Merle Gemke starte ihre Karriere beim Biolieferservice Flotte Karotte, und im August 2024 nahm die Stadt Kleve die Umweltmanagerin, die in Schweden und Utrecht studiert hat, für eine wichtigere Aufgabe als die zeitnahe Lieferung von ökologisch produzierten Lebensmitteln unter Vertrag – sie bekam einen Posten als „Klimafolgenanpassungsmanagerin“. Das ist ein Wort mit 30 Buchstaben, das nicht einmal in eine Überschriftenzeile passt, und man sich sich Menschen vorstellen, für die das, was in Gemkes Aufgaben fällt, „woker“ Kram ist.
Glücklicherweise sahen das zu Gemkes Einstellung viele anders, unter anderem auch Bernhard Klockhaus, der Leiter des Tiefbauamtes. Er sagte anlässlich ihrer Einstellung: „Die Zunahme und Häufigkeit von Dauer- und Starkregenereignissen sind beeindruckend. Hintergrund ist der Klimawandel, der auch in Kleve immer deutlicher sichtbar wird. 100-jährige Regenereignisse passieren mittlerweile zwei bis drei Mal im Jahr. Der Begriff ist also eigentlich überholt.“
Gerade erst haben wir auch in Kleve eine Hitzewelle erlebt, wie es sie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie gegeben hat. Hitze ist jedoch nur eine der Folgen des Klimawandels. Ebenso nehmen Starkregen, Überflutungen, Dürreperioden und Waldbrände zu. Deshalb wird neben dem Klimaschutz auch die Anpassung an diese Entwicklungen immer wichtiger.
Nun ist Klima aber keine Sache, die auf temporäre Geldbedarfe Rücksicht nimmt, aber in der Stadt Kleve sieht man das anders. Sie möchte angesichts der angespannten Haushaltslage die bis Juni 2027 – und damit bis zum Ende der Landesförderung – befristete Stelle nicht verlängern. Die Verwaltung sieht eine Reduzierung des Arbeitsaufwandes im Fachbereich 64 unter anderem dadurch vor, dass „Klima-, Nachhaltigkeits- und Öffentlichkeitsprojekte auf den Pflichtkern zurückgeführt; Wettbewerbe, Vortragsreihen und Aktionsformate reduziert oder gestreckt, Zusatzkonzepte, Monitoring und Kooperationen nur mit klarer Priorität verfolgt und befristete Projekt- und Managementfunktionen nicht automatisch verstetigt werden.“
Die CDU begründete ihre Zustimmung zur Streichung damit, dass es sich im Bereich Umwelt- und Klimaschutz teilweise um freiwillige Leistungen handele und Projekte ohne gesetzlichen Pflichtcharakter deshalb zurückgestellt werden sollten. Daraus folgt der Beschlussvorschlag, „für befristete Stellen im FB 64 keine Stellen im Stellenplan 2027 zu schaffen, die über den Förderzeitraum hinausgehen“. CDU, AfD und Sozialliberales Forum (SFK) haben dieser Streichung der Stelle im Haupt- und Finanzausschuss zugestimmt.
Dem widerspricht Bündnis 90/Die Grünen in Kleve entschieden.
„Gerade angesichts wiederkehrender und sich verstärkender Wetterereignisse infolge des menschengemachten Klimawandels ist die Stelle von Frau Gemke als Klimafolgenanpassungsmanagerin extrem wichtig und unverzichtbar“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzende Ulrike Wäckers.
„Ohne eine koordinierte und strukturierte Anpassung an die Folgen des Klimawandels werden die Kosten für die Stadt, die Verwaltung, aber auch für die Bürgerschaft deutlich höher ausfallen als die Personalkosten für die Klimafolgenanpassung“, ergänzt der Vorsitzende des Ausschusses für Klima-, Umwelt- und Naturschutz (AKUN) Patrick Püttmann.
„Klimaanpassung ist eine kommunale Pflichtaufgabe. Wer vor Ort verantwortungsvoll handeln möchte, darf die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung keinesfalls aus dem Blick verlieren. Mit der Streichung dieser Stelle wäre genau das Gegenteil der Fall: Statt zu handeln und das bislang Erreichte fortzuführen, stecken wir den Kopf in den Sand“, so der Co-Fraktionsvorsitzende Gabor Klung, der sich damit der Haltung des Städte- und Gemeindebundes NRW anschließt.


@18. Gabor Klung
Vielen Dank für die offen dargelegten, sachlichen Worte.
Diese Fragen gehören auch aus Sicht der Bürgerschaft, von allen Parteien, offen, sachlich und öffentlich, beantwortet.
@ 12, 18 Gabor Klung :
‚### Genau deshalb haben wir Grünen einen konkreten Vorschlag zur Haushaltskonsolidierung durch Einsparung bei der Politik selbst gemacht. ###
Das sehe ich wie Sie !
Erstaunlich
( oder vielleicht auch gar nicht erstaunlich )
ist allerdings :
‚### „Die CDU-Fraktion bedauert sehr, dass vor allem die Grünen in den Sitzungen des Unterausschusses keinen einzigen substanziellen Vorschlag für Einsparungen gemacht haben. Einzig eine Liste mit aus grüner Sicht ,unkürzbaren‘ Zuschüssen hat es gegeben. So wird man seiner Verantwortung gegenüber der Stadt Kleve und ihren Bürgern nicht gerecht“, werfen die Christdemokraten den Klever Grünen vor. ###
so zitiert zumindest die Reichlich Peinliche zeitung in :
https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/kleve-cdu-stellt-sich-hinter-koekkoek-zuschuss-soll-bleiben_aid-151258091
Kehrt unsere LokalGazette zurück in seine schwärzesten Zeiten
willfährigster HöflingsBerichtBestattung ?
@13 parteilos
Genau diese Fragen gehören aus unserer Sicht auf den Tisch.
Ich kann hier nur für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Klever Stadtrat sprechen. Wir haben in den vergangenen beiden Ratsperioden 58.964,18 € nicht verausgabte Fraktionsmittel an die Stadtkasse zurückgezahlt und bewusst darauf verzichtet, Mittel nur deshalb auszugeben, weil sie zur Verfügung standen. Das zeigt aus unserer Sicht, dass die Budgets für Sachmittel und Personal – insbesondere für größere Fraktionen – überprüft werden sollten.
Auch über Größe und Anzahl der Ausschüsse kann man sachlich diskutieren. Beide wurden zu Beginn dieser Ratsperiode erhöht. Wir haben uns stets für kleinere Ausschüsse ausgesprochen. Auf die Mitarbeit sachkundiger Bürger:innen möchten wir hingegen nicht verzichten. Sie bringen Fachwissen ein und stärken die Qualität der politischen Arbeit – das sind „Kosten“ einer lebendigen Demokratie.
Unser Maßstab ist einfach: Einsparpotenziale prüfen, transparent machen und dort umsetzen, wo sie sinnvoll sind – statt mit dem Rasenmäher pauschal zu kürzen. Entsprechende Vorschläge haben wir im Rat, in den Ausschüssen und mit unserem Antrag zur Haushaltskonsolidierung eingebracht.
Der Klimawandel beschert uns heute schon zu großen Hitzewellen, Starkregenereignissen und Trockenperioden und zwar immer mehr und immer heftiger. Ohne gezielte Anpassungsmaßnahmen steigen die Gesundheitsrisiken, Schäden an Gebäuden und an der Infrastruktur und ganz erheblich die Kosten der Stadt. Eine Klimafolgenanpassungsmanagerin macht eine Stadt widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels und sorgt dafür, da sie auch in Zukunft sicher, lebenswert und zukunftsfähig bleibt. Die Stadt Kleve hat solch eine Managerin ( und zwar eine sehr Gute, was sie in den letzten beiden Jahren mehr als bewiesen hat ) , möchte die Stelle aber streichen, da fragt man sich doch : wie dumm kann man sein. Eine Klimafolgenanpassungsmanagerin ist keine zusätzliche Ausgabe sondern hilft dabei Risiken zu verringern, Fördergelder einzuwerben und erhebliche Kosten der Stadt zu vermeiden. Einige Leute in Kleve denken da anders, aber das ist einfach nur Dumm. Sorry aber man kann es leider nicht anders benennen.
Einen EinBlick, wie viele verschiedene Aufgaben zur Anpassung an das Klime gehören,,
gibt die heutige Sendung „HinterGrund“ im DLF :
https://www.deutschlandfunk.de/ahrtal-flut-katastrophe-2021-todesfaelle-warnsystem-100.html
Sie wird heute Nacht ab 01:10 wiederholt.
Kleve braucht ein schlagkräftiges Klimafolgenanpassungsmanagement! Eine Klimafolgenanpassungsmanagerin an der Spitze und ein Backoffice besetzt mit Freiraumplanern, Energietechnikern, Referenten Netzwerk und Monitoring im Bereich Kommunaler Klimaschutz und Hygienefachkraft ( d/w/m ) mit der Bereitschaft zum allmorgentlichen Lüften der Büroräume in den Sommermonaten.
‚### Es gibt genug kompetente Menschen, die sich darum kümmern können ?! ###
Mit #9 wollte ich verdeutlichen,
daß es nicht ausreicht, jemand KÖNNTE sich um etwas „kümmern“.
KlimaANPASSUNG ist eine andere Aufgabe als KlimaSCHUTZ.
Es ist wichtig, das Klima nicht noch weiter zu verschlimmern.
Aber damit wird die Erwärmung nicht mehr verhindert,
sondern „nur“ gebremst, hoffentlich begrenzt.
Sowohl HitzeWellen wie auch SturzFluten werden weiter anschwellen.
Darauf können wir uns „nur nooch “ vorbereiten.
Wenn wir uns nicht daran anpassen,
werden wir noch schlimmer darunter leiden
als neulich unter der Hitze,
als seit 5 Jahren die Menschen an der Ahr.
Deshalb muß jemand nicht nur sich “ mal kümmern “ können und natürlich kompetent sein,
dieser jemand muß auch reichlich Zeit und Mittel haben, sich dafür einzusetzen.
Das ist keine Aufgabe,
die mal irgendWann zwischen sonstigen AktenKram eingeschoben werden kann.
und :
Wer auch immer sich noch so sehr für eine Aufgabe einsetzt,
braucht unbedingt den RückHalt, die Unterstützung der Entscheider !
Solange dieJenigen, welche am Ende bestimmen,
– sei es ein StattRat oder eine StattVerwaltung –
nicht einsehen, wie wichtig und richtig die Anpassung ist,
so lange steht jeder, der sich einsetzt, auf verlorenem Posten.
Steht Kleve auf verlorenem Posten !
seit jeher in StattRat und StattVerwaltung
das gleiche wie bei unserer aktuellen BundesRegierung :
“ Es gilt die UnfähIQkeitsVermutung ! „
Gabor Klung
Vielen Dank für den öffentlichen Hinweis.
Seinerzeit hatte ich davon und darüber gelesen, und hinterfrage seit dem, was die Parteien, mit z.B. nicht genutzten, nicht verausgabten Sach- und Personalmitteln, machen?
Auch das Thema „Sachkundige oder beratende Bürger“ ist zu hinterfragen.
@10 parteilos
Vielen Dank für den Hinweis. Genau deshalb haben wir Grünen einen konkreten Vorschlag zur Haushaltskonsolidierung durch Einsparung bei der Politik selbst gemacht. Wir wollten mit gutem Beispiel vorangehen: https://t1p.de/9gxjo
Unser Antrag hätte die von der Stadt finanzierten hauptamtlichen Fraktionsgeschäftsführer aller fünf Fraktionen jeweils um zwei Wochenstunden reduziert – insgesamt also um mind. zehn Personalstunden (TVöD 6). Außerdem wollten wir die zwei zu Beginn der Ratsperiode neu geschaffenen Ausschüsse evaluieren, um ihre Sitzungsfrequenz zu senken oder sie gegebenenfalls wieder aufzulösen. Dadurch hätte allein die zusätzliche Aufwandsentschädigung für den Ausschussvorsitz (rund 5.700€/p.A.) eingespart werden können.
Leider war bisher nicht einmal eine Ratsmehrheit dafür zu gewinnen, die Verwaltung das Einsparpotenzial überhaupt prüfen zu lassen.
Unser Grundsatz ist einfach: Wer Einsparungen fordert, sollte zuerst bei den eigenen Strukturen anfangen. Genau das haben wir vorgeschlagen.
Mal den Roman“ Blue Skies“ von T.C. Boyle lesen. Ein Ausblick auf die Zukunft.
Vielleicht sollten auch kommunale Parteien in Kleve, anstatt Zusammenführungen für Zwecke, u.a. der finanziellen Verbesserungen, ihr eigenes parteiliches Sparprogramm, vorstellen?
Somit könnte dann auch eventuell eine Zusatzstelle für Koordinierungen, für ohnehin schon vorhandene Umweltschutz-Fachbereiche, finanziert werden.
Man kann davon ausgehen, dass man auch ohne Klimaspaziergang oder irgendwelche Aufkleber, weiß, wo man sich in Kleve, bei aussergewöhnlichen Temperaturen, aufhalten kann.
Wenn immer noch so viel Arbeitszeit für Fototermine als Eigenwerbung erübrigt werden kann, ist das Thema nicht so dringlich?
Es gibt genug kompetente Menschen, die sich darum kümmern können ?!
Ja, richtig.
nicht allein in der Verwaltung.
in ganz Kleve !
also konsequent :
Sparen wir doch gleich die ganze Verwaltung ein !
Sollen sich die Klever Menschen selber um den Kram kümmern.
jeder um seinen eigenen Garten.
oder um seine eigene BlumenVase.
alle Eltern und jedes SchulKind um seinen KlassenRaum.
nach FeierAbend, nach SchulSchluß.
Haushalt saniert !!
Ist doch klar; Klimaanpassung ist eine freiwillige Leistung; da dieser Kleve nicht betrifft, kann die Managerin entlassen werden. Manchmal denke ich, es kann nicht blöder werden, die Sparmaßnahmen zeigen jedoch, dass das möglich ist.
@6. VaranusPrasinus
„Sachverstand und Personal vorhanden…“ aber selten anwesend. Ansonsten 100% Zustimmung.
@5: Weil es zu 80% gefördert wird und bei diesen Quoten bei vielen das Gehirn abschaltet. Wir haben einen technischen Beigeordneten der tiefgreifendes Wissen in dem Bereich hat (haben sollte) und einen Klimamanager gibt es ja auch noch. In meinen Augen ist ausreichend Sachverstand und Personal vorhanden…
Warum ist sie dann eingestellt worden?
@3: So sehe ich das auch! Es ist genug Personal vorhanden um dem Bereich gerecht zu werden.
Aber da Sind doch immer noch genug qualifizierte Fachkräfte, die die Folgen de Klimawandels, die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung, trotzdem in Blick haben, und auch jetzt Schon bei verschieden Projekte tagtäglich umsetzen. Nicht verlängern der stelle des Klimafolgenanpassungsmanagerin, bedeutet nicht, das niks mehr gemacht werd. Wir brauchen doch nicht unbedingt für jeder Neue Entwicklung neue Manager bzw. neue Stellen ?.
Solange eine Landesförderung fließt, passt alles für die Stadt Kleve.
Sei es die monströse Unterführung am Bahnhof, sei es die LAGA und nun die Stelle der Klimafolgenanpassungsmanagerin.
Sobald aber keine Förderung kommt, wird es nicht mehr benötigt? Manche Sachen werden aber benötigt, so auch jemand, der unsere Heimatstadt gegen den Klimawandel schützt.
Dafür, dass wir auf Kosten des Klimas Jahrzehnte lang es haben uns gut gehen lassen, kommt nun die Rechnung.
Was soll ich schreiben: anscheinend versteht man in Kleve unter „regieren“, dass auf Situationen reagiert wird, statt mal das Heft in die Hand zu nehmen und zu agieren.
Beispiele? Wie können Grundstücke zur LAGA eingeplant werden, obwohl noch gar nicht geklärt ist, ob diese zur Verfügung stehen?
Wie kann es sein, dass man zur LAGA auf Individualverkehr setzt, obwohl auf dem Papier es eine gute Zugverbindung gibt? Allerdings müsste da die Stadt mal aus dem bequemen Sessel aufstehen und beim VRR und Land mal öfters an die Tür klopfen und sich dafür einsetzen, dass es bis zur LAGA wieder dort zuverlässig läuft, also agieren.
Wie kann es sein, dass in Düsseldorf für einen Stadtbesuch in Kleve Werbung gemacht wird, obwohl überhaupt die Innenstadt noch nicht attraktiver gestaltet wurde, es soll ja noch kommen.
Benno
Abwägung zwischen Entlastung für den Haushalt und Wohl der Bürger?
Für mich wäre das Ergebnis eindeutig.