Nur mündlich vereinbarte Provisionen, fingierte Rechnungen, Schnäppchen – was zu Ruffings Sturz führte. Volksbank Kleverland startet Fusionsgespräche

Mittwochabend, 22 Uhr: Die Vertreter der Volksbank Kleverland verlassen nach einer nervenaufreibenden Sitzung die Klever Stadthalle. Sie hatten soeben ihren Vorstandsvorsitzenden abberufen

Der Mann, über dessen Schicksal am Mittwochabend in der Klever Stadthalle entschieden werden sollte, war nicht alleine gekommen. Selbstsicher trat Frank Ruffing, zu diesem Zeitpunkt der freigestellte Vorstandschef der Volksbank Kleverland in den durch Sicherheitskräfte abgeschirmten Versammlungsraum ein, in seiner Begleitung befanden sich Ehefrau Paula und Sohn Maurice sowie ein Rechtsbeistand.

Doch das, was ein externer Jurist im Auftrag des Aufsichtsrats den 130 Vertretern präsentierte, war eine derart schillernde Ansammlung von Tatbeständen, dass nur wenige der Anwesenden dem Bankmanager weiter vertrauen wollten. So ging denn auch die Abberufung des Vorstandschefs vergleichsweise glatt über die Bühne ging. Mit 115 zu 15 Stimmen (88 %) votierten die Vertreter dafür, die Bestellung Ruffing zum Vorstandschef zu widerrufen – deutlich mehr als die Dreiviertelmehrheit, die schon ausgereicht hätte. Die zweite Abstimmung, in der die fristlose Kündigung ausgesprochen wurde, fiel ebenfalls eindeutig aus. Bei diesem Votum hätte eine einfache Mehrheit genügt.

Ins Rollen kam die Affäre Ruffing, als ein Mitarbeiter eine Rechnung über Bauleistungen überprüfte und feststellte, dass an dem betreffenden Gebäude keine Arbeiten ausgeführt worden waren. Nach Erkenntnissen der Prüfer ging es bei den Rechnungen darum, Provisionszahlungen zu vertuschen. Ohnehin seien die Maklergebühren für den Ankauf von Objekten nur mündlich festgehalten worden, was zumindest einen Verstoß gegen die Dokumentationspflichten darstelle. Für die Versammlung war ohnehin das Kriterium entscheidend, ob man Ruffing die Fähigkeit zu attestieren bereit war, die Geschäfte einer Bank ordnungsgemäß zu führen.

Frank Ruffing selbst, der die Gelegenheit zur Stellungnahme hatte, berief sich laut Aussagen von Teilnehmern weitestgehend auf Nichtwissen und schob zudem Verantwortung auch auf seinen zum Zeitpunkt der Geschehnisse 31 Jahre alten Referenten des Vorstandes (korrigiert: nicht der Assistent) ab, der später der Leiter des Firmenkundengeschäfts werden sollte. Aus Sicht der Verantwortlichen der Volksbank Kleverland sind die Vorstöße so gravierend, dass auch Anzeige erstattet werden soll. Damit müsste sich auch die Staatsanwaltschaft Kleve mit den Geschäften der Volksbank Kleverland befassen.

Neben diesen möglicherweise justiziablen Verstößen präsentierte der Prüfer auch weitere Tatbestände, die zeigen, wie fast schon selbstherrlich Frank Ruffing die Bank führte, an deren Spitze er seit 2005 stand. Beispielsweise erhielt der Sohn einen Mercedes A-Klasse aus dem Fahrzeugbestand der Bank für einen vergleichsweise günstigen Preis. Vor allem aber durfte er das Fahrzeug zuvor wochenlang zur Probe fahren, eine Vergünstigung, die normalen Fahrzeugkäufern nur selten zuteil wird.

Der Sohn bewohnt auch eine Mietwohnung in Düsseldorf, die zum Bestand der Volksbank Kleverland gehört. Er zahlt 13 Euro pro Quadratmeter Miete, die übrigen Mieter 14 Euro. Das mag als vergleichsweise kleiner Unterschied erscheinen, allerdings ist die Wohnung insbesondere durch eine luxuriöse Einbauküche deutlich besser ausgestattet als die anderen Wohnungen in dem Objekt – und diese überdurchschnittliche Ausstattung war für die Wohnung nicht vorgesehen. Schon allein die Einflussnahme auf die Einrichtung dürfte wiederum geeignet sein, Zweifel an der Befähigung zu säen, eine Bank ordnungsgemäß zu führen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Wilhelm Wolters teilte am Ende der Versammlung noch mit, dass die Volksbank Kleverland Sondierungen für eine Fusion mit der Volksbank an der Niers (Goch) aufgenommen hat. Die ersten Gespräche dazu hat es schon gegeben, als Frank Ruffing noch Vorstandsvorsitzender in Kleve war. Fortgeführt werden sie nun ohne ihn.

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53 Kommentare

  1. 51

    @50 Kreuzotter Das habe ich durchaus zur Kenntnis genommen. Da es hier aber nicht um die HSRW geht, sondern um Herrn R., sehe ich das als „Off-Topic“… nicht desto trotz verstehe ich auch nicht, warum es in diesem Fall bisher nicht zu Konsequenzen gekommen ist – vielleicht kennen wir aber auch nicht alle Fakten? Es bleibt aber jedem unbenommen, Klärung in die Wege zu leiten.

  2. 50

    @46 Whatamess
    Zu Ihrer Anmerkung möchte ich Ihnen das genaue Studium des Beitrags @ 7 (hier weiter unten, von „China verbietet private Bildungsanbieter“) an’s Herz legen. Dieser Beitrag betrifft vorwiegend die Hochschule und damit den Öffentlichen Dienst! Von wegen Ahndung! Ganz im Gegenteil!

  3. 48

    In Aufsichtsräten tummeln sich üblicherweise Leute mit verschiedensten Berufen. So ist es ja auch gedacht, Kontrolle durch Vertreter aus der breiten Gesellschaft… mehr oder weniger.

  4. 47

    WER IST ALLES (MIT)VERANTWORTLICH?

    Für alle Sparkassen und Banken gilt eine per Kreditwesengesetz vorgegebene Gewaltenteilung in der Arbeit des Gesamtvorstandes gemäß der mit dem Aufsichtsrat festgelegten Strategie und Geschäftsordnung! Hier (bei zwei Mitgliedern) ist der eine für das Kundengeschäft und dessen Akquise zuständig und der andere für die ordnungsgemäße Überwachung und Abwicklung der Geschäfte. Der Aufsichtsrat nimmt darüber hinaus eine zusätzliche Kontrollfunktion (wie der Name schon sagt: = Aufsicht) des operativen Geschäftes wahr. Dazu dienen ihm u. a. die Unterlagen der Geschäfte (insbesondere Erwerb von Immobilien!), die er unmittelbar mitverantworten muss und die jährlichen Prüfungsberichte über alle getätigten Geschäfte der internen Revision und des Genossenschaftsverbandes. Geschäfte, die die Organe betreffen (Organe = Vorstände, Prokuristen, Aufsichtsräte und deren direkte Angehörige), müssen aus Compliance-Gründen üblicherweise gemeldet werden. Dass also eine Person alle benannten „Vorwürfe“ über Jahre hinweg allein zu verantworten haben soll, ist daher definitiv nicht so möglich, da es ein bewusstes Wegschauen aller weiteren Verantwortlichen unterstellen würde und diese aus diesem Grund ebenfalls aus der Bank entfernt werden müssten! Für bemerkenswert halte ich zusätzlich, dass der für die (Immobilien-) Geschäfte fachverantwortliche und vorher bereits gekündigte Firmenkundenleiter scheinbar komplett aus dem Betrachtungsfokus geraten ist. Ist er doch scheinbar Auslöser dieser Posse.

  5. 46

    Im öffentlichen Dienst würde so ein Verhalten, wie hier geschildert, als „Vorteilsnahme im Amt“ geahndet werden… (so es bekannt wird)…

  6. 44

    Ich will nicht bezweifeln, dass die Mitglieder des Aufsichtsrates eine gute berufliche Qualifikation haben. Aber ich kann da keinen Bezug zur Bankwirtschaft erkennen. […] Das wäre genau so sinnvoll gewesen.

    Wie muss man sich denn eine Aufsichtsratsitzung vorstellen? Die halten sich ihren Sessel warm. Und was sonst noch ?

  7. 43

    Das hier stand im Geschäftsbericht 2021
    (Quelle: http://www.bundesanzeiger.de – mit besten Dank an den Gottdankenden @37):
    Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf
    Wolters, Wilhelm, – Vorsitzender – , Kraftfahrzeugmeister
    Lukassen, Dr. Peter, – stellvertretender Vorsitzender – , Rechtsanwalt, Dr. Lukassen & Kollegen
    Peters, Dr. Yvonne, – stellvertretende Vorsitzende – , Leiterin Marketing u. Vertrieb Gartenbau Marc Peters
    van Bebber, Ludger, Dipl. Wirtschaftsingenieur, Geschäftsführer Flughafen Dortmund GmbH
    Heisterkamp, Bernd, Selbstständiger Landwirt
    Kaldenhoven, Robert, Malermeister
    Kersten, Ralf, Malermeister, Geschäftsführer Gerhard Kersten Malerbetrieb GmbH
    Paeßens, Maria, Geschäftsführerin Paeßens Zahnärzte Service GmbH
    Terhoeven, Johannes, Selbstständiger Fleischermeister, Fleischerei Terhoeven
    Irgendwie fast alles alte Bekannte …

  8. 42

    Wer meint, dass die Entlassung oder „Entsorgung“ mit den Fusionsgesprächen zu tun hat und solche Mutmaßungen hier von sich gibt, der sitzt sicherlich gerade schon bei Facebook um den nächsten Kommentar unter einem Post zu setzen, vom welchem Thema er/sie keine Ahnung hat.

    Die VoBa Kleverland kämpft doch bereits seit Jahren. Schnelle Provisionszahlungen als oberstes Ziel, anstatt langfristige Einnahmen zu generieren. Ein Kampf von Jahr zu Jahr, vernünftige Zahlen zu präsentieren, um nicht gleich hinten rüber zufallen. Einlagen bis zu 50.000€ oder mehr? Ein deutliches Zeichen, vergleiche andere VoBanken. Alles mehr schein als sein.

    Die Gespräche haben vorher stattgefunden, mehrere alte Vorstände die sich nochmal zusammen tun, eine Großbank schaffen um dann für die Rente nochmal einen Schnaps mehr Geld mitzunehmen. So war vermutlich der eigentliche Plan. Die Kleverland in eine andere Bank zu stecken, für den Verband sicherlich auch Interessant, um das Sorgenkind loszuwerden.

    Nun werden Dinge aufgedeckt, die bereits seit Jahren bekannt sind. Was da noch alles im Hintergrund passiert ist in der Bank, nicht nur Seitens von R., bleibt wohl im verborgenen. Größenwahn von allen Seiten. Da wird man nur den Kopfschütteln, sollten da weitere Infos rauskommen. Treibend für die Fusion ist es sicherlich erstmal nicht, da man sich mit einem Zusammenschluss ordentlich was ans Bein bindet. Ob die Vertreter von an der Niers da so zustimmen, ungewiss, ob der Verband ggf. irgendwann sagt ihr müsst, eine Option.

    Es war alles eine Frage der Zeit, bis mal solche Dinge ans Licht kommen. Das ist nur die Spitze des Eisbergs.

  9. 41

    Wer Scheiße sät, wird shitstorm ernten. Kein Mitleid mit Ruffing. Wer solches Fehlverhalten an den Tag legt, darf sich nicht wundern, wenn es irgendwann auf ihn zurückfällt. Und das öffentliche Verhalten eines FR wirkt hierbei logischerweise noch als Multiplikator, frei nach dem Motto: „Wer sich zu weit aus dem Fenster herauslehnt…“.

    Deutschland belegt aktuell Rang 15 auf dem Korruptionsindex von Transparency International. Mit einer ordentlichen Aufarbeitung seitens der Volksbank (und ggf. der Staatsanwaltschaft), könnte man vielleicht dafür sorgen, dass Deutschland hier in Zukunft noch besser abschneidet.

  10. 39

    Das Sinnvollste wäre, man würde das Volksbank Gebäude abreissen und stattdessen eine
    Telefonzelle dort hinstellen. Viele Senioren kommen nämlich mit ihren Smartphones nicht klar.

  11. 38

    “ Der Sohn bewohnt auch eine Mietwohnung in Düsseldorf, die zum Bestand der Volksbank Kleverland gehört. Er zahlt 13 Euro pro Quadratmeter Miete, die übrigen Mieter 14 Euro. “

    Das erscheint mir ein Ablenkungsmanöver des Aufsichtsrates zu sein.

  12. 37

    @33

    Im Bundesanzeiger bzw. dortigen Unternehmensregister findet sich zuletzt der Geschäftsbericht 2023 (datiert 17.06.24, im Anzeiger eingetragen offenbar 17.09.24), Geschäftsjahr 2024 ist offenbar noch nicht registriert. Der komplette Aufsichtsrat ist dort namentlich genannt,

  13. 36

    Wer die Klevener Strukturen kennt, wer die alten Netzwerke kennt, wer 1 und 1 zusammenzählen kann und wer die beispiellose Dreistigkeit, mit der jetzt die Fusion betrieben wird richtig einschätzt… weiß, die Gelegenheit scheint günstig. Der „Ausländer“ muss weg. Das ist der wahre Beweggrund. In den Leistungen der Vergangenheit hat man sich gerne gesonnt. Eine Liebesbeziehung, das sieht an den grenzwertigen Kommentaren, war es wohl nie. Man hat gesucht. Hat man auch wirklich was gefunden, was juristisch einen solchen Schritt rechtfertigt? Mal sehen, was alles noch aufgearbeitet werden muss.

  14. 35

    Volksbank Kleverland startet Fusionsgespräche
    Also…deshalb musste Ruffing entsorgt werden. Profitiert der Aufsichtsratvorsitzende davon ? und wer noch ? …und jetzt ist auch der Zeitpunk klar, obwohl es eine Entlastung erst vor ein paar Wochen gab.
    Siehe meinen Kommentar an anderer Stelle

  15. 34

    Ich bin kein Banker. Deshalb hier meine Frage an die Fachleute. Vor sieben Jahren hat die Volksbank Kleverland ihren Geschäftsbereich erweitert, um in größerem Umfang Immobilien zu kaufen und zu verkaufen.
    Ist es üblich, dass solche Geschäfte in größerem Umfang innerhalb der Bankbilanz abgewickelt werden ? Aus haftungsrechtlichen Gründen wäre es doch sinnvoller, diese Geschäfte innerhalb der rechtlich selbständigen Immobilien Tochter GmbH der Volksbank abzuwickeln.
    Da Banken regelmässig ein sehr geringes Eigenkapital von ungefähr 10 Prozent haben, lassen sich bei gutem Verlauf der Immobilien Geschäfte mit Hilfe des Leverages Effektes (Hebelwirkung durch Fremdkapital ) sehr hohe Renditen auf das Eigenkapital erwirtschaften. Bei schlechter Stimmung am Immobilienmarkt dagegen kommt es aufgrund des geringen Eigenkapitals sehr schnell zu einer Überschuldung in der Bilanz und Kundengelder wie Sichteinlagen sind gefährdet; so dass die Sicherungsfonds oder der Steuerzahler eingreifen müssen.

  16. 33

    Ja, und auch die Geschäftsberichte der Jahre zuvor sind für mich nicht auffindbar.

    Transparenz ist anders.

    Kurzfassungen sind alles andere als aussagefähig.

  17. 31

    Der Geschäftsbericht 2024 wurde bislang (warum auch immer) nicht veröffentlicht, lediglich die Kurzversion ist auf der Homepage der Bank zu sehen. Somit fehlen auch die Infos über die komplette Besetzung des Aufsichtsrats. Nebenbei bemerkt, das Impressum beinhaltet nach wie vor den Eintrag „Vertreten durch den Vorstand: Frank Ruffing (Vorstandsvorsitzender), Severin-Peter Seidel“, na sowas…

  18. 29

    Zu @24

    Ich hatte ein Spielecafe in Dänemark gesehen. Es saß rappelvoll mit jungen Menschen, die sich bei Erfrischungs- bzw Warmgetränken den Gesellschaftsspielen hingaben

  19. 28

    Korrektur zu 14: Besser als Abreißen wäre Stadtbibliothek, Mediothek, VHS und Räume für kulturelle Veranstaltungen.

  20. 26

    Kann da jemand weiterhelfen?
    Die Webseite ist nichtssagend.
    Absicht?

    Honi soit qui mal y pense

  21. 25

    Vermutlich ja, aber warum, weiß ich auch nicht. Wenn man aber „Vertreterversammlung Volksbank Kleverland” googelt, findet man in den Berichten die Namen.

  22. 24

    @16

    …und dazu und Spiele- und Lesecafe, könnte zusätzliche Frequenz und Attraktivität bringen?!

  23. 23

    falls es jemandem noch nicht aufgefallen sein sollte: Kleve war schon immer und ist noch stets bzw nocch stets wachsend ein einziger Pfuhl von Nepotismus, wo jeder den bzw. die anderen deckt und protegiert.
    Das fing schon kurz nach Beendigung des 2. . Weltkriegs an, setzte sich mit Vorteilsnahme um die Kommunalreform und „Verteilung der Brautschätze der kleinen Gemeinden , als Beispiel sei einmal die “ Verkäufe “ der komm.. Grundstücke rund um die Eichenallee nur an die Mitglieder des Rinderner Gemeinderates und setzt sich fort bis zu Tolerierung von erheblicher Überschreitung der Bauhöhe (Minoritenplatz ) bis sogar hin in die Justiz auf der Schwanenburg.
    Macht dann einer (Casus Ruffing) zu exzessiv von seiner Macht (l’etat ç’est moi) Gebrauch und kommt damit anderen Lokalhirschen zu sehr in die Quere, ist man noch versucht mit ein paar micro-chirurgischen Einschnitten und einem Bauernopfer die Sa che wieder zu heilen.

  24. 21

    @18 +16 usw. Die Gebäude in denen die VHS und die Stadtbücherei sind, bzw. in den nächsten Monaten ziehen werden, sind städtisches Eigentum, vermutlich wird hier auch eine kalkulatorische Miete in den Haushalt der Stadt bei den „Produkten“ VHS und Bücherei eingerechnet, das Gebäude der VoBa bleibe aber Eigentum der Voba und es wäre aus dem städtischen Haushalt dauerhaft eine vermutlich sehr hohe Miete zu zahlen, die den „Produkten“ VHS und Bücherei im Haushalt zugerechnet werden würde, diese belasten würde und vermutlich an anderer Stelle durch Einsparungen von diesen Einrichtungen erbracht werden müsste, also vermutlich (dauerhafte) Personalsteichungen. Hinzu kommt, die Frage, ob ein Bürogebäude in seiner inneren Struktur als Gebäude für Unterrrichtsräume (VHS) oder Büchereizwecke überhaupt brauchbar wäre? Vermutlich nicht und vermutlich nur mit größeren, teuren Umbauten (Wer würde die zahlen?). Ein weiterer Punkt ist, dass das Gebäude an der Landwehr gerade erst für die VHS umgebaut wird, das wäre dann alles umsonst und viele Steuergelder zum Fenster raus geworfen. Und noch eines: Hier wird so getan, als ob die Voba schon aufgelöst wäre und das Gebäude freigezogen zur beliebigen Verwendung, das ist ja aber so gar nicht gegeben. (Im Grunde gab es hier die strukturgleiche Diskussion schon mal bezüglich der Kaufhof-Immobilie: Privater Eigentümer, andere innere Gebäudestruktur und voll mit anderem Zweck in Nutzung.) Ich persönlich hätte als Rat/Bürgermeister (alt+neu), Kämmerer, Schul- und Kulturabteilung, Gebäudeverwaltung, VHS, Bücherei auch sehr wenig Lust darauf in einer Immobiliensache in dieser Situation mit der Voba verhandeln zu müssen, wollen, sollen, was auch immer. Nebenbei: Passt die Größe überhaupt? Ich vermute, dass man die Fläche von z.B. ausreichend Unterrichtsräumen nicht unterschätzen darf.

  25. 20

    Wer ist denn alles im Aufsichtsrat ? Ausser dem Vorsitzenden finde ich da keine Informationen. Ist das Absicht ?

  26. 17

    Wie soll der Aufsichtsrat nicht dokumentierte, mündliche Absprachen kontrollieren?

    Es gibt immer Lücken im System, die nicht direkt auffallen.

    Je höher die Position und je größer die Befugnisse, desto genauer sollte aber hingeguckt werden. Das Gegenteil ist meist der Fall.

  27. 16

    @10
    Eine Rathaus-Erweiterung im VoBa-Gebäude hilft der Innenstadt nicht weiter.
    Die VHS aus dem Gewerbegebiet zu befreien und diese mit der schmucklosen sowie aus der Zeit gefallen Bücherei neu zu inszenieren brächte hingegen Frequenz und könnte gegenüber der Hochschule neue Kooperationen ermöglichen und diese an die Stadt anknüpfen…

    @11
    Sie haben recht. Ein Weinhandel in einer Bank ist schon ein Alleinstellungsmerkmal. Seinerzeit (2009) war Multifunktionalität eine Bedingung für die Nutzung der Gebäude im sogenannten Klever Unterstadtverfahren. Die monofunktionale Bank einfach mit ein paar Flaschen dekorieren und fertig und Multifunktional. Weine und Scheine…

  28. 15

    Dem unbedarften Beobachter stellt sich die Frage, was der Aufsichtsrat (AR) in all den Jahren gemacht hat und welche Verantwortung er hatte?

    Wer war da über die ganzen Jahre im AR?
    Und warum?
    Gab/gibt es Vorzugskonditionen für die Mitglieder?
    Inwieweit war das der Mitgliederversammlung bewusst?
    Wird das jetzt vom BaFin untersucht?
    Werden Regressforderungen an Vorstände und AR-Mitglieder gestellt?

    …. alternativ geht es nach dem Motto „Dumm gelaufen“ ohne Konsequenzen einfach in eine Fusion.

    Aber da gibt es ja zum Glück noch die Kunden, die sich eine andere Hausbank suchen können.

  29. 11

    @ 8
    Das ländliche Kleve hat schon lange seine Unschuld verloren. In Berlin ist mir keine Immo GmbH bekannt, die wie die Volksbank Kleve Immo GmbH einen Weinhandel betreibt.

  30. 9

    Neben der Gier, der Selbstherrlichkeit und Anstandslosigkeit wird die Staatsanwaltschaft jetzt klären müssen ob hier auch Straftatbestände vorliegen.

    Eine Anekdote möchte ich beitragen.
    Über die Architektur des VoBa Gebäudes wurde oft gesprochen. Angesichts einer Bank darf man davon ausgehen das eine gewisse Zahlenaffinität vorliegt. Somit sind 18 Dekor-Säulen, ohne statische Bedeutung, kein Zufall. Ein Gebäude in Berlin hat ebenfalls 18 Säulen und das Gebäude von Schinkel gilt als ein Hauptwerk des deutschen Klassizismus und ist Weltkulturerbe. Wer in Kleve für die äußere Gestaltung verantwortlich ist, den diese passt so ganz und garnicht zu der gelungenen inneren Gestaltung ist definitiv größenwahnsinnig. Wen es interessiert sollte mal die Klever VoBa und das alte Museum nebeneinander oder gar übereinander legen. Es ist praktisch identisch wobei der Aufbau in Kleve als Negativ ausgeformt ist.

    Aber es ergeben sich, aus meiner Sicht weitreichendere und für Kleve herausfordernde Fragen.

    Bei einer Fusion, Ralf hat dazu beispielsweise 2015 berichtet, diktiert die Bank mit dem größerem Umsatz die Bedingungen und vermutlich auch den Firmensitz bzw. Ort. Seinerzeit wurde über eine Fusion mit Wesel verhandelt.

    „Man könnte sich natürlich fragen, warum nicht Goch und Emmerich, die beiden in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Volksbanken, in die Auswahl kamen. kleveblog erfuhr, dass Emmerich gleich abgewunken hat und Goch erst warten wollte, bis die Braut noch willenloser (was in dem Fall heißt: in wirtschaftlich schlechterer Verfassung) geworden ist.“

    Jetzt hat Goch bzw. die Volksbank an der Niers, wie hier zu lesen ist, Interesse an einem Zusammenschluss und eine Bilanzsumme von fast 3 Mrd. Euro, mit Sitz in Geldern und einem verwaltungstechnischen Schwerpunkt in Kevelaer. Die VoBa Kleve eine jedoch ‚nur’ eine Bilanzsumme von wohl 987 Mio. Euro.

    Bei einer Fusion würde in Kleve ein Leerstand entstehen der wohl kaum als Weinbar weitergeführt werden dürfte.

    Frage?
    Sind Konzepte zur Nachnutzung bekannt?

    Frage?
    Inwieweit ist es jetzt noch realistisch das dass Spoycenter modernisiert bzw. saniert wird und dies bis zur Laga fertiggestellt ist?

  31. 8

    Jetzt ´mal ensthaft!
    Ruffing ist doch nur die Spitze des Eisberges, der gerammt wurde. Hier geht aber der Eisberg mit dem Schiff unter und ja, auch in der Provinz passieren solche „Unglücke“.

    Glauben wir wirklich in Kleve an Anstand, Moral und all´die anderen Werte ?
    Korruption ? Findet bei uns nicht statt, gibt es nur woanders.

    Bei uns am Niederrhein bewiligen Leiter der Kreditabeilungen Bauträgern nur Millionenkredite für den Bau von Doppelhaushälften und zufällig kaufen diese Leiter dann für sich privat eine Haushälfte zur Altersvorsorge ?

    Notare wickeln den Verkauf aller Eigentumswohnungen eines Bauprojektes eines Bauträgers ab und wie der Zufall es will, sind sie der Besitzer der Penthousewohnung ?

    Das passiert nicht woanders, nicht in Berlin z.B. mit überteurten Grundstucken und Immobilien, nein, hier vor Ort passiert es.

  32. 7

    Verkauf von Inventar (Auto) unter Preis. Vermietung einer Wohnung unter Preis. Überhöhte Abrechungen für simple (oder gar nicht erbrachte = Rechnungsbetrag 0) Bauleistungen:
    Alles klassische Vorteilsnahmen.
    Immerhin! Bei der VOBA Kleverland muss dafür nun der „sonnenkönighafte“ Verursacher (und Profiteur) den Hut nehmen. Bei der ganz in Sichtweite des Klever Volksbankgebäudes gelegenen, hiesigen Hochschule war das vor zehn Jahren noch ganz anders. Da mussten nicht die gehen, die sich die Vorteile genommen hatten (u.a. Kauf von neuwertigem Hochschulinventar weit unter den Buch- und Zeitwerten für eigene hochschulexterne, gewerbliche Zwecke, sehr günstige Zweitverwertung des von dem Human-Kapital der Hochschule während dessen Arbeitszeit erarbeiteten Unterrichtsunterlagen und geistigen Eigentums ebendafür, Manipulation der Praktikumszertifikate von Kunden einer hochschulexternen, gewerblichen Institution etc., etc.).
    Gehen musste seinerzeit statt der Vorteilsnehmer leider die (über jeden Zweifel erhabene) Aufsichtperson. Eine zweifelhafte Folge war, dass nach etwa 70 Jahren Frieden (und bis heute) wieder ein Krieg an den Niederrhein gekommen ist. Wer mehr wissen möchte, braucht hier auf Kleveblog nur unter dem Suchbegriff „Kisters“ zu suchen (dann erscheint ein Topic anläßlich der Berufung von Herrn Markus Kock zum neuen Geschäftsführer der Kisters-Stiftung, unter dem in manchen der 29 Kommentare haarsträubende, die hiesige Hochschule und ihr Umfeld betreffende Sachverhalte kundgetan und implizit bestätigt werden).
    Noch viel mehr haarsträubende Sachverhalte kann man bekanntlich den Kommenatren zu den zahlreichen Topics entnehmen, die angezeigt werden, wenn man auf Kleveblog unter dem Suchbegriff „Meijer“ sucht.
    Meines Erachtens hätten damals wie heute die Vorteilsnehmer, keineswegs aber der Aufseher (Herr Prof. Meijer) gehen müssen!!! Ob das jetzt auch von Herrn Wolters gesagt werden könnte, möchte ich hier nicht thematisieren. Sehr traurig ist aber, dass die besagten Vorteilsnehmer nach wie vor in der hiesigen Hochschule und in weiteren AöRs (Anstalten des öffentlichen Rechts) wirken dürfen.
    Eine gewisse Pikanterie hat in diesem Zusammenhang auch der folgende Sachverhalt, der hier noch nicht thematisiert wurde:
    Herr Ruffig gehört auch (inzwischen seit weit über zehn Jahren) dem Vorstand/der Geschäftsführung (als Schriftführer) des Fördervereins der Hochschule Rhein-Waal an. D.h. so ziemlich von Anfang an, vor allem auch schon zu Zeiten der sehr evidenten, aber letztlich nicht geahndeten Vorteilsnahmen (die jedoch nicht den Förderverein betreffen, der aber gerne Spenden der Auskiesindustrie annimmt).

  33. 6

    Mal eben ! Mir ist der geschasste Banker gleichgültig. Mitleid mit Figuren die sich ,in der☝🏼 für mich sowieso reichlich verkommenen Branche , ins Knie schießen , sehe ich als voll daneben. Zeig mir nur deutlich das selbst kleine Provinz Banker meinen ,unantastbar in ihren Sphären , außerhalb von Recht ( Anstand ) agieren zu können. 🤔 😎

  34. 4

    Also doch das Wort mit vier Buchstaben.

    Falls jemand nicht drauf kommt: erster Buchstabe ein G.

  35. 3

    Den Arbeitgeber ausnutzen, Vorteile für die eigene Familie sichern, die Verantwortung auf den Assistenten abschieben – und dann Rechtsstaatlichkeit einfordern. Ein bemerkenswertes Selbstverständnis.

  36. 1

    Es scheint, dass hier keine Kommentare veröffentlicht werden.
    Herr Ruffing ist seit seinem Antritt in Kleve sowohl in der Bank als auch in der Stadt immer als […] Sonnenkönig aufgetreten. Was im einzelnen zu seinem Rausschmiss geführt hat, möchte ich nicht weiter kommentieren, es passt aber ganz genau in das Bild dieses Mannes welches ich habe.