Wenn sich in einer Woche (am 15. April) in Saal 1 des Tichelpark-Kinos rund zweihundert Inhaber von Geschäften aus acht Kommunen versammeln werden, erwarten sie keinen Blockbuster, dafür aber vielleicht eine Revolution.
Sebastian Wessels, vielen noch als Betreiber der Plattform KLE-Point bekannt, möchte ein Projekt starten, das die Einzelhändler auf eine Plattform bringt – und damit Amazon herausfordert. „Das ist mein letzter Versuch“, sagt Wessels.
Und er ist zuversichtlich, dass diesmal das gelingt, was zuvor schon in vielerlei Projekten scheiterte (seit 2008 gab es drei Vorhaben mit kommunalen Plattformen). „Seit 17 Jahren versuche ich, einen Online-Marktplatz zu etablieren“, sagt Wessels. „Ich sitze hier mit dem Beweis, dass man totgeglaubte Warengruppen wieder zum Leben erwecken kann.“
Er startete erst ein Spielwarengeschäft (in Goch), mittlerweile sind es vier (Kevelaer, Emmerich und Kleve kamen hinzu), und er verzahnte das stationäre Geschäft mit dem Online-Business. Seine geschäftliche Erkenntnis fasst er in einem Satz zusammen: „Die Ware muss sichtbar, verfügbar und zu einem marktüblichen Preis erhältlich sein.“
Sichtbar ist sie in den Geschäften und auf der Website. Ist etwas nicht da, wird es sofort bestellt (und zwar so, dass es in allen Läden verfügbar ist). Und bei der Marge ist er bereit, Abstriche hinzunehmen, um mit den Online-Riesen mitzuhalten. Die Einbußen sollen durch die Masse wieder ausgeglichen werden.
Die Plattform, die dem Geschäftskonzept zugrunde liegt, heißt laden-lokal.shop. Wessels, gelernter Informatik-Kaufmann, hat sie selbst programmiert. Bislang können Kunden dort in 42 Kategorien nach 18.500 verschiedenen Spielwaren suchen. Nun soll dieser Marktplatz regional um viele andere Warengruppen erweitert werden.
„Es geht um die regionale Sichtbarkeit von Produkten“, so Wessels. „Es wird keine kommunale Lösung geben können – man muss in der Region agieren, nicht nur an einem Standort. Der Kunde muss die passende Ware finden können, nicht die einzelne Ware den vermeintlichen Kunden suchen. Wir möchten Händlerinnen und Händler dort sichtbar machen, wo heute Kaufentscheidungen beginnen – online.“
Im idealen Fall macht sich der Kunde dann auf und besorgt sich den Artikel in dem entsprechenden Geschäft, oder er lässt ihn sich noch am selben Tag liefern. Wessels persönlich liefert derzeit zwischen 18 und 21 Uhr aus. Wie das organisiert wird, wenn die Zahl der Händler (und damit der Auslieferungen steigt), ist noch nicht klar. Das Ziel ist für Wessels „eine Innenstadt, die auch online funktioniert“.
Angesprochen hat Wessels Geschäftsinhaber aus Kleve, Kevelaer, Emmerich, Rees, Goch, Kalkar, Bedburg-Hau, Kranenburg, Uedem und Weeze, insgesamt ein Markt mit 210.000 Einwohnern. Der soll nun systematisch erschlossen werden, und nicht, wie zuvor mit Insellösungen, die wenig bis gar keine Ergebnisse zeitigten. „Die meisten Händler haben sich von der Technik knechten lassen und nicht umgekehrt“, so Wessels’ Eindruck. „Zudem fehlte die Kontinuität.“
Dafür hat Wessels nun einen Fünf-Jahres-Plan aufgestellt. Bis dahin will er die regionalen Kunden so weit haben, dass sie wie selbstverständlich in das regionale Ökosystem gehen. „Ich bin davon überzeugt, dass es funktionieren kann“, sagt Reinhard Berens, der den Kinosaal für die Auftaktveranstaltung zur Verfügung stellte. „Wir stehen am Beginn einer neuen Ära.“


Dann bin ich mir jetzt nicht mehr sicher, ob ich das System von Sebastian Wessels richtig verstanden habe.
Auf der Website erscheint, bevor es zum „Katalog“ (Vorschlag: „Warenliste“ – das ist selbsterklärend und klingt nicht nach Stadtbücherei) geht, erscheint dieser Hinweis:
„Unter katalog.laden-lokal.shop können Sie durch die ersten rund 18.500 Produkte stöbern, die Sie in stationären Geschäften finden, reservieren oder bequem nach Hause anfordern können.“
Also soll nach Bedarf ausgeliefert werden. Das bringt aber keine Leute in die City. Laufkundschaft könnte wegfallen, die aber wichtig ist für ungeplante Spontaneinkäufe. Sonst werden sich die Einzelhändler auch irgendwann ins heimische Büro zurückziehen, um von dort aus ihre Geschäfte zu organisieren und Mieten/Betriebskosten zu sparen.
Was heißt hier „die ersten rund 18.500 Produkte“ – wo sind die nächsten 18.500? (genauer formulieren)
Die Website müsste tatsächlich verbessert werden. Die Oberfläche ist ziemlich unsmart und sieht aus wie aus den Nuller-Jahren.
Ergebnis des Tests in #32 :
Seit vielen Jahren bietet KleveBlog zu jedem Kommentar an,
nicht nur @dresse und Namen zu nennen,
sondern es ist auch möglich,
die URL einer webSite einzutragen.
In der Veröffentlichung ist dann der Name unterstrichen
und link zu jener webSite.
Wer in 32 [ oder hier oben } auf
“ Martin Fingerhut “
c l i c k t,
landet über
w w w . l a d e n – l o k a l . s h o p /
automatisch bei dessen „Katalog“ :
h t t p s : / / k a t a l o g . l a d e n – l o k a l . s h o p /
Warum nutzt Herr Wessels diese bequeme Möglichkeit nicht ?
Warum nennt er sich nur
‚### Sebastian Wessels // Laden-Lokal.Shop ###
liefert damit aber keinen link ?
Wie professionell ist das ?
@ 30 Chewgum :
‚### Wieso ausliefern? ###
Weil ein beachtlicher Teil von Herrn Wessels‘ Präsentation darüber ging,
daß innerhalb des Systems auch Waren transportiert werden könnten :
– Von seinem zentralen Lager zu teilnehmenden Geschäften,
– zwischen den Geschäften
oder auch
– vom Lager oder Geschäft aus zum Kunden.
Tatsächlich kam auch eine WaschMaschine als Beispiel vor.
@29. Mark Kram
Warum diese Aufregung?
Es handelt sich vorrangig nicht um Warenauslieferung.
Auch denke ich, dass die allerwenigsten Menschen hier eine Waffe kaufen möchten!
Das Engagement von Herrn Wessels ist bedeutungsvoll und führt hoffentlich zu großem Erfolg!
Ein freundliches Lächeln und ein paar positive Worte sind die besten kostenlosen „Waffen“ …….. 😉
Mich wundern die doppelten shlashes wie in
‚### 23 Sebastian Wessels // Laden-Lokal.Shop ###
Ist das eine Folge einer der vielen Verschlimmerungen an KleveBlog ?
ich probier’s mal . . .
@29 Mark Kram
Ich zitiere mal Ihren Kommentar 24: „viele, viele, viele Worte“
Schön, dass ich Sie dazu bewegen konnte, erstmals konstruktiv etwas beizutragen. Ich scheine nicht der einzige zu sein, der dies bislang vermisst hat. Ich bin komplett bei Ihnen, wenn es zum Design des angeboten Shops geht. Ich sehe das aber als Anfang, auf dem sich zumindest aufbauen lässt.
Dazu noch ein Zitat aus Ihrem Kommentar 24: “ Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“
Schauen Sie doch mal in den Spiegel. Dann sehen Sie jemanden, der sich an anderen abgearbeitet hat.
@29 Wieso ausliefern? Es geht darum, dass die Leute wissen, wo es welche Produkte gibt und dann gezielt dorthin gehen können.
Auf http://www.Laden-Lokal.shop ist aufgelistet, wer die Produkte anbietet.
Es sollen ja Leute in die City kommen… Ziel ist die Stärkung des stationären Handels.
@27 Källesse:
Källesse Sie schreiben:
„Schon wieder beginnen Sie Ihren Kommentar damit, Herrn Wessels schlecht zu reden. “
Nein, ich rede nicht Herrn Wessels schlecht.
Herr Wessels ist erwachsen und muss nicht in Watte gepackt werden.
Ich rede hier über die Inhalte, die er selber durch Presse und Internet in die Öffentlichkeit bringt.
Das Herr Wessels das Ding laden.lokal.shop ernsthaft 200 Händlern im Kino vorstellen wollte, als Rettung der Innenstadtverödung, ist entweder unfassbar weltfremd oder naiv frech.
Er kann ja noch nicht mal sagen, wie er profitabel am gleichen Tag einen Teddy und ein Radiergummi und ein Glas Currywurst ausliefern will.
Mit seinem 4 Läden mag er das bei ein paar Bestellungen, Anfragen hinbekommen. Das ist ok.
Aber er kann das doch nicht so platt einfach auf 1 Million Artikel von 200 Händlern auf eine Region hochskalieren.
Und dann noch profitabel bleiben.
Er weiss ja gar nicht, wie er dann das Ausliefern organisieren will.
Er nennt keine belastbare Gesamtlösung mit logischen Abgrenzungen, mit denen man sinnvoll arbeiten und planen könnte.
Es sind schwammige Einzelideen, die für sich nett sind, aber diese Teile ergeben in ihrer Gesamtheit keine Rettung der Innenstadt.
Gehen Sie mal aktuell Tanken und liefern Sie dann mal profitabel ein Glas Currywurst nach Kranenburg und dann ein Puzzle nach Kevelaer aus.
Sie verstehen, was ich meine.
Sagen Sie jetzt nicht e auto.
Ach ja, Ihnen muss er dann Ihre Waschmaschine bringen und zum Wasseranschluss tragen.
Altgerätentsorgung macht er dann auch?
Ich verstehe Herrn Wessels genau darum nicht, also sein Vorhaben verstehe ich nicht.
Was will er tun, dem Handel, der Stadt anbieten?
Hat er irgendwie den Markt strukturiert, Currywurst, Puzzles, Waschmaschine, täglicher, nichtalltäglicher Bedarf, Erklärungsbedürftigkeit, Emotionsfaktor, Notwendigkeit, Lust?
Um das dann anschließend skalieren zu können?
Da finden Sie nichts.
Auch nicht unter Laden.lokal.shop absolut nichts, geschweige den ein ordentliches Impressum.
Was ist das Produkt zur Rettung welches Herr Wessels überhaupt zu welchen Konditionen offerieren will?
Können Sie mir das sagen?
Ach ja, Sie brauchen nur mal eine Waschmaschine, weil sich ihre Wäsche türmt.
Herr Wessels bietet als Idee der Sichtbartkeit
nur einen, bei allem Respekt, grässlich hässlichen online Katalog, der keinerlei intuitive Nutzerführung und keinen emotionalen Kaufanreiz bietet .
Noch nicht mal, sowas wie, „wer das kaufte, kaufte auch dieses und jenes passt zu deinem kauf dazu“, ist enthalten.
Nur ellenlange Rechtfertigungen, warum irgendwas nicht im Katalog ist.
So, Källesse, Sie müssen auch richtig lesen.
Ja, 1 Waffenladen.
Das soll heißen, es kommt nicht auf die Menge der Läden an, die man betreibt.
Herr Wessels hat hier gejammert, ihm würde die Zeit für seine Läden fehlen, wenn er hier Kommentare beantwortet (lesen Sie in seinem Kommentar).
Waffen sind ein gutes Beispiel für Emotionen.
Wenn die Emotion online durch Präsentation, Video, unboxing, video live shooting, Interview über self defence geweckt wird, dann kaufen auch Sie eine Waffe.
Natürlich kaufen Sie die Waffe selbst dann stationär.
Und im Zusatzverkauf kaufen Sie im Laden Waffenfett, Munition und eine Fachzeitschrift.
Und da die Beratung kompetent und freundlich war und Sie eingeladen wurden bei Fragen jederzeit wiederzukommen haben Sie Kundenbindung.
Aber:
zum stationären Laden hat Se die online vermittelte sichtbare Emotion geführt!
SICHTBARE Emotion, die auf laden.lokal.shop nicht vorhanden ist.
Wo sehen Sie Emotion unter Laden.lokal.shop?
Hat das schon irgendjemand hier dort ernsthaft benutzt, oder besser: erfühlt?
Oh,ich brauche einen Schlüsselanhänger.
Oh, ich brauche ein Glas Currywurst.
Oh, ich brauch ein Monopoly.
Ja, schau mal auf laden.lokal.shop.
Extrem unwahrscheinlich.
Wenn ich weiss, dass ich ein Radiergummi brauche gehe ich zu Action, Tedi oder Kodi.
Es gibt ja Dinge, von denen ich ja gar nicht weiss, dass es sie gibt.
Wer kennt den schon alle Erweiterungen für Monopoly?
Wenn ich das nicht weiss, suche ich es auch nicht im Laden.lokal.shop.
Das würden mir nur Ladenmitarbeitende vor Ort zeigen oder eine technisch gute smarte Internetseite.
Eine KI-Assitenz auf laden.lokal.shop könnte mich durch einen Beratungs-Chat zur Monopoly-Erweiterung führen.
Källesse Sie schreiben:
„Auch Käse (oder generell Lebensmittel) leben z.T. davon, dass ich probieren kann und mich spontan entscheide.
Das sind logischerweise nicht die Händler die Herr Wessels im Blick hat. “
Doch, die hat Herr Wessels auch im Blick!
Siehe Currywurst.
Dann haben Sie Herrn Wessels noch weniger verstanden als ich!
Das passiert, weil Sie sich an mir abarbeiten, anstatt sich mit der Sache zu beschäftigen.
Källesse Sie schreiben:
„dass ich probieren kann und mich spontan entscheide.“
Genau, das ist die Emotion, die bei Wessels komplett fehlt.
So sagen Sie es selber, wie wichtig Emotion beim Kaufentschluss ist!
Källesse Sie schreiben:
„Haushaltswaren, Kosmetik, Schmuck und und und. Ja, viele haben dazu bereits einen eigenen Onlineshop. Aber als Kunde wäre ich froh über eine zentrale Lösung.“
Das ist Unfug. Die zentrale Lösung ist schon da: Amazon, temu, kennt jeder.
Ja, sie meinen regional. Aber ein regio Amazon wird es nicht geben.
Sie können kein Amazon kopieren.
Denken Sie neu, binden Sie lokale Aktion und Emotion online ein.
Siehe meine anderen Kommentare.
Källesse sie schreiben: Waschmaschine:
„Nutzt mir aber nichts, wenn meine kaputt ist, sich die Wäsche türmt und das neue Gerät in fünf Tagen geliefert wird.“
Källesse, das ist Quatsch, das wissen Sie.
Gehen Sie zu Saturn, oder Amazon prime.
Nix mit 5 Tagen. Das geht in maximal 48 Stunden.
Und ob jetzt die Waschmaschine über Amazon oder lokal kommt, wird nicht das Thema Innenstadt-Rettung berühren.
Wollen Sie billig? Dann gehen Sie sowieso online. Wollen Sie Fachberatung? Dann gehen Sie sowieso in einen Laden in Ihrer Nähe.
Källesse Sie schreiben:
„Aber mosern Sie bitte nicht rum, sondern machen Sie dann auch.“
Genau, ich liefer Gedankranstösse.
Wenn das schon mosern ist, dann ist keine Diskussion mehr möglich.
Wie gesagt, Herr Wessels ist erwachsen und muss nicht in Watte gepackt werden.
Herr Wessels bekommt auch keinen roten Teppich.
Fakt ist:
Laden.lokal.shop ist aktuell eine emotionslose Frechheit.
Kommuniziert wurde es als Lösung, nicht als planlose Baustelle.
Vielleicht wird Herr Wessels noch ein ehrliches strukturiertes durchdachtes Konzept zur Rettung nachreichen, welches er alleine glaubwürdig vertreten kann.
@27.
👍
@24 Mark Kram
Können, oder wollen Sie Herrn Wessels nicht verstehen?
Schon wieder beginnen Sie Ihren Kommentar damit, Herrn Wessels schlecht zu reden. Dabei schließt sein Vorschlag den Ihrigen in keinster Weise aus. Zudem führen Sie Beispiele an, bei denen der Begriff „Hinken“ maßlos untertrieben ist. Ein Waffengeschäft, ernsthaft? Es gibt gute Gründe, dass das Onlineangebot in diesem Bereich sehr eingeschränkt ist. Auch Käse (oder generell Lebensmittel) leben z.T. davon, dass ich probieren kann und mich spontan entscheide.
Das sind logischerweise nicht die Händler die Herr Wessels im Blick hat. Ich verstehe sein Konzept für Bekleidung, Elektronik, Haushaltswaren, Kosmetik, Schmuck und und und. Ja, viele haben dazu bereits einen eigenen Onlineshop. Aber als Kunde wäre ich froh über eine zentrale Lösung.
Natürlich kann ich meine Waschmaschine bei Jeff Bezos bestellen. Nutzt mir aber nichts, wenn meine kaputt ist, sich die Wäsche türmt und das neue Gerät in fünf Tagen geliefert wird. Was mache ich? Ich durchforste diverse regionale Online-Angebote, bis ich fündig geworden bin. Da fahre ich hin, und kaufe.
Und das ist der zentrale Punkt von Herrn Wessels Konzept. Die Kunden, die eine ganz bestimmte Kaufabsicht haben, lokal zu bedienen. Und die Möglichkeit zu verschaffen, nicht alles aus Faulheit Online Gottweißwo zu bestellen.
Sie möchten mehr Emotionalität im Handel in der Innenstadt? Bitte. Machen Sie. Auch das wird helfen. Aber mosern Sie bitte nicht rum, sondern machen Sie dann auch.
meine Eindrücke WÄHREND der Präsentation :
alles OHNE Google ?
WieVIELE geben
“ http://www.Laden-Lokal.shop “
in die SUCHzeile von Google ein ?
WieWENIGE in die ADRESSzeile ihres Browsers ?
Wer findet noch die AdressZeile ?
Wer kennt überhaupt noch den Unterschied ?
GlasKugel : Wer bestimmt den „marktGängigen“ Preis ?
Wie wird UnterBietungsWettBewerb INNERHALB der Teilnehmer verhindert ?
Gibt’s in der SpielZeugWelt keinen gewaltigen PlatzHirschen,
der billiger VERkauft als ein lokaler Händler EINkaufen kann ?
glückliches LegoLand, wo
VerkaufsPreis – EinkaufsPreis = Gewinn
sein soll.
%Rechnung : an MilchMädchen outGesourced ?
Fazit : Reiches WirtschaftsMysterium
Das Swantje-App Experiment.
Bilder von der Swantje-App, frühe Version:
https://postimg.cc/gallery/5HJFhnm
Kommentar:
Wäre es nicht schön, wenn man in Kleve zum Thema Erlebnis-Einkauf in attraktiver Innenstadt endlich mal von teils hitzigen Diskussionen und mehr oder weniger gerechtfertigter Kritik in die Umsetzung kommt und Lösungen liefert? Die sichtbaren Probleme nehmen zu. Hier: Leerstand!
Immerhin, meine ich, hat Sebastian Wessels mit seinem Versuch eine Diskussion neu ausgelöst. Mir ist bekannt, dass es in Kleve schon mehrere Versuche gab, irgendwie – und der Begriff „irgendwie“ ist schon bezeichnend –, die Händler online unter einen Hut zu bringen. Es hat nie gut funktioniert.
Meine Zustimmung für folgende Zeilen des Herrn Wessels:
„Dann soll eben jemand anderes Platz machen“ klingt gut, nur wo genau sind diese anderen Akteure? Wo waren denn über Jahre hinweg die belastbaren regionalen Lösungen aus Kommunen, Werberingen, Wirtschaftsförderungen, Handelsverbänden oder Kammern? Was ist konkret entstanden, das über Appelle, Aktionstage, Gesprächsrunden und schöne Absichtserklärungen hinausging?“
Klarstellung
Ein paar Punkte müssen erreicht werden. Die technische Umsetzung, hier eine App, ist nur die eine Sache; in professioneller Hand ist sie allerdings auch teuer. Denn so etwas funktioniert sicher nicht mit den von „Influencern“ beworbenen KI-Tools. Neben technischen Belangen dreht sich vieles um den Datenschutz (DSGVO), um Verschlüsselung und – wenn man bis zur Endstufe ausbauen will – um Dinge wie Zugang Betriebsprüfer, DATEV-Export etc. Was ich hier zunächst nur mit 24 Bildern darstelle, habe ich aus einem Betriebssystem herausgebrochen, das ständig weiterentwickelt wird.
Entscheidend für den Erfolg in der Sache ist, dass die Bürgerinnen und Bürger mitmachen. Weil es ihre Stadt ist, weil sie sparen können und weil es Spaß machen kann. Am Eingang des Discounters klappt das doch auch: Da zückt ihr eurer Smartphone: Rabatte, Gutscheine und Gewinne, Gewinne!
Für wen noch?
Ich bin mir nicht sicher, ob der Einzelhandel in Kleve wirklich so motiviert ist, wie es oft behauptet wird. Ich würde neben dem Einzelhandel auch das Handwerk einbinden. Der Möbelhändler in Kleve-Kellen sein, der Schuster-Meister im Stadtgebiet oder der Metallbauer mit seinen Geländern im Industriegebiet etc. Ebenfalls würde ich die Gastronomen auffordern. Die Swantje-App wird analysieren, welche Einzelhändler, Gastronomen und Handwerksbetriebe sich engagieren – sei es durch Teilnahme, Aktionen, Events, aber auch durch anderweitiges Sponsoring. Jene werden in der App, bei Google und in ChatGPT besser auffindbar sein bzw. durch Teilnahme statt nur Trägheit ihr Ranking verbessern. Zwei Wochen Betriebsferien oder ein Tag Krankheit – in der App informiert – werden zu keinem schlechteren Ranking führen. Was fehlt? Ideen?
Ach was – ich lege einfach los. Swantje-App ohne LAGA 2029, aber mit Anlaufstellen, Produkten, Gutscheinen, Bonus-Programm, Bewertungen, Aktionen, Events und Live-Stream, Online-Shop etc.
Jetzt haben Sie einen anderen Akteur, Herr Wessels. Und der kommt aus der Wirtschaft.
Ich freue mich drauf. Ich lade – unabhängig von Ihrer Idee – zum Mitmachen ein.
Swantje bedeutet: Wer nur neugierig oder zögerlich ist, wird ohne Teilnahme an Umsatz verlieren.
@23,
Herr Wessels, viele viele viele Worte, um nicht zu sagen eine quälende Textwüste.
Ich habe mir die Mühe gemacht ihren Text komplett zu lesen.
Ist doch ihre Entscheidung, wie sie ihre Zeit einteilen, hätten sie halt weniger geschrieben, dafür aber konzentrierter.
Aber bei soviel Text sind mir die Fakten , ihre konkreten Ideen völlig verwässert abhanden gekommen.
Herr Wessels, was wollen Sie konkret?
Es gibt nichts gutes, ausser man tut es.
Ob sie jetzt ein, zwei, vier oder acht and more Geschäfte betreiben ist doch völlig irrelevant zum Thema.
Thema hier ist doch die RETTUNG. Inhabergeführter Einzelhandel.
Um gut zu sein reicht ein (1) Geschäft, zum Beispiel Waffen Schmidt, Goch.
Ein Laden, seit Jahren, fertig.
Entscheidend ist doch sowas wie Kundenbindung und die Gründe dafür. Das ist unter anderem Vertrauen, Wahrheit, Fachkenntnis, Emotion.
Wollen wir nicht damit anfangen wieviel Waffen und oder Dessous und oder Wein und oder Käse durch Emotion gekauft wird.
Ihre Kunden werden sie ja nicht empfehlen, weil sie die Ware hatten. Oder weil ein nacktes Foto einer Spielwarenumverpackung neben einem Glas Currywurst zu sehen ist.
Ihre Kunden empfehlen sie, wenn sie freundlich und beratenden Zusatzverkauf durch emotionale Begeisterung geschaffen haben. Der Kunde kauft am Ende das gute Gefühl, dass Sie bestenfalls transferiert haben. Und das ist die Stärke, die es online nicht gibt. Frisöre und Restaurants als Orte des lokalen Handels bekommen Sie gar nicht in ihre Warengruppenstruktur.
Warum kaufen die Leute Weihnachtsgeschenke, mit die Umsatzstärkste Zeit. Doch nicht weil man echten Bedarf hat. Man kauft, weil man die Kinder nicht enttäuschen will. Man kauft wegen dem guten Gefühl, der schönen Emotion.
Also Herr Wessels, holen Sie die Emotion wieder in die Region!
Ich habe mir für diese Antwort bewusst sehr viel Zeit genommen — Zeit, die an anderer Stelle fehlt: bei der Weiterentwicklung des Marktplatzes, bei praktischen Anpassungen oder im direkten persönlichen Engagement für den Innenstadtbereich. Denn all das ist, losgelöst vom laufenden Handel mit den vier Spielwarengeschäften, im Kern zusätzliches freiwilliges Engagement und weitgehend eine One-Man-Show. Trotzdem lese ich diese Kommentare aufmerksam, weil sie für mich nicht wertlos sind: Manche Gedanken bringen mich tatsächlich dazu, Perspektiven zu prüfen oder anzupassen. Andere führen aber ebenso dazu, dass sich meine bisherigen Standpunkte weiter festigen — gerade weil ich sie nach dieser Auseinandersetzung noch begründeter sehe.
Andere haben den Stil des ursprünglichen Kommentars bereits treffend eingeordnet. Deshalb möchte ich mich gar nicht lange an der Tonlage abarbeiten, sondern bei der Sache bleiben und zugleich zu einem persönlichen Austausch einladen!
Man kann meinen Ansatz kritisieren. Man kann sagen, dass Gestaltung, Emotionalität, Erlebnis, Aufenthaltsqualität und eine stärkere Einbindung der Händler noch stärker in den Vordergrund gehören. Darüber kann und sollte man sprechen. Was ich aber für falsch halte, ist die Behauptung, die nüchterne Auseinandersetzung mit realen Problemen des Handels sei bereits eine Form von „Realitätsverweigerung“, nur weil sich diese Probleme nicht mit Begriffen wie Storytelling, Gamification oder lokaler Romantik allein lösen lassen.
Denn genau da beginnt doch die eigentliche Debatte: Warum verliert der inhabergeführte Handel heute Umsätze?
Nicht, weil Menschen keine schönen Innenstädte mögen. Nicht, weil es vor Ort grundsätzlich an Sympathie fehlt. Und auch nicht primär, weil es an Emotionen mangelt. Er verliert Umsätze vor allem dann, wenn der Kunde online beginnt zu suchen und lokal nichts findet — oder nichts Verlässliches findet. Wenn nicht erkennbar ist, ob ein Produkt vorhanden ist, was es kostet, wie schnell es beschafft werden kann und ob sich der Weg überhaupt lohnt. Genau an diesem Punkt setzt mein Ansatz an.
Und noch etwas: Es geht dabei ausdrücklich nicht nur um Kleve, sondern um Region. Nicht um Region aus Sicht einer Kommune oder Verwaltungsgrenze, sondern aus Sicht des Kunden. Also aus Sicht des Umfelds, in dem er sich gesellschaftlich tatsächlich bewegt und in dem es ihm auch wirtschaftlich möglich sein sollte, sich zu bewegen. Genau das wird in solchen Debatten oft übersehen.
Es wird häufig so gedacht, als müsse der Kunde seinen Bedarf bitte schön ganz bewusst auf einen Ort konzentrieren, im richtigen Moment losfahren, sich Zeit nehmen und seinen stationären Einkauf möglichst idealistisch organisieren. So funktioniert Alltag aber immer seltener. Zeitdruck, Kostenbewusstsein, Bequemlichkeit, familiäre Abläufe und viele weitere Einflüsse sorgen doch gerade dafür, dass es für viele Menschen zu schwer geworden ist, im Bedarfsmoment ausschließlich vor Ort einzukaufen und dies dann auch noch gerne persönlich stationär auszuführen. Nicht, weil sie den lokalen Handel ablehnen, sondern weil ihr Alltag oft stärker ist als ihr guter Wille.
Deshalb halte ich auch die immer neuen Forderungen nach noch mehr Gamification, noch mehr digitaler Bespielung, noch mehr Scrollen und noch mehr „spielerischer Nutzerführung“ für überschätzt. Nach meiner Ansicht überfordert das viele Menschen eher, als dass es ihnen hilft. Gerade in einer eher preis- und alltagsgetriebenen Region kaufen viele Menschen nicht spielerisch, sondern zielgerichtet ein. Sie möchten ihren Bedarf decken, möglichst unkompliziert, möglichst klar, möglichst effizient. Wer am Ende dort einkauft, wo es zusätzlich noch den größten Bonus gibt, orientiert sich nicht mehr primär an Qualität, Passung, Nähe oder Vertrauen, sondern an der stärksten Lockwirkung. Dann gewinnt nicht die Qualität des Einzelhandels, sondern die Macht der Kette, die die aggressivste Mechanik finanzieren kann. Ein kleiner Bonus kann sinnvoll sein. Aber wenn er der grundlegende Anreiz wird, verschiebt sich der Wettbewerb in eine Richtung, die ich langfristig nicht für gesund halte.
Ein weiterer zentraler Punkt ist mir wichtig: Der Marktplatz ist nicht in erster Linie eine Bereicherung für jene Kundinnen und Kunden, die ohnehin gezielt durch Innenstädte bummeln, wissen, wo sie was bekommen, und den Mehrwert darin erkennen, neue Produkte im Handel kennenzulernen und lieben zu lernen. Diese Menschen gibt es, und sie sind wichtig. Aber sie sind nicht das eigentliche Kernproblem.
Der eigentliche Mehrwert liegt viel nüchterner an einer anderen Stelle: darin, Umsätze einzusammeln und in der Region zu halten, die sonst schlicht abfließen. Denn viele Kaufentscheidungen werden heute nicht aus Innenstadtliebe getroffen, sondern ganz pragmatisch. Jemand braucht ein bestimmtes Produkt, gibt irgendwo Geld aus und tätigt diesen Kauf oft außerhalb des Wirtschaftsraums, in dem er zugleich gesellschaftlich verankert ist. Genau diesen Kunden gilt es zu aktivieren. Nicht zuerst über große Erlebnisversprechen, sondern ganz nüchtern über Bequemlichkeit, Sichtbarkeit, Verfügbarkeit und Klarheit. Der erste Schritt ist nicht, dass dieser Kunde plötzlich wieder mit Begeisterung durch die Innenstadt flaniert. Der erste Schritt ist, dass er seinen Bedarf überhaupt wieder bequem innerhalb der Region deckt. Wenn das gelingt, kann daraus im nächsten Schritt auch wieder ein zusätzlicher Weg in die Stadt, in Geschäfte und in stationäre Bindung entstehen. Aber die Reihenfolge ist entscheidend: Erst den Umsatz in der Region halten, dann daraus im besten Fall auch wieder mehr Frequenz und Bindung erzeugen.
Mein Ansatz zielt deshalb gerade nicht darauf, den Kunden noch stärker zu bespielen, sondern ihm im entscheidenden Moment Hürden zu nehmen: Sichtbarkeit, Verfügbarkeit, Klarheit, Reservierung, Abholung, Lieferung, regionale Bündelung. Nicht noch mehr Reiz, sondern mehr Orientierung. Nicht noch mehr Spielmechanik, sondern mehr Verlässlichkeit.
Das ist keine Geringschätzung des stationären Handels, sondern im Gegenteil der Versuch, ihm dort Werkzeuge zu geben, wo Kaufentscheidungen heute tatsächlich beginnen: online. Wer so tut, als sei diese Frage nebensächlich und als würden sich die Probleme vor allem über bessere Bilder, emotionalere Sprache oder „Erlebnisräume“ lösen, verwechselt Ergänzung mit Grundlage. Denn ein ansprechend gestaltetes Frontend ohne belastbare Daten ist keine Lösung. Es ist eine hübsch verpackte Enttäuschung. Wenn ein Kunde etwas lokal sucht, es schön präsentiert bekommt und dann feststellt, dass es doch nicht verfügbar ist, doch nicht stimmt oder doch nicht zeitnah beschafft werden kann, dann ist nichts gewonnen. Im Gegenteil: Dann ist Vertrauen beschädigt.
Deshalb bleibe ich bei einem Punkt bewusst hartnäckig: Belastbare Prozesse, saubere Daten, zentrale Sichtbarkeit, klare Zuständigkeiten und funktionierende Abläufe sind keine Nebensache. Sie sind die Voraussetzung. Das heißt nicht, dass Gestaltung unwichtig ist. Das heißt nicht, dass Emotion, Vertrauen, Identität und Aufenthaltsqualität keine Rolle spielen. Aber es heißt sehr wohl, dass man kein tragfähiges regionales Handelsmodell auf Wunschdenken aufbauen kann.
Hinzu kommt ein Punkt, der in solchen Kommentaren gerne ausgeblendet wird: Viele der genannten Ideen sind als Zielbild nicht falsch. Sie scheitern in der Praxis aber häufig nicht an fehlender Kreativität, sondern am Protektionismus, an der Zersplitterung und am Stillstand einzelner Händler und Akteure.
Man kann leicht von „Concept Stores“, „Kuration“, „Storytelling“, „Gastronomie-Kooperationen“ und „echter Kollaboration“ schreiben. Schwieriger wird es, wenn diese Schlagworte in reale Schritte übersetzt werden müssen. Wie sollen denn neue Concept-Store-Ansätze, mehr Warenvielfalt und attraktivere Sortimente entstehen, wenn viele Händler wirtschaftlich gar nicht in der Lage sind — oder nicht bereit sind — Geld in die Hand zu nehmen, um zusätzliche Ware zu präsentieren? Vielfalt ist keine rhetorische Forderung. Vielfalt muss eingekauft, vorfinanziert, gepflegt und sichtbar gemacht werden. Die beiden letzten wirklich tollen Concept-Stores in Kleve (namentlich YAY Living & Trés Chig) haben es trotz sehr engagierter Inhaber/innen und sehr kuratierter Waren leider nicht dauerhaft geschafft – trotz enorm viel Herzblut, Persönlichkeit, Storytelling rund um ihr Angebot etc.!
Dasselbe gilt für Kundenbewertungen. Natürlich sind echte lokale Kundenbewertungen sinnvoll. Aber Bewertungen entstehen nicht aus Wunschdenken. Erst muss Ware überhaupt sichtbar und verfügbar sein. Dann folgen Käufe. Und erst dann folgen belastbare, echte Kundenbewertungen. Das ist also ein sinnvolles Ziel, aber kein ehrlicher Ist-Zustand, den man einfach zum Ausgangspunkt erklären kann.
Auch der Punkt der sozialen und gastronomischen Verknüpfung ist keineswegs ignoriert worden. Im Gegenteil: Solche Ansätze sind ausdrücklich vorgesehen. Ein Beispiel sind gekoppelte Kaufanreize wie etwa ein Gastronomie-Gutschein ab einem bestimmten Einkaufswert, um Kunden länger in der Stadt zu halten und Aufenthaltsqualität zu schaffen. Nur zeigt sich auch hier wieder das eigentliche Problem: Schon bei ersten Nachfragen war kaum jemand bereit, solche Modelle verbindlich mitzutragen oder sauber zu integrieren. Genau deshalb bleibt am Ende oft nur, solche Dinge zunächst selbst umzusetzen. Nicht, weil Kooperation unerwünscht wäre, sondern weil sie in der Praxis zu oft schon an der ersten Hürde scheitert.
Auch einige der geforderten Ideen sind im Übrigen keineswegs bloß theoretisch. Meine Sichtweise entsteht nicht in einem Elfenbeinturm, sondern aus praktischer stationärer Erfahrung. Es gibt nicht ohne Grund mittlerweile mehrere eigene Geschäfte mit echtem Publikumsverkehr. Und auch das Thema Fläche für neue Konzepte, Erprobung und Individualität ist nicht bloß ein Schlagwort, sondern wurde bereits praktisch aufgegriffen. Gerade deshalb wirkt manche Kritik auf mich weniger wie eine sachliche Auseinandersetzung mit der Realität als wie eine sehr entschlossene Behauptung über eine Realität, die man in Teilen gar nicht vollständig betrachtet hat.
Und damit sind wir beim vielleicht entscheidendsten Punkt: Das ständige „Dann soll eben jemand anderes Platz machen“ klingt gut, nur wo genau sind diese anderen Akteure? Wo waren denn über Jahre hinweg die belastbaren regionalen Lösungen aus Kommunen, Werberingen, Wirtschaftsförderungen, Handelsverbänden oder Kammern? Was ist konkret entstanden, das über Appelle, Aktionstage, Gesprächsrunden und schöne Absichtserklärungen hinausging? Welche Strukturen wurden aufgebaut, die wirklich Sichtbarkeit, Verfügbarkeit, Sortimentstiefe und regionale Kaufkraftbindung nachhaltig verbessert haben? Und was genau soll in Zukunft plötzlich anders werden, wenn weiter dieselben Muster aus Abgrenzung, Zuständigkeitsdenken und Unverbindlichkeit dominieren?
Gerade deshalb ist der Ruf nach „mehr Platz für andere“ zwar bequem, aber wenig substanziell. Platz ist längst da. Möglichkeiten sind ebenfalls da. Ideen wurden genug formuliert. Es mangelt nicht an theoretischen Gegenentwürfen, sondern an Umsetzungswillen, Verbindlichkeit und der Bereitschaft, auch unbequeme strukturelle Fragen endlich praktisch anzugehen.
Wer also fordert, man solle das Feld für „Visionäre“ räumen, sollte auch benennen, wo diese Visionäre in den vergangenen Jahren mit tragfähigen, wirtschaftlich belastbaren und operativ funktionierenden Lösungen waren. An Konzeptpapieren und wohlklingenden Forderungen hat es nicht gefehlt. Gefehlt hat vielmehr oft genau das, was dann so gerne als technokratisch verspottet wird: die Bereitschaft, Dinge verbindlich zu strukturieren, Prozesse aufzusetzen, Standards zu akzeptieren und Verantwortung nicht nur rhetorisch, sondern praktisch zu übernehmen.
Und noch etwas: Kollaboration klingt immer gut, scheitert in der Praxis aber sehr häufig genau dann, wenn keine handlungsfähige zentrale Instanz vorhanden ist. Ohne eine solche Instanz kippt Zusammenarbeit schnell in Trägheit, Zuständigkeitsdebatten und Unverbindlichkeit. Genau deshalb braucht es bei aller gewünschten Mitbestimmung am Ende trotzdem Struktur, Koordination und klare Verantwortung. Ob diese Rolle dauerhaft von einer einzelnen Person, einer Betreibergesellschaft oder einem anderen tragfähigen Modell ausgefüllt wird, ist zweitrangig. Entscheidend ist: Ohne eine solche Mitte bleibt „Kollaboration“ oft nur ein wohlklingendes Wort.
Und im Übrigen enthält auch die Kritik an meinem Vorgehen einen bemerkenswerten Widerspruch: Wenn mein Weg tatsächlich so falsch, so untauglich und so wirkungslos wäre, wie behauptet wird, dann müsste es doch vollkommen unerheblich sein, ob ich ihn konsequent weitergehe — auch alleine. Dann könnte davon weder eine reale Gefahr ausgehen noch könnten bestehende Strukturen ernsthaft berührt werden. Dass zugleich aber angedeutet wird, ein konsequentes Alleingehen dieses Weges könne Auswirkungen auf bestehende Strukturen haben, zeigt doch gerade, dass die Sache offenbar nicht ganz so bedeutungslos sein kann, wie sie rhetorisch dargestellt wird. Entweder ist der Ansatz wirkungslos — dann braucht niemand sich daran zu reiben. Oder er besitzt das Potenzial, Routinen, Gewohnheiten und bestehende Mechanismen in Bewegung zu bringen — dann sollte man sich sachlich damit auseinandersetzen, statt ihn reflexhaft zu diffamieren.
Ebenso greift auch der Vorwurf einer angeblich starren oder diktierenden Struktur zu kurz. Nichts wäre mir lieber, als wenn Händlerinnen und Händler ein echtes Wir-Gefühl entwickeln und bei der Weiterentwicklung mitbestimmen. Genau das ist ausdrücklich gewollt. Das System ist kein starres Gebilde. Persönliche Anforderungen, konkrete Wünsche aus der Praxis und sinnvolle Erweiterungen können und sollen implementiert werden. Wer mitarbeitet, wer Anforderungen formuliert, wer Probleme konkret benennt, der kann dieses System mitprägen. Aber Mitbestimmung bedeutet eben nicht, dass jede strukturelle Frage unverbindlich bleibt. Ein gemeinsames System braucht Offenheit für Anforderungen — aber eben auch die Bereitschaft, sich auf gemeinsame Prozesse, Standards und Verlässlichkeit einzulassen.
Und noch etwas: Meine Sichtweise fußt nicht auf einem Ego-Projekt und auch nicht auf einer von Anfang an feststehenden Ideologie. Sie ist zu einem erheblichen Teil das Ergebnis einer Vielzahl von Gesprächen mit Kundinnen und Kunden in stationären Läden. Sie ist damit nicht nur meine Meinung, sondern zu einem guten Teil ein Extrakt aus praktischen Erfahrungen, Rückmeldungen und wiederkehrenden Mustern, die mir im Alltag begegnet sind. Meine Position ist also nicht in einem Elfenbeinturm entstanden, sondern wurde über Jahre hinweg mitgeprägt, korrigiert und geschärft. Dass ich damit heute vielleicht vorne stehe und diese Dinge offen ausspreche, mag manchen stören. Damit kann ich leben.
Die entscheidende Frage ist doch nicht, ob eine Innenstadt schön sein soll. Natürlich soll sie das. Die entscheidende Frage ist, ob die Menschen dort auch wieder Gründe haben, konkret zu kaufen — und zwar nicht nur beim zufälligen Bummel, sondern im ganz normalen digitalen Alltag. Denn dieser Alltag ist längst Realität: Menschen suchen spontan, mobil, zielgerichtet und produktbezogen. Sie fahren nicht mehr zuerst los und hoffen dann, dass sie etwas finden. Sie möchten zuerst wissen, ob etwas da ist, wo es da ist, wann sie es bekommen und ob sich der Weg lohnt.
Wer diese Realität ignoriert, verteidigt nicht den Handel, sondern eine nostalgische Vorstellung von ihm.
Man kann meinen Ansatz verbessern. Man kann und sollte darüber sprechen, wie ein Marktplatz emotionaler, zugänglicher, ansprechender und gemeinschaftlicher wirken kann. Aber man sollte nicht so tun, als seien die Fragen nach Verfügbarkeit, Datenqualität, Prozessen, regionaler Bündelung und technischer Funktionsfähigkeit Ausdruck eines kalten Menschenbildes. Sie sind Ausdruck der Einsicht, dass Handel nicht allein von Stimmung lebt, sondern von Verlässlichkeit.
Wenn wir den lokalen Handel ernsthaft stärken wollen, dann brauchen wir beides: eine attraktive Oberfläche und belastbare Strukturen darunter. Emotion und Funktion. Erlebnis und Verfügbarkeit. Sympathie und System.
Wer nur die Technik sieht, denkt zu kurz. Wer aber meint, man könne auf Technik, Struktur und Verbindlichkeit weitgehend verzichten und die Probleme vor allem mit Schlagworten wie Storytelling, UX und Gamification lösen, der verwechselt Vision mit Flucht vor der Realität. Ich bleibe dabei, und auch deswegen ist der „Marktplatz“ nicht in der vollen Breite bisher öffentlich beworben worden (wir nennen es stets „Online-Katalog“ für unsere Waren) – erst die Waren, verlässliche Verfügbarkeit und Prozesse im Hintergrund, dann schön, dann zum Kunden.
Deshalb halte ich es nicht für arrogant, auf Fundamenten zu bestehen.
Ich halte es für fahrlässig, so zu tun, als könne man ohne sie tragfähig bauen.
@16 Natürlich würde es helfen, die im Klever Einzelhandel verfügbaren Produkte online sichtbar zu machen.
Es gibt kein Entweder-Oder, kein Schwarz-oder-Weiß. Der Erlebnisraum, den Sie meinen, hat ebenfalls seine Berechtigung und erfordert Anderes als eine Art Datenbank der Dinge.
Es wäre schon viel gewonnen, wenn das Engagement Anderer nicht so abgewertet wird wie Sie es tun.
Puh. Nicht wirklich mein Thema aber ich verfolge ja gerne die Diskussionen in der Kommentarspalte und da fällt Mark Krams Kommentar @16 auf. Bemerkenswert. Ein bemerkenswertes Beispiel für schlechte Diskussionskultur.
Ein Beispiel für mangelnde Informiertheit, Respektlosigkeit und die Tücken von chatgpt und co.
Was ich meine? Erstens, die Reihenfolge der Kommentare. Man könnte meinen, die ersten Kommentare von Sebastian Wessels wären schon eine Antwort/Rechtfertigung auf @16, Stichwort Optik des online shops. Aber nein, @16 pupt einfach nochmal rum obwohl SW sich eigentlich vorher schon erklärt hatte. Das aber nur am Rande.
Mark Kram spricht von konsequenter Realitätsverweigerung. Den Ball nehme ich mal anhand einiger Beispiele auf.
Zitat:
„…[ist das] Manifest eines autokratischen System-Architekten, der sich in seinem eigenen logischen Elfenbeinturm eingemauert hat und den Kontakt zur menschlichen Realität des Marktes längst verloren hat…“
Ähm… haben wir den selben Artikel gelesen? „Er startete erst ein Spielwarengeschäft (in Goch), mittlerweile sind es vier (Kevelaer, Emmerich und Kleve kamen hinzu)…“
Merken Sie selber oder? Nicht?! Gut, dann erkläre ich es. In meiner Realität bedeutet eingemauert im Elfenbeinturm ohne Kontakt zu menschlichen Realität einen Widerspruch zu, es werden 4 (!) Spielwarengeschäfte mit Publikumsverkehr geführt. Und genau diesen Teil haben Sie am Konzept auch scheinbar nicht verstanden oder hat die KI das bei der Zusammenfassung einfach unterschlagen? Lässt Sie jedenfalls schlecht aussehen. Selbst (verstehend) lesen und den Denkapparat nutzen hilft.
Zitat:
„Herr Wessels, Sie schwadronieren… während Ihnen die Welt – und vor allem der Kunde – schlichtweg davongelaufen ist. Ihr Verständnis von Handel ist rein technokratisch, fast schon klinisch-kalt und psychopathologisch rigide. Sie behandeln die Innenstadt wie ein steriles Logistikzentrum“
Ähm.. merken Sie selber, oder? Immer noch nicht? Also wenn jemand ein Präsenzgeschäft mit Publikumsverkehr nach dem anderen eröffnet ist ihre These, demjenigen laufen die Kunden weg und er behandle die Innenstadt wie ein Logistikzentrum? Also in meiner Realität würde ich gegenteiliges annehmen aber ich gönne jedem sein Paralleluniversum.
Zitat:
„Niemand fährt nach Kleve, nur weil Herr Wessels im Hintergrund ein paar Datenbanken synchronisiert hat.“
Muss er ja auch nicht, Herr Wessels liefert ja 😉 Ok, flach aber der musste sein. Nicht so flach und auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Vielleicht fährt aber jemand nach Kleve weil Herr Wessels dort ein feines inhabergeführte Spielwarengeschäft direkt in der Innenstadt eröffnet hat?
Zitat:
„Wenn Sie den Handel wirklich retten wollten… müssten Sie radikal umdenken: … Ein positives Modell würde die Individualität der Läden betonen. Fördern Sie „Concept Stores“ und Pop-up-Flächen, statt alle in Ihr standardisiertes Korsett zu pressen….“
RP Anfang des Jahres „…Unternehmer Sebastian Wessels [stellt] nun in seinem Spielwarengeschäft eine Fläche für Gründer bereit, auf der sie ihre Ideen ausprobieren können – ohne Risiko, ohne langfristige Verpflichtungen.“
Und Mark Kram so?
Mich würde wirklich interessieren, was ein Mark Kram so ganz real in der Welt schon geleistet hat. @16 riecht sehr nach KI aber es mangelt dem Text ja nicht an Ideen und Vorschlägen. Klar, kosten- und zeitaufwendig umsetzen sollen das andere aber Hauptsache er? bzw. die KI?, hat einen schönen Text in die Welt posaunt und man kann später sagen, ich habs dir ja gesagt.
Es riecht nicht nur nach KI sondern auch nach Hans Dieter Hüsch 😉
So, um mein Interessengebiet (Kommentarspalten) zu verlassen und noch den Bogen zum eigentlichen Thema zu schlagen, hat ja auch etwas mit Respekt zu tun und da sprach ich ja eingangs von:
Eine Mischung aus Amazon und ebay-Kleinanzeigen, wo ich 20KM Radius einstellen kann, könnte schon funktionieren. Das erweitert um ein paar gute Vorschläge (auch im Text von Herrn Kram stehen einige) könnte nicht nur eine Vision für die Innenstadt sein sondern was Handfestes. Nur, wie soll das ein Einzelkämpfer alles umsetzen? Eigentlich wäre das etwas, wo sich WTM richtig hinter klemmen müsste aber bis dieser Schnarchnasenhaufen sich bewegt, sind wir alle in Rente. Der Laden gehört ersatzlos gestrichen und eingespart aber das Thema will ich nach diesem ellenlangen Text nicht auch noch aufmachen.
Schönen Abend denen die bis hierhin durchgehalten haben und natürlich auch allen anderen 🙂
@17.
Das haut einen jetzt aber auch nicht vom Hocker!
mein Eindruck VOR der Präsentation :
– interessante Idee,
– Konfuzius a. D.’s Bedenken ( #7 ) berechtigt,
– Sebastian Wessels‘ Antworten ( #9 ) interessant,
– Ankündigung leider handwerklich mangelhaft
weil ohne AnfangsZeit.
rd’s Versehen ?
Stimmt es, daß andere Interessenten bereits 1 Monat zuvor
– am 15. März statt 15. April –
vergeblich ins Kino gekommen waren ?
@16
Ihre Worte:
„Kleve braucht Visionäre, die den Mut haben, das Backend auch mal Backend sein zu lassen und stattdessen die Menschen wieder für ihre Heimat zu begeistern.“
Visionäre für Kleve zu begeistern ähnelt dem Versuch, den Fachkräftemangel im Porzellangeschäft durch den Einsatz von Elefanten zu beseitigen. Visionäre finden in der Regel wenig Vertrauen. Das ist Bedingung in einer besonders konservativen Region, in der Menschen erst einen Beweis wollen. Wo gab es das denn schon? Wo hat es funktioniert? Visionäre können darauf eher nicht antworten.
Sie sprechen Gamification für den lokalen Handel an. Da spielen Kunden in preissensiblen Region, so ordne ich Kleve ein, kaum mit. Kleve ist nicht Berlin oder München. Am Niederrhein kauft man zielgerichtet ein. Auto – Parkplatz – Laden und bevor der Parkautomat mehr will, schnell raus aus der Innenstadt. Man flaniert nicht, sondern erledigt einfach. Gamification trifft also in Kleve auf ein eher effizienzgetriebenes Kaufverhalten. Der Spielekram an solchen Orten wie Kleve wird wohl nicht zur Verbesserung beitragen können.
Kollaboration braucht eine starke zentrale Instanz. Die gibt es vor Ort? Ohne zentrale Instanz kippt Kollaboration meist sehr schnell in Trägheit. Zentrale Instanz kann durchaus auch nur ein Betreiber sein. Es muss kein Stadtmarketing oder eine Wirtschaftsförderung sein. Ob Sebastian Wessels diese Instanz sein kann, möchte ich hier nicht diskutieren. Meine Meinung dazu erneut: Das wird nichts!
@ Mark Kram: DANKE für Ihren Bericht! Dem ist in seiner Ausführlichkeit und Tiefe hinzuzufügen und Sie fassen sehr gut Probleme, Herausforderungen und Realität zusammen! Herr Wessels war und ist ein Nerd und Träumer und das war´s. Sein Engagement in allen Ehren erinnert an Selbstgeißelung – wofür auch immer – und ist mindestens aus wirtschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar.
Der Einzelhandel bzw. die Innenstadt benötigt Erlebnischarakter. Alles etwas konzentrierter, ggf. ab Neue Mitte die Fußgängerzone beenden, dort und auch in kleineren Nebenstraßen Wohnraumnutzung zulassen und dann gibt es ab Volksbank und Haus Koekoek bis Schwanenburg und Neue Mitte einen kompakten Innenstadtkern und fertig. Dort dann Aufenthaltsqualität plus mehr (Außen-)Gastrokonzepte die den Bereich auch abends bespielen dürfen, ohne dass direkte Anwohner leichtfertig klagen können und gut ist. Ich fahre gerne nach Nimwegen und Düsseldorf. Zum shoppen ABER auch und vor allem, weil es da einfach schön und nett ist und man vor, während und nach dem Einkauf auch kulinarisch und kulturell fündig wird. In Kleve war ich seit mindestens 15-20 Jahren nicht mehr bummeln oder spontan shoppen (nach Klaus F, Mann&Mode, M3 etc. gab es für mich kein Kleidungsangebot mehr). Ich gehe, wie sicherlich die meisten, gezielt zu Heicks, Henk, Berghaus, Kaufhof und co. für ein bestimmtes Anliegen oder zu Pia/pane e vino und verlasse die Innenstadt dann wieder.
Mit dem Ziel „ich gehe mal gesellig in die City“ fahre ich natürlich nicht in unsere Innenstadt, weil es einfach nicht schön ist. Wenn mich aber, wie in Nimwegen, Frühstück oder Lunch anlocken und ich eh da bin, kaufe ich natürlich auch regelmäßig spontan ein… Der Preis ist dann auch nicht erstrangig, sondern das Gesamterlebnis. Und genau dieses Flair fehlt uns!
Eine Schwanenburg gastronomisch mindestens im Außenbereich nicht auszuschlachten und diesen Ort nicht zu nutzen beispielsweise ist schlichtweg dumm. Wir nutzen es lieber als Parkplatz mit Hanglage. usw usw usw
Man liest diese Zeilen von Herrn Wessels und schwankt zwischen Fassungslosigkeit und einer gewissen morbiden Bewunderung für so viel konsequente Realitätsverweigerung.
Was uns hier als „Rettung des Einzelhandels“ verkauft wird, ist in Wahrheit nichts anderes als das Manifest eines autokratischen System-Architekten, der sich in seinem eigenen logischen Elfenbeinturm eingemauert hat und den Kontakt zur menschlichen Realität des Marktes längst verloren hat.
Herr Wessels, Sie schwadronieren seit nunmehr 17 Jahren über „Fundamente“, „Backends“ und „belastbare Prozesse“, während Ihnen die Welt – und vor allem der Kunde – schlichtweg davongelaufen ist.
Ihr Verständnis von Handel ist rein technokratisch, fast schon klinisch-kalt und psychopathologisch rigide. Sie behandeln die Innenstadt wie ein steriles Logistikzentrum und den inhabergeführten Händler wie ein austauschbares, funktionales Modul in Ihrer starren Warenstrom-Matrix.
Wer Ihre Texte liest, spürt sofort den messianischen Komplex: Hier spricht kein Partner auf Augenhöhe, hier spricht eine einsame Instanz, die jeden Widerstand, jede berechtigte Skepsis und jede kaufmännische Vorsicht als „Denkfehler“, „theoretisches Konzeptpapier“ oder „mangelnde Agilität“ der anderen abkanzelt.
Ein Blick auf Ihr sogenanntes „Frontend“ – diesen digitalen Trümmerhaufen unter
index.php, den Sie uns hier als Stand der Technik 2026 präsentieren – entlarvt die ganze Misere Ihres Ansatzes: Es ist eine visuelle Beleidigung für jeden User und ein Offenbarungseid Ihrer Beratungsresistenz.Es ist die grafische Entsprechung einer Inventurliste aus den späten 90ern. Dass Sie diesen anachronistischen Datenfriedhof ernsthaft als Ausgangsbasis für eine Marktplatz-Revolution bezeichnen, grenzt an pathologische Hybris.
Sie verachten die „Hülle“ – also das Design, das Vertrauen, das Erlebnis und die Emotion.
Aber genau das ist es, was Menschen in die Städte zieht!
Niemand fährt nach Kleve, nur weil Herr Wessels im Hintergrund ein paar Datenbanken synchronisiert hat.
Ihr System bietet keinerlei Inspiration; es bietet nur eine technisch funktionierende Gabel für einen Teller, auf dem mangels Attraktivität niemals Essen serviert werden wird.
Besonders perfide ist Ihre rhetorische Flucht in den moralisierenden Märtyrer-Status.
Wenn Ihr Projekt nicht zündet, sind in Ihrer Welt immer die anderen schuld. Diese chronische Externalisierung von Misserfolg ist bezeichnend.
Und nun folgt die nächste Stufe: die unverhohlene Drohung. Sie kündigen an, den Weg nun „konsequent“ allein zu gehen, und orakeln düster über „Auswirkungen auf bestehende Strukturen“.
Das ist kein Gemeinschaftsansatz, das ist der Versuch einer regionalen feindlichen Übernahme durch psychologischen Druck.
Aber Herr Wessels, es ginge auch anders.
Wenn Sie den Handel wirklich retten wollten, statt nur Ihr Ego zu polieren, müssten Sie radikal umdenken:
Vom Warenkatalog zum Erlebnisraum:
Hören Sie auf, Produkte nur „sichtbar“ zu machen. Amazon ist bei der Sichtbarkeit unschlagbar. Der lokale Handel gewinnt nur durch „Kuration und Storytelling“.
Ein echtes Rettungskonzept würde lokale Influencer, echte Kundenbewertungen aus der Nachbarschaft und emotionale Bilderwelten nutzen, statt graue Datenbankzeilen zu listen.
Radikale User Experience (UX):
Investieren Sie nicht in das 25. Backend-Update, sondern in ein Frontend, das Spaß macht. Eine App, die den Stadtbummel spielerisch (Gamification) begleitet, die Belohnungssysteme für lokales Kaufen integriert und die so intuitiv ist, dass man sie gerne nutzt.
Design ist kein Luxus, sondern die Eintrittskarte in den Kopf des Kunden.
Händler als Kuratoren, nicht als Lageristen:
Ein positives Modell würde die Individualität der Läden betonen. Fördern Sie „Concept Stores“ und Pop-up-Flächen, statt alle in Ihr standardisiertes Korsett zu pressen.
Geben Sie den Händlern Werkzeuge für digitales Marketing an die Hand, statt ihnen nur zu sagen, wie sie ihre Pakete zu packen haben.
Echte Kollaboration statt Diktat:
Bauen Sie eine Plattform, die auf Demokratie basiert. Lassen Sie die Händler über Features mitbestimmen. Ein „Wir-Gefühl“ entsteht durch Teilhabe, nicht durch das Befolgen von Wessels-Protokollen.
Wenn die Händler sich als Mitbesitzer des Systems fühlen, werden sie auch zu Botschaftern.
Soziale Integration:
Verbinden Sie den Shop mit der Gastronomie und den Events in Kleve. Wer online reserviert, bekommt einen Gutschein für den Kaffee nebenan.
Das ist die „regionale Wertschöpfung“, von der Sie reden – sie muss aber gelebt und nicht nur als Buzzword in Blog-Kommentare geklebt werden.
Fazit:
Die Innenstadt verödet nicht wegen fehlender Waren-Sichtbarkeit – sie verödet, weil Typen wie Sie versuchen, das soziale Ökosystem „Stadt“ in eine Excel-Tabelle zu verwandeln.
Kleve braucht keine weiteren belehrenden Kommentare von Ihnen.
Kleve braucht Visionäre, die den Mut haben, das Backend auch mal Backend sein zu lassen und stattdessen die Menschen wieder für ihre Heimat zu begeistern.
Ihr Projekt ist in seiner jetzigen Form nicht die Lösung – es ist die technokratische Endstufe des Problems.
Reißen Sie die Mauer aus Arroganz und
index.phpendlich ein, oder machen Sie Platz für jemanden, der Handel nicht nur berechnet, sondern fühlt.@14 Sebastian Wessels
Ihr Engagement ist super und sollte möglichst viele motivieren mitzumachen. Es verdient Respekt und Unterstützung.
Es ist im Grunde DIE Chance, der Abwanderung in den Online-Handel etwas entgegen zu setzen. Sie haben die Situation analysiert und die richtigen Schlüsse gezogen.
Das sollte dann hoffentlich auch mal durchdringen.
Eines vorab: es gibt eine handvoll Unternehmen die den Weg wohl mitgehen werden, so dass es weitere Schritte geben wird – aber die „Revolution“ bleibt in der Form aus ;)!
Gemeinsam gedacht – mit nur wenigen gemacht!
In den vergangenen Monaten haben wir mit großem Engagement versucht, möglichst viele inhabergeführte, stationäre Händler aus den umliegenden Kommunen für eine gemeinsame, regionale Online-Marktplatzlösung zu gewinnen. Die Idee dahinter war – und ist – klar: Sichtbarkeit und Verfügbarkeit dort zu schaffen, wo Kaufentscheidungen heute beginnen – online, ohne den stationären Handel aufzugeben.
Wichtig ist uns dabei der Hinweis, dass diese Idee keineswegs nur theoretischer Natur ist. Sie fußt ganz wesentlich auf vielen Hundert Kundengesprächen aus den vergangenen vier Jahren in unseren Spielwarengeschäften. Dabei zeigte sich immer wieder ein sehr ähnliches Bild: Kunden bestellen häufig nicht deshalb im Internet, weil sie den stationären Handel ablehnen, sondern weil sie davon ausgehen, dass Produkte vor Ort ohnehin nicht verfügbar sind – oder weil ihnen der Aufwand, sie gezielt im stationären Handel zu suchen, schlicht zu groß erscheint.
Denn aus unserer Sicht liegt die rückläufige Zahl inhabergeführter stationärer Geschäfte nicht in erster Linie an einem fehlenden Konsum. In vielen Bereichen ist die Nachfrage weiterhin vorhanden. Verändert hat sich vor allem der Vertriebsweg: Kaufkraft fließt heute verstärkt über digitale Kanäle oder in konzerngebundene Strukturen ab, während einzelne stationäre Händler diese neuen Wege alleine oft nicht in einer Form abbilden können, die dem heutigen Kundenverhalten entspricht.
Genau darin liegt unsere Motivation. Wir sind überzeugt, dass eine gezielte Bindung von Kaufkraft vieles von dem stärken kann, was in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist – mehr Vielfalt, mehr inhabergeführte Geschäfte und mehr wirtschaftliche Stabilität vor Ort. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass dem Kunden das geboten wird, was er heute erwartet: faire Preise, hohe Verfügbarkeit, einfache Auffindbarkeit und maximaler Komfort – ohne dass er dafür Nachteile in Kauf nehmen muss.
Wir haben viele Gespräche geführt und versucht, Hürden gemeinsam lösbar zu machen. Die Realität zeigt jedoch: Für viele Händler stellen bereits kleinere technologische oder organisatorische Veränderungen/Anforderungen aktuell noch bzw. weiterhin große Herausforderungen dar. Häufig werden einzelne Punkte als unüberwindbare Hürden wahrgenommen, obwohl sie sich bei gemeinsamer Herangehensweise schrittweise lösen ließen.
Vor diesem Hintergrund wird sich unsere ursprüngliche Zielsetzung – eine kurzfristige, breite gemeinsame Entwicklung – in dieser Form derzeit nicht realisieren lassen.
Was bleibt, ist die Überzeugung – und ein anderer Weg dorthin.
An unserer Grundidee halten wir unverändert fest. Wenn es aktuell nicht gelingt, diese auf breiter Basis gemeinsam mit inhabergeführten stationären Einzelhändlern weiterzuentwickeln, werden wir den Weg dennoch konsequent weitergehen – nur in veränderter Form. Künftig werden wir noch stärker die konkreten Ansprüche unserer Kunden aufnehmen und daraus unser Angebot entwickeln.
Auf dieser Grundlage werden wir selbst sukzessive einen breiteren Branchenmix aufbauen. Dieser wird nicht zwangsläufig sofort in jedem einzelnen unserer Geschäfte stationär verfügbar sein, aber über unser Lager in Goch mit taggleicher Lieferung oder spätestens mit Verfügbarkeit am nächsten Werktag zuverlässig angeboten werden können.
Unser Fokus liegt damit zunehmend auf dem, was wir unmittelbar beeinflussen können: ein attraktives Angebot für den Kunden und wirtschaftlich tragfähige Strukturen für uns selbst. Gleichzeitig bleiben wir dem Grundgedanken treu, den Gemeinschaftsansatz weiterhin vorzuleben – auch wenn er sich aktuell nicht in der gewünschten Breite umsetzen lässt.
Dabei sind wir uns bewusst, dass die Stärkung unserer eigenen stationären Position künftig auch Auswirkungen auf bestehende Strukturen haben kann. Gerade deshalb bleiben wir ausdrücklich gesprächsbereit. Jeder, der sich an diesem System beteiligen oder sich in diese Entwicklung integrieren möchte, kann weiterhin jederzeit auf uns zukommen.
Gleichzeitig ist Zeit ein entscheidender Faktor. Mit fortschreitender Entwicklung wächst nicht nur der Nutzen des Systems, sondern auch der Umfang der bereits geleisteten Vorarbeit. Wer Chancen zu lange ungenutzt lässt, wird später unter veränderten Voraussetzungen einsteigen. Nicht als Hürde, sondern als Folge einer Entwicklung, die in Vorleistung aufgebaut wurde.
Unser Fazit:
Keine Revolution.
Aber eine klare Richtung.
Und die Bereitschaft, diesen Weg konsequent zu gehen.
Kommt sie denn bald, die Revolution?
@Martin Fingergut
Einlass ist um 18:§0 Uhr, Beginn um 19:00 Uhr (Kino 1)
„### am 15. April ###
wann genau ???
@8
Genau deshalb geht es aus meiner Sicht ja eben nicht darum, einfach nur noch eine weitere Verkaufsplattform zu bauen. ‚Konkurrenz machen‘ allein reicht natürlich nicht — schon gar nicht gegenüber Big Playern. Der eigentliche Punkt ist, regionale Sichtbarkeit, regionale Verfügbarkeit und regionale Wertschöpfung so zusammenzubringen, dass vor Ort mehr hängen bleibt als nur die Rolle des reinen Auslieferers.
Und was solche Modelle angeht: Wir haben schon 2020 zu Corona-Zeiten (und danach noch 1-2 Mal) selbst Saturn angeboten, in Kleve testweise eine Sofort-Lieferung umzusetzen — sogar losgelöst davon, ob die Daten direkt in den Marktplatz übernommen werden (also nur als Lieferdienstleister). Das hätte damals praktisch laufen können. Jetzt haben wir 2026. Gerade daran sieht man doch: Konzerne sind bei Veränderungen oft deutlich unagiler, als man ihnen von außen unterstellt.
Dass solche Konstrukte heute dann eher mit einem globalen Player wie Uber gebaut werden, ist genau Teil des Problems. Das funktioniert vielleicht operativ — aber diese Modelle zielen in der Regel eben nicht darauf, regionale Wertschöpfung maßgeblich vor Ort zu belassen.
Wir selbst haben zum Beispiel von 2020 bis 2025 für den Hagebaumarkt in Kleve viele Auslieferungen gemacht, teils in unter zwei Stunden, sogar bei Gartenmöbeln. Aber es kamen daraus weder Daten noch gemeinsame Aktionen oder echte Weiterentwicklung. Der Service wurde von uns am Ende zu einseitig genutzt, deshalb haben wir ihn vorerst eingestellt.
Und ja: 17 Jahre kann man natürlich auch als sehr erfolglosen Zeitraum lesen. So einfach ist es aber nicht. Es gab mehrere Stufen. Die ersten Ansätze 2008, 2013 und 2020 zu Corona waren deutlich theoretischer. Mit den Spielwarengeschäften ist das Ganze inzwischen erstmals praktisch und greifbar geworden. Für mich leitet sich daraus weniger ein Scheitern als vielmehr Kontinuität ab.
Denn wenn es mir nur um den schnellen Euro gehen würde und nicht um Wertschöpfung, Wertschätzung und Identifikation aus Sicht des Kunden mit seiner Region, dann würde ich ganz sicher nicht noch einmal so in den Vordergrund gehen. Genau darum geht es ja: nicht nur irgendeine Plattform zu bauen, sondern ein eigenständiges Modell, das Nachfrage bindet, regionale Angebote sichtbar macht und Wertschöpfung tatsächlich stärker in der Region hält.
@7
Vielen Dank für die ausführliche Auseinandersetzung. Kritik in dieser Tiefe ist selten geworden, deshalb antworte ich auch entsprechend ernsthaft.
Zunächst: Ich teile Ihren Grundgedanken durchaus, dass viele Projekte dieser Art in Deutschland zu früh zu groß gedacht, zu theoretisch geplant und am Ende wirtschaftlich überschätzt wurden. Genau deshalb ist mein Ansatz bewusst ein anderer.
Erstens: Ich denke den Markt zwar regional mit rund 210.000 Einwohnern, aber nicht, weil ich glaube, sofort überall alles anbieten zu können. Im Gegenteil. Der eigentliche Startpunkt ist, die bereits vorhandenen Standorte und Warengruppen überhaupt erst einmal regional sichtbar zu machen. Eben nicht nur Kleve, weil eine einzelne Kommune den Bedarf oft gar nicht mehr sinnvoll abbilden kann. Es gibt Warengruppen, die in einem Ort nicht mehr stationär vorhanden sind, in einem anderen aber sehr wohl. Genau deshalb halte ich eine rein kommunale Lösung für strukturell zu klein.
Zweitens: Der praktische Beweis der grundsätzlichen Machbarkeit ist aus meiner Sicht längst erbracht. Wir betreiben vier LadenLokal.Shop-Spielwarengeschäfte in Kleve, Goch, Emmerich und Kevelaer stabil. In Kleve und Emmerich positionieren wir derzeit zusätzlich das Thema Buch stärker, in Kleve kommen Büro- und Schreibwaren hinzu. Das ist für mich keine Theorie, sondern gelebte Praxis. Auch die dahinterliegende Warenwirtschaft existiert nicht nur als Idee, sondern läuft im Hintergrund bereits so, dass der komplette Einkauf und die tägliche operative Steuerung dieser vier Geschäfte mit rund 20 Minuten täglichem Aufwand zuverlässig organisiert werden kann. Nicht mit Robotern, sondern mit standardisierten, belastbaren Abläufen.
Drittens: Die Logistik wird aus meiner Sicht überschätzt, wenn man sie sofort als flächige Primärleistung versteht. Der Kern des Vorhabens ist nicht, jeden Einzelkauf durch die Region zu fahren. Der Kern ist zunächst die Sichtbarmachung, damit der Kunde gezielt und effizient selbst entscheiden kann: hinfahren, reservieren, abholen oder in sinnvollen Fällen liefern lassen. Lieferung ist eine Ergänzung, nicht das Fundament. Und genau deshalb ist auch der Margenverzicht nicht als naive Massenphantasie gemeint, sondern als Bereitschaft, marktüblicher und fairer zu werden, um verlorene Käufe zurückzugewinnen. Nicht jeder Verkauf muss maximal ausgeschöpft werden, wenn dadurch insgesamt mehr tragfähiger Umsatz entsteht.
Viertens: Beim Frontend haben Sie insofern recht, als dass der aktuelle Online-Auftritt ganz sicher kein Endniveau darstellt. Das bestreite ich nicht. Aber ich halte es für einen Fehler, die sichtbare Oberfläche mit dem gesamten Projekt gleichzusetzen. Das Frontend ist aus meiner Sicht aktuell noch eher Produktkatalog als finaler Marktplatz. Das Backend dagegen ist bereits heute der deutlich stärkere Teil, weil dort Prozesse, Standardisierung und Warenbewegung real funktionieren. Anders gesagt: Ich baue bewusst nicht zuerst die perfekte Hülle, sondern zuerst das belastbare Fundament.
Fünftens: Ihr Gedanke, erst in Kleve zu testen, klingt auf den ersten Blick vernünftig, greift aus meiner Sicht aber zu kurz. Nicht, weil Kleve unwichtig wäre, sondern weil die kommunale Perspektive genau der Denkfehler vieler Institutionen ist. Der Kunde denkt nicht in Verwaltungsgrenzen. Wenn eine Warengruppe in Kleve nicht mehr vorhanden ist, in Kevelaer oder Emmerich aber schon, dann ist die richtige Antwort aus Kundensicht nicht: ‚Pech, wir testen gerade nur Kleve‘, sondern: sichtbar machen, was regional tatsächlich da ist. Genau deshalb ist der interkommunale Ansatz für mich kein zu früher Skalierungsschritt, sondern bereits die sachlich richtige Ausgangsebene.
Sechstens: Den Hinweis auf Professionalität, Recht, Technik und Investitionen nehme ich durchaus ernst. Nur ziehe ich daraus nicht den Schluss, dass man ohne hohen fünfstelligen Beratungsaufwand gar nicht anfangen könne. Viele Projekte scheitern gerade daran, dass sie mit sehr viel Papier, Struktur und Fördersprache beginnen, aber ohne belastbare reale Warengruppen, Prozesse und Nachfrage. Mein Ansatz ist bewusst der umgekehrte: ohne kommunale Abhängigkeit, ohne Förderlogik des Marktplatzes selbst, aus realem Betrieb heraus wachsen. Institutionen können Multiplikatoren oder Begleiter sein, aber sie sind aus meiner Sicht weder Wegweiser noch Fundament.
Und letzter Punkt: Sie schreiben, Ihnen stecke zu viel Fantasie im Vorhaben. Ich würde es anders formulieren: Es steckt bewusst mehr Praxis als Fantasie darin, aber sicher noch nicht an jedem Punkt die finale Ausprägung. Genau das ist der Unterschied. Ich behaupte nicht, dass morgen alles fertig ist. Ich behaupte aber sehr wohl, dass man mit vorhandenen Standorten, vorhandenen Warengruppen, funktionierendem Backend und real bewiesener stationärer Tragfähigkeit einen deutlich belastbareren Startpunkt hat als mit dem nächsten reinen Konzeptpapier.
Insofern: Ihre Skepsis ist legitim. Aber meine Schlussfolgerung ist eine andere. Nicht kleiner denken, sondern richtig anfangen: mit vorhandener Ware, vorhandenen Standorten, realer Sichtbarkeit und wachsender Verfügbarkeit — regional, nicht nur kommunal.
Nur „Konkurrenz“ machen reicht aber nicht (erst recht bei BigPlayern wie Amazon) man muss was eigenständiges bieten und nicht einfach „Noch eine Verkaufsplattform“ machen.
Der MediaSaturn versucht das gerade mit der 2. Stunden Lieferung durch Uber (funktioniert…)
Inhalte wie „Seit 17 Jahren versuche ich, einen Online-Marktplatz zu etablieren“, „Und bei der Marge ist er bereit, Abstriche hinzunehmen, um mit den Online-Riesen mitzuhalten“ oder auch „Wessels persönlich liefert derzeit zwischen 18 und 21 Uhr aus“ lösen bei mir keine Fragen an Herrn Wessels aus. Stattdessen bin ich mir schon wegen wenigen Sätzen sicher: „Wird nichts!“
Es geht nicht um Pessimismus, sondern um eine realistische Einschätzung. In ganz Deutschland gibt es nur wenige Projekte dieser Art, die funktionieren. Und selbst wenn sie funktionieren, sind ihre Ergebnisse schwach und daher von begrenztem Wert für Konsumenten, Händler und Städte.
Ein Markt mit 210.000 Einwohnern steht letztendlich in diesem Bereich ohne Wenn und Aber für maximal einen Markt mit – maximal optimistisch – 10 % der Einwohnerzahl, was also noch nicht einmal der Einwohnerzahl von Emmerich am Rhein entspricht. Deshalb halte ich es für ratsam, erst einmal in Kleve zu testen, bevor man an eine Skalierung, also eine Ausbreitung in die Fläche denkt. Solche Vorhaben scheiterten in der Vergangenheit vor allem an diesem Punkt der Überschätzung des regionalen Marktes, bei gleichzeitiger Unterschätzung des nationalen Marktes, wobei Letzteres so gemeint ist, dass sich in der Regel das Marketing für das Vorhaben auf die Region beschränkt.
Mir steckt zu viel Fantasie in dem Vorhaben. Das führt mich auch zu dem Punkt Wirtschaftlichkeit, hier insbesondere zu der Machbarkeit und den Kosten der Logistik (viele Händler) auf der Fläche. Zunächst zu einer Aussage Aussage, nämlich dem Verzicht auf Marge: Zu glauben, dass in einem (teils) Liefergeschäft der Verzicht auf Marge auf solcher Fläche durch Masse – gemeint sind wohl höhere Verkaufs-/Umsatzzahlen – kompensiert werden kann, halte ich für eine Fehleinschätzung. Dummerweise führt mehr Masse zu mehr Wegstrecke und so zu höheren Kosten. Erfahrungsgemäß bleibt dabei der Pro-Kopf-Umsatz – hier müsste man eigentlich vom Pro-Adresse-Umsatz sprechen – über Jahre hinweg gleich. Die Menschen haben in der Regel nicht plötzlich wesentlich mehr Geld zur Verfügung, um mehr zu bestellen. Auch deshalb empfehle ich, das Vorhaben zunächst in Kleve zu testen, bevor man überhaupt daran denkt, es über das Stadtgebiet von Kleve hinaus auszurollen.
Die technische Umsetzung wird nicht für einen vertretbaren Geldbetrag machbar sein. Das, was ich bisher in der Angelegenheit gesehen habe oder aktuell online ist, spricht aus meiner Sicht kaum für eine realistische Erfolgschance. Zum aktuellen Online-Auftritt: Als einfacher Produktkatalog mag das funktionieren. Als Grundlage für einen regionalen Händler-Marktplatz mit Logistikanspruch wirkt es nicht überzeugend. Auf mich wirkt die sichtbare Oberfläche weiterhin wie eine Bastelei.
@ 3
Das Vorhaben verlangt nach einer ausreichenden rechtlichen Bewertung. Hier mal Begriffe aus dem Handbuch, nur ein kleiner Auszug, zu meiner Lösung. Nur die Erwähnung der einzelnen Punkte zieht sich über vier DIN A4 Seiten. Das im Bericht vorgestellte Vorhaben braucht sicherlich viel weniger (kein ISO). Trotzdem schätze ich die Beratungskosten (nur IT und Recht) – im niedrigen fünfstelligen Euro-Bereich ein. Optimismus ist hier wirklich nötig. Viel blinder Optimismus, oder?
Link (Bild):
https://postimg.cc/FYZ5GPH9
Idee:
Das Ganze wird auf das Stadtgebiet von Kleve – einschließlich Kleve-Kellen und Materborn – heruntergebrochen und, sofern sich im ersten Jahr Anzeichen positiver Entwicklungen zeigen, vorsichtig auf angrenzende Gebiete wie Hau, Donsbrüggen, Rindern und Reichswalde ausgeweitet.
Wesentlich ist dabei – sowohl in diesem Fall als auch perspektivisch –, nicht nur die Einzelhändler und ihre Kundschaft zu betrachten, sondern besonders Teile des Handwerks und insbesondere die Gastronomie einzubeziehen. Gerade in den beiden zuletzt genannten Bereichen bleibt vieles hinter den Möglichkeiten zurück. Wenn es dann noch gelingt, viele Vertreter aus für Kleve nicht untypischen Institutionen oder Verwaltungen herauszuhalten, dann wäre ich bereit, digitale Inhalte aus einem erfolgreichen System herauslösen und zur Verfügung stellen. Dann wäre gegeben: eine erprobte Multivendor-Plattform, mit entsprechenden Anbindungen, sei es der Art Logistik (bereits aktiv, auch in Verbindung mit Lieferrobotern, derzeit in Old-Germany aber nicht möglich), POS, den Zahlungsdienstleistern (wegen ZAG), die Warenwirtschaft für jeden Händler (beziehungsweise Handwerker oder Gastronomen), die Anbindung an POS, bei Bedarf die automatische Erstellung moderner Online-Shops sowie Chatbots, Bestellsysteme etc. – alles auf einen Schlag – gegeben. Meine Motivation wäre vorrangig, dass man die Innenstadt von Kleve (Politik) als Testgebiet für Lieferroboter erklärt und ich entsprechend dort testen darf. Soll ich jetzt, @3, optimistisch werden?
Mein Fazit: So löblich es auch scheint, einen regionalen hybriden Marktplatz aufbauen zu wollen, so sehr braucht es dafür ein gewisses Maß an Professionalität – vor allem aber hohe Investitionen oder starke Unterstützer. Andernfalls halte ich den Erfolg des Vorhabens für sehr unwahrscheinlich.
Das Konzept von Herrn Wessels oder einen Plan nicht im Detail zu kennen, führt bei mir persönlich zu keiner anderen Einschätzung. Aber ich drücke trotzdem den Daumen.
Das ist eine sehr gute Idee und Möglichkeit!
Wie bringt sich WTM der Stadt Kleve GmbH hier ein?
@4 / Thomas Beler
Der Hinweis ist absolut berechtigt. Im Bereich Spielwaren und seit Kurzem auch mit Buch & Co. sind wir stationär in Kleve, Goch, Emmerich und Kevelaer präsent und haben dort auch immer wieder mit Flyern, Hinweisen in den Geschäften und bei Facebook geworben. Natürlich kann es trotzdem gut sein, dass genau diese Kanäle für Sie persönlich nicht die bevorzugten sind — das ist völlig in Ordnung.
Ganz bewusst haben wir LadenLokal.Shop bisher aber auch noch nie maximal breit beworben. Der Grund ist ziemlich einfach: Solange noch viel zu viele Produktgruppen fehlen, würden wir bei einer zu großen Reichweite aktuell Erwartungen wecken, die wir aus Kundensicht noch nicht sauber erfüllen könnten. Und damit würde man eher Potenzial verbrennen, bevor es wirklich erschlossen ist.
Genau deshalb zielt die aktuelle Berichterstattung ja auch auf den Termin am kommenden Mittwoch für Händler ab: Es müssen nun endlich deutlich mehr Händler richtig zusammenkommen, damit aus der Idee auch für Kunden eine breitere, relevantere und im Alltag wirklich nützliche Plattform wird. Bekanntheit ist wichtig — aber sie muss mit echtem Inhalt und verlässlicher Angebotsbreite zusammenwachsen.
Leider höre ich von dieser Plattform laden-lokal.shop. zum allerersten Mal und auch bei Google taucht diese nicht auf. Diese Einkaufmöglichkeit ist einem nicht geläufig, hier muss mehr Bekanntheit rein.
So wäre das eine Totgeburt, wenn die ienmand findet und besucht.
Sebastian, wie großartig ist das denn?!!! Nicht nur die Idee, sondern dein ganzes Engagement. Neue Wege gehen und das GastHaus ist sehr gerne mit dabei. Leider gibt es (gerade bei den Kommentatoren hier im Blog sowie grundsätzlich online) zur Zeit sehr viel Pessimistisches was den Einzelhandel speziell in Kleve betrifft. Leider wird es dadurch nicht besser. Ich weiß auch, dass nicht nur das GastHaus sondern auch die anderen Mitstreiter kämpfen und das nicht erst seit gestern oder heute. Seit Corona ist nichts mehr beim Alten und der Einzelhandel ist eine echte Herausforderung, die durch pessimistische Sichtweisen oder ständiges „Totsagen“ nicht gerade einfacher wird. Das Teile der Politik schon innerstädtische Nutzungsumwandlung in Wohnraum anstreben, zeigt auch nicht gerade eine positive Zukunft des Einzelhandels in Kleve. Ich möchte mit dem GastHaus positiv bleiben, unterstütze Sebastians Idee und freue mich über jede-n „Heimatshopper“, außerdem ein Riesendankeschön an alle GastHausUnterstützer.
Es wäre wünschenswert, wenn das, was Sebastian Wessels vorhat, auch von den Händlerinnen und natürlich auch den Kundinnen angenommen wird.
Spannendes Thema! Ich denke der Einzelhandel wird bzw. ist heute anders. In meiner Wahrnehmung haben die Einzelhändler das Internet zu lange verteufelt und damit mehr Kunden verloren als notwendig. Ein hybrides Geschäftsmodell aus Internet und lokalem Verkauf hat mehr Potenzial. Der lokale Lieferdienst ist hierbei wichtig. Ebenso müssen Produkte die nicht regional verfügbar sind über Dritte direkt zum Kunden im Namen des Einzelhändlers geliefert werden können. Das setzt ein entsprechendes Netzwerk voraus. Ja, das Internet macht transparent und Preise vergleichbar. Der Preis ist ein Entscheidungskriterium aber nicht ausschließlich. Ich bin mal gespannt wo die Reise hingeht.