CDU-Erosion in Bedburg-Hau? Wilma Jansen verlässt Partei und Fraktion, bleibt aber im Rat

rd | 06. Juli 2012, 14:18 | 10 Kommentare

Das war eine überraschende Nachricht, die Silke Gorissen am Abend im Bedburg-Hauer Gemeinderat bekanntgeben musste: Wilma Jansen, langjährige Ratsfrau der CDU, hat Partei und Fraktion verlassen – wie man hört, offenbar aus Verdruss über die Haltung ihrer Partei zur Schwimmbadfrage. Sie bleibt aber im Rat, was zu einer interessanten Konstellationen führt: Vorher hatte die CDU-Fraktion genau die Hälfte der Ratsstimmen, somit kam bei Stimmengleichheit somit Bürgermeister Peter Driessen das entscheidende Votum zu. Deren Verhältnis ist aber im Augenblick suboptimal, um nicht zu sagen: zerrüttet, sodass die CDU von nun auf auf einen Partner angewiesen ist, wenn sie irgendeine Entscheidung durchsetzen will.

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  1. 1. Bernd Derksen

    Will die CDU denn noch Verantwortung für Ratsbeschlüsse übernehmen und diese einbringen? 😉

    In der gestrigen Ratssitzung lehnte man (bzw. deren Fraktionsvorsitzende) dies in Sachen Hallenbad so nachdrücklich ab, dass ich mich frage:

    Will die CDU möglicherweise gar ganz bewusst zur Oppositionspartei in Bedburg-Hau werden?
    Vielleicht wäre es für die eigene Erneuerung ja nicht schlecht. 😉

    Der Austritt von Frau Jansen kommt nicht überraschend. Und er erscheint mir nachvollziehbar. Wie auch die Beibehaltung des Mandats, was ich ebenfalls für richtig halte.
    ___________
    Nebenbei:
    Auch zuvor hat die Stimme des Bürgermeisters real nur sehr selten den Ausschlag gegeben.

     
  2. 2. Jens-Uwe Habedank

    Mein Respekt vor Wilma Jansen! Ich kenne zwar die Dame nicht persönlich – dafür aber die CDU am Niederrhein. Dass sie sich das traut und Rückgrat zeigt: Alle Achtung…

     
  3. 3. Der Laie

    Jetzt gibt es also schon zwei parteilose im Rat, die den Bürgerwillen ernst nehmen.Klasse.
    Nun könnte als nächstes die Abschaffung der Ortsvorsteher erfolgen und die frei gewordenen Mittel zum Wohle der Jugend eingesetzt werden.
    Freibier, zum Stimmenfang, auf Bürgerkosten spendieren braucht so wirklich niemand.

     
  4. 4. Kant

    @all: Na die erforderliche, weil jetzt fehlende Stimme im Rat, wird die CDU sicherlich von der FDP erhalten.

     
  5. 5. Hoshimaru

    @Kant

    Es war einmal in einer kleinen Gemeinde am Niederrhein. Dort wurde der Bürgermeister abgewählt. Sein Nachfolger war trotz mancher Fehler bei der Bevölkerung beliebt wie Hölle.

    Obwohl er lavierte, jonglierte und moderierte hatte eine kleine aber agile Partei den im Verdacht die alte Platzhirsch-Partei zu unterstützen.
    Auch aus seiner eigenen Verwaltung, die er ja bis in die letzte Ecke im Obergeschoss kannte kamen nix als Querschüsse.
    Und dann bekam er auch noch eine veritable Herausforderung in Person von Frau Gorissen vorgesetzt. Das passte auch dieser kleinen Partei überhaupt nicht, denn eine moderne, intelligente Juristin, die das ABC des Wahlkampfs aus dem FF beherrscht ist das Letzte den sie als Gegnerin gebrauchen konnten.
    Was nun fragte sich der Bürgermeister, dem mal ebbkes durch gezielte Indiskretionen in aller Öffentlichkeit die Hosen runter gezogen wurden. Da kam ihn wie der Zufall es wollte, die Rettung in Form des NKF zur Hilfe. Für die Platzhirsche was diese Form der Buchführung absolutes Neuland und obwohl ihnen mehrere Leute geduldig erklärten was das denn eigentlich ist haben ein Teil des Rudels es bis heute nicht begriffen. In ihrer Not wandten sie sich ausgerechnet, Du ahnst es, an die kleinen Agilen. Die wiederum sahen ihre Chance dem Rudel und ihrer Anführerein so richtig eine einzuschenken und forderten die Streichung eines Kredites zum Erhalt des örtlichen Hallenbads, wohl wissend dass dieses zu einem Aufschrei unter der Bevölkerung führen würde.

    Prima, sagten die Platzhirsche an diese Forderung hängen wir uns dran, dann können wir dem Bürgermeister mal wieder zeigen, wo der Hammer hängt und wer eigentlich hier das Sagen hat.

    Wie bekannt kam alles anders. Die Platzhirsche, die sich jeglicher Diskussion verweigerten und auch heute noch verweigern erlebten ein Desaster. Sie konnten nicht die Mehrheit erreichen, ja noch nicht einmal die eigenen Leute mobilisieren. Die grosse Vorsitzende steht mit herunter gelassenen Hosen und arg gerupft in der Öffentlichkeit und kann ihre Ambitionen für die nächsten gefühlten 10000 Jahre vergessen.

    Liebe Kleinen! Solltet ihr tatsächlich so um die Ecke gedacht haben um den Grossen derart ans Schienbein zu treten, sage ich Hut ab! Das habt ihr richtig gut gemacht.

     
  6. 6. Kant

    @Hoshimaru: Ich hoffe dem ist so. Aber ich denke nicht, dass die kleinen Parteien bzw. die eine kleine Partei so clever war. Da ist nämlich auch weniger Licht als Schatten.
    Mir fehlen eigentlich fähige Leute in der Politik (oh mein Gott ich red wie der Willi H. ;-)). Nein es kommt keine Lehrer und Beamtenschelte und kein Loblied auf den Theo. Fakt ist doch, dass die wenigen guten Leute in der Politik eine geringe Halbwertszeit haben, da sie schlicht und ergreifend ihr Gesicht bewahren wollen. Hut ab vor Frau Jansen. Ich hoffe, dass bei der nächsten Kommunalwahl eine vernünftige politische Ausgangslage für unsere Gemeinde entsteht. Aber ehrlich gesagt, sehe ich da zu wenige fähige Protagonisten.

     
  7. 7. HeinzS

    Auch ich ziehe meinen Hut vor Frau Jansen. Die CDU verliert
    eine Frau mit wirtschaftlichem u.finanztechnischem Sach-
    verstand!Mir ihr habe ich gern diskutiert.

     
  8. 8. Bedburg-Hau

    Nein, die Hallenbad-Frage brachte nur das Fass zum Überlaufen. Es ist doch alles kein Geheimnis, wenn man mit CDU-Ratsmitglieder in Bedburg-Hau spricht – und die weichen in persönlichen Gesprächen auch nicht aus.

    Das Problem ist “Frau Röttgen”. Nur weiß niemand in der CDU eine gescheite Antwort auf die Frage, wie man die wieder los wird.

    Vielleicht sollte sie mal die Vertrauensfrage stellen. Aber viele erfahrene CDU-Mitglieder gehen davon aus, dass sich diese Personalfrage nach der nächsten Kommunalwahl sowieso erledigt.

     
  9. 9. tango-delta

    Sparen, Sparen, Sparen die Politik soll immer sparen. Ist ja schließlich unser aller Geld. Nur wenn es an die eigenen Annehmlichkeiten geht kommen die Aufschreie! Ich persönlich hätte von einer Bänkerin mehr verstand erwartet. Nur Geld was man nicht ausgibt ist gespartes Geld und Sparen tut in jeder Kommune wirklich Not! – und erst recht an Stellen wo es nicht weh tut weil ähnliche Objekte in gut erreichbarer Umgebung vorhanden sind und auch nicht an die Kapazitätsgrenzen kommen!

     
  10. 10. Beobachter

    BRAVO Frau Jansen!