Polnische Verhältnisse

rd | 16. August 2011, 11:40 | 1 Kommentar

Eines meiner Lieblingsbücher ist Mark Twains Bummel durch Deutschland (A tramp abroad), in dem die deutsche Sprache sehr realitätsnah beschrieben wird: »Einige deutsche Wörter sind so lang, dass sie eine Perspektive haben.« Wie ich drauf komme?

Nun, ich kenne einen neuzeitlichen Tramp abroad, den aus Kleve stammenden WDR-Journalisten Ludger Kazmierczak, der den Wurzeln seines Namens folgend zwei Jahres als Hörfunkkorrespondent in Polen verbracht hat – und nun, unmittelbar vor seiner Rückkehr nach Kleve, über seine Eindrücke im östlichen Nachbarland ein 170-seitiges Buch verfasst hat, das – wenn auch nur die Hälfte der Geschichten drin steht, die mir mündlich überliefert wurden – den Vergleich mit dem irren Amerikaner nicht zu scheuen braucht.

Es geht also um die polnische Sprache, um Landstraßen und Behördengänge. »Ist fast alles so wie bei uns. Nicht schlechter – aber irgendwie anders!«, so Kazmierczaks Befund. Das Buch heißt »Zwischen den Polen«, ist im Agenda-Verlag erschienen und kostet 14,80 Euro.

Ich werde es mir wohl kaufen, da der Autor bisher davon abgesehen hat, mir ein Rezensionsexemplar zuzusenden, und jetzt, nachdem ich es so wohlwollend besprochen habe, wohl auch keinen Anlass mehr dazu sehen wird. Dafür habe ich noch einen Klassiker von Twain zum Zeitungswesen (wichtig für alle Verlagsmanager): »Zeitungsredakteure dürfen nie Urlaub machen. Entweder fällt die Auflage während ihrer Abwesenheit oder sie steigt – beides ist gleich schlimm.«

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  1. 1. klevesehrgern

    Na da bin ich mal gespannt, was der Ludger zu berichten hat. So wie ihn kenne, kann es sehr unterhaltsam werden. Die 14,80€ darf man sicherlich investieren.