Kazmierczak: Mit neuem Programm zurück zu den Wurzeln

Ludger Kazmierczak

Das erste Programm, viermal aufgeführt, hieß „Von oben herab“, weil der Mann, der es aufführte, vom höchsten Punkt der Stadt aus, vom Restaurant am Aussichtsturm, einen kabarettistischen Jahresrückblick auf das turbulente Geschehen der Stadt gab. Es war viermal ausverkauft, sodass insgesamt gut zweihundert Gäste zur Jahreswende 2013 in den Genuss der pointierten Weltsicht eines Ludger Kazmierczak kamen. 

Es war klein, eng und gemütlich, Ludger Kazmierczak kam zu Fuß mit dem Programm im Rucksack und ging abends genauso wieder nach Hause. 

Doch dabei blieb es nicht.

Die Zahl der Auftritte stieg stetig, bis auf rekordverdächtige 23 Auftritte hintereinander einige Jahre später. Es folgte der Wechsel in größere Spielstätten, die Kazmierczak auch locker füllte, und es entwickelte sich eine thematische Verbreiterung des Programms – hin zu deutsch-niederländischen Befindlichkeitsstörungen, die auch außerhalb des Kreisgebiets verstanden werden. Die Grenze zwischen den beiden Staaten ist immerhin 567 Kilometer lang (137 davon entfallen auf den Kreis Kleve).

Jetzt kündigte der nebenberufliche Kabarettist am Ursprungsort seines Erfolgs, im Restaurant am Aussichtsturm, sein nunmehr fünftes Solo-Programm an – und sagte, dass er sich wieder mehr auf seine Wurzeln besinne. „An mir sollet nich´ liegen!“, so der Titel der bunten Revue. 

Wurzeln, das heißt: mehr Kleve, weniger Holland. Obwohl, wenn neun nackte Niederländer durch die Klever Innenstadt rennen, kann der Kabarettist auch nicht weggucken. „Singend und sinnierend [laviert sich Kazmieczak] durch die Absurditäten des Alltags. Auf die Frage, ob nun alles besser wird, lautet seine Antwort: ,An mir sollet nich‘ liegen!‘“, so wird es im Pressetext formuliert.

Sechs neue Lieder verspricht der Kabarettist, der seine Sangeskünste selbst bescheiden beurteilt. Zwischen Backstreet Boys und Billy Joel rangiert die Bandbreite der Künstler, deren Lieder von Kazmierczak mit einem neuen Text versehen werden.

Am 10. und 11. Mai hat das Programm in der Klever Stadthalle Premiere, doch für den ersten Auftritt gibt es schon keine Karten mehr und für den zweiten nur noch wenige. Bruno Schmitz, dessen Kulturbüro Niederrhein die Auftritte veranstaltet, sagt: „Alle Achtung, zweimal auf Anhieb fast ausverkauft zu sein, das heißt schon was. Kompliment an Ludger! Die Leute mögen ihn.“ 

Der Künstler selbst sagte zum Geheimnis seines Erfolgs: „Ich bediene eine Nische. Ich mache wenig über Trump oder die Bundespolitik. Das wollen die Leute nicht von mir hören.“ Holland werde aber immer Teil seines Programms sein. 

Wer nicht zu den zweimal 600 Personen gehört, die Kazmierczak in der heimischen Halle sehen, hat nur die Wahl, ins Umland zu fahren. Weitere Auftritte sind geplant in Moers, Goch, Alpen, Aldekerk, Dinslaken, Kranenburg, Emmerich und Straelen. 

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