.

    Und wär mal interessant zu testen wieviele der Schüler denn ausserhalb der Schulzeit mitgehen würden.

     
  37. 10. ???

    @6. Andre Gerritzen

    Bei der vorletzten Schülerdemo in Kleve, habe ich vorsichtig und freundlich versucht zu fragen, um in ein friedliches Gespräch zu kommen.
    Es hätte mich interessiert, ob sich die jungen Menschen auch wirklich über diese vielen Umwelt-Themen informiert haben, und ob sie tatsächlich ihren eigenen Alltag umweltfreundlich gestalten?

    Man hat mir schrill in mein Ohr geschrien, dass es für mich schon richtige Verletzung an meinem Körper war.

    Mein Tipp: Man sollte sich auch in den diversen Drogeriemärkten und -abteilungen umsehen, was vor allen Dingen von jungen Menschen für den eigenen Körperkult gekauft wird, und dann logisch, irgendwann in den Abflüssen landet.
    Auch das gehört zu Umweltschutz!

     
  38. 9. Christian Reintjes

    @??? Vielleicht stößt aber das eigene erfahren bei manchen (vielen?) eine Änderung im Denken und Verhalten an. Damit wäre ja schon viel gewonnen. Diese absolute Haltung, daß sich nur für einen besseren Klimaschutz einsetzen darf, wer im Kartoffelsack im Wald wohnt, ist ja ein reiner Abwehrmechanismus, der m. E. vor allem aus dem eigenen schlechten Gewissen befeuert wird.

     
  39. 8. Justin

    @ 6., André Gerritzen

    100%ige Zustimmung! Ich fürchte, dass der Berg nicht zum Propheten kommt, aber vielleicht „verirren“ sich ja mal einige der jungen Klimaschutz-Demonstranten in den Kleveblog? Wäre sicher eine interessante Diskussion.

     
  40. 7. Martin Fingerhut

    @ 2. Hurra wir verblöden :
    Zwar weiß ich nicht, wer Sie sind,
    und auch nicht, wer die übrigen Ihrer Gruppe sind, welche Sie mit „wir“ bezeichnen,
    jedoch läßt Ihr Posting bei mir bisher keine Zweifel aufkommen,
    daß Sie sich recht gut erkannt haben.

    Selbst wenn es wahr sein sollte,
    daß die aktuellen Proteste irgendWie zentral „geführt“ sein sollten, wie Sie es andeuten.
    Es ist m.E. weit wichtiger, daß endlich vom KlimaSchutz das bißchen in Gang kommt, daß noch nicht hoffnungslos verpennt wurde.

    und à propos :
    Welche Gruppe ist die größere geführte Masse :
    Jene, welche für Ihre Zukunft auf die Straße gehen,
    oder jene, welche sich artig beschulen lassen ???

     
  41. 6. Andre Gerritzen

    Was ich hier und in den Klever Sozialen Medien beobachte ist das ÜBER die Jugendlichen gesprochen wird, aber ich habe noch nicht bemerkt das MIT denen gesprochen wird.
    Wäre doch mal interessant was die 18-jährigen Organisatoren zu sagen haben oder was 14-jährige die Mitlaufen so denken.

    Manche der hier oder in dem Sozialen Medien vorgebrachten Kritikpunkte sind berechtigt, aber die jungen Menschen sind jetzt in einem Alter in denen sich ihre Persönlichkeit und Wertesystem für die Zukunft bildet.
    Wenn sie jetzt den Umweltschutz in diese Entwicklung einfließen lassen, kann das für die Zukunft aller nur positiv sein.

    Vielleicht wird dann irgendwann der Traumjob für Abiturienten nicht mehr Banker, sondern „Umweltingenieur“! 😉

     
  42. 5. Justin

    Es mag bei vielen der Demonstranten eine Diskrepanz zwischen dem eigenen Konsumverhalten und der Forderung nach Klimaschutz geben, dennoch ist es erfreulich, dass der Ernst der Lage erkannt wird und die Bereitschaft da ist, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Vielen Dank dafür!

     
  43. 4. ???

    „Think global…….“

    …….. und dann hat man bestimmt immer ein Smartphone griffbereit, trägt Kleidung, made in …….. nicht in Europa, fliegt in Urlaub, wie viele Elektrogeräte gibt es zu Hause? Wie oft lässt man sich mit dem Auto zur Schule bringen und abholen? Was macht man selber im Alltag als Vorbild?

    Greta Thunberg wird vorgeschoben, ihr Vater ist ihr Manager, der gut daran verdient!

    Wir haben u.a. gegen AKW in der „Freizeit“ demonstriert, nicht anstelle Schule oder Arbeit!

     
  44. 3. KleverCompliance

    @2 Hurra wir verblöden
    …klar! Stattdessen schön im heimischen Sessel sitzen. Davon wird, ganz sicher, alles gut. Natürlich. „…geführten Masse…“? Was wollen Sie denn damit zum Ausdruck bringen? Erklären Sie das doch bitte.
    Interessieren Sie die Sorgen dieser jungen Menschen nicht? Offenbar.

    Mich schon! Alles richtig! Weiter so! Ich sah es auf einem dieser Transparente und stimme zu: „Das Klima wartet nicht auf einen Abschluss“ Genau so ist das.

    Ich stimme Kommentator Nr. 1 Chewgum in jedem Wort zu 100% zu!

     
  45. 2. Hurra wir verblöden

    War noch nie gut der geführten Masse hinterher zu rennen.

     
  46. 1. Chewgum

    Es ist fünf nach zwölf und die #FridaysForFuture-Bewegung macht Hoffnung, wo schon jegliche Hoffnung verloren schien.

    Dass die Schülerinnen und Schüler zu Unterrichtszeiten demonstrieren ist einfach richtig. Schule, Schulbildung als Symbol für die Zukunft – welchen Sinn macht Zukunft, wenn die Erde dann im Eimer ist? Die Demos finden im Jetzt statt und weisen gleichzeitig symbolisch auf die Zukunft.

    Wer das kritisiert und sich abends lieber auf die Couch legt und sich irgendwas im TV reinzieht, muss sich vielleicht irgendwann fragen (lassen), wo war ich, als Andere die Welt retteten …

    Ich bin froh, dass diese jungen Menschen die Sache so vorantreiben … Und Greta Thunberg berührt mich zutiefst. Sie bringt genau das mit, was gebraucht wird – Ernsthaftigkeit und eine Fokussierung auf das Thema, die aus meiner Sicht durch das Asperger-Syndrom begünstigt wird. Sie ist nicht ablenkbar, sie ist unbeirrbar und nicht manipulierbar. Sie ist eine Anführerin, ohne dass dies je ihr Ziel war. Weil sie auch noch alles, was sie zu sagen hat, sehr klar und kompromisslos formulieren kann, ohne dabei von Emotionen geleitet zu werden, folgen ihr weltweit junge Leute.

    Damals gab es die Anti-AKW-Bewegung und die Demos gegen atomare Mittelstreckenraketen, heute gibt es die Klimabewegung.

    DANKE!