Sparkasse Kleve: Sind 262.000 €/Jahr viel Geld? Oder eher ein Zeichen von Bescheidenheit?

rd | 17. September 2013, 11:54 | 12 Kommentare

Viele von uns mögen sicherlich denken: Einmal im Leben 262.000 Euro, und ich wäre die größten Sorgen los! Das Konto stünde nicht mehr im Soll, und man könnte mal über eine neue Küche nachdenken. Bekanntlich bekam der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Kleve, Rudi van Zoggel, diese Summe 2012 als Jahresverdienst (siehe hier: Wir sind doch transparent, sagt die Sparkasse. Schauen wir also in den Bundesanzeiger: Stimmt.), sein Vertreter Wilfried Röth ebenfalls. Es erscheint uns Normalsterblichen ein schöner Batzen Geld – und doch nehmen sich die Gehälter der Chefs im landesweiten Sparkassenvergleich geradezu bescheiden aus. Beispielsweise erhielt Ulrich Fischer, Chef der Sparkasse Lünen, bei nahezu identischer Bilanzsumme (1,3 Mrd. Euro) im vergangenen Jahr exakt 320.000 Euro, also noch mal 58.000 Euro mehr. Die Vorstandschefs der geringfügig größeren Sparkassen in Höxter und Lippstadt dürfen sich laut Handelsblatt über 278.000 bzw. 330.000 € p. a. freuen (genaue Zahlen werden nicht veröffentlicht). Und Thomas Müller, an der Spitze der Verbandssparkasse Goch, die mit einer Bilanzsumme von 0,5 Mrd. Euro eher ein kleiner Fisch unter den Sparkassen ist, hatte am Ende des Jahres fast exakt so viel Brutto wie sein Klever Kollege van Zoggel: 258.000 Euro, inklusive einer erfolgsabhängigen Leistungszulage in Höhe von 16.000 Euro.

Einen Kommentar schreiben





12 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 12. Heinz Goertz

    @Guilleaume Heuvens 11.

    Herr Heuvens, ich bin überzeugt, dass Sie das wissen. Das wäre doch ein Knaller für Ihr Buch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Suspendierung so lange Bestand hat. Ein angemessener Vergleich ist die Regel.
    Das die Herren nicht am Hungertuch nagen, dafür werden sie schon gesorgt haben.
    Ein Japanisches Sprichwort sagt sinngemäß folgendes:“Neid frißt dir Löcher in die Seele und den Magen.“
    Diese Biblische Weisheit, kennen Sie sicher auch, Herr Heuvens:“Was nützt dir der Reichtum der ganzen Welt, wenn deine Seele Schaden erleidet.“ Oder die Volksweisheit:“Das letzte Hemd, hat keine Taschen.“

     
  2. 11. Guilleaume Heuvens

    Interessant wäre auch die Beantwortung der Frage, wieviel und wie lange fristlos suspendierte Vorstände der Sparkasse (1974) monatlich (noch) bekommen.

     
  3. 10. knecht

    Arm und Reich hat es immer gegeben und aus der Sicht eines Bill Gate’s ist v.Z. auch nur ein armer Schlucker.

    Wichtig ist es, die Basis der Gesellschaft mit einem Zufriedenheitsgefühl auszustatten. Die Existenzbedürfnisse müssen auf jeden Fall mit eigener Vollarbeit realisiert werden können.

    Werkverträge, Leiharbeit, Zeitverträge, H4 und sonstige Schmutzigkeiten lassen die Basis auf Zeit zu einem hoch explosiven Pulverfass werden.

     
  4. 9. Guilleaume Heuvens

    Die Schere der Einkommen -auch im Öffentlichen Dienst- geht zu weit auseinander, wie übrigens in vielen Teilen der Gesellschaft. Dies ist in meinen Augen unsozial und unchristlich.

     
  5. 8. Jens-Uwe Habedank

    Ob nun 262 Tsd. Euro zuviel, genau passend oder zuwenig sind hängt mehr oder weniger vom Umfeld und den Relationen ab. Wichtig ist doch, ob dies in erträglicher Relation zum mittleren Management, „einfachen“ Angestellten bis hin zum Hausmeister steht.
    Darüber hinaus sind zusätzliche Leistungen wie Firmenwagen, vergünstigte Kredite etc. von Belang; erst durch diese Einrechnung sind Vergleiche überhaupt möglich. Auch spielt die Personalverantwortung eine Rolle.
    Derartige Summen (262 Tsd.) sind auch bei Geschäftsführern/ Werksleitern von Betrieben zwischen 80 – 200 Mio Umsatz zu erreichen.
    Die 16 Tsd. Leitungszulage sind an für sich bescheiden; bei dieser Größenordnung würden wahrscheinlich so ca. 40.000 Euro bei 100% Zielerfüllung der Rahmen sein. Dabei gibt es aber oft die Klausel im Vertrag, dass bei einer Quote von unter 50% Zielerfüllung gar nichts an Leistungszulage gezahlt wird.

    Mal von der Frage der Gehaltsrelationen abgesehen, finde ich aber derart hohe Gehälter z.Z. völlig unangemessen. Da ist bei den Banken ein unheimlicher Kostenabbau (hauptsächlich Filialen und Mitarbeiter) betrieben worden, der „Einkaufspreis“ für die Ware Geld bei der EZB auf einen historischen Tiefststand gesunken – und es gibt da entgegen keine spürbare Weitergabe an den Kunden, z.B. beim Dispozins, Kreditzins etc. Im Gegenteil, ständig Gebührenerhöhungen, neue Gebühren etc.
    Ach ja, am Rande, man sollte den Begriff „Bankberater“ meiden. Kein Mensch sagt ja auch „Autoberater“…

     
  6. 7. Günter

    Was soll van Zoggel denn machen? Die Gehälter werden doch vom Verband vorgeschrieben. Und der Verband besteht aus den Vertretern der Parteien. Nur muß man sagen, was auch viele Blogger bereits in den letzten Jahren geschrieben haben,
    ein Lob, ein Gespräch, ein Grüßen und einfach mal nett sein, zu hören, nicht immer auf sein Recht bestehen, nicht Vorschläge vom Tisch wischen, würde ihm mal gut zu Gesicht stehen. 4 Jahre Zeit hat er ja noch zum Lernen.

     
  7. 6. HeinzS

    @Staunender Zitat
    ——————
    Herr van Zoggel hat eine Verantwortung für eine dreistellige Mitarbeiterzahl und steht jährlich für das Gesamtzahlenwerk der Bank gerade.
    ——————
    Wäre trotzdem schön,wenn sie das etwas konkretisieren könnten! Für mich sind die daraus entstehenden
    Konsequenzen schon interessant. Bei mir wurden die Konsequenzen von den Banken immer klar definiert,
    bei nicht erbrachter Verantwortung , in Form von wirtschaftlichem Misserfolg.
    Die Verantwortung habe ich übernommen, incl.Risiko,auch für meine Mitarbeiter

     
  8. 5. afrika

    @rd die ist in den Bezügen enthalten.

     
  9. 4. rd

    @afrika Die Altersvorsorge läuft separat. Siehe vorigen (verlinkten) Artikel zum Thema…

     
  10. 3. staunender

    Herr van Zoggel hat eine Verantwortung für eine dreistellige Mitarbeiterzahl und steht jährlich für das Gesamtzahlenwerk der Bank gerade.

    Nun bitte keine Vorträge – „aber selbst wenn es der Bank schlechter geht“, oder: „er haftet ja auch nicht mit seinem Privatvermögen….“ ,

    denn würde er das tun, wäre ein „Bruttosalär“ von TEUR 262 bezogen auf die vielen erfolgreichen Mittelstandsunternehmer mit Firmen dieser Größenordnung wohl eher als Zeichen der Bescheidenheit zu werten.

    Es bleibt dabei – arbeitet jemand als Verantwortlicher des Ganzen gut und erfolgreich und lässt er seine Mitarbeiter an diesem Erfolg partizipieren (denn die haben natürlich nicht unwesentlich zu diesem beigetragen..), dann hat er auch eine überdurchschnittliche Vergütung „verdient“.

    Für mich ein Paradebeispeil war Herr Wiedeking bei Porsche. Er hat durch sehr kluge Unternehmenspolitik diese Fa. nicht nur gerettet sondern zu einer cash-cow ausgebaut. Dabei hat er die Mitarbeiter aber auch immer am Erfolg teilhaben lassen. Dass er dabei in der absoluten Zahlen ein sehr hohes Gehalt bezog, fand ich durchaus in Ordnung.

     
  11. 2. afrika

    Ja, das ist viel. Aber differenziert betrachtet geht etwa die Hälfte des Geldes in die Altersvorsorge. Das ist sehr komfortabel, ja aber das Nettoeinkommen liegt weit unter 262 TEUR.

    Also konkret:

    ca. 131 TEUR Altersvorsorge

    ca. 131 TEUR Lohn/Gehalt
    d.h. Netto ca. 5-6 TEUR pro Monat

     
  12. 1. Erststimme Linkspartei?

    Das ist doch– ist das Geld von uns Bürgern?