Café Louzada/Früh: Niederlande – Brasilien 2:1

rd | 03. Juli 2010, 10:29 | keine Kommentare

Gutes Bild, deutscher Ton, orange Kellnerin

Der treue Leser stopsi1900 riet, sich das Hollandhupgefühl direkt vor der eigenen Haustür abzuholen, im von Niederländern als Café Louzada wiederbelebten ehemaligen Café Central in der Neuen Mitte. Zum Achtelfinale gegen die Slowakei (2:1) war ich bereits da und erlebte eine angenehme Überraschung – es lief der NOS-Kommentar. Ich weiß nicht warum, aber die Kommentatoren aus dem Nachbarland sind einfach besser (solange es nicht gegen Deutschland geht). Allerdings war das NL-Ambiente schon bis auf eine Fahne runtergefahren, stattdessen Schwarz-Rot-Gold en masse. Leider hielt sich auch der Zuspruch in Grenzen. Zweiter Versuch dann gegen Brasilien. Hier der Überblick:

Bild & Ton + 1 Beamer, Leinwand ordentlich abgedunkelt, daher gute Bildqualität, 1 Fachbildschirm drinnen, Ton diesmal Deutsch 🙁
Bier + Krombacher vom Fass, 0,3 Liter für 2,00 Euro, freundlicher Service, es werden nicht ganz uneigennützig kostenlos Schälchen mit salzigen Chips zum Kaltgetränk gereicht
Fans ca. 20. Plus ca. 100, die im Verlauf des Spiels Saturn betreten oder verlassen und für ca. eine halbe Minute innehalten
Eintritt ++ frei
Fachkenntnis im Publikum +- Schwer einzuschätzen. Kaum einer spricht
Ambiente +- Schön dekoriert mit 16 Deutschlandfahnen, interessanterweise mit Totalverlust der NL-Devotionalien im Verlauf der WM
Promis 0 (Und meine Maßstäbe sind bekanntlich sehr dehnbar, nicht wahr, Peter Lustig??)
Gesamturteil Schade eigentlich, das Team gibt sich Mühe und ist sehr zuvorkommend, das Klima in der Einkaufspassage angenehm kühl (also nur 30 Grad), aber richtige WM-Sttimmung will trotzdem nicht aufkommen. Also Spielabbruch in der 45. Minute und Wechsel ins:

Et löwt, auch wenn NL spielt

Das Verblüffende: Dort sind sogar vereinzelt Basketballspieler anzutreffen. Noch verblüffender: Sogar Holländer! Und es werden immer mehr, am Ende steht eine ganze Elftal von Tagestouristen um den Flachbildschirm. Jedesmal, wenn van Bommel einen Brasilianer umnietet, sagen sie: “Dat is van Bommel.” Es klingt wie ein Naturgesetz und zeugt von hoher Sachkenntnis. Nicht verstanden habe ich hingegen, warum der Stürmer Huntelaar zu Stuntelaar verballhornt wurde – muss wohl ein Insiderwitz sein. Jedenfalls verdient das Früh für seinen WM-Auftritt ein doppeltes Plus (0,2 Liter Kölsch 1,40 Euro, Christa hat die Versorgung sicher im Griff) – leichte Abzüge nur für die weiße Stange des Sonnenschirmständers, die von manchen Plätzen aus die Optik stört.

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