Coronavirus: Ihr Kinderlein kommet!

NRW ist gut zu erkennen

Die Coronakarte von Deutschland zeigt das Bundesland Nordrhein-Westfalen bereits rot eingefärbt, nirgendwo gibt es eine Inzidenz von unter 50 (im Kreis Kleve aktuell 50,6, also im Landesvergleich immer noch sehr gut), und es gibt Städte, da beträgt dieser Wert bereits 205. Das ist in Leverkusen, 132 km von Kleve entfernt.

Schaut man noch etwas genauer hin, bringt man in Erfahrung, dass in der Industriestadt die Inzidenz in der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen sogar 594 beträgt, was zeigt, wie die Sache läuft. Nämlich so: Familien bringen die Krankheit aus dem Urlaub zurück, und die schulpflichtigen Kinder verteilen sie in den Klassen.

Nun hat die Landesregierung zwar gerade entschieden, dass das Virus sich nur noch in Winkeln von 0°, 90°, 180° und 270° vom infizierten Schüler aus ausbreiten darf, denn nur noch die direkten Sitznachbarn müssen im Falle einer erkannten Infektion in Quarantäne, doch schon der Fall einer Infektion in Kranenburg an der Grundschule zeigt, wie brüchig das Konzept ist. In der fraglichen Klasse mussten also die Sitznachbarn in Quarantäne, allerdings gab es offenbar auch noch Geschwister, und was geschieht dann mit denen und den Mitschülern in deren Klassen?

Es scheint, als ob der Wille der Politik, Normalität durchzudrücken, ein wenig auf dem Rücken der Kinder in der Schule ausgetragen wird, was ja auch schon daran zu sehen ist, dass die wenigsten Klassen mit Luftfiltern ausgestattet sind, obwohl deren Bedarf seit spätestens einem Jahr und fünf Monaten vorherzusehen war.

Die Alten sind sicher

Man geht davon aus, dass der sicherste Schutz vor dem ganzen Schlamassel eine Impfung ist. Die Altersgruppe der Über-60-Jährigen hat die Botschaft verstanden, denn, den neuesten Zahlen aus dem Kreishaus zufolge, sind die Senioren zu 87,2 % komplett geimpft, und sogar zu 94,9 % immerhin erstgeimpft . Bliebe diese Kohorte unter sich, sie hätte die erwünschte Herdenimmunität.

Heino, 82, der sich hier mit Todessymbolik umgibt, dürfte selbst geschützt sein – seine Fans auf jeden Fall (Foto: Michael Petersohn)

Schon erheblich anders sieht es aus bei den Menschen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren. Die Quote der Zweitimpfungen liegt bei 57 %, also knapp über der Hälfte. Erstgeimpft sind 67,6 %.

Das alles ist aber noch kein Vergleich mit dem Status der Jugendlichen, also 12- bis 17-Jährigen. Gerade einmal 18,3 % aus dieser Gruppe haben eine Zweitimpfung erhalten. Selbst, wenn die jüngeren Jahrgänge (bis zum Alter von 15 Jahren) herausgerechnet werden, weil diese überhaupt erst seit vier Wochen eine Impfung erhalten dürfen, ist die Bilanz mager. Dazu passt, dass der Kreis heute auch ankündigte, Planungen anzustellen, Impfkommandos direkt in die Schulen zu schicken.

Es gibt wieder Tote

Es gibt auch wieder Menschen, die an Corona sterben. Lange Zeit war die Zahl der Todesfälle im Kreis Kleve bei 189 stehen geblieben, mittlerweile sind es wieder drei mehr, der jünste Fall war eine Person aus Kalkar, Mitte 60 Jahre alt. Ob geimpft oder nicht geimpft, ist nicht bekannt. Vier Personen werden aktuell im Krankenhaus behandelt.

Deine Meinung zählt:

20 Kommentare

  1. 18

    @13 Ich war vor wenigen Wochen in Berlin und es war toll. Ich hoffe, dass Ihr Kurztrip auch zustande kommt und Sie die vielen Sehensw

     
  2. 15

    @Krbg…ja richtig …Sauerland 5 Tage Ferienwohnung, Essen selbst gekocht…nix Ausland. Die. Ursachen f

     
  3. 8

    Herr Weizenkeim
    Den Mitgliedern der deutschen Hooliganszene (Fussball) wird auch unterstellt, aus einer bestimmten Schicht zu kommen. Sehr gef

     
  4. 6

    @Allea Neu
    Bis zu den Herbstferien ist noch lang, auch mir wird schlecht wenn ich daran denke, wie unsere Kinder benutzt werden.

     
  5. 4

    Mir platzt der Kragen langsam. Versuchen Sie mal mit einem Kind unter 12 Jahren z.B in den Herbstferien eine St