Corona aktuell: Zwei weitere Todesfälle, mittlerweile 1946 Personen in Quarantäne, neuer Lockdown (ab 2. November)

rd | 28. Oktober 2020, 16:26 | 38 Kommentare
Mehr Pathos geht nicht: Lockdown-Ankündigung in der Zentrale
Und tschüss! Die Gastronomie zieht sich zurück. Wie lange?
Bald kalt : Heizpilz

(Inzwischen ist alles so gekommen wir erwartet: 4 Wochen ist fast alles, was dem Vergnügen dient, dicht, siehe zum Beispiel hier: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-krisengipfel-beschliesst-massive-einschraenkungen-ab-montag-a-da1173bc-9728-4930-9eef-92975f075210-amp?__twitter_impression=true)

Während diese Zeilen geschrieben werden, konferiert die Bundeskanzlerin noch per Videoschalte mit den Ministerpräsidenten der Länder. Dass dieses neuerliche Treffen nötig sein werde, hatte die gelernte Naturwissenschaftlerin angesichts der zögerlichen Maßnahmen, die zwei Wochen zuvor beschlossen worden waren, bereits vorhergesagt. Nun geht es offenbar nur noch um die Härte eines neuerlichen Lockdowns. Schon am 2. November soll er in Kraft treten, vier Wochen soll er gelten, mit kompletter Schließung der Gastronomie und des Freizeitbereichs (Kinos, Veranstaltungshallen, Sportstätten) – soweit, in geraffter Form, die Tischvorlage zu dem betreffenden Tagesordnungspunkt. Was entschieden wird, werden wir sehen. (Bzw. sehen wir jetzt hier:)

Der Überblick (Quelle: Tagesschau)

Klar ist: Das Infektionsgeschehen schreitet im Kreis Kleve weiter voran. In seiner aktuellen Pressemitteilung spricht der Kreis Kleve von nunmehr 1701 Fällen, exakt 50 mehr als gestern. Zwei weitere Menschen sind verstorben (eine Frau, 81 aus Kleve, ein Mann, 91, aus Uedem). In Kleve (Stadt) stieg die Zahl der erkrankten um 13 Personen auf die Gesamtzahl von 244 Personen – das ist der höchste Anstieg an einem Tag, seit die Aufzeichnungen begonnen haben! 33 Menschen werden in den Krankenhäusern des Kreises behandelt. Knapp 2000 Menschen befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne (genau: 1946). Die in Düsseldorf berechnete Wocheninzidenz je 100.000 Einwohner beträgt mittlerweile 97,9.

In Emmerich ist eine Kita betroffen (Arche Noah), der Kreis spricht von „einigen wenigen Indexfällen“ in dieser Einrichtung.

An der Hochschule Rhein-Waal hat das neue Semester begonnen, doch im Gegensatz zu früher, als Hunderte von jungen Menschen fröhlich durch die Stadt strömten, gab es lediglich Stadtbesichtigungen in Kleingruppen. Das Semester findet überwiegend virtuell statt, und viele Studenten sind gar nicht erst nach Kleve gekommen, andere haben die Stadt bereits verlassen.

Die wenigen Veranstaltungen, die noch für die kommenden Tage angesetzt waren, werden derzeit durch die Bank abgesagt. Das Wunderland Kalkar hat seine „Queen Tribut Night“ abgesagt, und vermutlich muss man sich auch keine Gedanken mehr über den Parteitag der Alternative für Deutschland Gedanken machen, der in der Kernkraftwerksruine stattfinden sollte. Die Klever Jazzfreunde cancelten das für Freitag angekündigte Konzert des Eva Klesse Quartetts im Hotel Rilano.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve



Corona: Förderzentrum Kleve (derzeit in Pfalzdorf) betroffen, Inzidenz trabt auf die 100 zu

rd | 27. Oktober 2020, 17:11 | 29 Kommentare
Aktuell wäre der Strich am oberen Tafelrand angelangt

Nun sind auch das Förderzentrum Kleve (früher: Sonderschule) sowie die Kita St. Marien von Corona betroffen. Am späten Nachmittag bestätigte der Kreis Kleve, was am frühen Morgen – nach dem ersten Schultag nach den Herbstferien – ein betroffenes Elternteil gepostet hatte: „Viele Kinder, wie auch mein Junge sind nach dem ersten Schultag nach den Herbstferien schon in Quarantäne und traumatisiert. […] Irgendwas scheint wohl da heute an der Förderschule Kleve schiefgelaufen zu sein!“

Das Förderzentrum Kleve ist derzeit in Pfalzdorf ansässig, weil das Gebäude an der Ringstraße saniert wird. In der Mitteilung des Kreises hieß es zusammenfassend: „In der Kita St. Marien in Kleve, im Förderzentrum Kleve, derzeit in Goch ansässig, und im Familienzentrum Sternschnuppe in der Wallfahrtsstadt Kevelaer gibt es einen oder mehrere Indexfälle. Die betroffenen Personen sowie die ermittelten Kontaktpersonen der Kategorie 1 stehen unter Quarantäne.“ Weitere Angaben wurden nicht gemacht.

Die Gesamtzahl der Fälle stieg in Kleve um 8 auf 231. Die Inzidenz aufgrund der Kreiszahlen liegt bei 79 Fällen je 100.000 Einwohner, beim Landeszentrum Gesundheit in Düsseldorf (wo um Mitternacht schon Mitternacht schon 34 mehr Fälle gemeldet waren als beim Kreis am Dienstag Nachmittag) betrug dieser Wert sogar 91,2. Gestern waren im Kreisgebiet drei weitere Menschen verstorben, alle drei zur Gruppe der Senioren gehörend (Mann aus Kleve, 88, Frau aus Goch, 71, Frau aus Kalkar, 87). Die Gesamtzahl der Todesfälle beträgt somit 43.

Zum Sport: Der 1. FC Kleve teilte mit, dass der Online-Ticketshop geschlossen ist. „Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Coronavirus-Pandemie dürfen aktuell nur 100 Besucher eine Veranstaltung besuchen. Der 1. FC Kleve hat ein Hygienekonzept für die Genehmigung von mehr als 100 Zuschauern erstellt und dieses beim Kreis Kleve eingereicht. Da zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht feststeht, wie viele Zuschauer zu den nächsten Heimspielen zugelassen sind, ist der Online-Ticketshop zurzeit nicht verfügbar.“

Fußgängerzonen: Die Bürgermeister des Kreises haben sich laut RP abgestimmt, dass das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in den Innenstädten weiterhin nur empfohlen wird.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve



Corona: Beginnt jetzt das Kneipensterben (Bar & Brot schließt komplett, Nachtschicht „bis auf weiteres“)?

rd | 27. Oktober 2020, 15:01 | 11 Kommentare
Blicks ins Bar und Brot: Gedränge war gestern, Bedrängnis kennzeichnet hingegen heute die Lage vieler Kneipen

Die Gaststätten in Kleve fingen gerade an, sich von der achtwöchigen Komplettschließung im Frühjahr zu erholen, als die zweite Welle losbrach. Seit Samstag müssen alle Lokale in der Stadt um Punkt 23 Uhr schließen, und die Teams vom Ordnungsamt, die wenige Minuten nach dem Beginn der Sperrstunde durch die Innenstadt zogen, machten deutlich, dass damit nicht der Zeitpunkt für eine letzte Runde („Bitte noch zehn Alt!“) gemeint ist, sondern tatsächlich das Ende aushäusigen Getränkekonsums. Wie lange aber werden die Gaststätten, insbesondere solche, die von langen Nächten leben, die neuen Einschränkungen durchhalten?

Gestern teilte die erste Gastronomin mit, dass sie ihr Geschäft mit sofortiger Wirkung schließt. Eva de Schrevel verkündete das Aus für ihre mit dem Gastro-Gründerpreis ausgezeichnete Gaststätte Bar & Brot in den sozialen Netzwerken. Ihr im Februar 2018 eröffnetes Lokal war ein beliebter Treffpunkt für Klever, die in einem gepflegten Ambiente besondere Spirituosen genießen wollten. Anfang des Jahres hatte Eva de Schrevel ihr Konzept umgestellt, die beliebten und publikumsträchtigen Events wie zum Beispiel Kneipenraterunden oder Verkostungen sollten fortan im Mittelpunkt stehen. Dann kam Corona – und wie für alle anderen Gastronomen ging erst einmal überhaupt nichts mehr.

Den zaghaften Neuanfängen nach dem Lockdown trat jetzt das Virus erneut entgegen. Eva de Schrevel schrieb: „Die Corona-Pandemie stellt die Gastronomie vor eine noch nie dagewesene Herausforderung, mit der niemand gerechnet hat auch für meinen kleinen, noch sehr jungen Betrieb was eine Prüfung, welche ich nicht bewältigen konnte. Das Ausmaß der Corona-Reglementierungen und eines irreführenden Artikels über meine Person im Juni haben dem Betrieb so sehr geschadet, dass ich jetzt leider nur noch die Notbremse ziehen kann. Deswegen werde ich schweren Herzens die Bar ab sofort schließen müssen. Ich bedanke mich bei den vielen netten Gästen, meinen lieben Mitarbeitern, Freunden und insbesondere bei denjenigen, welche auch in der schweren Phase seit Juni immer zu mir gehalten haben.“

Mit dem irreführenden Artikel ist ein kleveblog-Beitrag gemeint, der entstanden ist, nachdem Eva de Schrevel in einem Immobilienportal einen Nachmieter für ihren Betrieb gesucht hatte.

Unterdessen meldete sich ein Kommentator und teilte der Redaktion mit, dass auch die bei extremen Nachtschwärmer beliebte Gaststätte Nachtschicht aufgrund der Corona-Maßnahmen bis auf weiteres geschlossen habe. Der dazu als mögliche Ursache angeführte Besuch von Mitarbeitern des Ordnungsamtes scheint für diesen Schritt allerdings nicht erforderlich gewesen zu sein – das wahre Leben entfaltete sich in diesem Betrieb immer erst weit nach Mitternacht. Da Kneipen und Restaurants zur Zeit allerdings grundsätzlich um 23 Uhr schließen müssen, dürften die Nachtschicht-Betreiber zu der Erkenntnis gelangt sein, dass die Öffnung sich nicht lohnt.

In den meisten Gaststätten sind die Umsätze seit zwei Wochen massiv zurückgegangen. Schon vor der Verhängung der Sperrstunde sind gerade wochentags viele Gäste gar nicht mehr vor die Tür gegangen. So gesehen, dürfte die Sperrstunde die Situation kaum noch verschlechtern können. Doch die meisten Wirte rechnen damit, dass bei einer verschärften Ausweitung der Pandemie ein neuerlicher Lockdown verhängt wird. Dann stellt sich für viele Gastronomen vermutlich tatsächlich die Frage, ob nach dessen Ende noch einmal geöffnet wird – insbesondere, da das Weihnachtsgeschäft, für viele Wirte die beste Zeit des Jahres, in diesem Jahr weitestgehend ausfallen dürfte. Auch Karneval 2021 wird aller Wahrscheinlichkeit nach keine oder nur geringe Gastronomieumsätze bringen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten plant bzw. favorisiert Bundeskanzlerin Angela Merkel einen so genannten „Wellenbrecher-Lockdown“, bei dem Schulen zwar geöffnet bleiben sollen, allerdings die Gastronomie komplett geschlossen wird.


Sachen gibt’s: Hochschule muss Klimahaus in „tropisches Gewächshaus“ umbenennen

rd | 27. Oktober 2020, 11:34 | 2 Kommentare
animal ape banana cute
Total Banane (Foto: VisionPic .net on Pexels.com)

Wenn kleveblog Post von der Anwaltskanzlei KBM Legal aus Köln bekommt, verheißt das normalerweise nichts Gutes. Die Sozietät vertritt die Hochschule Rhein-Waal und wird gern zurate gezogen, wenn in kritischen Blogs Bilder aus öffentlichen Versammlungen publiziert werden oder Menschen mit Professorentiteln Probleme damit haben, Meinungsäußerungen korrekt zu bewerten. Insofern war mal wieder Verdruss zu befürchten, als im Posteingang eine Mail von KBM Legal aufpoppte.

Doch diesmal ist der Anlass eher einer aus der Kategorie Schmonzette: Bekanntlich unterhält die Hochschule auf ihrem Gelände hinten links ein kleines Gewächshaus, etwas zu klein, um ernsthaft Forschung zu betreiben, was hier aber nicht weiter thematisiert werden soll, und immerhin groß genug, dass darin eine Bananenstaude wächst.

Dieses Gewächshaus hieß allerdings nie einfach nur Gewächshaus, das erinnerte die Verantwortlichen wohl etwas zu sehr an das profane Treiben in einem Gartenbaubetrieb. Wenn dort etwas veranstaltet wurde, Führungen, Vorträge, all diese schönen Sachen aus der Vor-Corona-Zeit, dann war stets von einem „Klimahaus“ die Rede. Das klingt doch gleich viel besser!

Nun aber gibt es offenbar irgendwo anders auch noch ein „Klimahaus“, und wer immer dieses betreibt, war wohl der Ansicht, dass dieses Land zu klein ist für zwei Klimahäuser. Also wurden Anwälte ins Rennen geschickt, Schriftsätze ausgetauscht, und am Ende sah die Hochschule sich gezwungen klein beizugeben: „Unsere Mandantschaft musste sich im Zuge einer markenrechtlichen Auseinandersetzung dazu verpflichten, es zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr in Deutschland unter Verwendung des Zeichens ‚Klimahaus‘ Ausstellungen zur Wissensvermittlung zu bewerben, zu veranstalten und/oder durch Dritte bewerben und/oder veranstalten zu lassen“, schreibt die Kanzlei.

Und was hat nun kleveblog mit der ganzen Chose zu tun? Gut, hier wurde auch schon mal über Veranstaltungen in den Gewächshaus berichtet, beispielsweise in diesem Artikel: „Meet the president im Klimahaus“. Da sich die Hochschule verpflichten musste, auch sicherzustellen, dass der Begriff auch nicht von Dritten verwendet wird, musste die Kanzlei die Mail verschicken. Freundlicherweise werden sogar zwei alternative Bezeichnung angeboten: „tropisches Gewächshaus“ oder „tropisches Gewächshaus mit Lehr- und Schaugärten“. Dann wollen wir doch gleich mal die Überschrift ändern. (Bei der bekanntlich hochschulaffineren Rheinischen Post wird vermutlich ein Praktikant in den nächsten zwei Jahren nichts anderes zu tun haben als all die Berichte abzuändern.)


Corona aktuell: 226 neue Fälle in einer Woche

rd | 25. Oktober 2020, 17:15 | 25 Kommentare
Auf die Idee, dass die Tafel in der Vertikalen nicht ausreichen würde, ist der Chefstatistiker nicht gekommen. Sonst hätte er die x-Achse deutlich tiefer gesetzt

226 neue Corona-Fälle in einer Woche, eine 7-Tage-Inzidenz von deutlich über 70 – keine Entspannung nirgends. Gestern machten die Kneipen erstmals um 23 Uhr zu, was – soweit die persönlichen Beobachtungen des Autors für den Bereich der Innenstadt auch außerhalb des Stadtzentrums zutreffen – bemerkenswert reibungslos funktionierte. +++ Im Amateurfußball wurden am Wochenende zahlreiche Spiele abgesagt, man wundert sich, dass die Saison noch nicht ausgesetzt ist. +++

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve