Hintzen unten macht Schluss

rd | 04. Juli 2008, 18:40 | 9 Kommentare

Straßenszene

Die Erosion des Klever Buchhandels setzt sich fort: Matthias Hintzen, Geschäftsführer der Buchhandlung Hintzen hat jetzt die Entscheidung gefällt, die Filiale in der Unterstadt (“Hintzen unten”) Ende September zu schließen. “Wir haben den Mietvertrag, der nach fünf Jahren ausgelaufen ist, nicht mehr verlängert”, sagt Hintzen.

Mit der bevorstehenden Schließung wird sich die Zahl der Klever Buchhandlungen, die nach der Eröffnung der Thalia-Filiale in der Stadtmitte die Segel gestrichen haben, auf drei erhöhen: Ende des Jahres hatte bereits Robert Franck seinen Buchladen an der Herzogbrücke liquidiert, und vor wenigen Wochen gab auch Guido Burmann sein Geschäft SparBuch an der Hagschen Straße auf.

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Buchladé

Zu den Gründen der Schließung sagt Hintzen, die über zwei Etagen verteilten Verkaufsräume seien für das Geschäft nicht geeignet gewesen. Die Mitarbeiter haben bereits ihre Kündigung erhalten. Die Buchhandlung in der Oberstadt (“Hintzen oben”) wird Matthias Hintzen weiterführen; dort sind keine Veränderungen geplant. Die Filiale in der Unterstadt war lange an der Ecke Große Straße/Marktstraße beheimatet gewesen. 2003 wurde dann nach einem Umbau das größere Ladenlokal an der Ecke zur Herzogstraße bezogen, in dem zuvor die Imbisskette McDonald’s sein Klever Geschäft betrieben hatte.

GeschäftBegründet wurde die Klever Traditionsbuchhandlung von den Eheleuten Paula und Hubert Hintzen, die eine Woche nach ihrer Hochzeit am 25. Februar 1925 das erste Geschäft eröffneten. Die drei Söhne Josef, Otto und Paul übernahmen die Nachfolge. Heute wird das Traditionsunternehmen in dritter Generation von Matthias Hintzen geführt.

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9 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 9. Ich

    …warum heult ihr alle so um die Schließung dieser Geschäfte? Auch ihr kauft im Internet, auch ihr kauft Thalia, auch ihr feilscht um alles billiger zu bekommen. Warum fahrt ihr alle nach D’dorf, Köln… und kauft da. Warum nicht in Kleve. Wir sind es, die die Schließung mit zu verantworten haben!

     
  2. 8. ralf.daute

    … und wer – wie ich – gesehen hat, wie sich das Publikum auf der Rhein-Maas-Ausstellung am Stand des 1. FC um die Kaffeebecher mit den aufgedruckten Spielerbildern geradezu geprügelt hat, weiß — das ist der Weg, den der Verein gehen muss

     
  3. 7. cook

    …soll da nicht jetzt ein Fan-Shop vom 1.FC Wasweißichwieteuerdaswird rein? 2 Etagen reichen für die Regionalliga gerade aus. Und für die konsumwütigen Gästefans aus Essen & Co liegt der Laden gleich auf der Strecke vom Bahnhof zum Bresserberg…

     
  4. 6. Billy Idol

    Wer liest schon Bücher? Und wenn, wann? In Kleve doch höchstens als Intellekt-Alibi-Geschenk für nicht so gute Freunde zu Weihnachten. Aber egal, Standort super für Laufhauseröffnung, Kleve ist so modern! Und Ralf hätte den unschlagbaren Slogan: KIEZ, KIES & More ist unser Öl! Denn, um mit Herrn Abudabi zu sprechen, wichtig ist doch, was hinten rauskommt, ähm, oder war das umgekehrt oder beides? Was auch immer passiert, bitte alles mit einem kräftigen REBEL YELL!

     
  5. 5. Toni Moff Mollo

    Der König ist tot, es lebe der König !

    Es wird weiter gehen und ich freue mich schon auf die neue X-Mobile Home-Zone Flat Filiale.

    Wobei ‘ne Frittenschmiede oder Trinkhalle auch nett wären. Frei nach dem Sinn des Lebens: Pommes, Bier und fette Weiber.

     
  6. 4. KRITISCHER KRITIKER

    Klarer Fall von veralteter Namensgebung! !Books &More” und der Laden wäre gelaufen wie Schmidts Katze! Seinerzeit hatte die hohe Pachtforderung schon Mäcces vertrieben, wie sollte es Hintzen da schaffen? Schade, meine Mami hat mir da meinen ersten Pelikan gekauft-Geha war irgendwie verpönt und nur für Linkshänder akzeptabel!

    “Nostalgie äußert sich in einem Hinterhertrauern der guten alten Zeit, in der angeblich alles viel schöner und besser war als in der Gegenwart”

     
  7. 3. Stephan

    Stimmt Kritischer Kritiker, stimme dir absolut zu!

     
  8. 2. KRITISCHER KRITIKER

    Echt traurig, was in letzter Zeit alles so dichtgemacht hat, bald dicht macht und in naher Zukunft dicht machen wird!

     
  9. 1. Rainer

    Hallo. wenn buchpreisbindung samt kultursubventionsmindermehrwertsteuer scheitert, gibt es noch das Kellergeschoss hiesiger Kaufhäuser, den Groß- und Antiquariatshandel im Welt weiten Netz und Fußgängezonen