Als die Bierkästen noch dunkelrot waren

rd | 22. Mai 2010, 12:25 | 9 Kommentare
Die Stunde der Sieger?

Die Stunde der Sieger?

Lesenswerter Artikel von Peter Janssen in der Rheinischen Post zur Lage des Amateurfußballs in unserer Region (leider nicht online gestellt, sonst würde ich ihn verlinken), mit einigen schönen Bildern, von denen er mir dankenswerterweise eines zur Verfügung gestellt hat.

Der Fotograf heißt Klaus H. Daams, und sie sind 1983 in der Fußballwoche in einer Reportage über Vorwärts Schenkenschanz erschienen. Damals gab es weder Internet noch Mobiltelefone (außer bei Derrick), und schon im nächsten Jahr war ich einer derjenigen, die den im Einstieg beschriebenen Arbeitsalltag eines Sportjournalisten mitmachten. Entweder rief man im Platzhaus (PL) oder Vereinslokal (VL) an – und bekam je nach Zeitpunkt des Anrufs mehr oder minder eingetrübte Spielberichte und Trainerweisheiten. Mein Favorit für alle Zeiten: “Durch diesen sauren Apfel müssen wir gehen.”

Einen Kommentar schreiben





9 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 9. Rainer Hoymann

    @ Jörg

    Danke für den Hinweis!

     
  2. 8. Jörg

    Herr Hoymann, der Spieler mit der Bierflasche ist nicht Wilhelm “Kucki” Timpe, sondern Klaus “Tammy” den Brock. Im Hintergrund sitzt Gerd-Heinz Maaßen.

     
  3. 7. moyloch

    Es gab Anfang der 80 Jahre sehr wohl schon mobile Telefonie, auch wenn diese sehr teuer und und recht unhandlich im Transport war. Vor knapp 30 Jahren telefonierte man im C-Netz. Die Aussage es hätte Mobiltelefone nur bei Derrick gegeben ist also vollkommen falsch.

     
  4. 6. Müller

    Herr Habedank, manchmal ist weniger mehr!

     
  5. 5. Jens-Uwe Habedank

    Es war spartanisch, es war gewissermaßen mehr Pflicht als Vergnügen, in den 80-gern Fußball zu spielen in Kreisliga A oder B – aber es hat einen Riesenspass gemacht. Vor dem Spiel das Einsammeln des Trikotgeldes (für die Wäsche), die Ansprachen der Trainer und Vereinoberen (“Jungs, ihr seid 11 Mann -kämpft” und dergleichen, meist von in die Trägheit gekommener Gescheiterten).

    Samstags wurde ausgiebig ausgegangen (durfte man nicht, Aktuelles Sportstudion war Pflichtprogramm) und irgendwie schaffte man es am Sonntag mittag auf’m Fußballplatz zu sein und auch noch halbwegs “fit” auszusehen – oder meinte es zumindestens….

    Ob nun gewonnen (lieber) oder verloren (da fand’ sich immer ein Grund – der Schiri, einzelne, ausgesuchte Versager, der Platz, das Wetter, die Zuschauer….) – am Ende gab’s ‘ne rote Kiste. Sieg, Geburtstag, Jubiläum, Trost oder was auch immer…und doch zählte am Ende der Einsatz, ob nun gewonnen oder verloren.

    Zu Vorwärts Schenkenschanz: Die hatten’s drauf! Ich war mal, als ein Teil einer Gastmannschaft, auf dem Platz (auf der Schanz, im Winter unter Wasser und heute nicht mehr in Betrieb) – und es war die Hölle, aber eine in sich betrachtete respektable Hölle….
    Mit der Fähre über den Altrhein, in’s Haus der freiwilligen Feuerwehr und umziehen, dann 1,5 km zum Sportplatz laufen – und schon fertig….
    Das Beste waren aber die Zuschauer ( ganzes Dorf?) von 8 bis 80 Jahren, alles war da. Und nebem dem Anfeuern der eigenen Mannschaft war es nahezu Pflicht Entscheidungen des Schiedsrichters gegen die eigene Mannschaft entsprechend nicht nur zu kommentieren -sondern auch Konsequenzen aufzuzeigen….

    Wir verloren auf der Festung Schanz, hatten 7 Stammspieler weniger, der Schiri durfte die Schanz unversehrt verlassen, zufrieden zogen die Zuschauer ab – und feierten ihren Sieg mit einer roten Kiste. Wir hatten auch eine….

     
  6. 4. Rainer Hoymann

    Der Spieler rechts – mit der Bierflasche in der Hand – ist Wilhelm “Kucki” Timpe. Er spielt noch heute in der “Alten Herren” des BV DJK Kellens und ist als Jugendobmann aktiv.

     
  7. 3. ralf.daute

    @Peter RoLo

     
  8. 2. Peter

    Die Fotos sind auch in “Rund um den Schwanenturm”, der Zeitschrift des Klevischen Heimat- und Verkehrsvereins nachgedruckt worden. Den Text hatte damals entweder auch Peter Janssen oder Rolf Langenhuisen geschrieben.

     
  9. 1. Flügelstürmer

    Ich kann mich auch noch so dunkel an eine Reportage über den FC Vorwärts Schenkenschanz erinnern. War zu lesen in einer wöchentlich oder vierzehntägig erscheinenden Sportzeitschrift. Kann mich noch an das Zitat des damaligen Platzwartes erinnern: “Die Linie muss gerade sein. Das darf nicht so aussehen, als ob ein Ochse dahingepinkelt hat.”

    Übrigens, mein Tipp für heute abend: 2:1 für die Bayern!!