Da möchte man sich doch am liebsten wieder ein Auto zulegen, um es dort in stilvoller Manier abzustellen! Seit heute kann die nördliche Hälfte des Parkplatzes hinter der Stadthalle wieder wie gedacht genutzt werden – das ausführende Bauunternehmen Loock meldete die Vollendung dieses Bauabschnitts. Parken dort erinnerte immer noch an die Frühzeiten der automobilen Fortbewegung – der Fahrer stellte seine Karosse halt irgendwo ins Gelände, auf dem Erdreich waren keine Parkboxen zu erkennen und wenn es geregnet hatte, präsentierte sich dem Besucher das Gelände wie die mecklenburgische Seenplatte.
Das ist jetzt vorbei, dem Automobilisten stehen aktuell 51 fein abgemessene Parkbuchten zur Verfügung, 17 Bäume spenden Schatten, sodass das Blech nie zu heiß werden sollte. Natürlich gibt es auch Ladebuchten für E-Autos, vier Stück an der Zahl. Vielleicht lässt sich das Areal ja sogar in die Landesgartenschau integrieren, als Muserbeispiel für zeitgemäße Parkraumgestaltung. In der Endausbaustufe werden dort 33 weitere Parkplätze bereitstehen.
Die Stadt bezeichnet die Fertigstellung als „wichtigen Zwischenschritt“. Mit der Öffnung des nördlichen Bereichs stehen damit wieder zahlreiche Stellplätze in unmittelbarer Nähe zur Klever Stadthalle zur Verfügung. Die neuen Parkflächen sind Teil der umfassenden Neugestaltung des innerstädtischen Parkbereiches, mit der der Stadthallen-Parkplatz optisch aufgewertet, besser in das moderne Stadthallenumfeld integriert und durch zusätzliche Grünflächen aufgelockert wird.
Die Arbeiten im südlichen Bereich des Parkplatzes südlich der Stadthalle werden in den kommenden Wochen fortgesetzt. Ziel ist es, dieUmgestaltung des gesamten Stadthallen-Parkplatzes wie geplant bis Ende Oktober 2026 abzuschließen. Mit dem Abschluss dieses Bauabschnitts endet zugleich die umfangreiche Umgestaltung des Stadthallenumfeldes, die seit 2017 schrittweise umgesetzt wird.
Während der weiteren Bauarbeiten kann es im Umfeld der Stadthalle zeitweise zu Einschränkungen kommen. Die Stadt Kleve bittet um Verständnis und empfiehlt, bei Bedarf auf alternative Parkmöglichkeiten im innenstadtnahen Bereich auszuweichen.



Mmuuuh, ein Landschaftspark mit einer saftigen, grünen Weide wäre mir lieber gewesen als ein Car-Park!
@9:
ich hoffe, dass die Radstellplätze wirklich überdacht sind, also das Dach den Zweck des Wetterschutzes gerecht wird. Am Bahnhof werden die Räder nur von einem „Zierdach“ geschützt, sprich null Wetterschutz.
Benno
Nein.
Aber es stimmt, er ist schön geworden…
Bin positiv überrascht, dass da gut Platz zwischen den einzelnen Stellplätzen gelassen wurde, wo doch sonst jeder Zentimeter ausgenutzt wird. Und das Schräge ist auch gut.
Es wurde auch nicht unnötig viel Fläche versiegelt.
„Er ist sehr schön geworden“
Ist die Überschrift wieder ein KI-Experiment?
@7. Janssen
Wäre es nicht vorstellbar, dass man vor einer Umgestaltung dieses Platzes, eine Genehmigung der zuständigen Denkmalschutzbehörde einholen müsste?
Da es sich um ein Denkmal handelt, wäre vielleicht auch eine Gestaltung mit Einbringung der Geschichte, als „Mahnmal“ oder „wehrtechnisches Kulturdenkmal“ möglich?
Übrigens! Wenn man sich den Plan anschaut sieht man die eingezeichneten Fahrradabstwllplätze in vorderster Reihe zur Stadthalle. Zusätzlich entstehen überdachte Fahrradabstellplätze an der Lohstätte vor der Stadthalle.
Die Kommentare zur Neugestaltung des ehemaligen Schotterparkplatzes hinter der Stadthalle greift ein wichtiges Thema auf: den Umgang mit Hitze und Flächenversiegelung in unserer Stadt. Dass sich Kleve stärker an den Klimawandel anpassen muss, dürfte unstrittig sein.
Allerdings entsteht der Eindruck, als sei bei diesem Bauprojekt erneut eine vollständig versiegelte Fläche entstanden. Das entspricht nach meinem Kenntnisstand nicht den Tatsachen.
Im Zuge der Neugestaltung werden etwa zehn neue Bäume gepflanzt. Kein vorhandener Baum musste dafür gefällt werden – im Gegenteil: Der Baumbestand wird erweitert. Ausserdem werden Hecken als Abgrenzung gepflanzt. Die Stellplätze werden zudem großflächig beschattet, was die Aufheizung der Fläche deutlich reduziert.
Ebenso wichtig ist das Regenwassermanagement. Das anfallende Oberflächenwasser wird nicht in die Kanalisation geleitet, sondern vollständig in großzügig angelegte Pflanzbeete abgeführt, wo es versickern kann. Diese Beete werden noch attraktiv begrünt und leisten künftig einen Beitrag zum Stadtklima. Zusätzlich wurde Großfugenpflaster verwendet, das ebenfalls die Versickerung unterstützt. Im Bereich der Gehwege kommt zudem eine wassergebundene Deckschicht zum Einsatz.
Natürlich kann und sollte man darüber diskutieren, welche Bauweise künftig die beste ist und ob beispielsweise Rasengittersteine an bestimmten Stellen Vorteile bieten. Eine faire Diskussion sollte jedoch auf den tatsächlich umgesetzten Maßnahmen beruhen!
Die Stadt Kleve hat bei diesem Projekt durchaus Aspekte des klimaangepassten Bauens berücksichtigt. Diese sollten in der öffentlichen Diskussion ebenfalls erwähnt werden.
@3 mit der „weitläufigen Bunkeranlage“ verhält es sich genauso wie mit dem 1000jährigen Reich: Man ist ziemlich schnell am Ende! Die Ausmaße des ehemaligen Luftschutzbunkers unter dem Parkplatz „An
der Linde“ sind recht überschaubar. Früher war die Fläche darüber begrünt, auch heute wäre dies problemlos möglich und würde dem Hot-Spot an dieser Stelle entgegen wirken.
Gibts da auch ne Bushaltestelle und n anständigen Fahrrardparkplatz?
Herrn Belers Beitrag in allen Ehren! Aber neben dem durchaus tragischem, aber eher niederschwelligem Versiegelungsproblem, welches die Stadt Kleve seit Jahren scheinbar noch nicht mal ansatzweise versteht, gibt es doch den Faktor der relativ hohen Bau Verdichtung in Kleve. Jede Möglichkeit neue Prunk-Wohngebäude zu errichten, wird wohn wirtschaftlich genutzt; inklusive der standesgemäßen Versiegelung um die entsprechenden neu entstandenen Objekte! Bauland im Innenstadtbereich ist knapp und Kleve braucht neue Wohneinheiten; dies ist also die andere, verständliche Seite der Medaille! Von daher besteht ein großer Interessenkonflikt. Klima Schneisen und Begrünung von Brach Flächen ist auf diese Wiese unmöglich. Was soll an dieser Stelle eine Klimaanpassungsmanagerin de Stadt Kleve bewirken? Aus meiner Sicht ein zahnloser Tigerin!
Im Kreis hat man es mit zukunftsfähiger, klimafreundlicher Bebauung nicht so. Siehe zB auch Marktplatz Kalkar, 3000m² verdichtet, ein Baum in der Mitte und ein halbes Dutzend am Rand
@1. Thomas Beler
Sie thematisieren den Parkplatz/ Marktplatz „An der Linde“.
Unter diesem Park-/Marktplatz befindet sich eine denkmalgeschützte, weitläufige Bunkeranlage aus dem 2. WK.
Warum ist da soviel Platz zwischen den einzelnen Parkplätzen? Die Karren heute haben doch überall Sensoren, die piepen doch bei jedem Kappesblatt……
Kleve stöhnte wie der Rest des Landes unter der letzten Hitzeglocke Ende Juni.
Das neue Wetterdatenerfassungssystem der Stadt Kleve für die Erfassung von Lufttemperatur, Asphalttemperatur, Fein-Staubbelastung et cetera (hierfür gebührt der Stadt Kleve auch mal ein dickes Lob) zeigte dem interessierten Bürger über das Online-Dashboard (rd hatte dazu ja auch einen Artikel gemacht) nun ganz genau an, wann wo es im KLever Stadtgebiet bis in die Außenbezirke an welcher Messstation zu welcher Tageszeit wie heiß wurde.
Dabei gab es eine interessanten Aspekt, nämlich dass das zuasphaltierte Areal am Parkplatz Linde Kleves ungeschlagener Hotspot Nr. 1 ist. Nirgendwo im Klever Stadtgebiet lagen die Tages-, und Nachttemperaturern höher als an diesem Messpunkt, an der Linde. Im Durchschnitt der Datenerfassung lagen an dieser Messstation Linde die erfassten Temperaturen mindestens um 1,9°C an manchen Tagen sogar bis zu 2,6°C höher , als die nächstniedrigere erfasste Temperatur im Stadtgebiet, wie auf der Triftstraße oder dem Mehrgenerationenplatz an der Backermatt. Natürlich heizt sich unsere zugebaute und zuasphaltierte Innenstadt sehr viel stärker auf, als die Außenbezirke wie z.B Reichswalde, Griethausen oder Donsbrüggen.
Um so unverständlicher ist vor diesem Hintergrund, dass im Tiefbauamt der Stadtverwaltung immer wieder die gleichen Fehler scheinbar gemacht und bisher noch freie Flächen im Stadtgebiet mit einer Pflasterung bebaut werden und so das Aufheizen unserer Stadt weiter vorantreibt.
So nun auch bei der Umwandlung des ehemaligen Schotterparkplatzes hinter der Stadthalle, dieser letzte Bauabschnitt der vor Jahren begonnenen Stadthallenumfeld Neugestaltung, bekommt mit der neuen Parkfläche nun ihren Abschluss an der Wasserstraße. Die Stadt bekommt also die wieder eine Fläche die sich mitunter extrem aufheizen kann und stundenlang die aufgestaute Hitze, dann wenn es kühler werden könnte, wieder in die Umgebung abstrahlen wird.
Warum wurde planungstechnisch hier nicht eine offenere Parkfäche gewählt, die niederländische Stadt Venlo macht es doch vor, wie es geht! Dort wurden viele Flächen wieder entsiegelt und es wurden z.B. Rasengittersteine verlegt, die Hitze kann das kühlere Erdreich erreichen und was noch besser ist, fallender Niederschlag kann im Boden auch versickern und kommt letztlich dem Grundwasser wieder zu Gute.
In Kleve werden weiterhin Flächen zugepflastert!
Manchmal scheint es die zuständigen Ämter im Klever Rathaus kennen nur eine seit jahrzehnten praktizierte Lösung, denn neue Wege und neue städtbaulischen Lösungen wie es andere Städte schon seit Jahren erfolgreich vormachen, scheinen hier ehr fremd zu sein.
Wir müssen damit aufhören, weiterhin Flächen zu versiegeln!
Denn ansonsten werden wir die sich immer stärker ausbildenen Hitzeglocken in unser Stadt nie in den Griff bekommen und die Temperatur um 2-3°C wieder zu senken.