Flughafen Niederrhein: Aktion Sonnenstich

rd | 09. März 2011, 18:04 | 17 Kommentare

»Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!« Dieses Zitat hatte ich Landrat Spreen kürzlich noch in den Mund gelegt, nicht wissend, dass Ludger van Bebber, der Geschäftsführer des Flughafens Niederrhein, dies offenbar als direkte Aufforderung verstehen musste: Auf der unablässigen Suche nach Steuerzahlergeldern soll jetzt, so berichtet es die NRZ (leider nicht online), die Sonne angezapft werden – auf dem Gelände des Flughafens soll ein Solarpark in der Größe von 5 bis 25 Hektar entstehen. Kosten: zehn Millionen Euro und mehr.

Aktion Sonnenstich, anders kann man es nun wirklich nicht mehr nennen. Kommentator Konfuzius a.D. hat es prägnant zusammengefasst: »Der Airport macht was er kann: Subventionen anfordern! Der Witz: Ausgerechnet an einem Standort für einen Billigflieger will man jetzt auf ein ökologisches Leuchtturmprojekt setzen! Nun wird die Sache aber wirklich unerträglich. Ausgerechnet am Airport? Welche Idee kommt danach? Eine Farm für Champignons oder gar Trüffel aus den Bunkern, die von chinesischen Großinvestoren aus Liebe und der Nähe zu Frankreich eingerichtet werden?«

Der Flughafen Niederrhein, der für die Bürger des Kreises Kleve keinerlei dringend benötigte Infrastrukturaufgabe erfüllt, ist durch den Flugbetrieb nicht rentabel zu führen. Also verlegt die Geschäftsleitung sich auf Parkgebühren und Gastronomie, was sich immerhin noch als Nebenprodukt erklären lässt. Die windige Solarnummer aber ist die endgültige Bankrotterklärung, da sie offenbart, dass es nur noch darum geht, Gelder abzugreifen (das Gesetz für erneuerbare Energien spendiert sie) – der Flughafen ist dafür überflüssig. Die Politik wird erneut am Nasenring durch die Manege geführt: Diesmal dürfen die Mitglieder des Weezer Gemeinderats sich demütigen lassen, indem sie die erforderliche Änderung des Bebauungsplans abnicken.

Wie hoch aber wird Ludger van Bebber noch fliegen? Wird er womöglich, wie ein Ikarus der niederrheinischen Wirtschaftsförderung, der Sonne zu nahe kommen?

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17 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 17. Meier mit E

    Weiter gehts mit der van Bebberschen Märchenstunde.

    Gezz soll doch sogar, vielleicht, mal schauen ein 3 Sterne Hotel auf Erbgrund- und Boden entstehen, denn der Investor ohne Penunzen will ja weiter absahnen.

    Über eine Besteck- und Wäschebenutzungs-Pauschale a la Hotel Mom schreibt Wolfgang Remy nix, aber LvB kann nach dem nächsten ZA Termin ja mal bei der EuCo rein hüpfen und nachfragen, wie man so etwas hinbiegt….

    http://www.derwesten.de/staedte/kreis-kleve/Airport-Hotel-im-Blick-id4410168.html

     
  2. 16. Jens-Uwe Habedank

    Der nächste Coup – ein Hotel …
    http://www.derwesten.de/staedte/kreis-kleve/Airport-Hotel-im-Blick-id4410168.html

     
  3. 15. rainer

    hallo,…Wenn Sie vom Hauptbahnhof in Keeken mit zehn Minuten ohne dass Sie einen Flughafen noch checken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen am ääh am Hauptbahnhof in Cleve starten Sie ihren Flug zehn Minuten – schauen Sie sich mal die großen Flughäfen an wenn Sie in Heathrow in London oder sonst wo Gustav Hoffman Charles de Gaulle in äh Frankreich oder in äh in ääh in Rom wenn Sie sich mal die Entfernungen ansehen, wenn Sie Winnekendonk sich ansehen dann werden Sie feststellen dass zehn Minuten Sie jederzeit locker in Griethausen brauchen um ihr Gate zu finden – Wenn Sie vom Flug – äh vom Hauptbahnhof starten Sie steigen in den Hauptbahnhof ein Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen in die Kreis-Klever-Gedächtniss-Solarzellen-Niederhein ääh Gedächtnissstelle, dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in Kehrum – das bedeutet natürlich dass der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an den Verdacht der klientelen Vorteilsnahme ähh an die niederrheinischen Städte heranwächst weil das ja klar ist weil aus dem Hauptbahnhof viele Linien aus hier zusammenlaufen. strgc strgv

     
  4. 14. Kronjuwel

    @ Jens-Uwe:

    Ich beteilige mich sofort am Boot und an der Zeitarbeitsfirma “flussello”

    Wir geben an, dass wir mit ca. 5999 Passagieren/ Tag rechnen, die übersetzen wollen.

    Handgepäck wird natürlich extra berechnet.

    Wir schlüpfen unter das Dach der Burmann-Holding, dann bekommen wir auch den Kredit vom Kreis.

     
  5. 13. Andreas

    Das Gelände des Verkehrslandeplatzes ist also alternativ nutzbar:
    Gewerbeansiedlung, nicht unbedingt flugaffin
    Solarpark …
    Off-Road-Übungsstrecke
    Fahrsicherheitstraining
    Seltsame Veranstaltungen (Q-Base)
    RAF-Museum
    etc

    Warum wird denn immer noch der kostenintensive Flugbetrieb zu Gunsten des umweltuninteressierten Iren aufrecht erhalten?

    Das Gelände könnte Millionen einfahren, Jahr für Jahr, kostet aber aktuell Unsummen weil da auch Flugzeuge abgefertigt werden?

     
  6. 12. Jens-Uwe Habedank

    Vielleicht sollte ich mal beim Kreis einen Kredit beantragen für die “Aufrechterhaltung der Infrastruktur Schenkenschanz”, mir davon ein Boot kaufen, über eine Zeitarbeitsfirma die Ruderer einstellen, den Kredit nie und nimmer zurück zahlen, nach 6 oder 7 Jahren dem Kreis dann ein Paddel als Eigentum anbieten, die Eigentumsrechte des üpberpaddelten Wassers in die Bilanz einstellen und Investoren für solarbetriebene Beleuchtung des Bootes suchen…

    Müßte man an für sich mal ausprobieren – wenn man vorher in die CDU oder SPD eintritt…

     
  7. 11. RumsdieKuh4Ever

    Laut RP stehen einige Interessenten bereit.

    Die Namen dürften van Bebber, Terhorst, Buurman. eine Gocher Dynastie usw. usf. lauten.

     
  8. 10. Heiner Peters

    Die RP hat einen Artikel dazu online gestellt:
    http://lokale-wirtschaft.rp-online.de/nachrichten/detail/-/specific/Airport-will-mit-Solarstrom-Geld-verdienen-1379849857

    Am 15.03. soll im Rat der Gemeinde Weeze über eine Änderung des Bebauungsplans entschieden werden.

    Man, sind die aber fix…

     
  9. 9. Querdenker

    tja…kein Moos um Zinsen zu zahlen, aber kräftig investieren…erneut auf dem Rücken der Kreis Klever Bürger…wenn die Hemmschwelle einmal überschritten ist, gibt es eben für manche kein halten mehr…

    und Bebauungsplan…sowas gilt für “Normalbürger”…gibt doch ein ähnliches Projekt in der Nähe wo so ziemlich alles möglich ist…

    …und eins beachte man…wenn öffentlich drüber berichtet wird ist die katze meist schon im sack…

     
  10. 8. Messerjocke

    Was ist das denn jetzt für eine Diskussion hier? Diese ganze Solar-Förderung kann, nein, muss man in Frage stellen- keine Frage. Ich persönlich halte den ganzen Erneuerbare-Energien-Kappes für eine Volks-Abzocke durch besser verdienende Schichten.

    Trotzdem kann der FHN doch Flächen an Investoren vermieten? Was spricht dagegen, so lange es dieses unsägliche Gesetz gibt?

    Wenn der Laden eines Tages vielleicht den Bach runter geht, dann haben die Gläubiger bzw. “wir” wenigstens schon mal einen langfristigen Mieter sicher, der noch nicht einmal wegziehen kann (wobei das noch vom Vertragswerk abhängig sein wird, ob’s wirklich gut ist).

     
  11. 7. Karl-Heinz Kandolf

    Die finanziellen Schwierigkeiten des Flughafens werden nun auch von dem Geschäftsführer der FN immer deutlicher ausgesprochen. Das bestätigt einmal mehr unsere Analysen. Die Politiker/innen des Kreistages werden langsam aber deutlich darauf hingewiesen, ihren Beschluss zur Übernahme von Anteilen an der FN zum Ende des Jahres umsetzen zu müssen. Die ganze Tragik des Flughafens wird allerdings deutlich, wenn sich Herr van Bebber nunmehr öffentlich über die Festsetzungen des Bebauungsplanes hinwegsetzen will.
    Der gültige Bebauungsplan lässt nur flugaffines Gewerbe zu. Wie diese Festsetzung mit der Schaffung eines Solarparks durch einen Investor zu vereinbaren ist, wird sicherlich einer Erklärung bedürfen. Eine Anlage dieser Größenordnung ohne Änderung des Regionalplans ist m.E. auch kaum möglich. Ich glaube nicht, dass die maßgeblichen Akteure dieses Projekt in Unkenntnis der gegebenen Tatsachen auf den Weg bringen wollen. Es bleibt abzuwarten, was den Bürgern und Bürgerinnen nun vorgegaukelt wird.

     
  12. 6. kronjuwel

    Das ist kein vorgezogener Aprilscherz…??

    Oder haben die Verantwortlichen des Flughafens Weeze endlich eingesehen, dass Mann mit Fliegen dort wirklich kein Geld verdienen kann? Das wäre ein Fortschritt.

    Am besten werden die Solarzellen auf der Landebahn placiert und an den Rändern Windräder aufgestellt.

    Und wenn nicht Herr B. bzw. die “FN-Solarpark” investiert, sondern BürgerInnen (aus dem Kreis Kleve) EigentümerInnen einer genossenschaftlichen Solar-Park Firma werden können, wird alles gut.

    Dann bleiben die Gewinne wenigstens bei denen, die schon so viel (Steuer)Geld dort, bisher sinnlos investiert haben.

    … und die Erzeugung erneuerbarer Energie ist umweltschonend, im Gegensatz zur Billigfliegerei. Aber das ist Herrn O’Leary ja egal.
    Siehe @ clavinius

     
  13. 5. clavinius

    Die Meinung nochmals – Michael O’Leary:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ryanair-chef-michael-oleary-die-umwelt-interessiert-mich-einen-dreck-1.1065678

     
  14. 4. egalonormalo

    Nachteile der Sonnenenergie ( Quelle Wikipedia)

    Bei Stromerzeugung mittels Sonnenenergie hohe Kosten im Vergleich zu anderen Techniken. Strom aus Windkraft ist mit 6 bis 8 Cent pro Kilowattstunde preisgleich zu der in neuen, herkömmlichen Kraftwerken produzierten Energie; die Erzeugungskosten bei solarthermischen Kraftwerken liegen derzeit je nach Standort bei 9 bis 22 Cent/kWh. Strom aus Photovoltaik wird mit 22 bis 29 Cent/kWh vergütet (ab 1. Januar 2011). In Deutschland trägt die Allgemeinheit der Stromverbraucher diese Kosten, denn das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz legt fest, dass die Mehrkosten für Solarstrom auf alle Verbraucher verteilt werden. Die Vergütungen werden – gesetzlich festgelegt – jährlich weiter um 5 bis 23 Prozent sinken. Netzparität soll damit bis 2013 erreicht werden

    Soviel zu den Fakten…

    absolute sauerei wenn soetwas genehmigt wird.

     
  15. 3. Andreas

    Wann wurde denn eigentlich die alte Genehmigung derart zusammengestrichen?
    Es hieß ja anfangs, nur flugaffines Gewerbe dürfe sich am Verkehrslandeplatz ansiedeln.
    Was den Solarpark betrifft: Der könnte sogar noch “sicherheitsrelevant” werden, entweder weil die Kollektoren anfliegende Piloten irritieren, oder aber weil der Verkehrslandeplatz dann zumindest teilweise alternative Energieversorgung besitzt.
    Neben EINER Zuleitung zum Gelände und Notstromaggregaten für ILS, Tower und … war da noch was??? … wäre das bestimmt gut zu verkaufen.
    Der Verkehrslandeplatz ist pampapolitisches Spielzeug für ahnungsfreie Kommunalfürstchen, mehr nicht. Das Geld für die Aufrechterhaltung muss halt von anderen Quellen eingefahren werden – und wenn Ryanair mal abhaut, macht FN richtige, echte Gewinne.
    Wenn…

     
  16. 2. RumsdieKuh4Ever

    Mit Ausnahme des Herren Buurman, van Bebber und den hiesigen Politzwergen weiss jeder, dass sich eine derartige Anlage in unseren Breiten nicht rentabel ist.
    Wahrscheinlich wird unser Waschmittel-Verkäufer den Nasen beim Kreis und der Gemeinde weismachen der Airport spare durch den Agello Sun-Parc Energiekosten und könne dadurch die Zinsen zahlen….
    Sie könnten auch den Biiligheimer Leary fragen, aber der will ja Geld verdienen und nicht verlieren.

    Den beiden Zampanos dürfte inzwischen das Wasser bis zur Unterlippe stehen, wenn deratige Ideen propagiiert werden.

     
  17. 1. Messerjocke

    Zwei Fragen sind für mich vorab zu klären:

    1) Wer errichtet die Anlage, also wem gehört sie?
    2) Wer finanziert die Anlage, also woher kommen die Millionen für die Investition?