Wie die Realschulsache aus der Welt geschafft wird

rd | 09. April 2011, 17:00 | 17 Kommentare

Zu wenig Plätze an den Realschulen, intensive Gespräche mit den Eltern, die trotz fehlender und mit nur eingeschränkter Empfehlung ihren Kindern einen Besuch dieser Schulform ermöglichen wollen – das ist die Situation vor dem Beginn des Schuljahres 2011/12. Wie aber sieht die Beratung aus? Mir wurde aus Kranenburg Folgendes zugetragen:

Real- und Hanna-Heiber-Schule haben wohl vereinbart, den Eltern zu versprechen, dass die Klassenaufteilung so gemacht wird, dass die Kinder mit eingeschränkter Realschulempfehlung in eine Klasse kommen, wenn sie zur Hanna-Heiber-Schule gehen, und dann gesonderten Förderunterricht erhalten – und sobald Platz auf der Realschule ist, können sie ab der 6. Klasse ohne große Hürden noch zur Realschule wechseln. Deshalb haben sich jetzt schon einige Eltern anders entschieden und ihre Kinder in Kranenburg angemeldet.

Interessante Idee – aber wie mag das auf die Kinder wirken, die eine »normale« Hauptschulklasse besuchen? Werden sie dann nicht noch eine Stufe weiter abgestuft? Und lässt sich so etwas im normalerweise ja durchaus etwas chaotischen Schulalltag überhaupt durchhalten?

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  1. 17. Jens-Uwe Habedank

    http://www.lokalkompass.de/kleve/politik/ohne-losverfahren-ab-zur-realschule-nach-kalkar-d54476.html

    Da frage ich mich, wie denn eine “interkommunale Bildungsarbeit” zwischen Bedburg-Hau und Kleve aussehen soll – wenn die Hauer doch nach Kalkar sollen und nicht nach Kleve dürfen?
    Hämisch auch der Satz:” Es ist ja so, dass die Schulträger keine Plätze herbei zaubern können” – Hoppla, bereits vor zwei Jahren waren die Prognosen bekannt. Man hat nur und absichtlich geschlafen…

     
  2. 16. afrika

    Die Stadt hat grade bei Facebook gepostet, dass es KEIN Losverfahren geben wird. Alle Realschulanwärter sollen angeblich einen Platz erhalten.

     
  3. 15. Beobachter

    @mozart

    Auch mal weiter unten lesen, nicht einfach nur kommentieren – ich beziehe meinen post nur auf einen anderen!

     
  4. 14. kranenburgerIN

    Solche Abkommen gab es schon öfters in ähnlicher Weise – dabei wurde jedoch jedes Mal die Sicht und Lage der Kinder vergessen – den die wollen zumeist nach einem Jahr gar nicht mehr aus ihrem Klassenverband rausgerissen werden und die Schule wechseln. Da sind Eltern oft machtlos gewesen und müssen dann die jeweilige Schule akzeptieren … Also – insbesondere im Sinne der Kinder – und die künftige Generation muss sich wohl dringend was ändern, liebe Politiker … !

     
  5. 13. Der Laie

    Das Jahr 2000 als Geburten starkes Jahr kommt ja so überraschend,wahre Probleme sitzt die Laientruppe gerne aus,
    in Sonntagsreden von ” Wir müssen in die Bildung unserer Kinder investieren,da Deutschland nur sehr wenige Industrie Arbeitsplätze hat.
    Wie sieht die Realität aus, in B-H hält man krampfhaft an der Hauptschule bei sehr geringen Anmeldezahlen fest.
    In Goch werden Kinder an der GS mangels freier Plätze abgewiesen, in Kleve kommen Schüler an der Realschule in die Lostrommel um vll. eine adäquate Ausbildungschance zu erhalten.
    Aber Hauptsache die Laientruppe am unteren Niederrhein kann UNSER Geld für Moyländer Hängungen,Klinkerwüsten oder Naturschwimmbäder am Kurhaus ausgeben.
    Mein Liebesentzug findet jetzt endgültig bei den Stadtwerken statt,wer so Hirnlos mit dem Geld umgeht, verdient keine Solidarität mehr.

     
  6. 12. kranenburger

    @Beobachter: Genauso ist es, vielen Dank, hätte das jetzt auch hier geschrieben.

     
  7. 11. mozart

    Gaesdonk ist ja wohl eine Privatschule und steht nicht in der Verantwortung der Stadt Goch.

     
  8. 10. Beobachter

    Die Busse zur Gaesdonck sind vollkommen aus-, wenn nicht überlastet. Da passt kein Kranenburger Schüler zu einer (anderen) Gocher Schule mehr rein, nicht mal mehr ein Mäuschen. Die sind sooo ausgelastet, dass Schüler sich teilweise nach Schulschluss auf eine über 50 km lange Rundreise begeben müssen, bis sie endlich ihre Haltestelle erreichen, die keine 15 km von der Schule entfernt ist. Und trotzdem löhnen die Eltern allein dafür über 50 Euro im Monat …

     
  9. 9. mozart

    Da bin ich schon wieder begeistert,
    wer sagt denn das in der Gocher Realschule Plätze frei sind ??
    Ich meine doch das jede Gemeinde seine Schulprobleme erst mal selber lösen sollte.
    Desweiteren weiß ich , das Schüler der GS , aus Gemeinden die dem Zweckverband nicht angehören, auch keine Schulkosten
    übernehmen.
    Das wäre erstmal ein Punkt, dass die Gemeinden die sich in ein gemachtes Nest setzen auch die Schülerkosten übernehmen.

    Desweiteren weiß ich das hier in Goch sämtliche Bürger mit den Bussen fahren dürfen mit dem auch Schüler befördert werden, und umgekehrt.

    Wenn Kranenburg auch jetzt noch Gocher Strom bekommt,
    könnte sich diese Gemeinde doch ein wenig mehr nach Goch öffnen, dem Zweckverband beitreten und das tolle schulischeangebot der Stadt Goch mitnutzen.
    Bedburg-Hau möchte ja zu Kleve.

     
  10. 8. Andreas

    @ Friedrich Foerster:
    Schülersonderverkehr ist schon okay, allerdings sind die aktuellen Bedingungen/Vorgaben für die Beförderung der Schüler ja wohl unter aller Grütze.
    Theoretisch, also auf dem geduldigen Papier, sind die aktuellen Schulbusse (also Linienbusse mit anderer Kennzeichnung) vollkommen ausreichend.
    Uralte Dieselschleudern mit ölleckenden Uraltaggregaten, keine geeigneten Rückhaltesysteme, Sitz- und Stehplätze werden zusammengerechnet und in der Realität reichen diese dann nicht aus, weil u.a. jedes Kind eine oder mehrere Taschen mit sich führt, ältere Schüler die wenigen Sitzplätze vereinnahmen und den jüngeren Schülern zumuten im Gang zu stehen ohne jede Möglichkeit sich festzuhalten, Begleitpersonen die regulierend eingreifen könnten sind Fehlanzeige und und und.

     
  11. 7. Jens-Uwe Habedank

    Dieses Dilemma war absehbar seit mindetestens 2 Jahren – warum rückt wohl die Stadt Kleve nicht die Zahlen aus der Umfrage heraus?! (Reget sich aber auf, dass man auf Herausgabe klagt…)
    Anhand dieser Zahlen hätte man vorbereitet sein müssen – wollte man aber nicht und alles kommt “sooo überraschend”…

    Was man den “Hauptschülern mit Realschulambitionen” verpricht ist pur Heuchelei. Es kann davon ausgegangen werden, dass die entsprechenden Plätze nicht frei werden – und dann?! Dann hat man wiederum 2 Jahre Zeit gewonnen, es dürften neue “unvorhersehbare” und “unerwartete” Probleme auftauchen, warum sich nichts ändert, Kinder CDU-Kastensysteme austragen müssen (übrigens in Kleve mit Hilfe der Grünen und der FDP).

    Was muss noch alles auf den Tisch kommen, was muss noch passieren, dass endlich die Eltern erkennen wie sie hier von einer Verwaltung und den Mehrheitsfraktionen besch… werden?!

     
  12. 6. Afrika

    noch schlimmer!

    Also ich bin für die Gesamtschule für alle! Auch wenn das den Lehrern vielleicht nicht gefällt, dass sie alle zu unterrichten haben. Das dreigliedrigere System sollte so schnell wie möglich abgeschafft werden.

     
  13. 5. Friedrich Foerster

    @Kranenburger:
    Das wird ja wohl das am leichtesten zu beseitigende Hindernis sein!
    Die Busse fahren sowieso – je mehr drinsitzen, desto geringer sind natürlich die Kosten je Kind!
    Zusätzliche Kosten scheinen mir gegebenenfalls überhaupt nicht zu entstehen – oder fahren so viele Kinder, dass EIN Bus nicht mehr ausreicht?

    Grundsätzlich ist außerdem die Frage zu stellen, ob überhaupt Busse fahren sollten, die nicht allen denkbaren Fahrgästen zugänglich sind!
    Der Schulbus-Verkehr gehört in den allgemeinen Öffentlichen Personen-Nahverkehr aufgenommen!

     
  14. 4. kranenburger

    @Friedrich Forster: Es ist kein gutes Angebot, weil die Kinder dann nicht die Schulbusse nutzen dürfen, die jeden Morgen von Kranenburg nach Goch fahren – die sind ausschließlich für die Schüler der Gesamtschule Goch und Gaesdonk. Da ist dann noch Änderungsbedarf vorhanden.

     
  15. 3. Friedrich Foerster

    Einerseits frage ich mich, warum für Kranenburger “Realschul”-Kinder die Realschule Goch nicht heute schon ein gutes Angebot ist.

    Andererseits frage ich mich, warum man jetzt in Kranenburg nicht die Gelegenheit nutzt, sich sofort auf den Weg zu einer eigenen De-facto-Gemeinschaftsschule zu machen und längeres gemeinsames Lernen möglich zu machen.
    Warum hofft man – sollten die Gerüchte zutreffen – auf durch Abschulen “frei” werdende Realschul-Plätze in Kleve?

    Stattdessen könnte man längeres gemeinsames Lernen planen und so die Attraktivität der Noch-Hauptschule Hanna-Heiber-Schule nachhaltig erhöhen und hoffentlich auch deren langfristigen Fortbestand sichern!

    @Afrika:
    “nach der vierten Klasse” ???
    Entschieden und eingeteilt wird tatsächlich schon am Beginn des vierten Schuljahres!
    Die Halbjahres-Zeugnisse enthalten bereits die Grundschul-Empfehlung, mit der die Eltern ihren Nachwuchs anschließend an einer weiterführenden Schule anmelden.

     
  16. 2. egalonormalo

    Wenn Platz auf der Realschule ist ? Das ich nicht lache..
    Wahrscheinlich wird dann noch eine Warteliste erstellt für abwanderungswillige Schüler. Und der letzte auf der Liste wird dann kurz vorm Abschluss auf die Realschule geschickt…

     
  17. 1. Afrika

    tschuldigung, aber das muss jetzt mal gesagt werden:

    Das Schulsystem in unserem Land ist die letzte Scheiße!

    Kinder und Jugendliche entwickeln sich unterschiedlich schnell und haben es verdient, dass ihr Lebensweg nicht mit 10 Jahren in eine bestimmte Richtung gelenkt wird. Und nur weil Menschen mit Hochschulabschluss Protektionismus betreiben (wollen) darf es nicht so bleiben. Es muss sich was ändern! Nicht nur bei Realschulen, Gymnasien, Hauptschulen oder Gesamtschulen! Es sollte eine Schulform geben die das Können des Einzelnen individuell berücksichtigt und jedem die Möglichkeit (!) gibt die Hochschulzugangsberechtigung direkt zu erwerben. Wie viele Studenten in Deutschland müssen in Deutschland Umwege gehen aufgrund der Entscheidungen von Lehrern und Eltern nach der vierten Klasse? Hallo???????