Aktuelle SPD-Überschriften IV

rd | 16. März 2009, 23:11 | 7 Kommentare

Stoppt die Rotation! Räumt die ganze Seite 1 frei! Unser bester Reporter liefert einen Knüller, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat! Wir überlassen die Bühne unseres kleinen Nachrichtentheaters Barbara Hendricks, der mit einer übermenschlichen Anstrengung ein so was von fachkundiger Kommentar zu einer geplanten Neuerung ihres Verkehrsministerkollegen Tiefensee entflossen ist, dass es eine wahre Pracht ist. Bitte staunen Sie mit, verehrter Leser:

Führerschein-Ausnahmeregelung für Feuerwehren kommt – Die Kreis Klever SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Hendricks begrüßt die angekündigte Neuerung

Wahrscheinlich kann allein Josef Gietemann, der liebenswerte Feuerwehrfreak aus Rindern, ermessen, was mit dem nun folgenden, wörtlichen Zitat gemeint ist:

„Eine neue Regelung für Feuerwehrfahrzeuge bis zu 4,25 Tonnen zu schaffen, beweist die Entschlossenheit der Bundesregierung, das Problem des mangelnden Fahrernachwuchses bei der Freiwilligen Feuerwehr schnellstmöglich zu lösen“, sagte Barbara Hendricks in Berlin. „Durch eine Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) im Rahmen des EG-Rechts will das Verkehrsministerium die gesetzlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Ehrenamtliche zukünftig unter vereinfachten Bedingungen neben ihrer Fahrerlaubnisklasse B durch eine spezifische Zusatzausbildung und Prüfung auch den Führerschein für Einsatzfahrzeuge bis 4,25 Tonnen erlangen können.”

Hammer. Was ein Politiker heute alles wissen muss! Da liegt die Welt in Trümmern, und ganz nebenbei muss man sich noch mit einer fachkundig jubilierenden Begrüßungsnote zur geplanten Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) für Feuerwehrleute beschäftigen.

Trüge Gietemann sein Herz auf der Zunge, müsste er allerdings leider sagen: “Ach Barbara, dat bringt doch nix. Nehmen wir zum Beispiel den Fuhrpark der Feuerwehr in Bedburg-Hau. Selbst wenn die Neuregelung kommt, darf der Feuerwehrmann keinen einzigen anderen Wagen fahren, weil die mittlerweile viel schwerer sind – es bleibt wie bisher nur der Bulli. In Kleve sieht es nicht besser aus: Trotz Zusatzerlaubnis dürften nur genutzt werden: ein Motorrad, 3 Bullis, ein Kastenwagen.” Aber wetten, dass uns diese Schlagzeile erspart bleibt:

Gietemann: Scharfe Kritik an Hendricks für vorschnelles Tiefensee-Lob

Was aber auch irgendwie besser ist, wenn ich’s recht bedenke.

Einen Kommentar schreiben





7 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 7. Politfreund

    Um Himmels Willen, hört denn das nie auf! Es ist schon erstaunlich, welche Bagatellen herhalten müssen, um eine angeblich erfolgreiche Aktivität der SPD Bundestagsabgeordneten Barbara Hendricks dem dummen Wahlvolk zu verkaufen. Die ironisch-satirische Darstellung dieser neuen SPD Presse-Peinlichkeit ist Daute in seinem Beitrag gelungen. Nur: was sagt Gietemann, der Feuerwehrmann? Nix! Leider, oder vielleicht auch besser so.
    @ Insider: Gute Aufklärungsarbeit! Schön sachlich, von daher neben der Satire um so glaubwürdiger. Arme SPD, bei soviel Diletantismus.

     
  2. 6. Der Laie

    wenn sich schon Mitbürger in der freiwilligen Feuerwehr zum Wohle aller, ehrenamtlich und teilweise zu unangenehmen Tageszeiten einsetzen, dann sollte die Frage der Bezahlung eines
    gültigen LKW Führerscheines der auch uneingeschränkt für
    andere Fahrten gültig ist kein Thema sein.

    Die Jahrgänge mit dem alten Führerschein der Klasse 3 gehen
    in einigen Jahren alle in die Ehrenabteilungen über.

    Wenn Deutschland es sich leisten kann, Minister mit der Hubschrauber Flugbereitschaft von Stuttgart zum Zeitungsintervieuv in die Schweiz fliegen zu lassen der hat auch Geld um sinnvolles zu finanzieren.

     
  3. 5. Afrika

    @Pete

    Das ist eine PRESSEMELDUNG der SPD auf KLE-Point. Hier der Link. Wenn die CDU, FDP oder sonst eine Partei so einen Schwachsinn schweiben würde, dann stünde das hier bestimmt auch. Oder?

    Ach ja hier der Link:

    http://www.kle-point.de/aktuell/neuigkeiten/eintrag.php?eintrag_id=22512

     
  4. 4. Pete

    Mir stinkt das auch so langsam. Als ob in Kleve nur eine Partei Propaganda verbreitet… Man solte sich lieber auf die internen Machtkaempfe der lokalen SPD konzentrieren. Genug kleinstaedtlichen Schwachsinn gibt es in jeder Partei und, von weiter Ferne, waere es mal nett, lustige Partei-Geschichten vom Niederrhein auch von anderen Parteien zu lesen…

     
  5. 3. Insider

    Die genannte Problematik war ( ist ) tatsächlich vorhanden, allerdings wurde diese von unten ( sprich der Basis ) nach oben gemeldet und von Fachleuten in Verbänden an das zuständige Ministerium weiter kommuniziert. Die FeV ( Fahrerlaubnisverordnung ) ist zudem inhaltlich in europäisches Recht eingebettet, was rechtlich zur Folge hat, dass Ausnahmeregelungen auf nationaler Ebene nicht so einfach durch den deutschen Gesetzgeber verändert und umgesetzt werden können. Frau Hendricks ist in diesem Prozess, welcher schon eine längere Zeit in Bearbeitung ist, zu keinem Zeitpunkt eingebunden und aktiv tätig gewesen, noch hat sie sich bislang dafür interessiert oder gar konstruktive Beiträge zu diesem Thema geleistet.
    Es ist halt Wahlkampf und die Pressepräsenz zählt. Glaubwürdigkeit und Transparenz spielen da wohl eine untergeordnete Rolle. Das überträgt sich von Frau Hendricks im übrigen auch auf kommunale Politiker ihrer Partei.

     
  6. 2. admiraL_b

    vielleicht werden Feuerwehrmänner einfach nur immer übergewichtiger und brauchend eshalb diese erweiterung auf 4,25 t
    🙂

     
  7. 1. 50 Tonner aka Killerplautze

    4,25 t – wie soll das denn funktionieren?

    Darf der Delinquent dann im Fall der Fälle das Chassis zum Einsatzort fahren und Aufbau, Blaulicht,Pumpen, Schläuche, Leitern usw. werden dann von den Anderen hinterher getragen und an Ort und Stelle von den stillgelegten Tirsan-Mitarbeitern in Windeseile zusammengebaut?

    Statt dessen sollten die Kommunen bzw. der Kreis den Leuten lieber einen zweckgebundenen FS C1 spendieren , dann brauchen sich Tiefensees Männchen solche absurden Regelungen nicht mehr auszudenken.