Mehr Sicherheit für Schulkinder: Stadt weitet Tempo-30-Zonen aus

Neue Tempo-30-Zonen kommen

Der Tagesordnungspunkt trug den unspektakulären Titel „Hochfrequentierte Schulwege“, und er ging zurück auf einen Prüfantrag der Grünen aus dem vergangenen Jahr. Die Ergebnisse, die in der vergangenen Woche dazu im Ausschuss für Verkehrsinfrastruktur und -mobilität vorgestellt wurden, werden für die Klever Autofahrer einige Umstellungen mit sich bringen – denn die Tempo-30-Zonen in der Nähe von Schulen sollen massiv ausgeweitet werden. Die Umstellung, die wohl die meisten Autofahrer betreffen wird, ist die an der Hoffmannallee, doch es sind noch zahlreiche weitere Straßen betroffen. Alle Maßnahmen dienen dazu, den Schulweg für die Kinder sicherer zu machen.

Als „hochfrequentierte Schulwege“ werden Straßenabschnitte bezeichnet, die Verkehre auf den Wegen zwischen Wohngebieten und Schulen bündeln. Auf diesen Wegen kann, so heißt es in der Vorlage der Verwaltung, „ohne Vorliegen einer besonderen Gefahrenlage Tempo 30 angeordnet werden“. Die Lage der hochfrequentierten Straße ist aus den Schulwegplänen ablesbar, der Eltern den sichersten Weg zur Schule anzeigt. Die Straßenverkehrsbehörde könne deshalb davon ausgehen, das diese Wege intensiver genutzt werden.

Die Besprechung zur Identifikation der „hochfrequentierten Schulwege“ fand am 20. Januar statt, also vor knapp sechs Wochen. Beteiligt waren Vertreter der Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft (KKB), von Straßen.NRW, von den Fachbereichen 40 und 66 der Stadtverwaltung, von der Polizei, sowie von den Umweltbetrieben der Stadt Kleve. Sie identifizierten einige Straßenabschnitte – und ordneten Konsequenzen an.

Hier der Überblick:

Willibrordschule Kellen: Der Bereich der Kreuzhofstraße ab Einmündung Laurenzstraße bis zum Kreisverkehr am Klever Ring wird als „hochfreuentierter Schulweg mit Bündelungswirkung“ identifiziert. In Konsequenz wird für diesen Bereich montags bis freitags von 7 Uhr bis 17 Uhr Tempo 30 angeordnet. Auf der Emmericher Straße wurde auf eine weitergehende Geschwindigkeitsbegrenzung verzichtet, weil dort mehrere Ampeln eine sichere Querung der Straße ermöglichen.

Katholische Bekenntnisgrundschule St. Michael, Reichswalde: Viele Bereiche befinden sich bereits in einer Tempo-30-Zone, nicht aber der Bereich Hamstraße 41 bis Am Forsthaus 48. Auch in diesem Abschnitt wird der Straßenverkehr werktags zwischen 7 Uhr und 17 Uhr auf eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h begrenzt.

Montessorischule, Spyckstraße, Kleve: Für diese Schule identifizierte die Verwaltung die Ludwig-Jahn-Straße sowie die Flutstraße (bis Hausnummer 7) als hochfrequentierte Schulwege. Ergebnis: Anordnung von Tempo 30 werktags zwischen 7 Uhr und 17 Uhr.

Marienschule, Materborn: Zwei Straßen fielen die Schulweg-Kategorie, darunter gleich zwei Abschnitte der Königsallee. Und zwar einmal von der Einmündung St. Annaberg bis zur Einfahrt Friedhofsplatz, das zweite Mal von der Hausnummer 42 bis Hausnummer 94. Darüber hinaus traf es die Merowingerstraße (Schmidtstraße bis Einmündung Königsallee). Für alle Abschnitte gilt künftig ebenfalls werktags und tagsüber Tempo 30.

Gemeinschaftsgrundschule An den Linden: Für die gesamte Römerstraße wird werktags zwischen 7 Uhr und 17 Uhr Tempo 30 angeordnet. Die Lindenallee bleibt wegen Ampelübergängen in ihrem bisherigen Status. Die Geschwindigkeitsreduzierung auf der Römerstraße betrifft auch das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Konrad-Adenauer-Gymnasium, van-den-Bergh-Straße: Die gesamte Straße wird als hochfrequentierter Schulweg mit Bündelungswirkung klassifiziert (beginnend an Oststraße/Riswicker Straße bis zum Kreisverkehr Wisenstraße/Emmericher Straße). Ergebnis: Tempo 30 montags bis freitags tagsüber. Gleiches gilt für die neue Straße Am Stellwerk.

Joseph-Beuys-Gesamtschule, Hoffmannallee: Auf der Hoffmannallee ereigneten sich im vergangenen Jahr zwei tödliche Verkehrsunfälle, und zwar jeweils da, wo auch viele Schüler unterwegs sind. Bei beiden Unfällen war es fast ein Wunder, dass keine weiteren Menschen zu Schaden kamen. Das Gremium identifizierte den Bereich der Hoffmannallee zwischen den Hausnummern 59 bis 22 (zwischen Einmündung Kleiststraße und Agentur für Arbeit) als hochfrequentierten Schulweg und ordnete infolgedessen Tempo 30 an, wie in den anderen Fällen auch jeweils montags bis freitags zwischen 7 Uhr und 17 Uhr.

Die Schulwegsitutation der Gesamtschule am Forstgarten erforderte laut Gremium keine zusätzlichen Maßnahmen.

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15 Kommentare

  1. 15

    Grundsätzlich befürworte ich die Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Schulen bzw. an den Wegen dorthin.
    Allerdings – es gibt auch noch immer eine gewisse Fahrlässigkeit von Eltern und Behörden.
    Angesprochen wurde hier schon das Thema „Elterntaxi“, gleichfalls die mangelhaften Kontrollen durch Polizei und Co. in 30er Zonen.
    ( Nach 6 Monaten, 4 gebrochenen Rippen bei 2 mal „über den Haufen fahren in Düffelward“) bekam ich nun von der Kreispolizeibehörde die Aussage, dass man halt nicht überall sein könne und man auch zu wenig Personal habe – wirklich hilfreich!
    Ansonsten nur Schikane und Drohungen mir gegenüber. Wirklich hilfreich!

    Was mir noch aufgefallen ist: Selbst Grundschulkinder daddeln im Verkehr mit ihren Smartphones, ob nun zu Fuß oder mit der Fiets – Gerade in dunklen Stunden, und bei Verkehrsbeeinträchtigungen z.B. durch Schnee, dazu sind sie noch äußerst dunkel gekleidet, dass man sie erst in letzter Sekunde erkennen kann wenn man morgens gegen 07h unterwegs ist.

  2. 13

    Oh weh, der Schreiber ist wohl gerade in Berlin „Unter den Linden“. Unsere Klever Schule heißt………..wer weiß das? An den Linden – , nicht, dass es zu Verwechslungen kommt.

  3. 12

    Warum eigentlich max. 30 km/h nur mo-fr 8-17 Uhr? (Fast) Alle von rd aufgeführten Straßen sind doch (recht) dicht bewohnt. Aus Lärmschutzgründen wäre dort daher auch eine Beschränkung auf max. 30 km/h mo-so 22-6 Uhr sehr sinnvoll, damit die Anwohner möglichst wenig in ihrer Nachruhe gestört werden. Autofahrer könnten dann noch immer mo-fr von 6-7 Uhr mit max. 50 km/h zur Arbeit und von 17-18 Uhr wieder ebenso schnell heim fahren. Und für die unbelehrbaren Autoposer verbliebe immerhin noch das Zeitfenster von 18-22 Uhr. Nur Mut statt halber Sachen!

  4. 10

    Super Sache!
    Gerne noch den Kirchweg hinzu nehmen. Das ist die Hauptverkehrsfahrradroute für alle Schüler*innen, die aus Materborn in Richtung Stein und Unterstadt wollen. Da fahren zwischen 7.30-8.00 und 13.00-14.00 mehr Fietsen als Autos. Wobei man da auch schon den Effekt von „viele Radfahrende helfen was für die Sichtbarkeit“ merkt. Eine Gruppe von vier, fünf (oder mehr) Radfahrenden überholt man nicht so schnell wie eine einzelne Person.

    Das größte Problem sind aber leider immer noch die Elterntaxis, ich weiß auch nicht, wie man da ein Umdenken bei den Eltern bezwecken soll. Ich hole selbst mein Kind nachmittags an der Grundschule mit dem Auto ab (morgens läuft es mit anderen Kindern). Parke aber immer 1-2 Straßen entfernt, so dass ich NICHT an der Schule vorbei muss und den Rest laufe.
    Manche Eltern parken wirklich direkt in der Einfahrt, am liebsten im absoluten Halteverbot. Ich fotografiere das mittlerweile immer und melde es direkt der Stadt oder dem Hausmeister, der das weiterleitet. Anders geht es nicht. Auch die Schule weist in den Elternbriefen regelmäßig darauf hin, wie zu verfahren ist etc, aber das wirkt immer nur bedingt…

  5. 8

    Eine gute Sache, zumal in den Morgenstunden bzw. frühen Nachmittag, das Verkehrsaufkommen so hoch ist, dass ein schnelleres Fahren kaum möglich ist…
    Und was sind schon ein paar Sekunden mehr für die Fahrt, die eine Begrenzung auf 30 km/h kostet auf der kurzen Strecke, gegenüber die Sicherheit der Schwächsten im Straßenverkehr???

  6. 7

    @1 je nach Schule ist dort eh schon 30, weil’s dort immer so voll ist, dass man eh nicht besser vorankommt…. #Elterntaxis verbieten 😉

  7. 6

    @ KK
    Wieso Stadtsäckel angespannte Haushaltslage ?
    Geschwindigkeitskontrollen sind Maßnahmen mit eigener Geldbeschaffung. Genügend Kontrollen heißt genügend Knöllchen, heißt genügend Geld für den Stadtsäckel.Mir wird doch Keiner erzählen, daß diese überall geltende Kette in Kleve ejn Ende findet.
    Und wenn es nur die Fahrer mit den gelben Nummerschildern sind.
    Ubrigens, wo befindet sich die Wis Ens Trasse ?
    und @rd: bestimmt während unserer gemeinsamer Schulzeit schon mal vom Toto gehört ?
    Den Teil bei den Verkehren meine ich, zu unserer Zeit konnte man weder Verkehr, noch Wasser noch …. in den Plural erheben. De l’eau mein ich , und darunter auch der Verkehr, ich sage mal Teil fur Toto, odder wiee der gute Römer zu sagen pflegte, pars pro toto, der Teil steht fur das Ganze.

  8. 5

    Bei der Hoffmannallee wird sich also nichts groß ändern, zu Stoßzeiten bin ich mit meinem Rad schneller als die Autos neben mir. Dort wäre es eher nötig, das gefährliche Chaos aus zu schmalen und nicht markierten Radwegen, die direkt an Parkplätzen und Bushaltestellen verlaufen und den Fußgängerübergängen zu lösen.

  9. 2

    Eine gute Entscheidung ! 👍🏼 Die „Nahost Problematik“ wir ihr Scherflein dazu tun. Das 5 Liter Fläschchen Benzin aus der Apotheke 🙄 ( wie 1888 ) zur Feier des Tages ☝🏼 oder unter dem 😇🌲 wird evtl. Socken + Krawatte verdrängen .😳 😁

  10. 1

    Wer überwacht?
    Für den Autofahrer nicht schön und gewöhnungsbedürftig, jedoch vom Grundsatz wohl richtig.
    Ich frage mich nur wer diese ganzen Bereiche überwacht auf Einhaltung? Polizei meines Wissens nicht mehr, das soll doch jetzt das Ordnungsamt machen? Da dürfte/müsste die Stadt aber noch einiges an Personal einstellen und das bei der Haushaltslage?? Zumal in den bestehenden jetzigen 30 Zonen, ob Stadt oder dem Dorf, eh keiner kontrolliert! Ich wohne auch in einer 30 Zone und von den 250 Pkw sind 200 zu schnell unterwegs!! Da hilft nur Kontrolle-zahlen, Kontrolle-zahlen, bis das der Autofahrer das verinnerlicht hat! Und nebenbei füllt sich der Haushalt!