Kleve gibt sich die Kugel

rd | 18. November 2009, 13:50 | 6 Kommentare
Rote Kugel, weiße Schwingen vor gerettetem Hintergrund

Rote Kugel, weiße Schwingen vor gerettetem Hintergrund

Nein, wie schön! Und ökologisch voll korrekt ohne diese energiefressenden Glühbirnen, denen Kleve bekanntlich schon vor langer Zeit adé gesagt hat, präsentierte sich die erste Sektion der neuen, vom Stadtmarketing angeschafften Weihnachtsbeleuchtung für die Innenstadt – eine rote Flitterkugel, gerahmt von weißen Engelsschwingen mit zarten Lichterketten inside.

Nachtrag: Nachdem nun die meisten Kugeln hängen, hörte ich doch ein wenig Unmut aus den Seitenstraßen – die haben nämlich nur eine abgespeckte, deutlich billiger aussehende Version der Festbeleuchtung bekommen, die bei Tageslicht kaum als Weihnachtsschmuck auszumachen ist.



Wer hat Angst vor Günter van Meegen?

rd | 18. November 2009, 11:47 | 44 Kommentare

Demokratie ist, wenn alle mitmachen dürfen – außer Günter van Meegen.

So etwa lautet das neue Motto der CDU aus – richtig, wir sind wieder in: – Bedburg-Hau. Es handelt sich natürlich um eine Farce, deren Anfang wie immer bei guten Geschichten völlig unspektakulär ist:

Tagesordnungspunkt 18, Hauptausschuss, 16. 11. 09: Wahl von Vertretern für den Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung der Gemeinde Bedburg-Hau Holding GmbH

Bei der Bedburg-Hau Holding GmbH handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Firma im Gemeindebesitz, die es ermöglicht, Verluste durch Gegenrechnung mit Gewinnen zu verschleiern und Grundstücke zu verscherbeln, ohne dass allzu lästige Fragen gestellt werden können.

Nun hat sich in Bedburg-Hau nach der Kommunalwahl die für die herrschaftsgewohnte CDU neue Situation ergeben, dass die anderen drei Fraktionen (SPD, FDP, Grüne) im Rat ebensoviele Stimmen haben. Die neuen Verhältnisse sollten sich auch im Aufrichtsrat der Holding widerspiegeln, sodass Silke Gorissen, die neue CDU-Chefin in Bedburg-Hau, vorschlug, das Gremium auf sieben Mitglieder aufzustocken: Bürgermeister Pit Driessen (dessen Platz garantiert ist) und sechs andere: dreimal CDU, je einmal die anderen. So weit, so gut.

Als aber nun der Grünen-Fraktionschef Wilfried Krüger seinen altgedienten Mitstreiter Günter van Meegen vorschlug, war’s mit der Harmonie vorbei. Als handele man sich mit der Personalie den Leibhaftigen ein, erklärten Gorissen und auch der SPD-Fraktionschef Fruhen, dass dies der Anlass sei, „keine Empfehlung gemäß Beschlussvorschlag auszusprechen“.

Peinlicherweise hatte die Mehrheitsfraktion aber offenbar eines nicht bis zu Ende durchgerechnet – das Auszählungsverfahren nach Hare-Niemeyer. Das ist einigermaßen kompliziert, führt aber im Ergebnis dazu, dass auch bei den bisher üblichen fünf zu wählenden Aufsichtsratsmitgliedern jede Fraktion vertreten ist – die CDU allerdings nur noch mit zwei Vertretern. Darauf wies Wilfried Krüger hin.

Das geht nun aber gar nicht! An dieser Stelle kommt nun ein bisschen Hinterzimmerdiplomatie ins Spiel, die ich mal auslasse, weil hinterher sowieso niemand etwas derartiges gesagt haben will. Fest steht aber, dass Bürgermeister Driessen ein bisschen Frieden wünscht. Die CDU auch, aber nun auf eine brachialere Art – durch eine Schrumpfkur für den Aufsichtsrat. Bei einer Reduzierung auf fünf Mitglieder (inkl. Bürgermeister) müsste van Meegen nämlich draußen bleiben. Auch nach Hare-Niemeyer.

Sieht nach einer spannenden Ratssitzung aus.



Der Verein der Herbstfreunde e.V. informiert

rd | 16. November 2009, 11:24 | 4 Kommentare

Laub ist keine Pflanzenkrankheit. Laub ist keine Pflanzenkrankheit. Laub ist keine Pflanzenkrankheit. Laub ist keine Pflanzenkrankheit. Laub ist keine Pflanzenkrankheit.


Schöne Gemeindezentren im Bild (1)

rd | 16. November 2009, 11:22 | 27 Kommentare
Das ganze Leben ist ein Gemeindezentrum

Das ganze Leben ist ein Gemeindezentrum

Nun ja, hier sehen wir das neue neue Gemeindezentrum meiner Heimatgemeinde Bedburg-Hau. Es wurde auf einem Fußballfeld errichtet, das auf den wohlklingenden Namen Föhrenbachstadion hörte und, vermutlich weltweit einmalig, von einer 300-Meter-Laufbahn umrundet wurde, sodass die Ecken des Rasenfelds auf der Asche lagen. Im Wesentlichen besteht dieses Gemeindezentrum aus einem Parkplatz, der umsäumt ist von einem Supermarkt, der die Kassierer nun so weit entmündigt, dass sie nicht einmal mehr Münzgeld herausgeben dürfen (das erledigt statt dessen ein lahmer Automat) sowie von der ca. 7000. Filiale von Aldi. Eventuell zufällig abgebildete Straßenlaternen gehören übrigens dem RWE (ich weiß, die Geschichte steht immer noch aus…). Schön, nicht?

Direkt links daneben steht das alte neue Gemeindezentrum (ca. 1989) inkl. großzügig bemessenem Rathaus, zu dem übrigens auch noch eine Geschichte in Arbeit ist. Von seinem Arbeitszimmer aus kann Bürgermeister Peter Driessen auf das neue neue Gemeindezentrum blicken. Nun teilte mir ein zuverlässiger Gewährsmann mit, dass die Volksbank ihre Zelte im alten neuen Gemeindezentrum abbrechen will. Es wäre noch ein Leerstand mehr. Die Bank will bauen, und zwar hundertfünfzig Meter weiter rechts, also neben Aldi im neuen neuen Gemeindezentrum.

Etwas hinter dem Gebäudeensemble liegt die Straße An der Molkerei mit einem unverbaubaren Blick in die Natur, an der das bereits hier abgebildete Haus für einen bis drei Geländewagen plus Anhang steht, und direkt daneben ein – sagnwama – üppiger Bau der Familie, die unter kräftiger Mithilfe eines Gemeindevertreters an der Triftstraße ein Grundstück an die holländischen Kiesbaggerer verkauft hat. Sie bekam eines der begehrten Grundstücke An der Molkerei. Bürgermeister Driessen hat dort übrigens auch eine Parzelle und wird ebenfalls bauen. Die Straße führt zum Gewerbegebiet Hasselt, wo jetzt (unter anderem) die große Aldi-Filiale leer steht – der Discounter bekam ja die Möglichkeit ja ins 300 Meter entfernte Gewerbegebiet umzuziehen.

So hat man im Schnelldurchlauf fast alles, was die Gemeinde aktuell so umtreibt. Bis auf den geplanten 74-Millionen-Euro-Golfplatz („Europe’s Finest“) und Beuysschloss Moyland, aber auch das kommt noch…