Scandi noir: Dänen lassen Kleve schwarz sehen

Schwarzer Block: Jysk-Neubau am Klever Ring (Foto: Manuel Funda)

Black is beautiful? Die Geschmäcker mögen verschieden sein, aber der Neubau der Klever Filiale des dänisches Möbelhändlers Jysk am Hagebaumarkt präsentiert sich dem Betrachter als so massiver schwarzer Klotz, dass manche sich gar an den Sarkophag von Tschernobyl erinnert fühlen. Auf jeden Fall bekommt der Begriff Scandi-noir – mit dem normalerweise die düsteren Krimis aus dem hohen Norden (in der Regel mit depressiven Kommissaren bzw. Kommissarinnen, die angesichts des zynischen Verbrechertums, dem sie Einhalt gebieten möchten, gerne auch schon mal Regeln brechen und stets kurz vor dem Rauswurf stehen) bezeichnet werden – eine ganz neue Bedeutung.

Für Kleve ist die Aufwertung des Jysk-Standortes insgesamt aber eine gute Nachricht. Die Kette, vielen noch als „Dänisches Bettenlager“ ein Begriff, war am bisherigen Standort an der Albersallee beengt untergebracht. Der Autor selbst war auch Augenzeuge, wie es bei einem etwas stärkeren Regenfall durchs Dach tropfte – nicht gerade ideal für ein Möbelhaus. Insgesamt bekommt Kleve damit so eine Art kleines Ikea, was einer bestimmten Zielgruppe (zu der beispielsweise Studierende gehören) sicherlich entgegenkommen dürfte. Die Qualität der bei Jysk erhältlichen Möbel ist auch OK (Beleg: eigene Gartenmöbel). Wer auf Skandidesign steht und sich im Stile der dänischen Sachlichkeit so einrichten möchte wie die gemütskranken Kommissare aus den Filmen, wird dort verlässlich fündig.

Der neue Standort am Klever Ring dürfte allerdings die unbefriedigende Situation an der Kreuzung Flutstraße weiter verschärfen. Kürzlich erst postete Kinobetreiber Reinhard Berens, dass bei ihm regelmäßig Filmzuschauer zu spät zu Vorstellungen kommen, weil an den Kreuzungen auf dem Weg zu ihm alles drunter und drüber geht. Tatsache ist: Die fragliche Kreuzung, die jetzt auch noch die Jysk-Kunden (von denen die meisten sicher mit dem Auto kommen) aufnehmen muss, wurde konzipiert, als der Hagebaumarkt aus dem Zentrum in die Peripherie gezogen ist. Seitdem kamen noch eine Jet-Tankstelle und der Hähnchenbrater KFC hinzu. In der Verwaltung gibt es aber nach kleveblog-Informationen Pläne, das Gelände auch „von hinten“ zu erschließen, über die Straße Tweestrom.

Am alten Stadort von Jysk an der Albersallee will sich offenbar der Discounter Tedi mit einer weiteren Filiale niederlassen.

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