Klever Stadtrat: AfD verliert erstes Ratsmitglied

Milena Lensing

Bei den Kommunalwahlen in Kleve am 14. September vergangenen Jahres zählte sich die AfD in Kleve zu den Siegern. Die rechtspopulistische Partei errang 13,7 Prozent, ein Plus von 9,3 Prozentpunkten gegenüber der vorigen Wahl. Acht Stadtverordnete stellt die AfD seitdem, und nun gibt es – knapp zehn Monate nach der Wahl – schon den ersten Wechsel. Milena Lensing (28) gibt ihr Ratsmandat auf, für die aus Emmerich stammende Frau rückt Matthaus Golla nach. Sein Name ist schon im Ratsinformationssystem zu finden, ebenso wie sein Beruf: „Senior Personal Disponent Manager“. Zu Deutsch: Personaldisponent beim Zeitarbeitsunternehmen Zelda People in Ven Zelderheide (ausweislich LinkedIn).

Dass Lensing geht, ist für Fraktionschef Tim Görtz eigentlich keine Erwähnung wert. Darüber zu berichten, lohne sich nicht, schreibt er. „Verlagerung Lebensmittelpunkt der nicht mehr Kleve ist. also unspektakulär“, schreibt er. Wobei natürlich schon die Frage gestellt werden kann, ob der je wirklich Kleve war. Sie war Spitzenkandidatin der AfD in Emmerich, bevor sie ihre Bewerbung zurückzog. Im Hintergrund drohte ein hässlicher privater Streit aufzupoppen, einmal berichtete die Rheinische Post sogar über „Anzeigen wegen Körperverletzung“ gegen Milena Lensing.

Die Vorfälle haben aber laut Görtz nichts mit dem Abgang zu tun. „warum sollte es? ist doch alles erledigt.“ Tim Görtz weiter: „[Der] Mensch macht Pläne und Gott lacht drüber. Die Liebe und die Arbeit gehen manchmal Wege, die man nicht so plant. also mal bitte die Kirche im Dorf lassen. gab es bei den anderen Fraktionen in den letzten Jahren auch. damit ist alles gesagt.“ Wer nicht mehr in Kleve wohnhaft ist, könne auch sein Ratsmandat nicht mehr hier ausüben.

Der Wechsel in der Fraktion soll offiziell in der Ratssitzung am Mittwoch bekanntgegeben und vollzogen werden.

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