„Der Toilettendeckel sagt: Es geht dir gut“

rd | 09. April 2017, 14:52 | 28 Kommentare
Für viele Menschen, insbesondere aus der Stadtverwaltung, noch eine ferne Zukunftsvision, in anderen Haushalten schon längst Realität: Sprechende Toilettendeckel

Für viele Menschen, insbesondere aus der Stadtverwaltung, noch eine ferne Zukunftsvision, in anderen Haushalten schon längst Realität: Sprechende Toilettendeckel

Wie Kleve 2050 aussehen könnte – ein Gastbeitrag von Dirk Posdena (Fachbereich Planen & Bauen bei der Stadt Kleve), zu finden auch auf der Website der Stadt Kleve: Schauen wir mal: Einblicke und Einsichten zur zukünftigen Entwicklung der Stadt Kleve. Es handelt sich um eine Vision mit sprechenden Sanitäranlagen, mit einem bebauten Minoritenplatz, ohne einen der beiden „Kaufland“-Märkte – und mit einem Dirk Posdena, der in 33 Jahren immer noch arbeiten muss. Spannend – aber lesen Sie selbst!

2017 feiert die Stadt Kleve ihren 775sten Geburtstag. Grund genug, nicht nur einen Blick zurück zu werfen sondern auch diesen vorsichtigen Blick in die Zukunft zu wagen.

775 Jahre, ein stolzes Alter. Da stellt sich die Frage, wie alt können Städte eigentlich werden? Und können Städte sterben? Die Geschichte hat gezeigt, ja, Städte können sterben, oder, um es nicht zu sehr zu vermenschlichen, Städte können aus unterschiedlichen Gründen tatsächlich von den Landkarten verschwinden. Ursachen können Kriege und Naturkatastrophen sein oder aber der Entzug der Lebensgrundlage. Seien es erschöpfte Rohstoffvorkommen oder auch Klimaveränderungen, ganze Regionen können so unbewohnbar oder uninteressant für eine weitere Besiedlung werden. Hinzu kommt die religiös oder kulturell bedingte Aufgabe von Städten und Siedlungen.

Und wenn sie jetzt glauben, dass dies ein Phänomen längst vergangener Zeiten ist, dann erlauben sie einen Blick in die jüngste Vergangenheit. Denken wir nur an die Reaktorkatastrophen von Tschernobyl oder Fukushima, die ganze Landstriche unbewohnbar gemacht haben. Aber auch gewollte menschliche Eingriffe können als Grund ausgemacht werden. Das Verschwinden von mehr als 200 Dörfern und Ortschaften in Deutschland im Zuge des Braunkohletagebaus sind ein Beispiel.

Müssen wir uns also Sorgen machen um die Zukunft der Stadt Kleve?

Ohne Zuviel zu verraten, wohl eher nein. Kleine Dörfer trifft es da weit häufiger. Aber schauen wir uns z.B. Metropolen wie Detroit an, dann sehen wir, dass es Städten auch in der Neuzeit so schlecht gehen kann, dass man in der Stadtentwicklung von einem langsamen Sterben spricht. Und kränkelnde Städte sind auch hierzulande ein Thema. Sinkende Einwohnerzahlen durch Abwanderung als Folge des Strukturwandels insbesondere in den neuen Bundesländern aber auch im Ruhrgebiet, eine große Schuldenlast oder auch der Verlust von Arbeitsplätzen sind nur einige Ursachen für den Niedergang einst blühender Landschaften und pulsierender Agglomerationen. Und die aktuelle Diskussion um eine MAUT für deutsche Autobahnen wirft schon die Frage auf, wie sich dies auf das Einkaufsverhalten unserer niederländischen Nachbarn, und damit auf die Stadt Kleve, auswirken wird.

Es verwundert also nicht, dass die Begriffe der Generationengerechtigkeit und der nachhaltigen Stadtentwicklung seit geraumer Zeit an Bedeutung gewonnen haben und zum zentralen Leitbild geworden sind. Die Konflikte zwischen verschiedenen Interessen und divergierenden Ansprüchen werden zahlreicher. Die Notwendigkeit zur Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit ist eine zentrale Herausforderung, auf die Stadtplanung mit einem Paradigmenwechsel reagiert hat, der neue städtebauliche Leitbilder und Inhalte, neue Methoden und neue Verfahren umfasst.

Funktionstrennung, räumliche Expansion, ausufernde Mobilität und der sorglose Umgang mit den natürlichen Ressourcen, wie es in den Nachkriegsjahrzehnten propagiert worden ist, gehören der Vergangenheit an. Die Prinzipien der vorindustriellen Stadt erleben eine Renaissance auf fortschrittlichem Niveau, kompakt, dicht, gemischt, vielfältig, kurze Wege, dezentral und kleinteilig sind die neuen Schlagworte auch für Kleve. Hier ist auch in der Klever Bürgerschaft eine große Sehnsucht nach diesen Idealen entstanden. Um leben, arbeiten und Freizeit genießen zu können, brauchen wir ein lebendiges und lebenswertes Kleve.

Dabei kommt es vor allem darauf an, perspektivisch und fachübergreifend zu denken und zu handeln und Fachbelange in einen räumlichen und zeitlichen Gesamtkontext zu bringen. Vor allem bedeutet nachhaltige Stadtentwicklung aber, dass bei allen Entscheidungen über Veränderungen die Stadt als Ganzes betrachtet werden muss. Entscheidungen müssen zukunftsfähig sein. Hierauf müssen alle Akteure, ob Planer, Bürger oder die Vertreter der Politik, das Hauptaugenmerk legen. Alle Aspekte der Nachhaltigkeit sollten berücksichtigt werden. Diese umfassen neben den Grundbedürfnissen der Menschen nach Wohnen, Arbeit und Freizeit auch die Umwelt, die Wirtschaft, Soziales und, nicht zu vergessen, die Teilhabe an Entscheidungsprozessen.

Somit hat nachhaltige Stadtentwicklung eine Vielzahl von Facetten und Handlungsfeldern. Neben dem Bau neuer Straßen und Gebäude oder der Gestaltung von Wirtschaftsstandorten oder Freizeiteinrichtungen gehören dazu zum Beispiel auch das Sparen von Ressourcen, der Klimaschutz oder Fortbewegungsangebote, die stadt- und umweltverträglich, aber auch sozialgerecht sind. Neuerdings erfahren auch Begriffe wie Fair Trade oder Regionalität zunehmend an Bedeutung.

Was sind aber nun konkret die „neuen“ Anforderungen an eine nachhaltige Stadtentwicklung?

Welchen Herausforderungen muss sich auch Kleve stellen und in welcher Intensität? Wie stellt sich Kleve hier auf? Und wie könnte ein ganz normaler Tag im Jahre 2050 in Kleve aussehen? Habe ich Ihr Interesse geweckt? Möchten Sie wissen, wie ein ganz normaler Tag in 33 Jahren in Kleve aussehen könnte?

Es wird anders sein. Ohne aus der jetzigen Perspektive sagen zu können, ob es besser oder schlechter sein wird. Die Welt wird sich verändern, wie sie sich in der Vergangenheit auch stets gewandelt hat. Und mit ihr wird sich auch Kleve unausweichlich und notwendigerweise wandeln. Denn es zeigt sich immer deutlicher, dass sich die weltweiten Herausforderungen im Mikrokosmos der Städte, und damit mehr oder minder auch in Kleve, widerspiegeln und bündeln.

Ein ganz normaler Tag….

Kleve, 11. Juli 2050, 6.05 Uhr. Ich schlage die Augen auf. Die Sonne scheint, doch Rollladen vor den Fenstern gibt es schon lange nicht mehr, das Fensterglas ist mit Nanopartikeln beschichtet. Der Raum erhellt sich, den individuellen Bedürfnissen angepasst, zum Wachwerden nur langsam. Während der Haushaltsroboter in der Küche für meine Familie und mich bereits das Frühstück zubereitet, gehe ich ins Badezimmer. Beim Zähneputzen werde ich von optischen Sensoren im Hightech-Badezimmerspiegel gescannt.

Die Zahnbürste analysiert selbständig den Speichel, und die Morgenurinanalyse wird von einer intelligenten und sprechenden Toilette durchgeführt. Nach der Morgentoilette erhalte ich direkt detaillierte Informationen über meinen Gesundheits- und Fitnesszustand. Der Toilettendeckel sagt, mir geht es gut heute. Und mit dieser Diagnose fühle mich gleich tatsächlich besser. Sollte der Gesundheitscheck allerdings von der Norm abweichende Messdaten ermitteln, so steht rund um die Uhr ein Arzt zur Verfügung.

Der Mediziner ist allerdings ein intelligentes Computerprogramm. Ich kann jederzeit direkt mit ihm sprechen. Er wird einfach als Hologramm in meine Wohnung projiziert. Nur bei unerklärlichen Phänomenen muss ich noch den direkten Kontakt zu einem „echten“ Arzt aufnehmen. „Direkt“ heißt in diesem Fall per Videotelefon. Notfalls wird gleich eine Krankmeldung zu meinem Arbeitgeber geschickt und notwendige medizinische Hilfsmittel in der Online-Apotheke geordert. Meine Kleidung für die Arbeit hat der Haushaltsroboter, wir nennen ihn James, in der Nacht herausgesucht und bereit gelegt, dem Wetter und den Terminen angepasst.

Mein „SmartHome“ kümmert sich automatisch um die alltäglichen Pflichten eines Hausbesitzers, sei es die Versorgung mit Wasser und Energie, sei es, dass der Kühlschrank nicht leer oder der Rasen gemäht und der Garten gewässert wird. Ich brauche mich morgens um nichts zu kümmern. Einen PC braucht es dafür schon lange nicht mehr. Das ganze Haus ist ein Computer. In jedem Gegenstand, jeder Wand, jeder Tapete, in allem, was uns umgibt, befinden sich Mikrochips, die sowohl miteinander als auch mit der Außenwelt kommunizieren.

Meine Umgebung ist intelligenter und entschieden aufmerksamer als ich selbst. Der Raum bemerkt, wenn ich ihn betrete, und er sorgt dafür, dass an den richtigen Stellen das Licht angeht und eine vernünftige Temperatur herrscht. Und das Beste ist, meine Wohnung lernt wie ich lebe. Sie erfasst meine Live-Daten, kann Vorhersagen treffen und Informationen weitergeben, z.B. an Stromversorger, die in Echtzeit ihre Netze steuern, oder an den Pflegedienst, wenn der Senior, der mit im Haus lebt, verdächtig ruhig ist und auch die Kaffeemaschine gar nicht mehr anschaltet. Wobei der Pflegedienst wahrscheinlich schon längst alarmiert sein wird aufgrund der schlechten Vitaldaten, übertragen von den immer am oder im Körper getragenen Sensoren.

Auf den Küchentisch wird derweil ein Rezeptvorschlag für das Abendessen mit entsprechender Einkaufsliste projiziert verbunden mit der Frage, ob die entsprechenden Lebensmittel bestellt werden sollen, da einiges im Kühlschrank fehlt. Ich schaue mir den Wetterbericht an, der auf die Kleiderschranktür projiziert wird, und wenn ich auf die Wand über dem Küchentisch schaue, dann sehe ich die aktuellen Nachrichten des jungen Tages. Ein Smartphone habe ich schon lange nicht mehr, stattdessen lege ich das Datenarmband an, packe die Datenbrille ein und setze den Knopf ins Ohr. Ich bin im Internet. Alles in allem bin ich somit um ein Vielfaches leistungsstärker und schneller als die NASA im Jahr der Mondlandung 1969.

Nach einem kurzen Frühstück, zubereitet von zahllosen kleinen Helferrobotern, die wiederum James zur Hand gehen, ausgerichtet nach meinem Terminkalender, meinen Vorlieben, dem Inhalt des Kühlschranks und dem Ergebnis des Gesundheitschecks im Badezimmer, steige ich in mein Auto. Ich werfe einen Blick zurück, ich sehe die Hausfassade, die die Sonnenenergie in Strom umwandeln kann, und so den Energiebedarf meines SmartHome vollständig deckt. Meine Frau winkt zum Abschied. Sie muss nicht aus dem Haus, sie arbeitet im Internet von zuhause aus. Später will sie mit der Light Rail noch nach Nimwegen ins Museum fahren. Gestern war sie mit einer Freundin in Kleve Shoppen. Neben den üblichen aber notwendigen Filialisten ist sie immer wieder begeistert, mit welcher Kreativität die Einzelhändler sich gegen den Internethandel durchzusetzen versuchen. Shoppen ist mittlerweile eine Freizeitbeschäftigung und ein Event geworden, viele neue Geschäftsideen haben in der Einkaufszone ihre Nischen gefunden.

Im Nachbarhaus schaut Herr Janßen aus dem Fenster. Im letzten Jahr ist er zusammen mit einigen anderen befreundeten Senioren hier eingezogen, nachdem sie als Gemeinschaft das alte Einfamilienhaus zu einem seniorengerechten Mehrfamilienhaus haben erweitern und umbauen lassen. Vor einigen Jahren haben sie ihre Einfamilienhäuser am Rande von Reichswalde verkauft, um zentraler zu wohnen. Diese monotonen Einfamilienhausgebiete der Vergangenheit haben den Senioren keine Perspektiven mehr bieten können. Im aufgestockten Dachgeschoss ist eine studentische Wohngemeinschaft eingezogen. Mehrere Generationen unter einem Dach, und alle profitieren von der Situation. Insbesondere das Gemeinschaftsauto, das sich auch andere Nachbarn im Car-Sharing-Prinzip ausleihen können, wird begeistert angenommen.

Neulich hat mir mein Vater kopfschüttelnd erzählt, wie sehr sich doch die Nachbarschaft in den letzten Jahren verändert hat. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit sei die Straße, in der wir nun wohnen, eine sehr verrufene Gegend gewesen, aber immer mehr Menschen aus anderen Stadtteilen seien hinzugezogen, so dass immer hochwertigerer Wohnraum entstanden sei, der die alten Nachbarn über kurz oder lang verdrängt hätte.

Die intelligente Steuerung meines Autos begrüßt mich währenddessen und fragt mich nach der Zieladresse. „Dass du das immer noch fragen musst…“ antworte ich eher schlecht gelaunt. „Ziel unbekannt“ ist die wenig humorvolle Antwort, das könnte man doch auch mal anders programmieren. Doch kaum habe ich die Adresse genannt, fährt mich mein fahrender und elektrisch betriebener Untersatz selbstständig zu meinem Arbeitsplatz. Während der Fahrt informiert mich der intelligente digitale Assistent auf meinem mobilen Gerät über meine Aufgaben für den heutigen Tag und empfiehlt mir nebenbei, wo es günstige Angebote für die Einnahme des Mittagessens gibt.

Ich schließe die Augen und versuche noch ein bisschen zu schlafen, ich muss ja nicht auf den Verkehr achten. Ich schaue aus dem Fenster. Die Emmericher Straße ist mittlerweile, nachdem in den 2020ern endlich die Umgehungsstraße realisiert werden konnte, stark zurückgebaut worden und dient auch als Grünzug mit Aufenthaltsqualität. Es herrscht Ruhe, man sieht geöffnete Fenster, hinter denen die Menschen noch schlafen, dank Elektromobilität und Home-Office. Wo einst noch Ein- oder Zweifamilienhäuser gestanden haben, prägen nun Mehrfamilienhäuser das Straßenbild. In den Erdgeschosslagen finden sich kleine Läden, die sich aufgrund der stärkeren Bevölkerungsdichte hier etablieren konnten und Dinge des täglichen Bedarfs anbieten.

Eine Drohne fliegt über mich hinweg. Die Brief- und Paketzustellung findet schon seit einigen Jahren nachts und vor allem in weiten Teilen nicht mehr auf der Straße statt. 20 Minuten später, mein Auto parkt sich selbst in der Tiefgarage unter dem mittlerweile bebauten Minoritenplatz ein, während der digitale Assistent mir die aktuellen Sportnachrichten vorliest und einige Bankgeschäfte für mich erledigt. Beim Eingang ins Rathaus wird meine Zugangsberechtigung von mobilen Robotern kontrolliert, die optisch nur noch schwerlich von menschlichen Mitarbeitern zu unterscheiden sind.

Was ist wohl aus dem Kollegen von der Info geworden? Alle Daten zu meiner Person sind in einem Chip gespeichert, der sich in meinem Armband befindet. Ohne Kontrolle und Registrierung kommt schon seit vielen Jahren niemand mehr ins Rathaus. Ein Aufzug fährt mich automatisch zum Stockwerk meines Büros und wünscht mir einen erfolgreichen Arbeitstag. Ein Fahrstuhl, der meinen Namen kennt. Was weiß er wohl noch über mich? Ich gehöre zu denen, die noch ganztägig eine Arbeit verrichten dürfen, denn die Arbeitswelt zeigt sich stark verändert. Es gibt kaum noch jemand der nur „einen“ Job hat. Man muss flexibel sein. Vor allem wird viel Arbeit mittlerweile von zuhause aus erledigt. Videokonferenzen haben den direkten Kontakt abgelöst.

Kurz vor zehn Uhr kontaktiert mich meine Frau und informiert mich darüber, dass mein Vater seinen Pflegeroboter austauschen möchte. Der Pflegeroboter hilft meinem betagten, alleinstehenden Vater im Alltag, kauft für ihn ein, macht den Haushalt, fordert ihn mit intelligenten Diskussionen geistig heraus und führt ihn auf Spaziergängen. Aber es gab wohl eine Meinungsverschiedenheit in Bezug auf das Mittagessen. Meinem Vater geht es im Moment nicht so gut. Bald wird ihm ein elektronisch gesteuertes, aus Stammzellen gezüchtetes, Herz transplantiert. Zur raschen Genesung werden dann winzige Nano-Roboter in seinem Körper gezielt Medikamente abgeben oder selbstständig kleinere Eingriffe durchführen.

Sehr gut für meinen Vater, er hat dank der modernen Medizin noch viele Jahre vor sich. Die medizinischen Voraussetzungen sind erreicht, Menschen 150 Jahre alt werden zu lassen. Wissenschaftler sagen, wir sind möglicherweise eine der letzten Generationen, die überhaupt sterben muss. Unsere Enkelkinder könnten ewig leben. Zukunftsmusik…

Nach der Arbeit hole ich meine Tochter von der Schule ab. Montags und mittwochs ist Anwesenheitspflicht. Ansonsten können die Kinder auch zuhause oder privat in Kleingruppen lernen. Bei Bedarf wird ein Lehrer online hinzugezogen. Normalerweise fährt sie mit dem Segway zur Schule, aber heute wollte sie lieber von ihrem Vater abgeholt werden. Auf dem Weg dorthin komme ich an einer kleinen Grünanlage vorbei, die in grauer Vorzeit als Bahnfläche genutzt worden ist. Gedankenverloren schaue ich einer Gruppe von Gleichgesinnten zu, die dort gerade Tai Chi praktizieren.

Das Schulgebäude, dass vor einigen Jahrzehnten gebaut wurde, ist nun auch schon in die Jahre gekommen und durch die geringen Anwesenheitszeiten für die Schüler deutlich zu groß und deshalb bereits in Teilen anderweitig genutzt. Ein Plakat im Eingangsbereich weist auf eine Bürgerversammlung hin, die hier in der nächsten Woche stattfinden soll. Es geht um die Neugestaltung des Umfelds der Schule. Solche oder ähnliche Veranstaltungen kann man mittlerweile fast wöchentlich besuchen, um sich aktiv in die Entwicklung der Stadt Kleve einzubringen.

Meine Tochter fragt mich, ob wir nicht am Abend ins Kino wollen. Es sei Oldieabend, „Zurück in die Zukunft“ wäre eine Option. Ein analoger Film mit echten Schauspielern? Ich zögere, habe ich mich doch schon sehr stark an diese am Computer generierten Bilder (CGI) gewöhnt. An diese Filme mit animierten Charakteren, die sich nicht mehr von echten Schauspielern unterscheiden lassen. Daran, diese Filme im heimischen Wohnzimmer mit meiner Datenbrille, oder gleich als holographische Projektion in 360 Grad und 4D, anzuschauen. Und James serviert das kühle, selbstgebraute Bier. Da gehen wir doch lieber zu den Nachbarn, die haben mit Ihrer Wohngemeinschaft jetzt auf ihrem Hausdach einen Garten angelegt mit herrlichem Blick über die Stadt. Eine Künstlerin hat dort am Abend eine Kunstausstellung organisiert. Die ganze Nachbarschaft ist eingeladen.

Auf dem Weg nach Hause kaufe ich noch Lebensmittel ein. Einfach mal spontan sein und analog einkaufen, noch dazu direkt beim Erzeuger. Die bodenbasierte Landwirtschaft ist auf dem Rückzug. Ich fahre also an den Stadtrand, zu dem neuen 5-stöckigen Gewächshaus mit Selbstvermarktung in Kellen, wo einst der „Kaufland“ stand. Eine gute Idee, mehr Nahrungsmittel für weniger Geld gesünder und regional produziert und mit weniger Flächenverbrauch. Landwirtschaftliche Flächen können wieder der Natur überlassen werden. Analog einkaufen kann auch schön sein…

Zu Hause angekommen fällt es mir wieder ein, was habe ich gestern in den Nachrichten gehört? Die „Gegenbewegung“ hat zu einer Demonstration aufgerufen, so richtig analog auf der Straße. Nicht nur bei Facebook. Ja, das gibt es immer noch. Scheinbar ist nicht jeder von der neuen, digitalen Welt begeistert. Die „Gegenbewegung“ der Digitalkritiker, formiert sich. Sie wollen der weiteren Entwicklung von Robotern, smarten Geräten und digitalen Identitäten ein Gegenmodell zur Seite stellen. Nein, sie wollen die Entwicklung nicht aufhalten, dafür profitieren sie selbst zu sehr von der modernen Entwicklung, aber sie suchen nach gleichberechtigten Alternativen, diese verrückten Analogos…

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28 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 28. digit Alis

    @ 27. ??? :
    Sie müssen jetzt seeehhhr tapfer sein :
    Es gibt in Kleve tatsächlich auch Unfug, der NICHT aus FörderTöpfen angerichtet wird.

    z.B. die geplante DödelDeponie entlang der HafenStraße.
    Denn die liegt knapp außerhalb des integrierten Konzeptes zur Verklappung öffentlicher Gelder.
    Deshalb wird vorErst auch nur Rasen ausgerollt.
    für 150.000 EURo.
    vorErst !
    d.h. das dicke DödelEnde kommt doch noch.

    aber keine Sorge :
    In dem, was den Klevern noch so alles aufgetischt wird,
    stecken noch reichlich gierig abgegriffene öffentliche SteuerGelder.
    Warten Sie’s ab.

    Und zu Kleves abgrundTiefer “Liebe” für alles, was natürlich ist,
    – ob Blume oder Hummel –
    kommen wir auch noch.

     
  2. 27. ???

    @26. digit Alis

    🙂

    Wurden diese Poller nicht in einem Förderprogramm, eines für Kleve wichtigen Handlungskonzeptes, aufgenommen?

    Hat man auch nicht vergessen, zu jedem einzelnen Poller, wenigstens Digitalis zu säen oder zu pflanzen?

    🙂

     
  3. 26. digit Alis

    FortSetzung zu #25. :
    Warum die Galleien verschenkt wurden ?
    Das war das Ergibtnix – bzw. Ergebnis – einer selbst für Kleve außerGewöhnlichen „ErfolgsStory“
    oder Er-folgt-Story,
    denn wie üblich folgte „ER“, der große Klever WohlTäter, dem Klever DilettantenStadl,
    um aus Klever Trümmern für sich Gold zu schürfen.
    aus technischen Gründen in mehreren Portionen,
    hier der 1. Teil dieser typisch „Cleveren“ Geschichte :

    Wegen des grandiosen Erfolgs der 1. Poller am OpSchlag
    wurden unverzüglich weitere aufgestellt :
    an der MarktStraße, an der RahmStraße, an der StechBahn etc.
    Besonders bewährten sie sich an der LandWehr,
    wo Tempo 30 nicht ernstGenommen worden war.
    Zum Schutz der Schüler wurde der AutoVerkehr durch die SpyckStraße,
    über den neuen eBikeRennWeg
    und durch die FlutStraße zurück zum Klever Ring geführt.
    Im Tausch erhielten die fietser die LandWehr vor der Schule in ganzer Breite freigegeben
    – zum Slalom um die Schüler herum.

    Weil unEinsichtige AutoFahrer wegen der Staus auf dem engen ehemaligen eBikeWeg
    die so wunderSchön durch die zuvor schrecklich grüne Landschaft betonierte QuerSpange parTout nicht nutzen wollten,
    mußten auch die TierGartenStraße und die Gruft mit Pollern versperrt werden.

    Poller allerOrten sprossen aus dem Boden,
    in der Folge wurde PollerSpotting zum VolksSport.
    Die PollerSpotter, die jede PollerBewegung sorgfältig beobachteten und sachKundig kommentierten,
    bekamen regen Zulauf von gleichGepol(ler)ten von nah und fern.
    Sie organisierten geführte Expeditionen mit KlappStühlen und CampingTischen rings um und durch Kleve zu den jeweils spannensten ProblemPollern.
    Bei besonders spektakulären Pollereien entwickelten sich spontane PollerParties, bei denen Schampus „Pollery“ in Strömen floß.
    Die Einträge der Pollerologen in PollerBlogs wie dem berühmten „PollerHi-PollerDa“
    erfreuten sich fast so großer Beliebtheit wie „Muuuh“ – das FachMagazin für Opa’s niederRijnische OksenFladen, auf das täglich Tausende stierten.

    Bald wurde auch die PollerIndustrie aufmerksam :
    Die GratisBerichte der Klever Pollereten ersparten den Firmen,
    ihre Produkte durch teure Experten in eigenen TestReihen zur SerienReife entwickeln zu müssen

    Schnell wurden sie mit der Stadt einig :
    Sie mieteten einfach die Straßen ganzer OrtsTeile
    und lieferten ihre neuesten ProtoTypen dutzendWeise gratis.
    Die USK montierten sie alle paar Meter entlang jeder Straße.
    Die PollerSpotter lieferten mit ihrem fachKundigen PollerSpott den Firmen zuverlässige Diagnosen, was alles nicht funktionierte.
    – und wie es richtig zu machen sei.
    Wenn ein neues Modell so weit gereift war, daß die USK es binnen eines Monats so installert bekamen, daß es korrekt funktionierte, dann war es idiotenSicher.
    Egal in welchen hintersten Winkel der Erde es in dieser Form geliefert werden würde
    ( außer nach Kleve )
    würde es selbst von eingeborenen Laien binnen Stunden perfekt funktionierend aufgestellt werden.

    AusgangsPunkt für die Verhandlungen der PollerHersteller mit der Stadt darüber,
    die Straßen für die Pollereien zu mieten,
    war jener Vertrag, durch welchen die Stadt einer WerbeFirma gestattet hatte, ihre FlackerDiaröe im Foyer der StadtHalle anzubringen.
    Das brachte die PollerHersteller auf die grandiose Idee,
    die bislang nutzlos vor sich hin glänzenden SeitenFlächen ihrer Poller für Werbung zu nutzen.
    So wird nun auf den Tausenden Pollern im StadtGebiet rund um die Uhr Werbung gestöert.
    “ intellektuell anspruchsVolle “  selbstVerständich.

    Angesichts der MenschenTrauben aus PollerSpottern an jedem Poller
    läßt sich jede WerbeSekunde teuer verkaufen.
    Am begehrtesten sind die nachHaltig problematischen Poller,
    denn dort tummeln sich die meisten Polleristas vor Ort
    und Tausende weitere blicken weltWeit ebenfalls ständig dortHin
    – per interNet und der neben dem Poller installierten WebCam.
    Was die Hersteller dazu bewegte,
    zwischen jene üblichen ProtoTypen, welche zur SerienReife entwickelt werden sollten,
    auch ein paar absichtlich völlig abstruse Exemplare zu streuen
    die somit dauerhaft der Aufmerksamkeit sicher waren.
    – der WerbeQuote wegen.

    Die WerbePoller sind längst rund um den Globus ein KassenSchlager.

    RTL berichtete – “ Je Poller – je doller ! : die 1.000 geilsten PollerLadies “
    und GoldMan-Sax zeichnete Kleve als pollerste Stadt der Welt aus.

    Als durch die Laudatio zur PreisVerleihung öffentlich wurde,
    wieViele Millionen an Gebühren für die Werbung auf den Pollern deren Hersteller jährlich allein in Kleve verdienen,
    kam öffentlich die Frage auf, mit wieViel davon die Stadt Kleve daran beteiligt sei.

    StadtVerwaltung und StattRat beriefen sich darauf,
    der Vertrag sei im verheimlichten Teil einer StattRatsSitzung von allen abgenickt worden, die nicht eingenickt waren,
    und deshalb dürfe keine Auskunft erteilt werden.

    Erst durch eine Klage bis zum BundesVerwaltungsGericht in Leipzig erstritt eine BürgerInitiative,
    die relevanten Details des Vertrags zu erfahren :
    Jeweils 10 Poller brauchen zusammen so viel Platz wie ein Pkw an StellFläche.
    Deshalb zahlen die PollerHersteller für je 10 Poller 12 MonatsParkTickets jährlich.
    Das bezieht sich allein auf das Aufstellen der Poller – ob mit oder ohne Werbung.
    Verwaltung und StattRat hielten das für ein gutes Geschäft.

    Die Werberei darauf hatten sie für  “ nicht ganz so relevant “ gehalten:
    Im GegenZug für die Erlaubnis, rund um die Uhr Werbung displayen zu dürfen,
    müssen zwischenDrin Infos der Stadt angezeigt werden.
    gelegentlich.
    alle JubelJahre mal.

    Das stammte noch aus dem Vertrag über die FlackerDiaröe-Displays im StadtHallenFoyer.
    Warum hätte das für die Poller anders sein sollen ?
    Weil es lächerlich ist angesichts des ZigMillionenReibachs, der damit gemacht wird ?
    Wie antworteten doch alle „verantwortlichen“ auf solche Vorhaltungen so schön uniSono :
    “ Das hat doch niiieeemand ahnen können ! “

    ach ja : Der Vertrag bindet die Stadt auf 99 Jahre.

     
  4. 25. digit Alis

    Genau 1 Jahr schlummert Herrn Posdena’s Vision nun schon in KleveBlog vor sich hin.
    höchste Zeit für ein upDate.

    Solange dem KloDeckel ein breites Strahlen über beide Backen vorgesetzt wird,
    ist es doch kein Wunder, wenn er einem ein  “ Dir geht es gut ! “  entgegenPlappert.
    Wer jedoch vor der Keramik ehrfürchtig auf die Knie sinkt,
    die Schüssel innig umarmt
    und den Kopf demutsVoll herabBeugt,
    der wird wohl zu hören bekommen
    “ Du siehst zum Kotzen aus ! “
    total trivial !
    Was also steckt wirklich hinter jener Technik,
    welche uns in unserem AllTag immer mehr begleitet ?

    Wir, die Ali Babas des digitalistischen ZeitAlters;
    haben einen Weg in die geheime SchatzHöhle der mehr als 40 DatenRäuber gefunden.
    Über das, was wir dort in den Truhen und Tresoren an strengstens gehüteten Geheimnissen entdecken mußten,
    berichten wir Euch, den digital naïves, damit Ihr gewarnt seid
    – und vielleicht ein wenig jener Katastrofen gerade noch verhindern könnt,
    die Euch in den nächsten 32 Jahren bevorStehen.
    Noch habt Ihr eine Chance, Euch das schlimmste zu ersparen.

    Unsere Berichte senden wir aus dem Jahr 2050
    durch Raum und Zeit zurück an Euch, die Ihr im Jahr 2018 lebt.

    Herr Posdena erwacht und blickt aus dem Fenster.
    Also gehört er zu jenen Privilegierten,
    die sich noch altModische Fenster leisten können.
    Weil durch sie – aller Isolierung zum Trotz – so viel Energie verloren geht
    hat eine schwarz-grüne BundesRegierung sie mit hohen StrafSteuern belegt.
    SelbstVerständlich heißen sie offiziell nicht „StrafSteuern“ sondern „ÖkologieBeitrag“.

    Die grünen bilden sich ein, diesen Erfolg der CDU abgetrotzt zu haben.
    Tatsächlich jedoch war es die Lobby der BauLöwen, die es durchGedrückt hatte.
    Denn ohne Fenster läßt sich der BauGrund weit besser ausNutzen.
    Die Parole, unter der schon zu Eurer Zeit momumentale Bauten in rauer Menge propagiert wurden, lautet :  „NachVerdichtung“ !
    Wer keine Fenster hat, braucht auch keinen Garten, in den er gucken könnte.
    Die GrundStücke werden komplett zugeklotzt.
    mindestens 5 StockWerke in die Höhe
    und 3 Geschosse in die Tiefe.
    Wenn gar keine Wohnung Fenster hat,
    dann sind KellerVerließe nicht vom PentHouse zu unterscheiden.

    Innere Wohnungen ohne jegliche AußenWand sind dann nicht nur möglich
    sondern sogar noch teurer zu vermieten,
    weil sie durch die allSeits drumHerum liegenden anderen Wohnungen vom Klima draußen abgeschirmt werden.
    In jenen wenigen Tagen des Jahres, die einst „Winter“ hießen, brauchen sie weniger geheizt zu werden
    und in den 6 Monaten des – dem KlimaWandel sei Dank – „SuperSommers“ weniger gekühlt.

    Die Klever KlimaSchutzSiedlung wurde konsequent weiterEntwickelt.

    An Stelle der Fenster gibt es quadratMeterGroße Displays,
    auf denen sich die Bilder von WebCams aus aller Welt wiederGeben lassen.
    “ Bett in MaterBorn mit Blick auf’s MatterHorn ! “
    im „Fenster“ daneben der GrandCanyon.

    Noch beliebter sind alternative Realitäten :
    fiktive blühende Landschaften.
    oder für Nostalgiker : Kleve’s grüne Parks nach historischen Fotos der 1970er.

    Wahre ÖkoLogiker schätzen zwar den PseudoBlick ins blühende Grün,
    ersparen jedoch den StromVerbrauch :
    Sie kleben eine gute alte FotoTapete,
    welche einen riesenGroßen FlachBildSchirm zeigt,
    auf dem BlumenBeete zu sehen sind.

    Die Dichtung von der NachVerdichtung predigt ja,
    in den Städten auch noch das letzte Grün mit Stumpf und Stiel stilLos zu überKlotzen.

    Der KlimaWandel hätte soWieSo nur dazu geführt,
    daß die ganzen alten, gräßlich hohen und scheußlich grünen Bäume spätestens nach 100 Jahren verdorrt wären.
    Dann wären sie zur Gefahr für Passanten geworden, denen die morschen Stämme auf den Kopf hätten fallen können.
    Deshalb hatte schon 2019 der weitSichtige technische BeiGeordnete den Rat von seinem vorbeugenden Programm überzeugt, sämtliche Bäume sinnvoll zu „bewirtschaften“
    – also alle Bäume unverzüglich zu fällen.

    ( Besonderer Jubel erklang dafür von der MoränenHöhe. )

    Schließlich – so betonte der technische BeiGeordnete – ginge es nur um ein paar Dutzend städtischer Bäume, von denen kein einziger unter den Schutz der BaumSchutzSatzung stehe.
    Was er nicht sagte :
    Daß diese Bäume nicht deshalb nicht geschützt waren, weil sie zu unbedeutend gewesen seien,
    sondern weil in die Satzung ausschließlich Bäume auf privatem Grund eingetragen werden.
    Schließlich lohnt es sich das AbKassieren für BaumFrevel nur bei Fremden
    aber eben nicht bei der Stadt selber.
    Daß ein RevolverBlatt sich hinterHer erdreistete, die städtischen Stümpfe nachZuZählen,
    und dabei aus den  “ ein paar Dutzend “  etliche Hundert wurden,
    störte nur ein paar KorintenKacker, welche die Größe und Schöheit wahrhaft rauer Kalkulation nicht zu erkennen vermögen.

    Weil es von den ehemals grünen 1 oder 2 GegenStimmen zu geben drohte,
    sprang wie üblich die SPD für ihren lieben Jürgen und seinem vor sachVerstand überQuellenden Plan in die Bresche.
    Die „Bewirtschaftung“ des störenden GroßKrauts wurde mit breiter Mehrheit von CDU bis SPD beschlossen.
    Bereits am nächsten Morgen in aller Früh röhrten die KettenSägen.

    Kurz danach warnte Rauer den StattRat :
    Kreuz und quer über den ReichsWald verteilt
    gebe es Anträge, einzelne WindRäder zu errichten.
    insgesamt ca. 20.
    Wohl unter dem Druck der nahen KomunalWahl
    empörte sich der gesamte StattRat einhellig :
    WindRäder gehören nicht in den Wald !

    Rauer wandte ein, die Stadt habe darauf gar keinen Einfluß, weil der Wald dem Land gehöre,
    und lenkte den StattRat dadurch zu der genialen Lösung,
    daß die Stadt den ReichsWald dem Land abkaufte.
    Die genaue Höhe des zigMillionenBetrags aus der StadtKasse,
    der im verheimlicnhten Teil der RatsSitzung beschlossen wurde,
    bleibt natürlich top secret.
    Nicht ganz verbergen ließ sich allerdings,
    in welch prekäre Lage die StadtKasse dadurch für JahrZehnte geriet.

    Kaum war das Gelände der Stadt überschrieben,
    röhrten – wie zu erwarten – auch im ReichsWald die KettenSägen.
    Einem RatsMenschen, der deshalb tatsächlich noch erstaunt nachFragte,
    erläuterte Rauer :
    Der ReichsWald sei nun städticher Besitz,
    deshalb müsse auch dort das städtische BewirtschaftsKonzept
    – das ja schließlich der Rat so beschlossen habe –
    uneingeschränkt befolgt werden.
    Das holzige GroßKraut wurde deshalb überall unverzüglich entfernt.

    Der Kämmerer empfahl dem Rat,
    nach dem KahlSchlag die Fläche parzellenWeise zu verkaufen,
    um durch die Einnahmen den ruinierten StattHaushalt wenigstens etwas zu sanieren.

    So wurden insgesamt enorme Flächen frei, welche die Stadt als BauLand eigentlich teuer verscherbeln wollte.
    Jedoch mußte Rauer schließlich – wie üblich  “ zu seinem Bedauern “ – berichten,
    daß für das Land niemand den geforderten Preis zahlen wolle,
    wegen der vielen Stümpfe im Boden.

    So siegten am Ende die soziale Ader und der HeimatStolz :
    Alles wurde einem lokalen Mäzen geschenkt
    – unter der strengen Auflage, wenigstens sämtliche TürKlinken durch eine einheimische Firma montieren zu lassen.
    Damit zumindest ein klitzeKleines Bisken von der BauSumme Kleve zuGute käme.

    Eine Armada von BauFirmen aus dem In- und AusLand errichtete binnen weniger Jahre
    u.a. die BüroVorStadt „ForstGarten“
    und das GewerbeGebiet „ReichsWald“.
    Letzteres machte mit seinem 1.000-Räder-WindPark die Stadt Kleve weltWeit fast ebenSo berühmt
    wie einst ihre legendäre VorReiterRolle bei der Abschaffung des BarGelds.

    Ein paar unverbesserliche Meckerer störten sich an den Meisterwerken der Technik.
    Jene turmHohen WindRädern hätten dort doch gar nicht stehen sollen, meinten diese MießMacher.
    Das konnte Rauer jedoch sofort entkräften :
    Der Rat habe sich lediglich gegen ungeordnete WindRäder im Wald ausgesprochen.
    Diese MomsterMaschinerie jedoch stehe ordentlich in Reih und Glied
    und Wald gebe es dort nun ja auch nicht ( mehr ).

    Zur feierlichen InbetriebNahme des 1.001. WindRades veranstaltete der großZügige BauHerr und WohlTäter der Stadt
    ein besonders märchenhaftes BierZeltBesäufnisFest dort, wo eigentlich längst das KAG hätte stehen sollen.
    In seiner feierlichen Rede bekundete der für einen Tag extra aus seiner neuerlichen Schweizer Residenz angereiste UrKlever, er richte dieses Fest extra jetzt – im Oktober 2035 – aus,
    um damit 793,5 Jahre StadtRechte seiner HeimatStadt zu feiern.
    Bei derMaßen knapp kalkulierten Eintritts- und sonstigen Preisen sei daran nix zu verdienen.
    Das Fest sei vielMehr sein Dank dafür,
    die gewaltigen BauFlächen  “ recht günstig “  von der Stadt überEignet bekommen zu haben.
    ( Daß er sie geschenkt bekommen hatte, sollte schließlich strengstensGehütetes Geheimnis des verheimlichten Teils der RatsSitzungen bleiben. )

    Ferner habe er jeden der 300m hohen WindRadTürme extra deshalb rot-weiß-gebändert streichen lassen,
    weil das bekanntlich die Farben des Klever Wappens und der Klever Fahne seien.

    Gerührt von so viel HeimatLiebe beschloß der Klever Rat  “ ad hoc “
    – während einer seit Monaten einberufenen „spontanen“ SonderSitzung noch im BierZelt –
    dem großMütigen Gönner auch die Galleien gratis zu gönnen
    und den Platz vor dem RatHaus  “ an den Zeven GeldQuellen “  zu benennen.

    Weil der StattRat sich auch mometär erkenntlich zeigen wolle,
    kaufte die Stadt aus Mitteln des KulturHaushalts 700 EintrittKarten zum Klever OktoberFest 2033 zum VorzugsPreis von nur 93,5 EURo das Stück.
    Nur eine kleine RatsFraktion monierte, daß laut offizieller PreisListe der Eintritt normal lediglich 30 EURo koste
    und warum die Stadt mehr als das 3fache zahlen solle.
    Doch alle übrigen erklärten diese Rechnung für falsch.
    93,50 läge doch um 606,5% unter 700
    und das sei nun mal ein grandioser MengenRabatt.
    Die Stadt dürfe sich diese fantastische Ersparnis nicht entgehen lassen.
    Seine besonderen RechenKünste habe der Klever StattRat ja schon Anfang 2014 bewiesen,
    als er – 3 Jahre VOR Trumple ! – das Sontowski-EinzelHandelsKonzept voll zukunftsWeisender alternativer Aritmetik mit großer Mehrheit beschlossen hatte.

    Die Karten sollten an die ersten 700 all jener Touristen verteilt werden,
    welche bald tagTäglich nach Kleve strömen würden,
    um die WasserSpiele der KoekkoekWüste und den nun vollStändigen RasenStreifen bis zur Spoy zu bestaunen.
    Eine dieser Karten – die einzige, die jemals ausgeben wurde, – bekam eine aus Kerken herbeiGeEyllte EheFrau eines kleinen Angestellten der Klever StadtVerwaltung überreicht.

    Dabei war sie gar nicht wegen Kleve’s rauer Pracht architektonisch einzigArtiger MeisterWerke gekommen,
    sondern um ihrem Gatten dringend benötigtes FlickZeug für seine fiets zu bringen.
    Wie technisch geschickt sich der irgendWie der Technik beiGeordnete Angestellte bei der Reparatur anstellte, ist nicht überliefert.
    Die einschlägigen Daten sind an dieser Stelle in sehr rauer Diktion überschrieben.

    Die übrigen 699 EintrittsKarten ruhten – obwohl sie längst ungültig waren –
    noch rund 10 Jahre lang wohlVerwahrt ganz hinten in einer SchubLade der TouristInfo.
    Erst nachDem sie schließlich im unterIrdischen PapierContainer gelandet
    und von den USK entsorgt worden waren,
    bemerkte jemand,
    daß sie als letzte noch auf Papier gedruckte – und noch nicht verÄppelte – Objekte ihrer Art
    längst einen enormen SammlerWert bekommen hatten.
    Schade ! Der Erlös hätte die StadtKasse sanieren können.
    Kommentar sämtlicher „Verantwortlichen“ dazu :
    “ Das hat doch niiieeemand ahnen können ! „

     
  5. 24. Jürgen Böll

    @ Peter Wanders
    zunächst einmal Danke für die ausführliche Erläuterung der Zusammenhänge.

    Man kann also kurz gesagt zusammen fassen.
    Erstens die Frage die sich für unsere Region und die Klever Politik sehr einfach nun stellt ist nicht, ob wir irgendwann mit den Füßen in der Klever Unterstadt dann bis zum Kaufhof im Wasser stehen werden, sondern nur wann dieser Zeitpunkt, der definitiv dann in der Zukunft für Kleve und das Klever Umland wie Bedburg-Hau, Kalkar linksrheinisch kommen wird, dann passieren wird.

    Zweitens, dass die Landespolitik lieber in kostspielige Modellprogramme zur Wahrscheinlichkeitsberechnung momentan dann steckt, anstatt das Geld in Deichbaumaßnahmen zum Schutz der Gemeinden und Städte dann zu stecken, in dem man dann zum Beispiel Querdeiche einziehen würde.

    In diesem Zusammenhang zum Thema des Hochwasserschutzes, wie passt in diese Planung dann überhaupt noch die neue Kellener Umgehungsstraße, die seit 30 Jahren angedachte und nun in der letzen Planungsfase befindliche Bundestraße B220 Neu, die ja im Bereich Haus Riswick den dortigen dort verlaufenden Querdeich dann letztlich auch durchtrennen wird?

    Quelle: http://www.bvwp-projekte.de/strasse/B220-G10-NW/B220-G10-NW.html#h1_ergaenzung

     
  6. 23. Peter Wanders

    @Jürgen Böll
    Der Rhein hat bei Extremwasserständen in unserer Grenzregion einen Pegel von ca. 17 bis 18 m über NN.
    Das Gefälle beträgt dann ca. 1 dm / km.
    Dieses Gefälle wird duch den Meeresspiegelanstieg reduziert.
    Ebbe und Flut werden sich hierdurch im Delta flussaufwärts verlagern.
    Der Fluss wird langsamer fließen.
    Insbesondere bei Südwest- (Waal und Maas betroffen) und Nordwestwetterlagen (Ijssel betroffen) wird das Wasser im Rheindelta noch schlechter in Richtung Nordsee und Ijsselmeer abfließen.
    Die Wassermassen brauchen dann entweder höhere Deiche oder mehr Flussbreite um sicher abfließen zu können.
    Maßnahmen wie der Flussumbau bei Lent/Nimwegen oder die Flutmulde Reeserschanz sind Maßnahmen, die dazu dienen das aktuelle Bemessungshochwasser beherrschen zu können.
    In Zukunft braucht man solche Projekte in deutlich größerer Dimension.
    Problematisch ist, dass warme Luft auch mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann.
    Die Klimaforscher sagen daher für die Zukunft häufigere und kräftigere Sturm- und Starkregenereignisse vorher.
    Siehe z.B. https://www.youtube.com/watch?v=Dio-bnOcPdU
    19 der 20 größten europäischen Flüsse haben in den letzten Jahrzehnten ihre absoluten Rekordpegel manifestiert.
    In Deutschland waren dies u.a. die Oder und Elbe, die beide jeweils 2 Jahrtausendereignisse innerhalb von wenigen Jahren manifestierten, sowie die Donau.
    Man mag es Glück nennen, aber ausgerechnet der Mittel- und Niederrhein formen in dieser Liste die Ausnahme, wo das Jahrtausendereignis nicht stattgefunden hat.
    Der Oberrhein und seine Nebenflüsse haben im letzten Jahrhundert im Süden der BRD allerdings 8 Extremhochwasser mit Milliardenschaden erlebt. Da aber immer nur ein Teilgebiet betroffen war, haben wir diese am Niederrhein als mittelgroße Hochwasserereignisse mit 20 bis 50-jähriger Häufigkeit erlebt.
    Für die Flüsse brauchen wir in Zukunft neben der Erhöhung der Abflusskapazität durch Deicherhöhung, Deichverlegung und Flutmulden auch deutlich mehr Retentionsräume und Notüberlaufgebiete.
    Der dünn besiedelte Niederrhein bietet viele Flächen, die sich hierfür anbieten.
    Die Politik hat in den vergangenen Jahren Ansätze gemacht diese einzurichten.
    Der Retentionsraum Bylerward oder das Notüberlaufgebiet Düffel sind Beispiele hierfür.
    Die Niederländer haben den deutschen Behörden, den Bürgermeistern Josef Jöken und Julius Meister, Landrat Wolfgang Spreen und Ministerin Bärbel Höhn klar und deutlich ihre Wünsche dargelegt.
    Aufgrund des Widerstandes wurde von politischer Seite entschieden, dass man diese Gebiete zunächst nicht einrichtet.
    Die Politik hat aber entschieden, dass man massiv in Computerprogramme investiert, die die Evakuierung der dünn besiedelten Gebiete simulieren. Ich arbeite aktuell zum dritten Mal für den Spezialisten, der bei Rijkswaterstaat diese Abteilung leitet.
    Der höchste Kommendeur der Reddingsbrigade war vor kurzem Kunde. Die Niederlande simulieren und üben regelmäßig die Evakuierung von 13 dünn besiedelten Poldern. Der Kreis Kleve tut dies im übrigen auch am Rechner an den gemeinsam mit den Niederländern entwickelten Programmen.
    Denn 2 dieser 13 Gebiete sind grenzüberschreitend.
    Letztendlich wird die Politik entscheiden müssen, dass man die Gebiete als das einrichtet, was sie am Rechner und bei den Katastrophenübungen längst sind.
    Die spannende Frage für uns und die nachfolgenden Generationen ist, ob das Einrichten dieser Polder vor oder erst nach dem Auftreten eines Jahrtausendhochwassers am Niederrhein geschieht.
    Bezogen auf den Artikel von Herrn Posdena würde mich interessieren, wie er präventiven Hochwasserschutz in der Stadtplanung Kleves sieht.
    Schon in den 80er-Jahren entwickelte das MURL Vorschläge, den großen Polder von Xanten bis Nimwegen durch Querriegel in Teilflächen zu unterteilen.
    Es macht z.B. Sinn die Klever Unterstadt, Rindern und Kellen mit den Industriegebieten und der Hochschule durch Querriegel oberhalb von Kellen und unterhalb von Rindern gegen Deichbrüche ober- bzw unterhalb dieser Teilfläche zu schützen.
    Mein Wunsch für Kleve ist, dass die Politik sich für diese an sich alten Ideen aus dem zuständigen Ministerium öffnet und diese Maßnahmen realisiert.
    Herr Posdena könnte als Fachmann städteplanerisch diese Projekte entwickeln und die Flächen hierfür im Flächennutzungsplan, der zur Zeit für unsere Region neu entwickelt wird, reservieren.

    Um nochmal zurück zu kommen auf das Thema Glücksspiel.
    Herr Luteijn, Vorsitzender der Kommision Notüberlaufgebiete würde viele der aktuellen Entscheidungen und Entwicklungen (wir investieren in die Organisation der Evakuierung und nicht in den Schutz der Werte dieser Polder) als russisches Roulette für die betroffenen Orte bezeichnen.
    Die Frage ist für Luteijn nicht, ob der Niederrhein ein Jahrtausendereignis erleben wird.
    Die Frage ist für ihn nur, wie vorbereitet wir dann sind.
    Haben Kleve, Emmerich und die übrigen 11 Gebiete dann schon eine kugelsichere Weste oder bekommen sie diese erst nach dem Ereignis?

     
  7. 22. Jürgen Böll

    @ Peter Wanders
    Wie würde sich,
    Zitat:Das KNMI prophezeit bei ungebremsten CO2-Ausstoß, dass der Meeresspiegel in den nächsten 80 Jahren um ca. 2,50 bis 3,00 Meter steigt.
    Ziatatende
    das dann für die Niederlande generell und für den Klever Raum im speziellen dann auf die Poldergebiete und Landschaften auswirken.
    Wenn man die 80 Jahre nun annimmt ist das für unserer Kinder der nachfolgenden Generation in einer sehr nahen realen Zukunft und betrifft sie viel mehr als unsere heutige Nachkriegsgenerationen der 50er / 60er und 70er Jahre.

    Siehe auch Rheingraben: http://www.rheingraben-nord.nrw.de/index.php/Rheingraben-Nord
    bzw. Rhein https://www.brd.nrw.de/umweltschutz/hochwasserschutz/pdf/Rhein_Karte_Nord.pdf

     
  8. 21. Messerjocke

    Ein guter, lesenswerter Beitrag von Dirk Posdena.

     
  9. 20. jean baptiste

    @18. rd
    klar, die Lottozahlen für nächste Woche kennt keiner.
    Aber die Lottozahlen für den 24. April 2097 kann ich Ihnen gerne voraussagen, auf die gebe ich Brief und Siegel 🙂

     
  10. 19. Peter Wanders

    @rd
    Danke für die Bewunderung.
    Das ganze ist aber einfacher als du denkst.
    Hierzu kann man wissenschaftliche Berichte von Klimaforschern, Glaciologen, Geologen und Astronomen lesen (Astrologen brauchen wir nicht zu Rate zu ziehen).
    Darin wird beschrieben, wie die Neigung der Erdachse und die ellypitische Bahn der Erde um die Sonne ein rhythmische Auftreten von Eiszeiten und Warmzeiten verursachen.
    Auf der elliptischen Bahn sind wir aktuell (in Zeitperioden von 1.000 Jahren gedacht) der Sonne im Winter näher als im Sommer. Und das ist in 5.000 Jahren völlig anders. Dazu muss man nicht hellsehen, sondern lesen.

    Was den für Klimaforscher kurzfristigen Meeresspiegelanstieg bis 2.100 angeht, hat soeben das Koninklijk Nederlands meteorologisch Instituut KNMI eine hochspannende Untersuchung veröffentlicht. Was passiert, wenn der CO2-Ausstoß ungebremst weiter geht? Das entspricht bei allen politischen Lippenbekenntnissen viel eher dem aktuellen globalen Geschehen.
    In allen bisher veröffentlichen Studien zum Meeresspiegelanstieg wurde der Einfluss der Antarktis nicht berücksichtigt.
    Darum kam man auf recht kleine Vorhersagen mit maximal 1,20 m Anstieg. Die neuen Zahlen sind beeindruckend anders.
    http://www.knmi.nl/over-het-knmi/nieuws/extreme-zeespiegelstijging-in-de-21e-eeuw
    An den Gletschern der Antarktis stellen die Forscher aktuell ein stark beschleunigtes Abfließen der Eismassen fest.
    Dies entspricht den Vorhersagen, dass die größten Gletscher der Antarktis , deren Zungen bisher am rauen Meeresboden festgefroren waren, bei einer durch Klimawandel induzierten Meereserwärmung ungebremst ins Meer abfließen.
    Das besondere an den neuen Untersuchungen ist, dass die Wissenschaftler der Antarktis nun davon ausgehen, dass die größten Gletscher der Antarktis schon jetzt den point of no return überschritten haben.
    Konnte man alles in den vergangenen Jahren schon lesen. Das KNMI berücksichtigt nun erstmalig diese Untersuchungen in den Vorhersagen.
    Das KNMI prophezeit bei ungebremsten CO2-Ausstoß, dass der Meeresspiegel in den nächsten 80 Jahren um ca. 2,50 bis 3,00 Meter steigt.
    Die Lottozahlen kann ich dir übrigens auch nicht vorhersagen.
    Ich kann dir wohl berechnen, wie gering die Gewinnchancen sind.
    Klimaforschung mit Lottospielen zu vergleichen hat natürlich was…

     
  11. 18. rd

    @Peter Wanders Wer in der Lage ist 5000-10.000 Jahre in die Zukunft zu blicken, hat uneingeschränkte Bewunderung verdient. Ich selbst weiß nicht einmal die Lottozahlen vom nächsten Samstag.

     
  12. 17. Peter Wanders

    @Andre Gerritzen
    Ein Teil ihrer Schilderung ist falsch.
    In 5 – 10.000 Jahren herrscht hier wieder eine Eiszeit und ist der Meeresspiegel wieder niedriger.
    Richtig ist das von Ihnen geschilderte Aufsteigen Skandinaviens. Dadurch sinkt insbesondere die deutsche und niederländische Nordseeküste.
    Lange vor dieser kommenden Eiszeit wird die Klimaerwärmung den Meeresspiegel über Teile von Kleve anheben, denn Unterstadt, Kellen und Rindern liegen auf ca. 12 -14 Meter über NN.
    Geologen und Klimatologen verschiedener Institute und Hochschulen sagen für 2 Grad Klimaerwärmung vorher, dass der Meeresspiegel nach einer gewissen Zeit der Anpassung um mindestens 14 und bis zu 25 Meter steigt. Ursprünglich vermutete man einen Anpassungszeitraum von bis zu 500 Jahren. Dieser wird aber in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen wohl viel kürzer sein.
    Aktuell beträgt in der Nordpolregion die Erwärmung schon weit mehr als 2 Grad. Am Nordpol gab es in diesem Winter drei Hitzewellen, die bis zu 20 Grad über den Durchschnittswerten lagen.
    Dies würde im Vergleich für unsere Region bedeuten, dass es von Dezember bis Februar 3 Hitzewellen mit mindestens 5 Tagen mit Tageshöchstwerten von über 26 Grad gibt.
    http://www.weer.nl/nieuws/detail/2017-02-15-derde-hittegolf-op-de-noordpool-deze-winter/
    http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-11/klimawandel-arktis-wetter-winter-veraenderung
    Ursprünglich wurde ein eisfreier Nordpol erst für das Jahr 2100 vorhergesagt, aber die Entwicklung dort hat sich rasant beschleunigt.
    http://www.weer.nl/nieuws/detail/2017-03-15-ijsvrije-noordpool-in-zicht/
    Aktuell schmelzen die Gletscher Grönlands und Teile der Antarktis in Rekordtempo, viel schneller als Klimatologen und Geologen vorhergesagt haben.
    Herr Posdenas Blick in die Zukunft reicht nur ins Jahr 2050.
    Klimaforschung ist dabei nicht seine Aufgabe.

     
  13. 16. jean baptiste

    @ 15. Andre Gerritzen
    Schon mal was von Polder gehört ?
    Bis dahin hat Holland die Deiche entsprechend erhöht, ausserdem arbeitet Frau Hendricks doch mit Hochdruck an Fördermöglichkeiten von CO2-Speichern in unterirdischen Höhlen, die unser Land wieder um einige Meter anheben kann. 🙂

     
  14. 15. Andre Gerritzen

    Langfristig wird Kleve aber im Meer versinken (unabhängig von der Kilmaerwärmung).
    In 5000-10000 Jahren sinken die ganzen Niederlande inkl. Kleve deutlich unter Meersspiegel-Niveau ab.
    Während der letzten Eiszeit haben die Gletscher Skandinavien “runter gedrückt” und unser Gebiet dadurch hoch.
    Jetzt “Kurz nach der Eiszeit” steigt Skandinavien durch den fehlenden Druck wieder auf und bei uns geht es wieder runter.
    Nur Pupa-Schmitz mit ihrer Strand-Bar am Klever Berg (dann eine Insel) wird es dann noch geben.

     
  15. 14. jean baptiste

    @10. Unternehmer
    Klar, Anspruch hat er schon auf einen der Tiefgaragenparkplätze.
    Allerdings mit der Zufahrt wird`s ein wenig brennzlig , Schilda hat ihre Schilder nicht gebaut … äh .. Kleve ihr Klevah nicht gebaut … äh … äh ….. SPRACHSTÖRUNG … äh … Einfahrt ihr Zu gebaut …. da ist bei Kleve Rat wohl teuer Haus !

     
  16. 13. Loloja

    Also mein Toilettendeckel spricht schon heute manchmal zu mir. Dann ist überfälliges Badputzen angesagt und dann ist wieder für einige Zeit Ruhe

     
  17. 12. laloba

    Dieser Ausblick ist vor allem deswegen gruselig, weil er meiner Meinung nach nicht berücksichtigt hat, dass Menschen unperfekte Wesen sind, die sich in einer unperfekten Welt ganz gut zurecht finden und dabei auch Kreativität entwickeln, sondern stattdessen eine durchdigitalisierte, scheinbar problemlose Welt hochjubelt, in der der Mensch jedoch den technischen Gegebenheiten ausgeliefert ist und mehr und mehr vom Subjekt/Handelnden zum Objekt wird.

    Ich glaube auch, dass die meisten nicht von ihrem Toilettendeckel angesprochen werden wollen.

     
  18. 11. ???

    @10. Unternehmer
    Vielleicht wird das, in Aussicht gestellte Rathaus, 2050 wieder eine “Heilstätte”……..aber nicht für Menschen, sondern für Roboter. Ein Rathaus und Stadtverwaltung im eigentlichen Sinne, wird in Kleve bei fortschreitender “Planung” dann wohl nicht mehr nötig sein……….. 😉

     
  19. 10. Unternehmer

    Okay, Herr Posdena fährt auch 2050 noch von Kellen mit dem Auto zur Arbeit.
    Aber wo parkt er eigentlich, wenn die Parktplätze rundum die Verwaltung wie aktuell von seinem Amt geplant, abgeschafft werden.
    Oder gehört er dann zu den 10 Privilegierten, die Anspruch auf einen der Tiefgaragenparkplätze im Keller der Verwaltung haben?

     
  20. 9. Jürgen Böll

    Respekt für den Zukunftsausblick.
    Macht es einem nun Angst, diese Aussicht.
    Vieles ist denkbar, einiges schon heute Realität ob der Vorschritt wirklich so rasend von statten geht, dass sehen wir dann 2050 😉
    Sicherlich ist aber eines, die Arbeitsplätze werden dank Kollege Computer weniger in der Zukunft werden, das heißt aber auch viele werden dann gar keinen Job mehr bekommen können, um digital dann von ihem Gehalt überhaupt leben zu können.
    Das dürfte dann die andere Kehrseite der digitalen Münze der Zukunft dann sein.
    Wie Kleve sich in 33 Jahren dann entwickelt hat, da darf man gespannt sein 😉

     
  21. 8. Zecke

    @ 7. ………….wat is „Prekariat“?

     
  22. 7. laloba

    “Was ist wohl aus dem Kollegen von der Info geworden?” – Das ist die zentrale Frage. Es wird ein großes Prekariat geben, das keinen Anteil an der digitalen (Arbeits-)Welt hat … es gibt dort dann einfach nicht mehr genügend Jobs
    Auch die Männer, die noch einen Job haben, werden den meist von zu Hause aus machen …
    Die, die keinen haben, leben in den alten Mietshäusern ohne Haushaltsroboter und sprechende Toilettendeckel … und werden froh sein, wenn sie nicht ewig leben müssen

     
  23. 6. bonum

    Grausige Vorstellung.
    2050: Allein nur noch Beamte , die ganztägig “beschäftigt” sind, die von Kellen bis Kleve 20 Minuten Fahrzeit benötigen und der Gentrifizierung Kleves Vorschub leisten, deren Eltern und sie selbst 150 Jahre alt werden.
    Wie hoch sind dann die Krankenkassenbeiträge der produktiv-arbeitenden Mehrfachbeschäftigten.
    Wo sind die ehemaligen Nachbarn untergekommen?…(Vielleicht in Goch?)
    Ist eine Verwaltung “gut aufgestellt” (Gladbach war am Samstag “gut aufgestellt”), deren Mitarbeiter (hoffentlich nicht während der Arbeitszeit) solche grausigen (Achtung: IN-Wort) “Narrative” verbreiten.

     
  24. 5. Lohengräm

    Ich entnehme dem Bericht:
    Dirk Posdena lebt und arbeitet in Kleve und denkt offensichtlich auch in 2050 nicht im Traum daran mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
    Das finde ich den für einen Klever Bürger charakteristischsten Punkt.

     
  25. 4. Günter Hoffmann

    Wie wäre es mit der Smart Diagnostic Toilet ? Auf dem Klo Deckel werden, wie bei einem Head up Display,nach Nutzung, die Gesundheit und Prognose für den Aspiranten sofort sichtbar gemacht . Wenn er dann Pech hat mit dem Hinweis das es sich nicht mehr lohnt irgend welche Pläne zu machen.

     
  26. 3. Husky

    Jeder der “smarte” Geräte einsetzt gehört wegen groben Datensicherheitsverstößen in den Knast.
    Die gefährden nicht nur den eigenen Haushalt sondern das halbe Internet mit ihrem unsicheren Java dreck.

     
  27. 2. ???

    ….. oder soll es etwa ein Statement zur nächsten „Bürgermeister/in-Wahl“ darstellen???

     
  28. 1. ???

    ……..was…….2050 gibt es in Kleve noch „echten Rasen, der gemäht werden muss“???

    Nein…..dann möchte ich 2050 nicht mehr in Kleve leben…….. 😉

    Hat man bei der Stadtverwaltung nichts anderes zu tun?