Das politische Interview

rd | 31. Oktober 2008, 22:46 | 5 Kommentare

Für Politiker ist es sehr wichtig, nicht zu abgehoben daherzukommen, sondern immer schon bodenständig zu erscheinen. Oft weiß man aber gar nicht, wie dies im entrückten Politraumschiff B. in die Tat umgesetzt werden kann. Bei Ronald Pofalla klingelt dann zum Glück das Telefon, und Corinna Kuhs ist am Apparat. Dermaßen bedrängt, lässt der gebürtige Weezer nun aber auch wirklich keine Gelegenheit aus, zu demonstrieren, dass er einer von uns ist. Es geht um die Frage, ob der CDU-Generalsekretär auch die Ryanair-Verbindung von Weeze nach Berlin nutzen werde. Seine Kernaussagen:

Ich bin flexibel und nutze häufig Billigflieger, zum Beispiel ab Köln. Da gibt es teilweise keine Sitzplatzreservierung, das macht mir nichts. Eine bevorzugte Behandlung nehme ich beim Fliegen nicht in Anspruch. Mir geht es nur um den Transport.

Doch die Journalistin lässt nicht locker. Mit dem Mute der Verzweiflung hakt sie entschlossen nach:

Priority Boarding bei Ryanair, also das Einsteigen vor den anderen Passagieren gegen einen Aufpreis, werden Sie ab Weeze nicht nutzen?

Man kann sich nun vorstellen, wie der gewiefte Vollblutgeneralsekretär kurz überlegt, wie die Antwort des geringstmöglichen Luftwiderstands ausfallen muss, und dann schlägt er gnadenlos zu:

Nein, natürlich nicht. Ich fliege dann wie jeder andere auch und finde das völlig in Ordnung.

Huch, und schon ist das Interview zu Ende. Dabei hätten noch einige Fragekomplexe angesprochen werden können:

  • Gang oder Fenster?
  • Kaufen Sie auch an Bord die Ryanair-Rubbellose, bei denen man tolle Preise gewinnen kann? (Antwort: Nein, ich möchte, dass die Passagiere gewinnen, die es nötiger haben als ich.)
  • Wenn die Reihe voll besetzt ist, legen Sie dann Ihren Arm auf die Lehne? (Antwort: Nein, ich habe in meinem Büro den fantastischen Eames-Aluminium-Chair, da brauche ich im Flieger keine Armlehnen.)
  • Klatschen Sie bei der Landung? (Antwort: Nur, wenn Angela auch klatscht. Ich weiß aber, dass die Piloten das ohnehin nicht hören können. Ich bin nämlich sehr schlau.)

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5 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 5. Scratchcard

    Fly with R. if you’re a millionaire.

     
  2. 4. rainer

    Hallo, mir wurde bisher immer gesagt: Billigflieger sind Mitverursacher des bösen Klimawandels + fahrt Fahrrad + kauft euch neue Autos + Heizungsanlagen für 15000€ + packt euer Haus in 4m dicke Iso-schichten ein. Ein durchschnittlicher 4-köpfiger Haushalt spart dann 57€ im Jahr bei 47000@ Einsatz, oder so

     
  3. 3. killerplautze

    @ müller

    Danke für die konstruktive Kritik.

    Ich bleibe bei meiner Meinung.

     
  4. 2. Müller

    Killerplautze, Ihr Kommentar ist genau so dumm und überflüssug wie der Artikel in der Zeitung zum “Flugverhalten” des Herrn P..

    Zusatz für Herrn D., ich bitte um Fehlerkorrektur. Danke!

     
  5. 1. killerplautze

    Sehr schön, dass Herr P. den Billig-Flieger nimmt.

    Und sich die Euronen beim steuerzahlenden Urnenpö…, pardon Wahlvolk wiederholen.

    Als Fachmann für Entschleunigung könnte er auch den ICE nehmen. Der ist nicht wesentlich langsamer und geklatscht wird auch nicht, bloß weil der Lokführer den Bahnhof gefunden hat.

    Eine kostenlose Netzkarte erster Klasse besitzt er als Strafversetz….pardon Abgeordneter bereits.