Messerattacke an der Hochschule Rhein-Waal, 24-Jähriger schwer verletzt

In Höhe des Hafenkrans war das Gelände infolge des Einsatzes abgesperrt.

(Nochmals aktualisiert, mit erster Stellungnahme der Hochschule) Ein blutiger Angriff auf dem Gelände der Hochschule Rhein-Waal, der am Mittwoch Nachmittag einen Großeinsatz der Polizei zur Folge hatte, erschütterte Studierende und Lehrkräfte der Einrichtung. Im zweiten Obergeschoss von Gebäude 6 (Fakultät Technologie und Bionik) gerieten zwei Männer in einen Streit, der so eskalierte, dass einer der beiden Kontrahenten unvermittelt ein Messer zückte und auf seinen Gegner einstach. Das 24 Jahre alte Opfer erlitt durch die Attacke erhebliche Stich- und Schnittverletzungen und musste mit einem Rettungswagen ins Klever Krankenhaus gebracht werden. Lebensgefahr bestand aber nicht. Die Tat ereignete sich gegen 14:20 Uhr, also zu einer Zeit, an der an Hochschule noch reger Betrieb herrschte – viele Personen liefen über das Gelände oder waren auf Veranstaltungen in den Fakultätsgebäuden zugegen.

Zahlreiche Studierende verfolgten aus nächster Nähe den Einsatz der Polizeibeamten und Rettungskräfte ebenso wie die Arbeit der Taucher der DLRG, die im Spoykanal offenbar nach der Tatwaffe suchten. Der Tatverdächtige ist flüchtig. Zu den Hintergründen der Tat – privat? politisch? – ist bisher noch nichts bekannt, weitere Informationen sollen in Kürze folgen. Gegenüber der Rheinischen Post bestätigte die Polizei am Freitag, dass Täter und Opfer sich kannten, man könnte also über ein eher im persönlichen Bereich liegendes Motiv spekulieren.

Am frühen Mittwochabend meldeten sich Hochschulpräsident Oliver Locker-Grütjen und Kanzler Michael Strotkemper und wandten sich in einer Mail an Studierende, Mitarbeiter und die Öffentlichkeit: „In Gedanken sind wir bei dem Opfer und den Personen, die Zeuge des Vorfalls wurden oder davon betroffen sind. […] Wenngleich der Täter flüchtig ist, besteht laut Polizei keine unmittelbare Gefahr mehr.“ Die Hochschule informierte die Studierenden über psychologische Hilfsmöglichkeiten. Weiter hieß es in der Mail: „Die Polizei hat bereits betont, wie gut die Zusammenarbeit mit dem Notfallteam der Hochschule funktioniert hat. Das Präsidium geht derzeit davon aus, dass alle für einen solchen Notfall vorgesehenen Maßnahmen seitens der Hochschule gegriffen haben. Die Sicherheitslage am Campus hat sich beruhigt.“

Dr. Alina Leson (Leitung Dezernat Gebäudemanagement), Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen (Präsident der Hochschule Rhein-Waal), Sara Khaffaf-Roenspieß (Kommissarische Leitung Dezernat Studienangelegenheiten)

Hier die Originalmeldung der Kreispolizeibehörde und der Staatsanwaltschaft Kleve: „Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern in einem Gebäude der Hochschule Rhein-Waal wurde am heutigen Mittwoch (10. Juli 2024) gegen 14:20 Uhr eine Person schwer verletzt. Der 24-Jährige wurde mit Stich- und Schnittverletzungen von einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestand zu keinem Zeitpunkt. Der Tatverdächtige ist flüchtig. Die Suchmaßnahmen der Polizei dauern an. Die Kriminalpolizei aus Krefeld hat zusammen mit der KPB Kleve die Ermittlungen zum Tathergang und den Hintergründen aufgenommen.“

DLRG-Kräfte suchten im Spoykanal die Tatwaffe (Fotos: Günter van Meegen)

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39 Kommentare

  1. 39

    @35. Christian Schmidt

    „Bisher ist nicht viel über den Fall bekannt. Ich freue mich auf jede weitere Enthüllung der Fakten.”

    Sie glauben ja bereits zu wissen wer der Täter ist und das Urteil haben Sie auch schon gefällt. Dann ist ja alles in bester Ordnung.

     
  2. 36

    Messer verboten?Dann nimmt man einen Schraubenzieher oder Fahrradspeichen wie in London…

     
  3. 35

    Das ist der Preis einer progressiven Gesellschaft. Progressiv soll hier Fortschritt bedeuten. Im Prinzip wie das Automobil. Das führt auch zu Fortschritt und Verkehrstoten. Der Umgang im Straßenverkehr kann gefährlich sein. Genau so wie der Umgang mit manchen Menschen. Risiko des Lebens.

    War alles vorher bekannt:

    „Deutschland wird sich ändern. Wahrscheinlich wird es auch religiöser werden. Na klar. Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch.“

    Das sagte eine Politikerin vor ein paar Jahren. Genau das passiert jetzt auch.

    Bisher ist nicht viel über den Fall bekannt. Ich freue mich auf jede weitere Enthüllung der Fakten.

     
  4. 34

    @29. Christian Schmidt

    Was sind denn „Gesellschaftsprogressionstote”?

    Ich ahne, was Sie damit meinen und damit sagen wollen.

     
  5. 33

    @30. Nils Joost
    Es ist klar in welche Richtung Sie zielen.

    Ob Sie es glauben oder nicht, wir leben in einem Rechtsstaat. Der Täter wird für seine Tat zur Verantwortung gezogen werden. Es darf getrost davon ausgegangen werden, dass Polizei und Justiz ihren Job ordentlich machen.

     
  6. 32

    Das ist eine gute Idee mit dem Messerverbot an der Hochschule. Wenn demnächst in der Hausordnung steht, dass die Studenten kein Messer mehr mitbringen dürfen, werden die
    Studenten davon tiefbeeindruckt sein und sich dran halten.

     
  7. 31

    @23. Chewgum / Bildzeitung-usw.

    „ Es ist schon erstaunlich, was sich aus dem recht harmlosen Post 3 entwickelt hat… der Trigger war für einige hier wohl die Bildzeitung. Einfach nochmal den Post lesen ohne den Thema-Nick.”

    Post 3 hat mich nicht gestört. Allerdings machen Diskussion manchmal sehr müde. Hier und in anderen Foren. Ob das Wort „blutig” hier angemessen, reißerisch („Bildzeitung-Niveau”) oder sonst etwas ist … Habe mich allerdings gefragt ob es wirklich so wichtig ist. Für Sie anscheinend schon.

    Zu Post 8

    „ @ Bildzeitung-Niveau?

    Woher wissen oder kennen Sie das „Bildzeitung-Niveau“? 😉”

    Was gibt es da zu interpretieren? Sie kennen die Person hinter dem Kommentar doch schon seit Jahren.

     
  8. 29

    Über überfahrene Radfahrer macht man Aufhebens. An Mauertote erinnert man noch nach über 40 Jahren. Opfer rechter Gewalt gehen in die Geschichte ein.

    Gesellschaftsprogressionstote werden dagegen nicht weiter erwähnt.

     
  9. 28

    Ich mag eigentlich Nachrichten im zuvor angesprochenen 7 Worte Stil.
    Sie lassen mehr Raum zur Bildung einer eigenen Meinung.

    Vor Dekaden gabs beim Deutschlandfunk ausschließlich nur solche Nachrichten.

    Da sah man zb den zweiten Golfkrieg gleich mit anderen Augen.

    Später handhabte Phönix das auch so, aber nur kurze Zeit.

    Man hält den Empfänger wohl nicht für Reif genug.

     
  10. 27

    @Chewgum

    Danke, damit kann ich bestens leben.

    Tatsächlich habe ich meine Meinung auch mehr wegen all ihrer Postings mit dem Nick B- Niveau geäußert.
    In Post Nr. 9 werden sie persönlich und es klingt für mich auch recht arrogant, in Post Nr.15 dann diese wie ich finde nebulöse Andeutung .

    Ich muss auch nicht tief durchatmen oder mich rechtfertigen, ich antworte Ihnen vielmehr damit sie zumindest auch meine Reaktion verstehen .

    Da Sie aber mit ihrem letzten Postings aber wieder zur Sachlichkeit zurück gekehrt sind und mir verbal ( auf wie ich finde versöhnliche Art ) die Hand reichen, möchte ich selbiges tun, denn auch ich bin gespannt auf weitere Erkenntnisse in dem Fall.

    Schöne Grüsse nach Köln wenn ich nicht irre, ansonsten ins Hubba Bubba Land 😉

     
  11. 26

    Kein Messer ist illegal.

    ps. Keine Gefahr mehr? Wer (mehrfach) zugestochen hat wird
    nicht wieder zustechen weil…………..?

     
  12. 25

    Die Bevölkerung soll also nicht mithelfen bei der Suche nach dem polizeibekannten Täter.
    Gehen Sie weiter, hier ist nichts passiert.

     
  13. 23

    @22 Krbg Danke für Ihre Meinungsäußerung. Ich habe nichts dagegen.

    Sie müssen – genau wie ich andersrum – damit leben, dass ich alles so handhabe wie ich es tue 😉

    Es ist schon erstaunlich, was sich aus dem recht harmlosen Post 3 entwickelt hat… der Trigger war für einige hier wohl die Bildzeitung. Einfach nochmal den Post lesen ohne den Thema-Nick.

    Eine mögliche Reaktion hätte auch sein können: Kann man überflüssig finden, aber rd hat sich nun mal dafür entschieden.

    Einfach mal alle tief durchatmen.

    Ich bin jetzt gespannt auf weitere Erkenntnisse in dem Fall.

    Schönen Gruß nach Kranenburg.

     
  14. 22

    @ Bildzeitung-Niveau?

    Das Gute ist, auch zu Ihrer Meinungsäußerung darf jeder, wie geschehen, seine Meinung äußern!

    Was ich persönlich schlecht finde ist die Tatsache nicht dauerhaft ein und denselben Namen ( ob Klarname oder Pseudonym) zu verwenden.

    Was jetzt an dem Adjektiv blutig im Zusammenhang mit dem Artikel Bild Niveau sein soll erschließt sich mir auch nicht, soll ja auch Messerattacken geben wo der Täter nicht zum Stich kommt und somit kein Blut fließt.
    Die Attacke bleibt aber dennoch ein Angriff…

    Dann so ne nebulöse Andeutung von Ihnen in Post 15.
    Aber auch für Ihre Argumentation gibt es wie ich finde einen Begriff, schwach .

     
  15. 21

    „Ansonsten dringen nur wenige Informationen nach draußen“… gibt es denn da was zu verheimlichen? Oder gilt diese Informationspolitik mal wieder nur dem Täterschutz? Oder gar das Totschlagargument „ermittlungstaktische Gründe“? Spannend. Muss man sich halt seinen Teil denken.

     
  16. 20

    @16
    Sehen Sie Herr/Frau Bildzeitung-Niveau? Das Internet ist ein schlimmer Ort, der trotz vielfältiger und ungeahnter Möglichkeiten vielen Menschen nicht gut tut. Viele fühlen sich missinterpretiert, missverstanden, ausgegrenzt, nicht ausreichend gehört, traurig, gemobbt … usw. Ich kann da nur die Empfehlung aussprechen, sich ein anderes Betätigungsfeld im realen Leben zu suchen und der erste Schritt, einem unnötigen und vermeidbaren Konflikt aus dem Wege zu gehen bedeutet, die Straßenseite zu wechseln, wobei unvermeidbare Konflikte ausgetragen werden müssen.
    Im übrigen interpretiere ich nicht die Meinungsäußerungen anderer Personen, so wie sie es sich von mir wünschen, ich teile hier lediglich meine Meinung mit.

     
  17. 19

    @16.
    Reines Interesse ……… um als Nichtbildzeitungslesender herauszufinden, ob eine Bildungslücke besteht …….

     
  18. 18

    16 Bildzeitung-Niveau

    „@12 Lord Extra Vielleicht könnten Sie auch noch interpretieren, wozu Post 8 diente.”

    Sind wir hier in fack ju göthe? Deutsch-LK?

    Und übrigens: Erschreckend, dass die Gewalt auch auf dem Campus angekommen ist. Umso dankbarer können wir sein, dass niemand dabei getötet worden ist.

     
  19. 17

    @16. Bildzeitung-Niveau?
    Ist das wirklich so wichtig?

    Btw. warum nicht Bildzeitungsniveau?

     
  20. 16

    @12 Lord Extra Vielleicht könnten Sie auch noch interpretieren, wozu Post 8 diente.

     
  21. 15

    @10 rd Zuerst brichst du es runter auf „Es passieren halt Sachen“ (Ja) und jetzt auf „Für den Kern der Nachricht reichen sieben Wörter: Hochschule: 24-Jähriger niedergestochen, Täter flüchtig, Motiv unklar. Das aber reicht vermutlich den meisten Lesern nicht“ (ich hatte ja nicht die Ausführlichkeit des Berichts an sich kritisiert.)

    Für diese Art der Argumentation gibt es einen Begriff (und erinnert mich an einen Austausch letztes Jahr). Finde es etwas enttäuschend. Lassen wir es.

    Post 3 hätte auch einfach als Meinungsäußerung stehen bleiben können.

    Stelle fest, ab jetzt muss man auch auf kleveblog mit allem rechnen. Kleiner Scherz.

     
  22. 14

    Der (mutmaßliche) Täter ist ja bekannt, die Behörden wissen also, nach wem sie suchen. Ansonsten dringen nur wenige Informationen nach draußen. So ist derzeit der Öffentlichkeit auch nicht bekannt, in welchem Verhältnis Täter und Opfer zur Hochschule stehen.

     
  23. 12

    @9
    ich zitiere: „…Sie superschlaues Kerlchen…“ Zitatende
    Das ist bereits Bildzeitungniveau, meiner Wahrnehmung nach sogar noch eine Etage tiefer. Beiträge solcher Art dienen nur dazu, sein Gegenüber klein zu machen. Punkt!

     
  24. 11

    @7 Heinz-Willi Böhmer Als Kind war ich stolzer Besitzer einer Pistole, mehrer Gewehre darunter ein Maschinengewehr und eines Schwertes. Mit Messern habe ich mich nicht abgegeben. Von einem Scheizer Taschenmesser abgesehen. Aus mir ist ein ausgesprochen friedlicher Mensch geworden.

     
  25. 10

    Gute (journalistische) Sprache sollte sich durch präzise Ausdrucksweise und Prägnanz auszeichnen, andererseits soll der Leser aber einen lebendigen Eindruck vom Geschehen erhalten. Wenn der Teppichboden voller Blut ist (beispielsweise), sollte man das auch schreiben können. Dass nach Messerstichen in der Regel Blut fließt, ist einerseits im Sinne von Prägnanz überflüssig, andererseits aber im Sinne von Veranschaulichung vielleicht sogar geboten. Für den Kern der Nachricht reichen sieben Wörter: Hochschule: 24-Jähriger niedergestochen, Täter flüchtig, Motiv unklar. Das aber reicht vermutlich den meisten Lesern nicht.

     
  26. 9

    @8 Wenn ich „Bildzeitung-Niveau“ in den Raum stelle, mit Fragezeichen dahinter, weiß ich natürlich, wovon ich spreche, Sie superschlaues Kerlchen. Weil ich mir einen Eindruck davon verschafft habe. Von daher weiß ich, was dort zu erwarten ist und was nicht.

    Ich habe kleveblog bisher, neben vielen anderen Gründen, auch geschätzt, weil bei bestimmten Ereignissen (Sachen passieren!), das besagte Wort in keiner Form eine Verwendung fand, soweit ich mich erinnere, sondern rd’s Schreibkompetenz dies überflüssig machte.

    Deshalb drückt Post 3 auch Erstaunen aus.

     
  27. 7

    @4

    …ich bin schon seit meiner Kindheit mit einem Messer „bewaffnet“ und habe noch nie jemanden attakiert!

     
  28. 5

    Ich halte das jeweils für eine angemessene und auf keinen Fall reißerische Berichterstattung. Es passieren halt Sachen.

     
  29. 3

    Das Wort „blutig“ finde ich hier wie bei dem Bericht über den E-Scooter-Fahrer überflüssig.

    Unter „schwer verletzt“ bei einer Messerattacke oder in Zusammenhang mit einer durchbrochenen Glasscheibe kann sich wohl jeder etwas vorstellen.

    Mein Vater ist mal mit zwei vollen Ölkannen in der Hand durch eine Glasscheibe gefallen, Kopf vorneweg. Die Sprechstundenhilfe in der nahen Arztpraxis ist in Ohnmacht gefallen, als sie meinen Vater sah. Da weiß auch jeder, warum.