Smart City Kleve: Am Treppkesweg kocht der Asphalt (46,5° C)

Der Asphalt kocht

Gerade flatterte die Pressemitteilung über die „Smart City Kleve“ in die Redaktion, in der die Stadtverwaltung mitteilt, dass sie einige Beobachtungspunkte eingerichtet hat, an denen sich in Echtzeit ablesen lässt, wie es um die Stadt bestellt ist. Das hat die Redaktion gleich ausprobiert, und die Sensoren der Umweltbetriebe der Stadt Kleve, die an zwei Messpunkten die Temperatur des Straßenbelags erfassen, lieferten in Echtzeit den Stoff für den nächsten Artikel: Am Treppkesweg kocht der Asphalt, die Sensoren melden , dass die Oberflächentemperatur dort 46,5 Grad Celsius beträgt – da Eiweiß ab 42 Grad Celsius gerinnt, könnte man dort also Spiegeleier auf der Straße braten. Für Röstaromen freilich noch etwas zu wenig. Auf dem echten Lande, am Kreisverkehr in Griethausen, melden die städtischen Sensoren etwas erträglichere Verhältnisse – dort hat sich der Asphalt auf nur 41 Grad Celsius aufgeheizt.

Was kann noch vom heimischen Bildschirm aus abgerufen werden oder auf dem Screen des Mobiltelefons, während man einen Schokobecher verspeist? Das Temperatur-Dashboard meldet von 17 Messpunkten im Stadtgebiet die Außemtemperatur, aktuell am heißesten ist es am Marktplatz Linde (26,5 °C), am wenigsten heiß an der Ecke Treppkesweg/Annabergstraße (23,29 °C), also paradoxerweise ganz in der Nähe des Messpunkts mit dem kochenden Asphalt.

Das Feinstaub-Dashboard zeigt, wie sauber die Luft ist oder eben nicht. Die Feinstaubstation Hafenstraße meldet 3 µg/m3, was recht sauber klingt. Die Tachoanzeige ist auch im grünen Bereich, also tief durchatmen.

Der Kreisverkehr Hafenstraße/Ludwig-Jahn-Straße wird von der Stadt sogar als Sensor-Hub bezeichnet. In diesem Dashboard werden im Bereich des Kreisverkehres an der Hafenstraße/Ludwig-Jahn-Straße verschiedene Daten gesammelt – zum Beispiel Füllstände von Altkleider-Containern, Luftdruck, Feinstaub, Temperatur, Luft- und Bodenfeuchtigkeit. Beim Test gerade eben war der Altkleiderfüllstand aber noch nicht in die Daten eingespielt.

Hier der Text der Stadt Kleve zur Einführung des Dashboards in voller Länge:

Pressemitteilung

Kleves Smart City-Dashboards: Echtzeitdaten aus der Schwanenstadt

Wie warm ist es gerade auf dem Minoritenparkplatz? Und wie ist die Luftqualität am Marktplatz Linde? Dank moderner LoRaWAN-Sensortechnik hat die Stadt Kleve hierauf nun Antworten. Bürgerinnen und Bürger können ab sofort über digitale Dashboards auf www.kleve.de/dashboard vielfältige Klima- und Umweltdaten aus einigen Bereichen des Stadtgebietes beinahe in Echtzeit abrufen. Damit lässt sich live nachvollziehen, wie sich Umweltbedingungen in Kleve entwickeln.

Ziel des Projekts ist es, städtische Entwicklungen datenbasiert zu unterstützen und gleichzeitig transparente, niedrigschwellige Einblicke in lokale Umweltbedingungen für die Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Die installierten Sensoren erfassen kontinuierlich Klimadaten, die in digitalen Karten der Schwanenstadt visualisiert werden. Mikroklimatische Unterschiede innerhalb des Stadtgebiets werden dadurch sichtbar. Die Erhebungen schaffen eine wichtige Datengrundlage für künftige Entwicklungen und Entscheidungen in Sachen Klimaschutz, Stadtentwicklung und Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel.

Neben Temperaturdaten werden in an ausgewählten Stellen in Kleve weitere Umweltparameter erhoben. Dazu zählen unter anderem Feinstaubwerte, die als Trendindikator zur Einschätzung der Luftqualität dienen. Ausdrücklich ersetzen die Werte keine offiziellen behördlichen Messungen, jedoch bieten sie erste Eindrücke zur Qualität der Umgebungsluft an vielbefahrenen Straßen. Bodenfeuchtigkeitsmessungen liefern unterdessen Daten zur Vegetation, Stadtgrün und möglichen Trockenstresssituationen. Schritt für Schritt entsteht durch die vielfältigen Messungen ein immer dichteres Bild der städtischen Umweltbedingungen. Gerade die Kombination unterschiedlicher Messungen liefert Erkenntnisse, die über klassische Einzelmessungen hinausgehen und neue Perspektiven für eine nachhaltige Stadtentwicklung eröffnen.

Alle erfassten Daten werden in den Smart-City-Dashboards der Stadt Kleve zusammengeführt. Unter www.kleve.de/dashboard sind alle Klimakarten öffentlich und in Echtzeit abrufbar. An den Standorten der Sensoren wurden zudem gut sichtbare Hinweis-Sticker mit QR-Codes angebracht, die unmittelbar zu den jeweiligen Dashboard-Seiten führen. Bürgerinnen und Bürger können die aktuellen Messwerte damit bequem per Smartphone abrufen.

Das Projekt baut auf den vorhandenen Smart City-Anwendungen der Stadt Kleve auf. Bereits zum Jahresbeginn wurde Sensorik zur Unterstützung des Winterdienstes eingesetzt, bei dem unter anderem Temperatur- und Feuchtedaten zur Einschätzung von Glätte- und Wettersituationen genutzt werden. Mit dem nun erweiterten Sensornetz wird dieser Ansatz weiterentwickelt und auf zusätzliche Umweltbereiche ausgeweitet.

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1 Kommentar

  1. 1

    Spannend! 40.000 Quadratmeter für Medline versiegeln und gleichzeitig so ein Unfug um in Zukunft Entscheidungen für ein besseres Klima zu treffen. Was soll das bringen wenn daraus keine vernünftigen Konsequenzen gezogen werden?