Abrissbirne für Hütten, Riesenbau am Burgberg in Planung

rd | 22. Mai 2010, 12:16 | 6 Kommentare
Sieht es links bald aus wie rechts? Hält der Burgberg?

Sieht es links bald aus wie rechts? Hält der Burgberg?

Kommt diese Stadt denn niemals zur Ruhe? Diese Frage dürfte sich demnächst unter anderem SPD-Bundesschatzmeisterin Dr. Barbara Hendricks stellen, denn in unmittelbarer Nähe ihres idyllischen Wohnsitzes am Kermisdahl wird ein neues, für dortige Verhältnisse üppig dimensioniertes Wohnungsbauprojekt geplant.

Auf dem rund 1000 Quadratmeter großen Eckgrundstück Wasserstraße/Schlosstorstraße, wo derzeit noch Ansgar Hütten mit seinem Fachgeschäft für Yachtbedarf sein grünumranktes Domizil hat, will der Kalkarer Architekt Michael Wilmsen gemeinsam mit dem Klever Bauunternehmer Werner Goris (“Das Bauunternehmen Ihres Vertrauens – seit mehr als 30 Jahren”) zwei oder sogar drei größere Mehrfamilienhäuser errichten. Die Gebäude sollen jeweils über sechs bis acht Wohnungen verfügen.

“Ja, es stimmt, wir haben verkauft”, berichtet Ansgar Hütten am Telefon. Doch kann der neue Eigentümer die beiden Häuser eigentlich einfach so abreißen? Natürlich nicht, und Kleves oberster Stadtplaner Jürgen Rauer sagt denn auch: “Die Abbruchgenehmigung liegt nicht vor, es ist auch noch kein Antrag gestellt.”

Allerdings gebe es eine Bauvoranfrage für mehrere Mehrfamilienhäuser, die bereits positiv beschieden worden sei. Da das Vorhaben wegen der denkmalgeschützten Schwanenburg in unmittelbarer Nachbarschaft in einem “sensiblen Bereich” erfolge, sei das Projekt auch mit Dr. Andreas Stürmer (Rheinisches Amt für Denkmalpflege) abgestimmt. Neben den denkmalschützerischen Aspekten gibt es allerdings eine weitere Sorge: Anwohner haben die Frage gestellt, inwieweit das Großprojekt die Stabilität des ganzen Burgbergs beeinträchtigt (nicht, dass Michael Hirst mit seiner Darstellung der tiefergelegten Schwanenburg am Ende doch recht behält) – zumindest dürften während des Baus massive Abstützarbeiten vonnöten sein.

Interessant ist, dass die Bauherren auch ohne Abrissantrag und dessen Genehmigung schon wissen, wo es lang geht: Die Bäume auf dem Grundstück wurden bereits kräftig zurechtgestutzt, und Ansgar Hütten sagt: “Wir bleiben nur noch bis Ende November, das ist mit den neuen Eigentümern so abgestimmt.” Die Mieter im Objekt Schlosstorstraße 3 müssen bereits im Oktober ihr Haus geräumt haben. Michael Wilmsen wollte am Freitag Abend lieber noch nichts zu dem Projekt sagen. Er wisse noch nicht, ob es an der Zeit, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

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6 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 6. Badmin

    Dann kann ja die Stadt ja noch einige Steinchen zwischen Köga und dem neuen Haus pflastern und es gibt einen zweiten Opschlag! Kann man nur hoffen das es optisch halbwegs klein und transparent wirkt!

     
  2. 5. Joerg

    Warum wird in so einer besonderen Lage Mietwohnungen gebaut? Dort könnten Eigentumswohnungen viel besser wirken.

     
  3. 4. RumsdieKuh4Ever

    @Rainer

    Dann frage mal die Lohmanns auf der Wasserstrasse, was denen beim Bau des Domizils auf einmal entgegen kam und um ein Haar die Baugrube wieder zugeschüttet hätte.

    Das stand damals sogar in Theos-Leib-und-Magen-Blatt

    Die Mauer steht da nicht für nix.

     
  4. 3. rainer

    Hallo, in Kleve wurden schon mehrere Kanten in Hänge gesemmelt, Stechbahn, Karlstraße / Bollinger, Steigervilla, Gruft im Allgemeinen, Kurhaus, Große Straße und überall da wo es nicht in der Waage lag. Bisher ist noch nichts passiert. Eine Endmoräne kann wohl was ab

     
  5. 2. L.Seerden

    Für die Nostalgiker gibt es hier eine alte Ansicht vom jetzigen Cafe Könisgarten aus gesehen:

    http://www.heimat-kleve.de/strassennamen/wasserstrasse/historische_aufnahmen/05.jpg

     
  6. 1. Peter

    Ach, schade. Bei Ansgar Hütten habe ich meinen Segelschein gemacht. Sehr gemütlich.