Corona: Der bisher jüngste Todesfall

Wieder Schiefer unter den Füßen: Coronakurve

Er oder sie ist das 119. Todesopfer der Corona-Pandemie im Kreis Kleve – und das (unter den bekannten Fällen) bisher jüngste. Eine Person aus Kevelaer, Ende 50, ist an den Folgen der Infektion verstorben, wie der Kreis Kleve am Nachmittag meldete. Die meisten Todesfälle bisher waren hochbetagte Menschen, vielfach sogar in den Neunziger, meistens deutlich über 70, doch Mediziner haben stets darauf hingewiesen, dass die Erkrankung auch für vergleichsweise jüngere Menschen ein erhebliches Risiko bergen kann.

Die Inzidenz im Kreisgebiet liegt auf der kleveblog-Tabelle (sie arbeitet mit den Zahlen des Kreises, während der Kreis selbst die Zahlen aus Düsseldorf nimmt) bei exakt 68,4 – unter 70 lag dieser Wert (Zahl der Erkankungen in einer Woche geteilt durch 100.000) zuletzt am 23. Oktober.

Dieser Rückgang lässt hoffen.

Rein statistisch ist zurzeit ca. einer von 1000 Einwohnern im Kreisgebiet aktiv krank. 17 von 1000 haben die Erkrankung bereits hinter sich. Eine Impfquote von (wohlwollend geschätzt) 2 % würde zudem bedeuten, dass 20 von 1000 bereits immunisiert sind.

Die kurze Zwischenrechnung besagt also: 1000-(1+17+20)=962. Das heißt: Von jeweils 1000 Einwohner des Kreises sind 962 bisher nicht infiziert bzw. nicht immunisiert. So oder so, es dauert wohl noch ein bisschen, bis wir das hinter uns haben.

Freie Wählergemeinschaften regen Impfbus an

Die Kreistagsgruppe der Vereinigten Wählergemeinschaften hat im Kreistag beantrag, einen Impfbus einzuführen. Zahlreiche Bürger/Bürgerinnen hätten bemängelt, dass das Impfzentrum im Wunderland Kalkar zu abgelegen sei. „Fehlende Anbindung durch den ÖPNV, Anfahrtszeiten von teilweise über einer Stunde, Aufenthaltszeit und Rückweg von einer Stunde halten viele für unzumutbar, besonders für ältere Mitbürger“, sagt der Vorsitzende Ralf Janssen. „Durch die mobile Lösung eines Impfbusses, würden wir ein zusätzliches Angebot bereitstellen, das nicht nur jetzt für ältere Mitmenschen von Vorteil wäre, sondern auch später, wenn die restliche Bevölkerung geimpft wird“, so der Vorsitzende der Wählergemeinschaften im Kreistag Kleve weiter.


Der Bus könne bei einem Busunternehmen geliehen und zu einem medizinischen Impfbus umgerüstet werden. Vorab sollten Termine vergeben werden, ob in Zusammenarbeit mit dem Einwohnermeldeamt vor Ort oder über die Hotline des Kreisgesundheitsamtes. Die Wartezeiten der betroffenen in einer Warteschleife der Hotline könnte somit zudem deutlich reduziert werden. Lange Anfahrtswege und Wartezeiten für die Impfung würden auf das nötigste reduziert.

„Die Wählergemeinschaften haben sich auch über die Ausstattung Gedanken gemacht. Demnach sollte am vorderen Eingang zum Bus ein Zelt aufgestellt werden. Hier erfolgt ein kurzer Datenabgleich und eine Desinfektion, bevor der Bürger im Inneren des Busses eine Impfaufklärung erhält. Danach geht es in den mittleren Bereich, in der die Impfung stattfindet. Im hinteren Bereich erfolgt die Nachkontrolle bzw. Ruhephase. Nach dieser Phase verlassen die Betroffenen den Impfbus durch den Hintereingang“, so Kreistagsmitglied Patricia Gerlings-Hellmanns. Bereits in den 60er Jahren gab es Impfbusse. In anderen Bundesländern z. B. in Sachsen werden für Corona-Impfungen wieder Impfbusse eingesetzt.

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5 Kommentare

  1. Tatsächlich sind es wahrscheinlich noch deutlich weniger immunisierte, geimpfte Personen. Diese sind erst zu ca. 95 % immunisiert, wenn die 2.Impfung erfolgt und weitere zwei Wochen vergangen sind. Das trifft wahrscheinlich noch auf keine große Zahl an Kreis Klevern zu.
    Nichtsdestotrotz wird der Gesamtanteil an Immunisierten vielleicht sogar höher liegen, weil es viele unerkannte Infektionen gab und gibt, wie das Gesundheitsamt ja immer noch in jeder Tagesmeldung betont. Wäre interessant zu wissen, wie hoch der Anteil der Unerkannten tatsächlich momentan noch ist.

     
      1. @Eine Leserin In Gangelt (Heinsberg) hat die Streeck-Studie eine Zahl von 15 Prozent geliefert (bei 3 Prozent erkannten Infizierten). Diese Zahl gilt aber gemeinhin als zu hoch, weil Gangelt (Karnevalssitzung) eine Art Musterlabor für Ansteckungen war. In anderen Veröffentlichungen ist vom Verhältnis 1:1 die Rede. Das auf den Kreis Kleve bezogen, würde das Verhältnis von 962 auf 945 von 1000 ändern, also eher marginal. Und geimpft würden sie ja trotzdem, weil sie von ihrer Infektion nichts wissen.

         

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