Heinz Sack, 1950-2021

Heinz Sack (Foto: Ori Gerhst/Museum Kurhaus Kleve – Dauerleihgabe des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V./© VG Bild-Kunst, Bonn 2021)

Kleve trauert um Heinz Sack: Der erfolgreiche Unternehmer, enthusiastische Förderer der Künste und engagierte Bürger der Stadt (insbesondere in Fragen der Stadtentwicklung) verstarb am Montagmorgen im Alter von 71 Jahren an den Folgen eines Lungenleidens.

Den meisten Klevern dürfte Heinz Sack als Gründer des Dienstleistungsunternehmens tel-inform ein Begriff sein. Doch die unternehmerischen Wurzeln der Familie reichen weit ins 19. Jahrhundert zurück, als die Familie in Grieth einen Treidelbetrieb unterhielt. Als das Gewerbe mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt überflüssig wurde, siedelte Heinrich Sack 1846 nach Kleve um und gründete den „H. Sack Baustoff-, Kohlen- und Holzhandel“ – die Keimzelle des Erfolgs.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen zerstört, Karl Sack baute es an der Emmericher Straße wieder auf und belieferte schon bald Bauunternehmer und Schreiner am gesamten Niederrhein mit Material. 1961 siedelte das Unternehmen an die Ludwig-Jahn-Straße um, wo ein Handelsbetrieb für Baustoffe, Holz und Brennstoffe eröffnet wurde. Der Grafiker Walter Flinterhoff entwarf Logo des Unternehmens – den unverwechselbaren Schriftzug des Namens, bestehend aus wuchtig verdickten Buchstaben.

Logo von Flint

1974 trat Karl Sacks Sohn Heinz in das Unternehmen ein, 1976 übernahm er von seinem Vater die Geschäftsführung und erweiterte das Unternehmen um das damals neue Segment des Heimwerkermarkts. Das Geschäft hieß „Praktikauf“. Später fusionierte das Unternehmen mit zwei weiteren Baustoffhandlungen zur „Mobau Niederrhein“.

Schon 1987 startete Heinz Sack eine Marketingfirma, die sich auf die Beratung von Baustoffhandelsunternehmen spezialisierte. Dabei erkannte er den Bedarf an telefonischer Vertriebsunterstützung und gründete in Essen die Firma „BauContact“, die 1996 in der Firma tel-inform aufging – ein klassisches Callcenter, zu dessen Kunden schon bald der Hamburger Otto-Versand und zahlreiche andere Unternehmens zählten.

2001 war das Unternehmen so gewachsen, dass es eingangs des Industriegebiets einen markanten, elegant geschwungenen Neubau bezog. Fünf Jahre später erweiterte Sack sein Geschäft um den Bereich Büro- und Telefonservice, der seine Dienstleistungen 24/7 für zahlreiche Auftraggeber aus dem deutschsprachigen Raum anbietet. Seit 2013 ist Sohn Bernhard in der Geschäftsführung des Unternehmens – in der nun schsten Generation.

Als Familienunternehmer legte Heinz Sack stets Wert darauf, dass auch für seine Mitarbeiter Familie und Beruf vereinbar blieben – im 3-Jahres-Takt wurde tel-inform als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet, zuletzt noch im vergangenen Jahr.

Heinz Sack war grundsätzlich ein Mensch, der über den eng gezogenen Tellerrand des geschäftlichen Lebens zu blicken verstand. Als die Stadt unter Bürgermeister Theo Brauer plante, den Minoritätenplatz mit einem Einkaufszentrum zuzuklotzen, zählte Heinz Sack zu den Menschen, die sich im Hintergrund um Schadensbegrenzung bemühten.

Noch 2020 trat er als Privatperson mit einigen anderen Bürgern (Lukas Verlage, Peter Wack, Hans Husmann) an die Öffentlichkeit und präsentierte in Eigeninitiative angestoßene Planungen eines renommierten Wiener Architekten, die zeigten, wie der Minoritenplatz gelungen gestaltet werden könnte. Ob dieses Engagement zu einem guten Ergebnis für die Stadt führt, wird Heinz Sack nun nicht mehr erleben.

Ideen für den Minoritenplatz: Heinz Sack (l.), mit Peter Wack, Lukas Verlage und Hans Hussmann

Heinz Sack und seine Frau Ulrike, Rechtsanwältin, engagierten sich ideell und auch finanziell für beide Klever Museen (B. C. Koekkoek Haus, Museum Kurhaus). Ulrike Sack war mehrere Jahre Vorsitzende des Fördervereins und steht jetzt dem Beirat des Freundeskreises vor. Das Ehepaar beteiligte sich rege an den Veranstaltungen der Museumsfreunde, unter anderem mit Fahrten ins In- und Ausland.

So war es auch folgerichtig, dass sowohl Heinz Sack wie auch seine Frau im Jahre 2015 im Museum Kurhaus selbst ausgestellt waren – als Teil einer fotografischen Porträtserie des israelischen Künstlers Ori Gersht, der bekannte Klever Persönlichkeiten so in Szene setzte, als seien sie von alten Meistern gemalt worden.

Das Bild zeigt Heinz Sack mit seinem Markenzeichen, einem feinen Lächeln, mit dem er auf die Welt blickte. Dieses Lächeln wird Kleve nun fehlen.

Heinz Sack hinterlässt seine Frau Ulrike, einen Sohn und zwei Töchter.

Ein feines Lächeln war sein Markenzeichen: Heinz Sack (Foto: Ori Gerhst/Museum Kurhaus Kleve – Dauerleihgabe des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V./© VG Bild-Kunst, Bonn 2021)

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