Haus Simon: Zeugnis einer untergegangenen Welt der gemütlichen Unwirtlichkeit

rd | 11. Februar 2011, 14:48 | 5 Kommentare

Wanderer, kommst du nach Qualburg…

Wie es der Zufall will, hat der begnadete Haltestellenfotograf Oliver Gubbels nicht nur den NIAG-Unterstand am Hauer Grenzweg, sondern auch die Haltestelle Haus Simon in Qualburg abgelichtet, die vor einigen Wochen auch ich hier schon mal vorgestellt hatte, um dann wenige Tage später amüsiert-konsterniert zur Kenntnis zu nehmen, dass auch dieser Vorposten einer zivilisierten Welt ausgetauscht wurde gegen ein blaumodernes Etwas, das nicht ganz den Charme der gemütlichen Unwirtlichkeit der früheren Lösung hatte (doppelter Genitiv, na und?, und das Ganze ist ein einziger Satz!). Lieber Leser, beachte den Unterschied und merke auf, was man mit den richtigen Handgriffen noch an Depression aus einem Foto rauskitzeln kann!

Dieses Foto zum Gaudium, während ich über einer 17-seitigen Powerpointpräsentation brüte, die die Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm und Luftverschmutzung zur jüngsten veröffentlichen Bilanz des Flughafens Niederrhein erstellt hat und die einiges an Sprengstoff enthält (die RP berichtete bereits).

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  1. 5. Andreas

    Ist aber ein Sommerfoto … was S/W alles auszumachen vermag 😉

    Was aber das Thema betrifft … hat was von “letzte Ausfahrt Tod” aka “alles okay”.
    Verfall ist allgegenwärtig und bestimmt nicht jedem Zeitgenossen liegt der Fortschritt.
    Was vor 20 Jahren noch als Dummejungenstreich galt ist heute ein Fall für die überlasteten Gerichte, leider.

    Postapokalypse … die Erde nach dem Fortgang der Menschen …

    Fragmente menschlicher “Zivilisation” und “Urbanisation”, Zeugen vergangener Tage. Dolle Sache, aber mal im Ernst:
    Wen würde das interessieren wenn wir selbstherrlichen Weltherrscher mal in trauter Gemeinsamkeit die Platte putzen würden?
    Die alles überlebende gemeine Kellerassel bestimmt nicht.

    Ich finde das Bild geil, aber auch nur im Hier und Jetzt, ich interpretiere da was rein (macht ja jeder Mensch automatisch), hat was von Hoffnungslosigkeit.

     
  2. 4. MalWasSag

    Hallo Fotograf
    Die Cleve Bilder auf deiner Seite gefallen mir sehr gut. Ganz besonder die S/W. Man könnte wirklich meinen das es Bilder von früher sind. Als Klever mag ich auch so gerne die Griethausener Altrheinbrücke, den Spoykanal mit Hafen und unsere Schwanenburg.

     
  3. 3. Fotograf

    Danke Ralf…

    @ LJ …ich habe das Foto als größere Datei….somit könnte es selbst unter eigener Regie gedruckt werden…

    und ich finde die postapokalyptischen Buden besser, als die neuartigen Glasverschläge…und mit ein paar coolen Konzertplakaten ala Led Zeppelin oder ähnliches noch cooler…

    außerdem konnte man sich auf diesen früher mit Filzstift verewigen, Totenköpfe oder Herzchen malen, AC.DC reinritzen usw….

     
  4. 2. ralf.daute

    @LJ Bitte an den Fotografen wenden (ist verlinkt)

     
  5. 1. LJ

    Das Foto hat irgendwie etwas Surreales. Es vermittelt den Eindruck einer post-apokalyptischen Welt.
    Die Überreste der Menschheit verwittern, während die Natur wieder alles überwuchert.
    Gibt es das auch als Kunstdruck ?