Grün sein in Zeiten des Charterflugverkehrs

rd | 20. April 2011, 10:21 | 17 Kommentare

Es gab mal Zeiten, da plädierten Grüne dafür, die Zahl der Flugreisen pro Person zu begrenzen (war natürlich keine besonders kluge Idee), aber selbst heute kämpfen zum Beispiel die Grünen im Kreis Kleve aus guten Gründen mit einer angenehmen Beharrlichkeit und guten Argumenten gegen das millionensaugende infrastrukturelle Wahnsinnsprojekt Flughafen Niederrhein. Wie gut trifft es sich da, dass Flughafenchef Ludger van Bebber zur Premiere einer neuen Fluglinie in Weeze auf die Grünen aus der Stadt Kleve in Gestalt von Michael Bay und Dr. Artur Leenders zurückgreifen kann. Selbst die Rheinische Post konnte kaum glauben, was sie da zu berichten hatte:

Durchaus freundschaftlich unterhielten sie sich mit Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber und gaben (Bay) gegenüber der Redaktion gar zu Protokoll: »Es gibt zu jedem Thema etwas, was dafür und was dagegen spricht. Ich mache mir gerne selbst ein Bild und verteufele die Fliegerei nicht. Im Gegenteil halte ich das Fliegen sogar für eine Frieden stiftende, weil kommunikative Maßnahme. Es bringt Menschen zusammen.« Leenders gab zudem zu bedenken, dass von Starts und Landungen in Weeze erheblich weniger Menschen gestört würden als etwa im Raum Düsseldorf.

Das wirft drei Fragen auf: 1. Ist für Michael Bay der Flughafen als »Konversionsprojekt« ein Musterbeispiel für »Frieden schaffen mit immer weniger Waffen«? 2. Wäre es dann nicht angebrachter, Flughäfen in menschenleeren Naturschutzgebieten zu errichten, um die Lärmbelastung für Menschen zu minimieren? 3. Merken die noch was?

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17 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 17. Friedrich Foerster

    @Bernd Derksen:

    Wer das Gespräch mit mir sucht, trifft bei mir auf offene Ohren:
    meine E-Mail-Anschrift habe ich hier schon so oft mitgeteilt, dass Ralf Daute sie bestimmt bald rausstreicht: Gruenes@Friedrich-Foerster.de 😉
    Und mit der gelben Post: Postfach 13 49 in 47513 Kleve.

     
  2. 16. Friedrich Foerster

    @Killerplautze:

    Ein sehr guter Beitrag!
    Auch ich habe mich gefragt, wer Michael Bay wohl warum zu was eigentlich eingeladen hat.
    Wobei es mich allerdings auch nicht wundern würde, wenn er dort hingegangen ist, ohne eingeladen gewesen zu sein. (…)

    @willi winzig:

    Das stimmt zwar, aber:

    Nachdem es vor ein paar Jahren – es müsste 2006 oder 2007 gewesen sein – schon mal einen partei-internen Aufstand wegen allzu flughafen-freundlicher Sprüche von Michael Bay gegeben hatte, versprach er uns Mitgliedern des bündnis-grünen Kreisverbandes, sich in Zukunft zurückzuhalten.
    Immerhin hat er sich diesmal als Privatmensch geäußert, was Frau Settnik auch zutreffend so berichtet hat.

    Am Mittwoch, dem 18. Mai, soll laut Termin-Liste auf der Homepage die nächste Mitglieder-Versammlung des bündnis-grünen Kreisverbandes stattfinden.
    An diesem Abend soll es auch Vorstands-Neuwahlen geben.
    Falls Michael Bay sich überhaupt noch einmal bewerben möchte, so hat er mit seinen neuen Sprüchen seine Wiederwahl-Aussichten bestimmt nicht verbessert.

    Außerdem gilt nach wie vor: Mein Beitrag 3 hier! 😉

     
  3. 15. Bernd Derksen

    @Friedrich Foerster
    > Mit welchen Druckmitteln […] das möchte ich hier lieber jetzt nicht ausführlich erklären. >

    Würde mich schon interessieren … 😉

    Mmh, wenn die Heinrich-Preisverleihung ein Woche später wäre, hätte ich dann doch mal das Gespräch mit Ihnen, aber auch Bay und Leenders gesucht.
    (Da gab’s übrigens auch vermutlich vom Steuerzahler finanzierte Häppchen und Wein.)

     
  4. 14. Bernd Derksen

    Ich will hier nun nicht Oskar Meyer verteidigen.

    Aber, dass Bay und Leenders den Flughafen recht positiv betrachten, ist nichts Neues. Und natürlich haben sie jedes Recht auf Ihre persönliche Meinung.

    Dass sie hierbei eine andere Meinung als die Mehrheit der Kreisgrünen vertreten, finde ich weniger dramatisch. (Dass es aus Sicht der Grünen in der öffentlichen Wahrnehmung “verwirrend” wirkt, ist etwas anderes.)

    Was wäre das für eine Partei, die komplette Linientreue einfordert? Parteimitglied hieße dann das eigenständige Denken einzustellen. Das kann keiner wollen.

     
  5. 13. willi winzig

    Ja aber Herr Bay ist doch Kreissprecher der Grünen, oder nicht?
    Er hat sich doch nicht selbst dazu ernannt, sondern ist doch von den Grünen Mitgliedern dazu gewählt worden.

     
  6. 12. Killerplautze

    Ich frage mich, was die Politnasen, Verwaltungshengste znd Kugelschreiberjongleure auf dem Flughafen Event überhaupt zu suchen hatten.

    Es wurde ja nicht die vorzeitige Rückzahlung der Kreiskredite oder die Bedienung des Zinsdienstes bekannt gegeben, was ein echter Grund zu Feiern wäre, sondern die Landung eines Charterflugs des niederländischem Zweiges der Firma Alltours!

    Weshalb konnte Frau Settnik nicht mit einem Zitat des Veranstalters Alltours aufwarten? Wäre doch mal interessant, wie die ihr Engagement sehen. Oder war es nicht einfach so, das Verhuven und seinem Presseprecher die Zeit schlicht und einfach zu schade war, um sich bei einem Nicht-Event mit den üblichen Verdächtigen herum und die Zeit tot zuschlagen?

    Apropos Zeit, Herr Bay scheint ja ein komische Ansicht zu haben, welche Termine für ihn, den überlasteten Menschen mit knappen Zeitbudget relevant sind oder nicht.

    Noch einmal wieso waren Leenders, Katzy (der auch noch!)und andere Herr- und Frauschaften da? Sollte wieder einmal Networking seitens LvB/Buurman etc. betrieben werden, welches sich stante pete in Dringlichkeitsbeschlüssen des Kreises niederschlägt? Oder wollten sie die Gunst der Stunde nutzen, (…) gleichzeitig Champus und Kanapees während der Dienstzeit verköstigen und sich gegenseitig Geschichten vom Pferd (…) zu erzählen, wie wichtig man doch eigentlich ist.

     
  7. 11. Friedrich Foerster

    @willi winzig:

    Knapp daneben ist auch daneben!

    Mir ist nicht bekannt, dass der Flughafen Weeze-Laarbruch jemals auf der Tagesordnung des Rates der Stadt Kleve stand.

    Deshalb ging es beim Aufstellen der Reserve-Liste für den Rat der Stadt Kleve nie um die persönlichen Ansichten von Kandidierenden zum Flughafen Weeze-Laarbruch.

    Mit welchen Druckmitteln der schon 2008 im bündnis-grünen Ortsverband Kleve höchst umstrittene Michael Bay es nach zwei erfolglosen Versuchen beim dritten Anlauf doch noch geschafft hat, auf einen sicheren Platz der Reserve-Liste gewählt zu werden, das möchte ich hier lieber jetzt nicht ausführlich erklären.
    Dass er beim Versuch, auf Platz sechs der Reserve-Liste für den Kreistag gewählt zu werden, ohne Gegenkandidat spektakulär gescheitert ist, das dürfte doch noch erinnerbar sein – das “Klever Wochenblatt” berichtete mehrfach.

    Mit seinem neuen Auftritt hat er nun einmal mehr seine Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit unter Beweis gestellt!

     
  8. 10. dingdung

    …Leenders gab zudem zu bedenken, dass von Starts und Landungen in Weeze erheblich weniger Menschen gestört würden als etwa im Raum Düsseldorf…

    weise, weise – ich gebe zu bedenken, dass von Starts und Landungen in Asperden erheblich weniger Menschen gestört werden als etwa im Raum London-Heathrow ..

     
  9. 9. willi winzig

    Bay und Leenders sind von den Mitgliedern der Grünen in ihre Ämter und Reservelisten gewählt worden. Damit sind sie auch legitimiert ihre Ansichten auch als die der Grünen in Kleve zu vertreten. Wenn die Grünen sich durch diese Personen nicht in ihren Vorstellungen von Politik vertreten sehen würden, hätten sie schließlich andere Personen wählen können. Das es zu verschiedenen Themen auch innerhalb von Parteien unterschiedliche Meinungen gibt, ist doch absolut in Ordnung.

     
  10. 8. K. Kandolf / Stopp Laarbruch

    So kenne ich als Mitglied der Grünen B. und L. schon seit Jahren. Die Anbiederung an den Flughafen und an die CDU wird allerdings immer perfider. Keine Aussagen zur Verlärmung der betroffenen Bevölkerung. Das finanzielle Desaster des Flughafens auf Kosten der Steuerzahler wird verschwiegen. Keine Aussagen zu den immer noch nicht umgesetzten Ausgleichsflächen. Dumpinglöhne bei den Beschäftigten der Billigflieger spielen für B. und L. auch keine Rolle – Hauptsache für ein par Euro billig und sich in den Armen liegend in den Urlaub fliegen. Die Vorreiter für einen Parteiausschluss von F. Foerster sollten sich fragen, ob sie noch selbst in der richtigen Partei sind. Wenn sie morgens in den Spiegel schauen, müsste es ihnen schwarz vor Augen werden und sie sollten das Parteibuch entsprechend wechseln.

     
  11. 7. Jens-Uwe Habedank

    Damit demonstrieren die Herren Bay und Leenders mal wieder die Einzigartigkeit, zu Lasten des OV Kleve, der Klever Grünen im Kreisverband. Noch gar nicht lange her und die Grünen aus dem Kreistag bezogen klar Stellung gegen den Flughafen Weeze – das mußte natürlich korrigiert werden…!

    Spannend dürfte die Frage werden, ob sich nun Bay/Leenders und Garisch “kloppen”: Hr. Garisch betont ja außerordentlich, dass Verkehrswege/ Verkehrsangelegenheiten hauptsächlich von den Anliegern = Eigentümern bezahlt werden müßten! Da warte ich mal auf seine Einstellung zu Krediten vom Kreis, den Eigentümern Burman und Co. etc. – und ob sich dazu Bay/ Leenders außern. Genug Stoff für Zoff?

     
  12. 6. Mallefitz

    Das verwundert mich jetzt nicht wirklich, macht mich eigentlich eher traurig. Das lokal so viel im Argen ist und Bündnis90/Die Grünen als oberste Lakeien eine Hauptrolle in einem mit schlechten Nebendarstellern bestückten Stück aufführen welches von den Zuschauern nur noch mitleidig belächelt werden kann. Und ich bleibe dabei und sage es wieder gerne. Kleve ist Endlagerfähig. Es gelten beste Voraussetzungen- selbst die Grünen würden daran was gutes finden können. Na dann. Frohe Ostern.

     
  13. 5. Killerplautze

    @vanMeegen

    Wie wäre es mit Etikettenschwindel? Du machst die grüne Ratsherrendose auf und Theo grinst Dir entgegen…..

     
  14. 4. Schoemi

    … unfassbar.
    Der findet sicherlich auch positive Seiten an Stuttgart 21, wenn er sich selbst mal ein Bild gemacht hat.

     
  15. 3. Friedrich Foerster

    Zu Michael Bay: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert!

    Wenn einer merkt, dass seine politische Zukunft schon Vergangenheit ist, dann kann er solche Weisheiten wohl ungestraft absondern … ;-(((

     
  16. 2. HeinzS

    Ob die noch etwas merken, weiß ich natürlich nicht, aber ich weiß, dass ich der Argumentation nicht folgen kann. Da werden erstaunliche Zusammenhänge konstruiert. Wenn man dann, in dem Stil, auch die Bilanz liest, attestiert man dem Flughafen wahrscheinlich auch einen wirtschaftlichen Erfolg. Schlimm!

     
  17. 1. van Meegen

    Kein Kommentar!!!