Ich sehe nichts mehr

rd | 14. November 2011, 10:24 | 2 Kommentare

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Wenn ich eine HTML-Möglichkeit kennen würde, mit der die Überschrift in einen Nebel gehüllt werden könnte, hätte ich’s gemacht. (Hoffentlich waren die Konunktive richtig.) So aber müssen die Bilder (© -jübu-) für sich wirken, was ihnen aber auch problemlos gelingt. Der Lichtbilder selbst fragt angesichts des zweiten Motivs: Was fällt eher: das Blatt oder der Tautropfen? Und der Herbst ist – so glaube ich – die Jahreszeit, die sich perfekt dafür eignet, stundenlang über eine solche Frage zu sinnieren.

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  1. 2. dingdung

    Frau Ebel im Nebel

    Wie dicht heut doch der Nebel ist,
    in dem die Häuser stehen.
    Im Garten von Frau Ebel ist
    kaum noch das Gras zu sehen.

    Mein Gott, was ist der Nebel dicht
    und kalt und schauerlich.
    Ich sehe selbst Frau Ebel nicht.
    Das ist bedauerlich.

    Doch von den Chrysanthemen dort,
    ganz nahe am Gemäuer,
    da huschen graue Schemen fort.
    Das scheint mir nicht geheuer.

    Weil ich ein guter Nachbar bin,
    mach ich mir langsam Sorgen
    und rufe laut: Frau Nachbarin!
    Ich wünsche guten Morgen!

    Statt einer Antwort hör ich nur
    ein Keuchen und ein Würgen.
    Sie hat Besuch. Da stör ich nur.
    Sie hat Besuch von Jürgen.

    © Andreas Kley

     
  2. 1. Rainer Hoymann

    Damit dieser Beitrag nicht unkommentiert da steht, ein bekanntes Gedicht von Rilke:

    Herbsttag

    HERR: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
    Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
    Und auf den Fluren lass die Winde los.

    Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
    Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
    Dränge sie zur Vollendung hin und jage
    Die letzte Süße in den schweren Wein.

    Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
    Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
    Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
    Und wird in den Alleen hin und her
    Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.