Der dritte Mann (für den Kreis Kleve im Bundestag?)

Jörg Lorenz könnte den Sprung in den Bundestag schaffen (Foto: SPD)

Die SPD des Kreises Kleve sieht derzeit doppelt – zumindest, was ihre Chancen auf Bundestagsmandate nach der Wahl angeht. In einer Lokalzeitung heute wurden die aussichtsreichsten Kandidaten vorgestellt, aber bis drei zählen (bzw. bis 66, dazu später), das wäre wohl etwas viel verlangt. Jedenfalls ist der Aufmerksamkeit der geschätzten Kollegen entgangen, dass womöglich zwei Kreis Klever SPD-Kandidaten vor dem Einzug in den Bundestag stehen.

Schickt der Kreis Kleve also am 26. September erstmals wieder drei Abgeordnete nach Berlin? Aber im Gegensatz zu 2012, als Dr. Barbara Hendricks (SPD), Ronald Pofalla (CDU) und Paul Friedhoff (FDP) aus dem Kreis Kleve im Bundestags saßen, könnte es diesmal eine sensationelle Premiere geben. Erstmals zeichnet sich ab, dass die Kreis Klever SPD zwei Bundestagsabgeordnete stellt, die CDU einen.

Es ist der Öffentlichkeit weitgehend entgangen, dass nicht nur Stefan Rouenhoff (CDU) aus Goch und Bodo Wißen (SPD) aus Rees sehr gute Chancen auf den Einzug in den Bundestag haben, sondern auch ein Uedemer: Der Uedemer SPD-Fraktionsvorsitzende Jörg Lorenz, 65 Jahre alt, steht auf Platz 66 der NRW-Landesliste seiner Partei. Als die Liste aufgestellt wurde und die SPD bei um die 14 Prozent in den Umfragen lag, war das ein aussichtsloser Platz. Lorenz war bereits bei der letzten Bundestagswahl ein Kandidat, der eigentlich nur die Liste auffüllte. Doch mit dem rasanten Aufstieg der SPD in den Umfragen könnten auch die hinteren Plätze der SPD-Landesliste „ziehen“. Aktuell kämen 69 NRW-Kandidaten der Sozialdemokraten in den Bundestag – Lorenz wäre einer von ihnen. Wer es nicht glaubt, kann es gerne selber nachprüfen. Hier der Link zum Mandatsrechner, auch für die werten Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen: https://www.mandatsrechner.de/

Für Lorenz wäre es der glanzvolle Abschluss einer langen politischen Karriere. Er war lange Jahre Geschäftsführer der SPD im Kreis Kleve, danach auch in Düsseldorf, Oberhausen, Kreis Wesel und Duisburg. Seit mehr als 10 Jahren ist er außerdem Fraktionsvorsitzender der SPD im Uedemer Gemeinderat.

Deine Meinung zählt:

15 Kommentare

  1. 15

    @14. G. Hoffmann Gut, dass es hier noch jemanden gibt, der sich nicht verbietet nur die dunkle Seite der Medaille zu betrachten. Dieses ewige „wir müssen nur nach vorne schauen, dann klappt das schon!“ geht mir gewaltig auf die Nerven! Wie wäre es mit Zurückschauen. Schauen wir mal 80 Jahre zurück oder 90 Jahre als der jungen Demokratie und so mancher Demokratin und so manchem Demokraten nach dem Leben getrachtet wurde und vor 80 Jahren als systematisches, industrielles Ermorden von Minderheiten zu einer deutschen Tugend erklärt wurde.

    Die Demokratie ist ein Wunder. Jeder Tag an dem jungen Menschen nicht das Gehirn vergiftet wird mit faschistisch-rassistischen Ideen, ist ein guter Tag. In diesem Sinne geehrte Volksvertreter:Innen (hoffe, dass das so richtig diversitiert, sorry gegendert ist), schützt die Demokratie und nehmt uns auch in der Zeit zwischen den Urnengängen mit.

     
  2. 14

    Die Evolution war gnädig zu ihrem ,für den Planeten nutzlosen, seltsamen Produkt Mensch. Der ist sich z.B. NICHT bewußt wenn er ein 🧠- Idiot ist ,was nicht nur in der Politik vieles entschuldigt. 🤔

     
  3. 13

    Mit der Demokratie ist es so ähnlich wie mit dem Klimawandel. Die meisten wissen, dass dringender Handlungsbedarf besteht, aber es passiert nicht viel. Statt dessen kommt ein Skandal nach dem anderen ohne Folgen für die Delinquenten zu haben, Lobbyisten „helfen“ bei Gesetzesänderungen, Klüngel klüngeln munter überall in der Republik, Rechte untergraben die Demokratie und berufen sich dabei auf diese und Korruption wird dadurch „vermieden“, dass Politiker in vielerlei Hinsicht Geschenke annehmen dürfen. Täten Beamte dasselbe, würden sie umgehend Job und Beamtenstatus verlieren und in den meisten Fällen strafrechtliche Konsequenzen tragen müssen.

     
  4. 12

    @11 Mal wieder ein typischer Hoffmann.

    Sehen Sie Deutschland schon in der Nähe des Kongo, politisch? Dann sei Ihnen zur Abwechslung mal ein längerer Studienaufenthalt dort gegönnt. Vielleicht fällt Ihnen dann doch der ein oder andere Unterschied auf.

     
  5. 11

    Mal zu der Qualität 🙄 der D Politik. Das Hauptproblem ist das die Skandale die sich unser “Top Klasse ” Personal ständig leistet den Bürger nicht mehr erschüttert weil er, desillusionierte, von den Parteien gar nichts anders mehr erwartet als skandalöses Verhalten. Mann könnte es als wie eine Inflation von Abstumpfung bezeichnen.☝🏽By the way,auch die “Republik Kongo” nennt sich demokratisch .😁

     
  6. 10

    @9. Lohengräm

    Der vierte und längste Absatz in Ihrem Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf. Im verlinkten Spiegel-Artikel im zweiten Post von Herrn Schuster sind die Kosten durch Überhang- und Ausgleichsmandate aber nur ein Argument gegen einen großen und größer werdenden Bundestag. Das Hauptargument ist, dass ein Bundestag mit vielen Abgeordneten die Demokratie nicht verbessert. Im Artikel ist sogar von einer Verschlechterung die Rede. Interessant sind die Betrachtungen zum dem Phänomen mit dem wir in den letzten Jahren zu kämpfen haben. Die Mehrheit der Wähler eines Wahlkreises möchte nicht den Kandidaten der letzten verbliebenen „Volkspartei“ haben. Aber genau dieser Kandidat gewinnt den Wahlkreis, weil er von allen Kandidaten die meisten Stimmen erhalten hat. Das ist einerseits logisch und andererseits auch wieder nicht, da mehr als die Hälfte der Wähler ihn nicht gewählt haben. Strategisch wählen wurde als mögliche Lösung genannt. Eine Wahlrechtsreform im Sinne der Demokratie und nicht zum Vorteil der Parteien ist dringend notwendig.

     
  7. 9

    @2
    Also diese Pseudowirtschftlichkeitsberechnungen gehen mir schon seit längeren auf den Sack.

    Wir sind ein Volk von ca. 83 Millionen Einwohnern! 83.000.000 .

    Selbst 1000 Abgeordnete für den Bund fänd ich da nicht zu viel. Jedenfalls fällt das kostenmässig nicht ins Gewicht.

    Kostenmässig ins Gewicht fallen 20 Jahre sinnloser Einsatz in Afghanistan, die Bahnreform und die Mehdornsche Kahlschlagpolitik am Eisenbahnnetz in den 90ern, was uns jetzt in Form von Streckensperrungen und Zugausfällen auf die Füsse fällt, der Merkelsche Ausstieg vom Austieg vom Ausstieg von der Kernkraft, der – unter Rot-Grün mit den Betreiber einvernehmlich geregelt-, diese jetzt zu Milliarden-Schadenersatzforderungen gegen den Steuerzahler berechtigt, das Geschenk der Mütterrente, insbesondere auch für Beamtinnen und Selbstständige, die nie in die GRV eingezahlt haben, selbige aber das Vorhaben aber erst mal 3 Jahre über die Beitragszahler finanzierte, und und und.

    DAS haut kostenmässig rein.

     
  8. 8

    Ja, gönne ich ihm. Aber man sollte das Fell des Bären erst nach dem Erlegen verteilen. Aus Achtung vor dem Souverän würde ich solche Rechenspiele vielleicht nicht vor dem Schließen der Wahllokale als wichtigen Diskussionsgegenstand ausstellen. Wenn es so kommt, dann ist am Wahlabend noch ausreichend Zeit, sich für Jörg zu freuen und ihm zu gratulieren.

     
  9. 7

    Na ja Plotke, da fehlt eine Menge an Politischer Bildung……wenn du die Direktmandate abziehst vom Listenplatz 66…Der Jörg weiß das. Aber der ist ja auch Politiker

     
  10. 6

    @Peter Brückner:
    Alle Wahlkreiskandidaten der SPD stehen auf der Liste und sie stehen vor Jörg Lorenz
    Benutze den Mandatsrechner und Du siehst sehr genau, nicht nur wieviele Plätze ziehen. sondern wer auch reinkommt. Einfach bei NRW mit der Mouse auf die Sitze der SPD gehen.

     
  11. 3

    Mal eben so nebenbei ,auf dem gegenüberliegenden sicher heißen Dach arbeiten schon den ganzen Tag eine junge Frau +ein junger Mann denen mein ganzer Respekt gehört 👍🏽 […]

     
  12. 2

    Hoffentlich bleibt es bei 2 Klever Sitzen im Bundestag. Nicht weil ich der SPD den weiteren Sitz nicht gönne, aber ich habe etwas dagegen, dass der Bundestag durch den Mechanismus von Ausgleichs- und Überhangmandaten immer weiter aufgeblasen wird. Ein interessanter Artikel dazu:
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestag-der-drohende-riesenbundestag-und-wie-er-noch-verhindert-werden-kann-a-7c71863d-2a68-4f98-bb57-63bf111169a2

    Aber schön, dass Olaf Plotke mal wieder was Politisches schreibt, und nicht nur dröge Pressemitteilungen für einen medizinischen Dienst.

     
  13. 1

    @Olaf Plotke: 69 SPD NRW-Kandidatinnen im Bundestag heißt noch nicht, dass die Landesliste bis Platz 66 zieht. Da sind die Direktmandate vorrangig und so kann es sein, dass über die Liste weit weniger Kandidatinnen in Berlin einen Sitz erlangen. Nur wenn alle Direktmandate in der Liste vor Jörg Lorenz platziert sind, zieht auch die Liste entsprechend weit. Oder der umgekehrte Fall: Die SPD gewinnt kein Direktmandat und alle Mandate ziehen über die Liste ein. Aber dann wäre das Wahlergebnis für die SPD so schlecht, dass die Liste nicht bis Platz 69 zieht. Aber alles nur Wahlmathematik. Warten wir noch zweieinhalb Wochen, dann wissen wir es genau.

    Das ist ja auch der Grund, warum Lasset noch keinen Sitz im nächsten Bundestag sicher hat. Er kandidiert nicht für ein Direktmandat und verlässt sich auf Platz 1 der Landesliste. Sollte die Liste nicht ziehen, weil die CDU genug Direktmandate erhält, wäre er draußen. Und wenn er dann nicht Kanzler wird (dafür ist kein Mandat erforderlich) bleibt er uns in NRW erhalten.

    https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2021-08/53746637-laschet-verpasst-einzug-in-den-bundestag-007.htm