Irrational Starch

rd | 25. Mai 2009, 15:55 | keine Kommentare

Bekanntlich wird das Werk von National Starch in Kleve geschlossen. Der Henkel-Konzern (Düsseldorf) hatte 2007 den Hersteller von Industrieklebstoffen gekauft – und nach wenigen Monaten aus Gründen der Effizienzsteigerung das Aus für den hiesigen Standort beschlossen. Für die Mitarbeiter in Kleve das traurige Ende einer Werksgeschichte, die in den letzten 22 Jahren aus einer Serie von mehr oder weniger willkürlichen und zufälligen Besitzerwechseln bestand (nachzulesen hier).

Nun aber kommt’s, mit ein paar exklusiven Informationen aus dem Innenleben eines in der Abwicklung befindlichen Werks: Erstens wird derzeit in Kleve noch eine neue IT installiert, ganz einfach, weil – trotz der in Kürze bevorstehenden Schließung – alles noch mal schnell auf die Henkelsysteme umgestellt wird. Für die in Kleve Beschäftigten ein Stück aus dem Tollhaus. Logischerweise kostet das viel Geld, und dazu kommen noch die Kosten für die Schulungen, viele davon für Mitarbeiter, die in wenigen Monaten ohnehin nicht mehr bei Henkel beschäftigt sind.

Zweitens ging des dem Konzern darum, Kapazitäten zu konsolidieren. Dahinter stand der Gedanke, dass es wohl so schwierig nicht sein kann, die paar Industrieklebstoffe zusammenzurühren. Leider aber ist es wohl doch eine größere Kunst, und jetzt sind, so wurde es mir zugeflüstert, an den neuen Produktionsstandorten erhebliche Probleme aufgetreten. Mit der Folge, dass das hässliche Wort im Raum schwirrt, das jeden Controller sofort in Tränen ausbrechen lässt: Zusatzkosten!.

Drittens absolvieren die – überlebenden – Henkel-Standorte derzeit ein Programm zur Steigerung der Effizienz – eines, das der Standort Kleve bereits zu National-Starch-Zeiten erfolgreich hinter sich gebracht hatte.

Das alles soll nun, so wollen es Gerüchte wissen, die mir wiederum aus dem Innenleben eines Weltkonzerns zugetragen wurden, dass in Düsseldorf nun der Verantwortliche (= Schuldige!) gesucht wird, der die famose Idee hatte, das Werk in Kleve plattzumachen. Möglicherweise droht ihm angesichts der bisher desaströsen Bilanz das, was in Fachkreisen als Edeka bezeichnet wird – Ende der Karriere. Indes, den Klever Mitarbeitern wird’s (leider) nicht mehr helfen.

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