H&M in Kleve experimentiert mit lebenden Feuermeldern

Nummer sicher: Stuhl für die Nachtschicht (die Wachleute selbst wollten nicht fotografiert werden)

Wer später am Abend, mitten in der Nacht oder am frühen Morgen in der Klever Fußgängerzone unterwegs ist, wird sich mitunter verwundert die Augen reiben, sobald er die Filiale der Bekleidungskette Hennes & Mauritz (H&M) passiert. Die hat zu diesen Zeiten eigentlich geschlossen, gleichwohl sind die gläsernen Eingangstüren des Ladenlokals weit geöffnet. Vor dem Eingang steht dann mitten in der Nacht mal ein Mann, manchmal sind es auch zwei, oder aber, was auch vorkommen kann, sie sitzen auf zwei weißen Plastikstühlen im Eingangsbereich. Gerne ist auch eine Thermoskanne mit Kaffee oder Tee im Spiel, so eine laue Sommernacht im Eingang des Geschäfts muss erst einmal verkraftet werden.

Doch was machen die Männer dort eigentlich? Die verblüffende Antwort: Es handelt sich um lebende Feuermelder!

Ihr Einsatz hat nichts damit zu tun, dass beispielsweise die Tür defekt ist oder nach Geschäftsschluss noch irgendeine Veranstaltung im Hause stattfindet, wie die ersten Vermutungen verschiedener Passanten waren. Die Nachfrage bei den Männern ergab: Sie werden aus Gründen des Brandschutzes die ganze Nacht lang in dem ansonsten menschenleeren Gebäude eingesetzt. Die Brandmeldeanlage, über die eine Geschäftsimmobilie in dieser Größe standardmäßig verfügt, ist nach Angaben der Wachleute defekt. Der Schaden, der offenbar schon seit zwei Wochen besteht, scheint auch nicht so einfach zu beheben zu sein. Deshalb müssen die Männer dort Nachtschichten ableisten und darüber wachen, dass nichts anbrennt. Bisher ist noch alles gutgegangen.

H&M in Kleve wurde 2004 eröffnet. Die Filiale der Kette hat mehr als 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche und ist damit eines der größten Geschäftslokale der Stadt (neben Galeria und Saturn). Zuvor stand an der Stelle das traditionsreiche Kino Burg-Theater, das jedoch zum Leidwesen vieler Klever abgerissen wurde, um Platz für den Neubau zu schaffen.

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