Reichen Speichen? Stadtradeln, Runde 2 in Kleve

rd | 20. Juni 2017, 13:47 | 8 Kommentare
In vielen Städten wie zum Beispiel in Groningen ist das Radfahren deutlich verbreiteter als in Kleve – die Neuauflage der Aktion Stadtradeln könnte dies zumindest ein wenig ändern

In vielen Städten wie zum Beispiel in Groningen ist das Radfahren deutlich verbreiteter als in Kleve – die Neuauflage der Aktion Stadtradeln könnte dies zumindest ein wenig ändern

Für viele Klever ist die tägliche Nutzung des Autos eine Selbstverständlichkeit, genutzt wird es, um die Kinder zur Schule zu bringen oder zur Arbeit zu fahren oder Einkäufe zu erledigen. Vergleicht man die Zahl der Fahrradständer an öffentlichen Gebäuden und Firmensitzen mit der der Parkplätze, kommt man zu dem Schluss, dass Radfahrer eigentlich gar nicht mehr vorgesehen sind. Die Hochschule Rhein-Waal verfügt bekanntlich über ein eigenes Parkhaus, das in der Regel komplett leer steht. Dass Studenten mit dem Fahrrad zur Hochschule kommen könnten, war bei den Planungen nur von untergeordneter Bedeutung. Immerhin tut sich seit einiger Zeit recht viel, darunter eher Symbolisches (z.B. der verbreiterte Haltestreifen vor der Ampel Römerstraße/Lindenallee), aber auch Veränderungen, die das Leben der Fahrradfahrer wirklich vereinfachen und auch sicherer machen. Zu nennen sind die Radfahrer-Spur an der Kreuzung Gruftstraße/Tiergartenstraße stadteinwärts oder der in Kürze beginnende Ausbau der Ringstraße. Damit der Klever sich über all dies noch mehr Gedanken machen und eigene Eindrücke sammeln kann, gibt es jetzt in der Stadt die zweite Auflage der Aktion Stadtradeln – die Teilnahme sei ausdrücklich empfohlen. Es sei auch schon angekündigt, dass die Berichterstattung hier in den nächsten Wochen fahrradlastiger wird.

Hier die vollständige Pressemitteilung der Stadt Kleve mit weiteren Informationen zu der Aktion Stadtradeln:

Klima-Bündnis-Kampagne STADTRADELN geht in die 10. Runde

Seit 2008 treten deutschlandweit KommunalpolitikerInnen und BürgerInnen für mehr Klimaschutz und Radverkehr in die Pedale. Die Stadt Kleve ist vom 28.06. bis 18.07.2017 mit von der Partie. In diesem Zeitraum können Mitglieder des Kommunalparlaments sowie alle BürgerInnen und alle Personen, die in Kleve arbeiten, einem Verein angehören oder eine (Hoch-)Schule besuchen bei der Kampagne STADTRADELN des Klima-Bündnis mitmachen und möglichst viele Radkilometer sammeln. Anmelden können sich Interessierte schon jetzt unter stadtradeln.de/kleve/.

Die Bürgermeisterin Sonja Northing ruft alle ParlamentarierInnen sowie BürgerInnen auf, beim STADTRADELN für den Klimaschutz mitzuradeln und ein deutliches Zeichen für mehr Radverkehr zu setzen. „Nicht nur die Stadt Kleve feiert ihr 775 jähriges Stadtjubiläum, das Fahrrad feiert in diesem Jahr sein 200 jähriges Jubiläum – und die Stadt Kleve beteiligt sich an der 10. Runde der Kampagne STADTRADELN des Klima-Bündnisses in der Zeit vom 28.Juni bis zum 18.Juli. Beim Wettbewerb STADTRADELN geht es um Spaß am und beim Fahrradfahren, aber vor allem darum, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“

Etwa ein Fünftel der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland entstehen im Verkehr: 161 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2), davon werden allein 149 Mio. im Straßenverkehr emittiert. Bereits 7,5 Mio. Tonnen CO2 ließen sich vermeiden, wenn nur ca. 30 % der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Innenstädten mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren würden.

Die Kampagne dient der Förderung des Null-Emissions-Fahrzeugs Fahrrad im Straßenverkehr, mit dem Ziel u. a. Luftschadstoffe und Lärm zu reduzieren und folglich die Lebensqualität in Städten und Gemeinden deutlich zu verbessern.

Radelinteressierte können sich auf der Website unter www.stadtradeln.de/kleve/ für die Stadt Kleve registrieren und einem vorhandenen Team anschließen oder selbst eines gründen.

Bei Fragen können Sie sich an Pascale van Koeverden, Telefon: (02821) 84 322,
E-Mail: pascale.van.koeverden@kleve.de wenden.

Weitere Infos zur Kampagne sind unter www.stadtradeln.de sowie auf www.facebook.com/stadtradeln zu finden.

Als Erweiterung gibt es seit 2014 die STADTRADELN-App. Über die neue STADTRADELN-App können Handy-NutzerInnen ihre zurückgelegten Radkilometer in den Online-Radelkalender eintragen.

STADTRADELN ist eine deutschlandweite Kampagne des Klima-Bündnis.

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8 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 8. Zecke

    W.S. es ist einfach schade, dass auf der Bahnbrücke keine Züge fahren. Das hatte ich sagen wollen mit dem Kommentar.
    Manchmal wünsche ich mir einfach Personen an den entscheidenen Stellen, die ein paar mehr Gehirnzellen haben und verstehen, dass das wohl der Allgemeinheit vor dem Wohl einzelner Personen steht.
    Dann würden die Investionen nicht in die Infrastruktur für die Autos und den Flughafen Weeze fließen. Sondern in einen ordentlichen Nahverkehr und Radwegenetz. Und in Bildung und Wissen über kluge Nutzung von vorhander Infrastruktur.

     
  2. 7. Wiltrud Schnütgen

    Im Zuge der neuen Radbahn, die bis Kranenburg führt, wird tatsächlich ein Radweg an die Eisenbahnbrücke über den Spoykanal geschraubt.

     
  3. 6. Niederrheinstier

    Muuuuhhh, die (fahrradbezogenen) PDFs in der Liste unter diesem Link stellen auch noch eine gute Quelle für Anregungen zur fahrradgerechten Gestaltung von Verkehrsystemen dar:

    http://www.mobility-nl-nrw.eu/de/konferenzen/index.html

    Sollte zur Pflichtlektüre (mit anschließender Prüfung) für alle in der Klever Stadtverwaltung und im Klever Rat erklärt werden, die an unserem Fahrradwegesystem herumschrauben, muuuhh (Um Kohletabletten gehen Durchfall zu erhalten, umfladen Sie einfach den nächsten Arzt oder Apotheker, bis er damit rausrückt!).
    @JB
    Warum sind Sie eigentlich bei Ihren an sich hilfreichen Internet-Recherchen bisher nicht auf den o.a. Link gestoßen, muuuuhhh?
    @Zecke
    Kann nicht einfach ein Radweg an die alte Eisenbahnbrücke über den Spoykanal angekettet werden, muuuh?
    Eine ganze Menge Schlösser hängen da doch schon, muuuhhhh. Und die Schlüssel liegen vermutlich alle unter der grünen Tarnung im Schlick …

     
  4. 5. Zecke

    Sehr schöner Text in der SZ. Liest sich wie von einen anderen Planeten. Besonders schön ist die Stelle, wo es um Kompromisse geht:

    …eine Fahrradbrücke wird nicht neu gebaut, sondern, wie in Nimwegen, an eine Eisenbahnbrücke drangeschraubt.

    Leider haben wir hier noch nicht mal eine Eisenbahnbrücke, an die wir eine Fahrradbrücke schrauben können.

    Dafür können wir nach München fliegen….. von dort nach Amsterdam fliegen und mit der Bahn nach Utrecht fahren…

     
  5. 4. Kleverin aus Nijmegen

    Was Deutschland vom Fahrradparadies Niederlande lernen kann –
    http://www.sueddeutsche.de/politik/velo-city-konferenz-was-deutschland-vom-fahrradparadies-niederlande-lernen-kann-1.3559793

     
  6. 3. Kleverin aus Nijmegen

    Ich versuche soviel wie möglich mit dem Fahrrad zu machen, einkaufen usw, aber das ist manchmal nicht einfach hier. Sogar gefährlich. Es kommt mir manchmal so vor als ob Autos, und deren Fahrer, Fahrräder als störende Objekte auf der Strasse betrachten. Ein Fahrrad ist für Sonntag, für ein Fahrradtour. Der ganze Woche steht es in der Garage. Echt Schade! Für die Holländer ist ein Fahrrad ein Transportmittel.

    Kleve könnte viel lernen von Nijmegen wenn es um Fahrrad fahren geht. Hier ein Artikel von letzte Woche: “Nijmegen is rijwielwalhalla van Nederland” https://goo.gl/DRdrb5

     
  7. 2. ???

    Und wann gibt es eine Aktion für Fußgänger? 🙂

    Diese Gruppe ist jeder “Gefahr” ausgesetzt (auch manchmal Radfahrern)

     
  8. 1. Husky

    Dass ein Fahrrad 0 Emissionen hat, mag stimmen. Aber der Radfahrer hat garantiert welche…