Corona: Niederlande verbieten Silvester-Feuerwerk

rd | 13. November 2020, 18:31 | 16 Kommentare
Ist es vorstellbar, dass der Blick vom Aussichtsturm gen Niederlande am 1. Januar 2021 um kurz nach 0 Uhr so aussieht? Ja.

Das dürfte von allen Corona-Maßnahmen in den Niederlanden die grimmigste für das Gemüt unserer Nachbarn sein: Die Regierung verbietet das Silvesterfeuerwerk! Es war bisher ein in NL sehr geschätzter (und für die Händler in Deutschland kurz hinter der Grenze sehr lukrativer) Brauch, das neue Jahr mit Kilotonnen von Schwarzpulver zu begrüßen. Ich erinnere mich an ein Neujahresfest am Klever Aussichtsturm, dass den Grenzverlauf pyrotechnisch abzeichnete – und Deutschland flog hier und da eine Rakete in den Nachthimmel, in den Niederlanden war alles hell erleuchtet. Und die Knallerei hörte nicht auf. Die Discounter wie Aldi und Lidl hatten den Feuerwerksverkauf wegen der großen Mengen, die über die Theke gingen, in Container ausgelagert und für die Kunden Bestellformulare eingeführt, um der großen Nachfrage Herr zu werden. All das wird in diesem Jahr fehlen, wobei der notgedrungene Verzicht auf den Böllertourismus unter seuchenhygienischen Aspekten auch seine Vorteile hat, schließlich kamen die Kunden bis aus den Metropolen an den Niederrhein, um sich einzudecken. Als Begründung führt die Regierung aus, dass die Notaufnahmen von Sprengopfern freigehalten werden sollen. Und die Händler (in den Niederlanden) werden mit 40 Millionen Euro entschädigt (und dürfen ihre Böller im nächsten Jahr trotzdem verkaufen).

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16 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 16. Jens

    Feiner sprachlicher Unterschied:
    Ralf schrieb: vorstellbar. Das heißt, dass es nicht unbedingt so sein muss. Immerhin dient das zur Verdeutlichung der Folgen des Böllerverbots. Dieses Haar unbedingt finden zu müssen: eher Zeitverschwendung.
    Wobei: so könnte dieser Post auch bezeichnet werden 😉

     
  2. 15. rainer

    Ich vermiss unsere niederländischen Nachbarn schon jetzt beim Einkauf. Der Böllerverkauf war meine letzte Hoffnung gelbe Nummernschilder zu sehen.
    Hier ein nostalgischer Rückblick auf musikalisch deutsch-niederländische Zusammenarbeit.

     
  3. 14. Schwarzer Kater

    @12. Stefan Schuster „Und jetzt bleibt der Klever Einzelhandel auf der schon bestellten Waren sitzen. Dürfen die Niederländer sowas?“
    Ich geh mal davon aus, dass die rheinländischen Querdenker die Überkapazitäten an schwarzpulverhaltigem Silvesterkrempel aufkaufen um das Coronavirus im neuen Jahr willkommen zu heißen. 😉

     
  4. 13. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @ “… Blick vom Aussichtsturm gen Niederlande am 1. Januar 2021 um kurz nach 0 Uhr so aussieht? Ja. ”
    Wohl eher nicht.
    Da hat die Nachteule rd. nicht weit genug weitergedacht.
    01.Jan 2021 Mondaufgang 17:51 h Monduntergang 09:57 Bedeckungsgrad des Mondes 99,2 %
    Sogar Radio Jerewan sagt dazu : auch wenn nach prinzipiell fragt: N E I N ! ! !

     
  5. 12. Stefan Schuster

    #5 und #11 haben ja schon angefangen, das niederländische Vuurwerksverbood in einen größeren Zusammenhang zu stellen.

    Mal weitergedacht: Ich bin sehr gespannt, welche Delle das Feuerwerksverbot und überhaupt das gesamte Jahr 2020 in der Klever Zentralitätskennziffer hinterlassen werden, mit der ja leider so viele lokalpolitische Entscheidungen – vor allem in Fragen der Stadtentwicklung – begründet wird.

    Hier zeigt sich, auf welch brüchigem Eis man sich bewegt, wenn man die Zukunft der Stadt allzu sehr vom grenzüberschreitenden Handel abhängig macht. Kleine Änderungen können große Auswirkungen haben.

    Vor 2 Jahren war die Zentralitätskennziffer schon mal in Gefahr, als die niederländischen Kunden in Gefahr schwebten, Mautgebühren für ihre grenzüberschreitenden Einkaufsfahrten zahlen zu müssen – das Geschrei war groß. Schon vergessen? Und jetzt bleibt der Klever Einzelhandel auf der schon bestellten Waren sitzen. Dürfen die Niederländer sowas?

     
  6. 11. Justin

    @5., Nachdenker

    Es gibt viele gute Gründe Feuerwerk zu verbieten, die Sie sie ja bereits genannt haben. Auf der einen Seite stehen Umweltschäden, Verletzungen beim Umgang mit Feuerwerkskörpern, langfristige Gesundheitsschäden durch Feinstaub, Vernichtung von Ressourcen. Auf der anderen Seite stehen Tradition, Spaß und die Freiheit pyrotechnische Gelüste auszuleben.

    Das ist ein typisches Beispiel für Themen bzw. Konflikte mit denen sich die Gesellschaft auseinandersetzen muss. Platt formuliert und auf die Formel reduziert „Vernunft versus Spaß“

    Es ist extrem unpopulär Vernunftsentscheidungen wie Verbot von Feuerwerken, Tempolimit o.ä. politisch durchzusetzen. Mal abgesehen davon, dass teilweise in Frage gestellt wird, ob es sich dabei überhaupt um vernünftige Entscheidungen handelt. Ist möglicherweise das Entscheidende bei der Frage ob die Menschheit den Klimawandel stoppen also überleben kann ob wir Umwelt/Klima-freundliches Verhalten mit Spaß oder zumindest mit Motivation statt ausschließlich mit Verzicht verbinden können? Und wie könnte das gehen? Wenn wir das nicht schaffen, werden wir dann noch in 50 Jahren böllern bis wir keine Luft mehr kriegen?

    P.S.: Spaß und Freude am Leben sind auch sehr wichtig und fördern die Gesundheit.

     
  7. 10. rd

    @j-b Der Anfang war eben nicht nur ein Zitat, sondern die Herabwürdigung des Absenders.

     
  8. 9. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @rd.
    Ich hab da mal ´ne Frage.
    Ich eröffne normalerweise meine replys mit @, gefolgt von der Nummer des Posts nebst Namen, gefolgt von der Wiederholung der Kernaussage aus dem betreffenden Post in Gänsefüsschen.
    Ich finde das für die anderen Leser viel leichter verständlich, wenn sie sofort wissen, auf was sich mein Kommentar gedanklich bezieht, frei nach dem Motto des niederländischen Finanzamts : leuker kunnen wij het voor U niet maken, wel makkelijker (schöner können wir es für Sie nicht gestalten, aber wir können es Ihnen wohl leichter machen).
    Jetzt musste ich schon mehrfach beobachten, dass Sie diesen “Kopftext” löschen und durch nur Punkte zwischen 2 eckigen Klammern ersetzen .
    Verraten Sie mir die Philosophie, die dahintersteckt ?
    Dass Sie mit dem Text nicht einverstanden sind, kann ja nicht der Grund sein, weil ich zitiere ja immer nur mit exakt den gleichen Worten aus dem Ursprungstext, höchstens unter Auslassung nicht relevanter Worte, und tippe den Text nich einmal erneut ein, sondern mache das mit copy und paste. Also haben Sie diesen Text bereits vorher im gleichen Wortlaut durchgewunken.
    Sollte der Grund Speicherplatzersparnis sein ?
    Wenn ja, habe ich schlechte Nachrichten für Sie. Mit diesem Text, dan ja quasi Sie angestossen haben, ist mehr Speicherplatz vergeudet worden, als mit der vermuteten Massnahme auf lange Zeit eingespart werden kann.

     
  9. 8. Chewgum

    Die meisten Niederländer werden sicher den Grund für das Verbot verstehen.

    Die Bestimmungen im ausführlichen Vuurwerkbesluit waren auch immer schon viel restriktiver als Vorgaben hier, nach Enschede wurden sie nochmal verschärft.

     
  10. 7. jean-baptiste

    @5. Nachdenker
    heute in den Nachrichten: Die Regierung hat das Feuerwerksverbot für dieses Jahr erlassen, weil schon voriges Jahr mehr als 460 Menschen aufgrund von Feuerwerk zu Silvester ins Krankenhaus eingeliefert wurden.
    Die damit gebundenen Ärzte, Pfleger und Betten werden dieses Jahr dringend für COVID19 Patienten benötigt.

    Über die anderen Aspekte, und die volkswirtschaftlichen Kosten spricht man dabei noch gar nicht.

     
  11. 6. Jens-Uwe Habedank

    Wieso Sylvester..?
    Wieso Nachts..?

    Wer ab 29. Dezember am (Alt)Rheindeich spazieren geht, egal zu welcher Tageszeit, sieht und hört aus Richtung
    Tolkamer/ Spijk gefühlte Mio von Knallern, Raketen – Stunde für Stunde!

     
  12. 5. Nachdenker

    Dieses Verbot ist alleine aus Umweltschutzgründen schon lange überfällig. Sollte man hier auch so machen.

    Dann sparen wir uns viel Feinstaub, Lärm, Tierleid, Kapazitäten in den Notaufnahmen (die gesprengte Körperteile wieder flicken dürfen) und Müll der später überall herum liegt als direkte Folge der Böller und Raketen. Als unmittelbare Folge sparen wir nochmal Luftbelastung, Staus und Gedrängel in den Geschäften.

    Und bevor die armen Geschäftsleute jammern, wer nach dem Weihnachtsgeschäft davon noch abhängig ist, ist selber schuld. Die Schäden an der Umwelt sind wohl deutlich teuer, als das bisschen MwSt, auf die Knaller.

     
  13. 4. jean-baptiste

    @2. Michael Kotters […]
    Ich denke, dass die Douane schon erhöhte Aktivität zeigt, immerhin sind 80% des Feuerzeugs, was unsere westeburen so über den Grenzbaum zwar PTB-zertifiziert, dürfen aber nicht von Privat über die Grenze mitgenommen werden.
    Mit Standardbussen von 390 € für nicht legitim verfrachtetes Feuerwerk für jede Fahrzeuginsassen fühlen die Brigadiers sich schon angestachelt.

     
  14. 3. Seebär

    Leuchttürme sind mir lieber als Feuerwerk. Die sind leise und stinken nicht.

     
  15. 2. Michael Kotters

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Niederländer auf’s Feuerwerk 🧨 verzichten. Würde mich wundern. Wer soll das kontrollieren. Die Nl hat fast keine Polizei mehr und Nachts schon mal garnicht.

     
  16. 1. Schwarzer Kater

    Nachthimmel? Das ist eine Nachaufnahme von meinem Fell (im Dunklen)