Der Niederrhein säuft ab

Weiden auf Salmorth, vom mächtig angeschwollenen Rhein umspült (Foto: Hubert Reyers)

Was müssen wir zum Hochwasser wissen? Erstens: Sooo hoch ist es im historischen Vergleich dann doch nicht. In Emmerich lag der Pegel am Mittwoch Abend bei 7,90 Meter. Das war der Scheitelpunkt, seitdem fällt der Wasserspiegel. Aktuell beträgt die Pegelhöhe 7,51 Meter, also schon knapp einen halben Meter weniger. Tendenz fallend, und das bleibt erst einmal so, wenn nicht neue Wolkenbrüche dem Rhein massenweise neues Wasser zuführen. Silvester schon soll der Rhein in Emmerich nur noch bei rund 6,50 Meter stehen. Das alles ist im langjährigen Vergleich noch eine moderate Aufwallung der Wassermassen. Beim Weihnachtshochwasser 1993 lag der Pegel in Emmerich bei 10,60 Meter, dreizehn Monate danach gab es sogar einmal ein Hochwasser mit 11,40 Meter. Der Rekordwert stammt vom 3. Januar 1926, als 11,50 Meter gemessen wurden.

Für einige Verwerfungen hat das Hochwasser aber dennoch gereicht. Am ganzen Niederrhein sind Lachen auf Äckern und Weiden zu sehen, in Weeze musste der Tierpark evakuiert werden, weil die Niers alles eingenässt hatte. Schenkenschanz war traditionell vom Straßenverkehr abgeschnitt, das Technische Hilfswerk unterhielt eine provisorische Fährverbindung zwischen Düffelward und dem auf einer Halbinsel zwischen Althrein und Rhein gelegenen Klever Ortsteil, dessen pittoreske Ansicht – mit Fluten bis zu den Schutzmauern um das Dorf herum – in den vergangenen Tagen in fast allen Fernsehnachrichten und auf Zeitungstitelseiten zu sehen war.

Für uns am Niederrhein business as usual, aber aus der Sicht einer großen Zeitungsredaktion in der Hauptstadt eine Sensation

Insbesondere einige Lastwagen versuchten dennoch die hinter dem Hochwassertor in Griethausen überflutete Rheinstraße zu durchqueren – mal klappte es mal, mal blieben die Fahrer stecken und waren auf die Hilfe hochmotorisierter Landwirte angewiesen, um ihre Fahrzeuge wieder freizubekommen. Und natürlich gab es an allen Ecken und Enden Klagen von Anwohnern: Sie beschwerten sich über den ausufernden Hochwassertourismus – viele Klever nutzten die freie Zeit Weihnachten und danach, um einen Familienausflug zum Rhein zu machen und das Naturspektakel persönlich in Augenschein zu nehmen. Ertrunken ist niemand, größere Sachschäden wurden bisher auch nicht berichtet.

Es war eher so: Man kennt sich, man hilft sich. Wie diese schöne Anekdote aus Kreisen der Klever Feuerwehr zeigt:

Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde die Löschgruppe Düffelward der Feuerwehr Kleve gegen 14:38 Uhr zu einem Wasserschaden in die Mauritiussiedlung alarmiert. Ein Anwohner hatte die Feuerwehr gerufen, da Schmutzwasser aus der Kanalisation in seinen Keller eindrang.Nach der Erkundung vor Ort konnte diese Meldung bestätigt werden. Mehrere Anwohner kamen auf die Feuerwehr zu und schilderten das gleiche Problem. Die Keller waren teilweise mit 30 bis 50 cm Wasser überflutet. Ein Blick in die Kanalisation bestätigte, dass diese überlastet war. Daher wurden vom Einsatzleiter die Umweltbetriebe sowie das Ordnungsamt der Stadt Kleve zur Einsatzstelle gerufen.Nach der weiteren Erkundung und Abstimmung wurde am Düffelwarder Pumpwerk am Deich mithilfe von ortsansässigen Landwirten und Lohnunternehmen eine große Schmutzwasserpumpe aufgebaut, um die Kanalisation zu entlasten. Über mehrere Stunden wurde das Wasser abgepumpt, was letztendlich zu einer deutlichen Verbesserung der Situation führte. Die Maßnahmen wurden ab 21:00 Uhr durch einen Schichtbetrieb der Feuerwehr bis zum 27.12.2023 um 13:30 Uhr fortgesetzt. Diese wurden danach von einem ortsansässigen Lohnunternehmen weitergeführt.An dieser Stelle bedankt sich die Feuerwehr auch bei den Anwohnern für die Verpflegung mit Getränken und Nahrungsmitteln und auch bei den Landwirten und Lohnunternehmen für die schnelle und unkomplizierte Hilfe.

Gute Neuigkeiten! Der Pegel des Altrhein ist gesunken und die Brücke zwischen Griethausen und Schenkenschanz nun wieder befahrbar. Hiermit endet unser Fähreinsatz. Wir bedanken uns bei allen Helfern, die zwischen den Feiertagen den Weihnachtspullover gegen unsere Uniform eintauschten und für euch rund um die Uhr zur Verfügung standen.

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73 Kommentare

  1. 73

    @72. Umwelt-und Entsorgungsexperte

    🤣

    und der Boden in der Düffel ist dann mit Filterstäuben und anderem kontaminiert. Dass die ganze Suppe dann durch die Niederlande zur Nordsee fließt, macht es nicht besser. Aber geteiltes Leid ist halbes Leid oder wie war das noch mal?!

     
  2. 71

    Mal ne ganz blöde Frage. Wenn es zu einem extremeren Hochwasser so etwa in dem Ausmaß wie Mitte der 90er Jahre des vorherigen Jahrhunderts kommt und Deiche in unserem Bereich brechen oder gesprengt werden, was passiert dann mit den Betrieben in der Niederung z.B. im Industriegebiet im Norden von Kleve, die toxische Stoffe verarbeiten, lagern, aufbereiten etc? Und mit den Kläranlagen? Wird das „leckere“ Zeug dann weiträumig durch die Wassermassen verteilt? Und wenn das Wasser abgelaufen ist. Was machen dann die landwirtschaftlichen Betriebe und Gärtnereien? Was wie aus den Trinkwasserbrunnen?

     
  3. 70

    In den Niederlanden ist diese Woche ein Deich gebrochen!!
    https://www.rtlnieuws.nl/nieuws/nederland/artikel/5427461/dijkdoorbraak-overstroming-maastricht-woonboten
    Und das bei einem mittelprächtigen Hochwasser.
    Wenn zigtausend Deichkilometer alle eine Versagenswahrscheinlichkeit von einmal in 1000 Jahren haben und von Menschen unterhalten und kontrolliert werden müssen,
    wenn Biber bei jedem Hochwasser ihre Burgen verlassen und sich irgendwo auf den zigtausend Kilometern sich ein neues Heim buddeln, wenn Sturm die Lehmdeiche erodiert….. passieren regelmäßig Deichbrüche.
    Das ist das Ergebnis reiner Mathematik und zeigt sich alle paar Jahre.
    http://www.waterforum.nl hat vor ca.20 Jahren einen „Kommentar der Woche“ von mir veröffentlicht mit 7 möglichen Ursachen für Deichbrüche.

     
  4. 69

    @68 Peter Wanders

    Zitat: „Möglicherweise war der Antrag ungeschickt formuliert, da eine Befreiung vom Anschlusszwang nicht gleichzeitig eine Befreiung von den Gebühren für die Regenwasserkanalisation sein kann.“

    Es müsste geprüft werden, ob eine solche Vorgehensweise, nämlich Befreiung vom Anschlusszwang unter Beihaltung der Gebührenzahlpflicht, einer rechtlichen Prüfung standhalten wird. Denn es ist nicht auszuschließen, dass der Eine oder Andere auf die Idee kommen könnte, zu klagen, weil der Gebühr keiner Leistung gegengestellt ist – auch wenn es zuvor eine Vereinbarung zwischen Verbraucher und der Stadt gegeben haben könnte.

    Ich gehe davon aus, dass der Bürgermeister dies auch im Rat vorgebracht hätte, wenn die SPD (oder sonst welche Fraktion) einen solchen Antrag zur Beratung und Beschlussfassung in den Rat eingebracht hätte.

     
  5. 68

    @67 Steez
    Die Stadt unterhält Schmutzwasser- und Regenwasserkanalisationen.
    Die müssen durch alle Bürger finanziert werden!
    Da dürfen sich nicht einzelne mit einer Regenwasserversickerung auf dem eigenen Grundstück vor diesen Abgaben drücken.

    Schon vor 20 Jahren haben wir für unsere Mutter bei einem Neubau einen Antrag auf die Befreiung vom Anschlusszwang gestellt.
    Der wurde zunächst abgelehnt, da es in Kleve eine Anschlusspflicht gibt. Erst nach meinem Einspruch und Hinweis, dass der Gesetzgeber auf Bundesebene mit Blick auf den Hochwasserschutz ausdrücklich die lokale Versickerung wünscht, wurde dem Antrag stattgegeben.
    Der Präzedenzfall ist also in Kleve schon geschehen und darauf dürfen sich alle Klever Bürger berufen!
    Wir müssen aber trotzdem die jährliche Gebühr für das Kanalnetz solidarisch bezahlen.

    Wie @65 darlegt, hat der Rat der Stadt Kleve trotzdem vor wenigen Wochen einen Antrag der SPD zur Abschaffung des Anschlusszwangs mehrheitlich abgelehnt.

    Offensichtlich wusste man nicht von unserem Präzedenzfall.
    Möglicherweise war der Antrag ungeschickt formuliert, da eine Befreiung vom Anschlusszwang nicht gleichzeitig eine Befreiung von den Gebühren für die Regenwasserkanalisation sein kann.

    Der Hochwasserschutz muss eine viel höhere Priorität haben als die Aspekte eines Klever Haushaltes!

    Wenn bundesweit Versickerungen auf dem eigenen Grundstück möglich werden, kommt der Hochwasserschutz einen großen, bei kritischen Abflussmengen möglicherweise entscheidenden Schritt voran.
    Kleinkariertes Kirchturmdenken führt uns alle einen Schritt näher an die mögliche Katastrophe.

     
  6. 67

    Gibt es eine nachvollziehbare Erklärung dafür, weshalb Regenwasser nicht vor Ort versickern könnte und in die Kanalisation sollte?

     
  7. 66

    Herr Brückner, was erlauben Sie sich, so gegen unsere Stadtverwalter zu erheben?
    Die Herren können dort alles und benötigen keine Belehrungen von anderer Stelle, schon garnicht von der Opposition. Also bitte…

    Ach, ist die Ringstraße eigentlich schon frei? Ich hatte in der rp gelesen, dass diese inoffiziell über Schleichwege zu erreichen sei…
    Ironie off

    Benno

     
  8. 65

    Zum Hochwasserschutz kann auch die Stadt aktive Beiträge leisten, wenn das Thema Schwammstadt mal weiter gedacht wird. Leider hat der Rat der Stadt Kleve im Dezember einen SPD-Antrag abgelehnt, der eine generelle Abschaffung vom Anschluss- und Benutzungszwang an die Regenwasserkanalisation zum Inhalt hatte. Örtliche Versickerung/Verrieselung, Errichtung von Regenwasserspeichern zur Nutzung in Trockeneoerioden, Regenwasser statt Trinkwasser für die Klospülung, Entlastung des Niederschlagwassernetzes (einschl. der Kaskaden) wären Folgeoptionen gewesen. Leider hat der Stadtrat an dieser Stelle nicht den notwendigen Weitblick gezeigt. Wie beim Klimaschutz werden nur Maßnahmen zur Folgenbewältigung statt Ursachenbekämpfung betrieben. Die Feuerwehr darf dann die Fäkalien aus den Kellern pumpen.

     
  9. 63

    @61Deltawerke
    Ja, diese Ingenieurskunst ist wirklich beeindruckend und unser Nachbar zeigte stolz auf seinen Kopf und meinte, dass viele Details daraus kommen.
    Aber die Deltawerke haben nur eine Reservehöhe von 40 cm derweil für das Jahr 2100 von einem Meeresspiegelanstieg von mindestens 100 cm ausgegangen wird.
    Beim Bau der Deltawerke dachte noch niemand an einen Meeresspiegelanstieg, später ging man von einem linearen Anstieg aus und mittlerweile realisiert man sich, dass der es eine exponentielle Kurve ist.
    Das bedeutet das der Meersspiegel immer schneller steigen wird.
    Ich verweise nochmal auf den Film von Simon Richter

    https://www.youtube.com/watch?v=HaYhnEM3Ibs

     
  10. 62

    @58
    Ich bezog mich auf @41, den Sie gern sinnentnehmend lesen dürfen: Protest, Sachbeschädigung und Spendenbetrug statt nutzbringender Arbeit.
    Das Narrativ, das hier bedient wird, habe nicht ich geschaffen. Das haben Bild und die politische Rechte ganz alleine hinbekommen.

    @59
    Sehe ich auch so: Die Zuständigkeitskonstrukte müssen vereinfacht werden. Der Deichverband als regional ausführender Träger, die Bezirksregierung als genehmigende Mittelbehörde und das Land NRW als Teilkostenträger verursachen selbst diesseits der Grenze schon genug langwierige Bürokratie und Kleinteiligkeit.

     
  11. 61

    In Holland gibt es exzellente Wasserbauingenieure, die schon für den Hochwasserschutz nach der Katastrophe in New Orleans herangezogen wurden.
    So gibt es seit über 30 Jahren die Delta-Werke an der Oosterschelde, die Südholland vor Hochwasser schützen sollen und schon als das siebte Weltwunder der Neuzeit bezeichnet wurden.
    Wer sie noch nicht gesehen hat, sollte beim nächsten Urlaub auf Zeeland einen Ausflug ins historische Veere machen und von dort aus auf der N27 Richtung Norden fahren. Dann passiert man auf der höher gelegten Nationalstraße die einzelnen Abschnitte der Delta-Werke und den Freizeitpark Deltapark Neeltje Jans, rechts und links Wasser. Sehr eindrucksvoll.

    https://www.holland.com/de/tourist/finde-deinen-weg/interessen/niederlande-wasserland/deltawerke.htm

     
  12. 60

    @57 Peter Wanders

    Zitat: „Die Schleuse steht dann leider unter Wasser.“

    Nun, die denkmalgeschützte Schleuse stünde ohnehin nicht mehr zur Diskussion einer Ertüchtigung für den Schiffsverkehr. Wenn überhaupt, ginge es um einen Schleusen-Neubau, bei dem die „neuen“ Höhen und Pegelstände, die in den von dir geschilderten Zukunfts-Szenarien zu Grunde gelegt wurden, bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt werden könnten. Die ohnehin jetzt schon sehr hohe Fallhöhe der Schleuse in Brienen würde demnach um ein weiteres erhöht. Die Chancen stehen allerdings schlecht, nachdem sich die Stadt Kleve aus der „Denk- und Planfabrik“ herausgezogen hat. Auch die pot. für eine Waterfront Spoyland haben sich zurückgezogen und sind inzwischen an anderen Wasserstraßen im Gespräch.

    Deine Zukunfts-Szenarien sind und bleiben allerdings erschreckend und beängstigend.

     
  13. 59

    @57:
    „…Die Niederländer machen uns städteplanerisch vor, aber die Niederrheiner schauen noch nicht genügend über die Grenze..“

    Leider. Wir können von den leiderprobten niederländischen Nachbarn in Sachen Hochwasserschutz viel lernen. Aber wollen die Verantwortlichen es? Wasser kennt keine Landesgrenzen. Schon alleine daher wäre es in meinen Augen sinnvoll, grenzüberschreitend in Sachen Hochwasserschutz zusammen zuarbeiten.

    Benno

     
  14. 58

    @56

    Das Narrativ stelle ich nicht auf, es existiert bereits

    Das Narrativ in seiner Polemik haben Sie hier aufgestellt. Niemand anders.

     
  15. 57

    @53 Spoyboy
    Die Schleuse steht dann leider unter Wasser. Die Niedeung auch.
    Es gibt Pläne der Hochschule Wageningen für Arnheim im Jahr 2120. Darin sind alle tiefer gelegenen Flächen zwischen Arnheim und Nimwegen dem Fluss als Überflutungsflächen zur Verfügung gestellt worden.
    Das ist in weniger als 100 Jahren.
    Dies bedeutet für Kleve, dass in der Niederung nicht mehr gebaut werden sollte. Aus diesem Grunde stimmen leider nur die „offenen Klever“ konsequent gegen alle Bebauungspläne in der Niederung.
    Die Grünen im Rat von Kleve, Kranenburg, Bedburg-Hau usw. haben noch gar nicht realisiert, was Klimawandel und Meeresspiegelanstieg für unsere Region bedeutet.
    Die tiefer gelegenen Regionen der Düffelt sind dabei praktisch dreifach bedroht.
    Zum einen durch die Katastrophenpläne der Niederländer, dann da das Wasser aufgrund des gestiegenen Meeresspiegels schlechter abfließen kann und zum dritten, weil größere Abflussmengen immer wahrscheinlicher werden.
    Die Niederländer machen uns städteplanerisch vor, aber die Niederrheiner schauen noch nicht genügend über die Grenze.

     
  16. 56

    @53
    Das Narrativ stelle ich nicht auf, es existiert bereits und @41 bedient es.

    Was die vier Jahre alte Meinung von Herrn Reitz damit zu tun hat, weiß ich nicht. Der Klimawandel ist eine zentrale Sorge der jungen Generation. Aus den Gründen, die Herr Wanders in @50 ausschnittsweise dargestellt hat, ist diese Sorge berechtigt.

     
  17. 55

    @50. Peter Wanders

    Durch meine Ausführungen über die Merkwürdigkeiten gewisser „Klima-Aktivisten“, habe ich den, schon lange vorherrschenden Klimawandel, absolut nicht in Frage gestellt!!! Im Gegenteil …….. aber man kann auch selber den aktiven Eigenanteil einbringen, auch wenn er noch so klein ist.
    Der Endeffekt ist wichtig ……

    Man sollte als gesponserter „Demonstrant“ nicht nur „werbewirksam“ gegen etwas demonstrieren, sondern sich auch aktiv und kreativ zur Lageverbesserung einbringen.

    Das wäre ein sogenanntes „Welle-Thema“ für Menschen- und Umweltretter, im positiven Sinn …….

     
  18. 52

    @48

    Sie nähren ein Narrativ, dass Klimaaktivisten wohlstandsverwahrloste Nichtsnutze sind, die erstmal für ihr Geld arbeiten sollen, bevor sie demonstrieren.

    Das Narrativ stellen Sie auf und schieben es hier anderen unter, niemand hat hier von Nichtsnutzen gesprochen.

    Dass FFF und LG sicher nicht den repräsentativen Querschnitt der jungen Bevölkerung abbilden (vor allem nicht in den östlichen Bundesländern, schon gar nicht in anderen Ländern) scheint mir aber auch schlecht von der Hand zu weisen sein.

    https://www.youtube.com/watch?v=P-5fh86VEIc#t=37m29s

     
  19. 51

    @48.

    Es tut mir nicht leid, für Ihre unsachlichen Anwürfe habe ich keine Zeit, die benötige ich, neben meiner Arbeit, für tatsächliche, kostenlose, nicht gesponserte Menschen- und Umwelthilfe (nicht nur in Kleve ;-)!

     
  20. 50

    @48, 46 und all.
    Das Bundesverfassungsgericht spricht den jungen Leuten in aller Ausführlichkeit Zukunftsrechte zu und was unsere Ampel macht, ist mit Blick auf den sich jetzt beschleunigenden Klimawandel bei weitem nicht ausreichend.

    Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kipp-Punkte in der Antarktis, auf Grönland und einem großen Gletscher in Argentinien überschritten sind. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Fließgeschwindigkeit der großen Gletscher verdoppelt.
    Die Wissenschaftler fürchten weitere drastische exponentielle Entwicklungen.

    In Alaska, Kanada, Nordchina sowie Russland schmelzen die Permafrostböden und setzen massiv Methan frei, das als Klimagas einen zwanzigfach höheren Effekt als CO2 hat.

    Methaneis in der Tiefsee schmilzt durch die Erwärmung der Meere beschleunigt.

    Alle Vorhersagen für die Effekte des Klimawandels in Deutschland aber auch global werden durch die faktisch gemessenen Werte weit übertroffen.
    Die Vorhersagen waren viel zu vorsichtig.

    So wurde vor 2 Jahren für das Mittelmeer die Möglichkeit eines Medicanes mit riesigen Niederschlagsmengen skizziert.
    Dieses Jahr war es plötzlich soweit.
    In Griechenland, Syrien und Marokko gab es Niederschlagsmengen von mehr als 750 mm in 24 Stunden, was der Jahresmenge von Berlin entspricht.
    Tausende ertranken und zigtausende werden vermisst. Vermutlich ins Meer gespült…

    Die mageren Ergebnisse der Klimakonferenz in Dubai sind bei weitem nicht ausreichend.

    Ich empfehle einen Film von Professor Simon Richter der Universität Pensylvania zum Klimawandel und dem neuen game-changer Meeresspiegelanstieg.
    Es gab hierzu eine interessante Ausstellung in Münster, wo Karten der Niederlande im Jahr 2300 dargestellt wurden.
    Alle Wissenschaftler rechnen damit, dass dann die Küste hier in der Region Arnheim-Nimwegen verläuft.

    https://www.youtube.com/watch?v=HaYhnEM3Ibs

     
  21. 48

    @46
    „Was macht denn, die von Ihnen so sehr verteidigte Gruppierung, außer Gerede und Forderungen stellen? Ich habe leider noch niemanden davon, z.B. bei Feld- oder Erntearbeiten gesehen.“

    Das liegt vielleicht daran, dass diese Leute Auszubildende, Schüler, Studenten sind oder Berufen nachgehen, die nicht der Landwirtschaft zugehören.

    Sie nähren ein Narrativ, dass Klimaaktivisten wohlstandsverwahrloste Nichtsnutze sind, die erstmal für ihr Geld arbeiten sollen, bevor sie demonstrieren.
    Menschen nach ihrer „Nützlichkeit“ (oder das, was Sie dafür halten) einzuteilen, das gab es schonmal.

    Im Übrigen verteidige ich keine Verkehrsblockaden oder Sachbeschädigungen. Sie schaden dem Anliegen mehr als sie nutzen, deshalb sind die Verursacher schadensersatzpflichtig. Ob das nun ein einträgliches Geschäft ist, wie Sie mutmaßen, darf stark bezweifelt werden.

    Frohes Neues!

     
  22. 47

    Der Artikel lautet „Der Niederrhein säuft ab“ derweil aktuell es nur ein relativ kleines Hochwässerchen ist.

    Viel spannender war es 1995!
    Da lagen Sprengladungen an unseren Deichen!
    Tjerk Miedema war bei Schell auf höchster Ebene verantwortlich für Katastrophenpläne. Ist Rentner und wohnt auf der Heldstrasse.
    Er hat in Den Haag mit Verantwortlichen gesprochen und spricht von einem „near miss“ den der Niederrhein Ende Januar/Anfang Februar erlebt hat.

    Wir haben von 1996 bis 2006 auf einer Halbinsel östlich von Arnheim gewohnt.
    Unser direkter Nachbar Evert van de Poel hat nach 1953 nach der Sturmflut in Zeeland mit ca. 2000 Toten Katastrophenpläne für die Küste, den Rhein und die Maas gemacht.
    Er war einer der genialen Ingenieure der Deltawerke.
    Am Sonntag 29. Januar 1995 bekam er einen Anruf aus dem Innenministerium. „Evert, wir haben Dich nötig. Wir haben die Schublade geöffnet.“
    Als er dort eintraf wurde vom KNMI der Wetterbericht für Mittwoch 1. Februar präsentiert und der hatte es in sich. Windstärke 10-12. Mehr als 100 km/h Windgeschwindigkeit!

    „Und unsere Lehmdeiche sind nicht sturmbeständig“!
    Die Wellenköpfe werden bei so starkem Wind abgerissen und die fliegende Gischt erodiert die Grasnarbe und Lehmdeckschicht.
    „Daraufhin haben wir entschieden, am Montagmorgen gemäß den Plänen den Gebieten an der Grenze Befehl zur Evakuierung zu geben, um diese stufenweise zu fluten.“

    So wurde unser Polder wegen einer angeblichen Schwachstelle bei Kekerdom am 30. Januar auf niederländischer Seite evakuiert.

    Der Sturm entwickelte sich glücklicherweise schwächer als die Vorhersage. Am 1. Februar war nur Windstärke 8.
    Dadurch begannen Deiche bei Dordrecht und Ochten zu schieben.
    Daraufhin setzen die Niederländer Militär ein. Pioniere schoben von der Landseite Erde gegen den Deich und Kampftaucher zogen an der Wasserseite Folien vor den Deich, um den Deichbruch zu verzögern.

    Parallel zu den Arbeiten in Ochten führte das niederländische SEK, Mobiele Eenheden eine Aktion Staubkamm im niederländischen Teil unseres Polders aus, um sicher zu stellen, dass dieser Polder wirklich geräumt ist.

    Über die Kommunikationsleitung kam der Bericht: „Aktion Staubkamm ist abgeschlossen, wir können jetzt sprengen.“

    Parallel kam von den Militärs aus Ochten der Bericht: „Wartet mit dem Opfern der evakuierten Polder. Der Deich hat sich einen halben Meter verschoben, aber wir haben den Eindruck, dass er wieder still steht.“

    Dick Hesse ist beim niederländischen Militär auf höchster Ebene verantwortlich für die Kommunikation. Er schilderte exakt den gleichen Verlauf.

    So wurde die Flutung unseres Polders in letzter Minute gestoppt.

    Einer der Kampftaucher bei Ochten sagte mir, dass er am 30. Januar 1995 Sprengladungen an die Deiche unseres Polders angebracht hat.

    Dem Wasser überlässt man nicht die Wahl, wo der erste Deichbruch zufällig stattfindet. Man hat Pläne für den Notfall.
    Dicht besiedelte und wirtschaftliche wichtige Regionen haben höchste Priorität bei drohenden Katastrophen.
    Deshalb gibt es für Rotterdam, Utrecht, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Karlsruhe usw. auch keine Evakuierungspläne.

    Aber für den unteren Niederrhein, den größten und dünnstbesiedelten Polder mit der kleinsten Schadenssumme pro Quadratkilometer entlang des Rheins wurde das Programm PoldeEvac entwickelt!

    Schwant euch was?

    Der deutschen Telekom wurde am 29. Januar 1995 mitgeteilt „…dass der Deich an der deutsch-niederländischen Grenze „aus Solidarität“ gesprengt werden soll.“
    In einer im Frühjahr 1995 erschienenen Brochüre der Telekom steht eine Karte, in der 7 Bruchstellen zwischen Tiengeboden und Niedermörmter stehen.
    Genau für diese Stellen macht PoldEvac 7 Jahre später die Berechnungen.

    Die Klever Behörden stecken den Kopf in den Sand und leugnen bisher diese Fakten.

     
  23. 46

    @45.
    Ihre aggressive Art lege ich beiseite 😉

    Wären Sie bitte so freundlich, und nennen mir die Stelle, wo ich in Kommentar 41. explizit FFF geschrieben habe???

    Es gibt einige „Aktivisten“, auch bei der, von Ihnen genannten Gruppierung, die finanziell gesponsert werden und es handelt sich in keiner „Aktivistenblase“ ausschließlich um „junge Menschen“, wie Sie es durch die „rosarote Brille“ beschreiben.

    Haben Sie eventuell einmal ausgerechnet, welche Schadenshöhe durch die sogenannte „letzte Generation“ bis jetzt zusammen gekommen ist?

    Was macht denn, die von Ihnen so sehr verteidigte Gruppierung, außer Gerede und Forderungen stellen?
    Ich habe leider noch niemanden davon, z.B. bei Feld- oder Erntearbeiten gesehen.
    Aber eine kleine Fahrradtour durch Kleve reicht dann vielleicht?

    Stimmt, Luisa Neubauer, Greta Thunberg usw. haben dazugewonnen, denn sie sind von Haus aus reich ………. 😉
    Trotzdem möchte ich auf keinen Fall mit ihnen tauschen, denn sie werden nur vom Sponsoring vorgeschoben.

     
  24. 45

    Jungen Menschen, die sich für die Einhaltung des 1,5°C Ziels und des Pariser Klimaabkommens einsetzen Egoismus vorzuwerfen, ist eine steile These.

    @Realität
    Erklären Sie doch mal, was FFF, die sich für o.a. Ziele und für eine Verkehrswende einsetzen alles beschädigt haben und wie sie sich dadurch die Taschen vollmachen konnten, wie Sie behaupten.

     
  25. 44

    Mmuuuh, rd, nach Ihrer Report-Erweiterung muss ich (mal wieder) laut als Kleveblog-Fakenews-Watch-Watcher aufmmuuuhen: Die Pegelstände 93/95/26 = 10,6 m 11,4 m und 11,5 m gehören vermmuuuhtlich zum Pegel in Duisburg-Ruhrort. Die Emmericher Pegel 93/95/26 waren 9,52 m 9,84 m und 9,85 m, mmuuuhblubb. Siehe hier, mmuuuh-Klick: https://www.hochwasser.rlp.de/flussgebiet/niederrhein/emmerich (und nach unten scrollen). Mmuuuh, 11,5 m wären ja wirklich schlimm, dann wären ja alle meine grüne Weiden in der Niederung weg, mmuuuh überschwemmte Refugien!

     
  26. 43

    @42. SpoyBoy Sie überschätzen meine Bildung. Ich hatte vorhin ganz spontan einen möglicherweise etwas schrägen Gedanken und dazu passte der Advocatus Diaboli. Aber das ist nicht so wichtig. Was einem so durch den Kopf geht, wenn man sich fragt ob es wirklich nötig ist Diskussionspartner oder besser gesagt „Diskussionsgegner“ vorzuführen, zu demütigen, lächerlich zu machen etc. Ehrlich gesagt diskutiere ich sehr gerne. Gerne auch mit Menschen, die eine andere Meinung haben als ich. Eine Auseinandersetzung im positiven Sinn ist im Prinzip so etwas wie ein Lebenselixier. Und trotzdem bin ich oft frustriert, wenn ich Diskussionen im Kleveblog verfolge. Das hat nichts mit dem Kleveblog selbst zu tun, sondern mit der Art einiger weniger Personen, die nicht diskutieren wollen um sich mit anderen über Themen auszutauschen, sondern um andere runterzumachen. Das geht intellektuell verpackt und unterschwellig ziemlich gut, wenn man über die rhetorischen Fähigkeiten verfügt und es ist offenbar sehr befriedigend für solche Personen.

    Es liegt mir übrigens fern Ihnen in irgendeiner Form an den Karren zu fahren. Wie gesagt, es war nur ein Gedanke, den ich in dem Moment witzig fand.

     
  27. 41

    Die sogenannten „Klima-Aktivisten“, sind damit beschäftigt, mit allerlei Beschädigungen fremden Eigentums und Behinderungen der arbeitenden Menschen, ihren eigenen Geldbeutel für ihren Lebensunterhalt zu füllen, anstatt kreative, nutzbringende Arbeiten zu machen.
    Sieht so aus, dass jetzt „Aktivisten-Urlaubszeit“ ist, und eine Erholung für arbeitende Menschen!

    Luisa Neubauer ist seinerzeit, bestimmt mit dem Fahrrad oder zu Fuß nach Dubai gekommen?
    Diese Heuchelei ist widerlich ……….

     
  28. 39

    @38

    denen um ihren eigenen Geldbeutel

    Na und?
    Den Jugendlichen geht es (angeblich) um ihre Zukunft.

    Ist beides Egoismus.

     
  29. 38

    Der Klimawandel macht Hochwasserereignisse wahrscheinlicher. Junge Menschen, die darauf aufmerksam machen, haben jedes Recht dazu. Genauso wie Bauern, allerdings geht es denen um ihren eigenen Geldbeutel. Agrardiesel staatlich zu verbilligen, ist teuer, klimaschädlich und gehört abgeschafft.
    @26 ist Populismus.

     
  30. 36

    @30 Krbg:

    Vielen Dank für die versöhnlichen Worte. Damit sollte unser Konflikt abgehandelt sein.
    Ich wünsche einen Rutsch ins neue Jahr und für 2024 nicht nur gute Aussichten.

    @31 Peter Wanders

    Danke für die sachlichen Ausführungen. Wenn ich mir fachmännisch die Substanz der alten Schleuse und des benachbarten Pumpwerkes anschaue und damit verbunden die bausachverständlichen Ausführungen zu den beiden Bauwerken, dann behaupte ich, daß dort das allerschwächste Glied in der Kette zu finden ist. Die gutachterlichen Darstellungen sind nicht besonders vertrauenserweckend. Ich bleibe bei meiner Kritik, dass die zuständigen Behörden es soweit kommen ließen. Es wurde im Zusammenhang mit der Diskussion um die Schleuse immer wieder zurecht (!!!) angeführt, dass Hochwasser- und Deichschutz höher priorisiert werde als Denkmalschutz. Allerdings, und das ist Kern meiner Kritik, handelte der Bund offenbar entsprechend dem fatalen Leitsatz, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Steuern höher priorisiert werde als Hochwasserschutz. Am Ende steht dort im Deich bei Brienen eine marode Schleuse ohne Funktion, von der eine – Zitat – „latente Gefährdung“ ausgeht. Schaue ich mir dann die Hochwassergefahrenkarte an, die Messerjocke im Kommentar 23 verlinkt hat, wären knapp 15.000 Menschen nur in Kleve inkl. Ortsteile dieser latenten Gefährdung ausgesetzt. Fünfzehntausend!!!! Ein wohl gefährliches Spiel. Ich habe diese Kritik als Bedenken formuliert seinerzeit bei der Bezirksregierung Düsseldorf im Rahmen des Beteiligungsverfahrens zu Protokoll gegeben und ich hatte den Eindruck, dass das anwesende Podium aus dem GF des Deichverbands und Vertretern des WSV darüber nicht amused waren…

    Trotz allem sollte auch Zuversicht für 2024 zu unseren Vorsätzen gehören. In diesem Sinne die besten Wünsche für 2024 und einen guten Übergang.

     
  31. 35

    Ursprünglich waren Drainagen in landwirtschaftlichen Flächen dazu da Äcker und Wiesen zu entwässern, was dazu führte, dass ein großer Teil der Niederschläge als Regen- oder Schmelzwasser direkt in Bäche, Gräben und die wiederum in kleinere Flüsse und Kanäle, welche ihrerseits in größere Flüsse und schließlich z.B. über die Elbe oder den Rhein in die Nordsee flossen. Wenn über das Jahr relativ gleichmäßig verteilt weder zu viel noch zu wenig Niederschläge fallen, funktioniert das. Aber bei langen trockenen Perioden und Perioden mit übermäßig vielen Niederschlägen, kommt dabei das heraus, was wir seit einigen Jahren beobachten können. Niedrige Grundwasserspiegel, die auch in Perioden mit sehr viel Niederschlägen nicht steigen, sondern nur oberflächlich zu einer starken Sättigung der Böden mit Wasser und letztendlich zu Überschwemmungen führen oder zu Dürre in den Sommermonaten wobei das Jahr 2023 eine der wenigen Ausnahmen ist. Schwere Maschinen und Traktoren führten und führen zu einer Verdichtung der Böden, was deren Fähigkeit Wasser aufzunehmen und zu speichern reduziert. Es wird viel von Schwammstädten geredet. Von Schwammlandschaften ist nicht die Rede. Aus diesem Grund habe ich den folgenden Artikel verlinkt, der Anregungen für landwirtschaftliche Flächen bietet. Wasserregulierung statt Wasserableitung ist das Thema.

    https://www.wn.de/muenster/stadtteile/sprakel/drainagen-auf-feldern-fordern-den-umweltschutz-2673493?&npg

     
  32. 34

    Das die Bauern demonstrieren kann ich persönlich nachvollziehen und finde es auch völlig richtig, diese bringen uns, der Bevölkerung, was zu essen auf den Teller, im Gegensatz zu den „Klebern“, welche uns Geld kosten.

     
  33. 33

    Wahrscheinlich war seit 1993/95 weder Zeit noch Geld vorhanden, das unendlich lange Stück Deich zwischen Griethausen und Brienen zu erneuern.

    Artikel 2, des Grundgesetzes, Absatz 2 :

    „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“

    Wie es um diesen Passus aus Grundgesetz steht wenn der Deich an v. g. Stelle bricht, kann sich ein jeder schon jetzt denken.

     
  34. 32

    @29

    Wo haben denn Landwirte Autobahnen blockiert?

    Nach meinen Infos handelte es sich bei deren Protesten um vorher angemeldete Demonstrationen auf festgelegten Routen. So wie das unser Rechtsstaat auch vorsieht.

     
  35. 31

    Dieses „Hochwasser“ ist für die Niederländer nur eine „verhoogde afvoer“.
    Der höchste Pegel bei Lobith war 14.52, erst ab 15.00 (über NN) sprechen sie von einem Hochwasser.
    Das Bemessungshochwasser wird aktuell in den Niederlanden von 15.000 auf 16.000 cbm/s erhöht.
    Das heutige Hochwasser hat nur eine Abflussmenge von 7.500.
    Die Dramatisierung in der Presse sind hier am Niederrhein sind völlig übertrieben.
    Allerdings rechnen die Niederländer damit, dass der noch nicht sanierte und zu niedrige Deich zwischen Griethausen und Schleuse bei Abflussmengen zwischen 12.500 und 13.000 cbm/s bricht bzw. überflutet wird.
    Genau vor unserer Haustür liegt also das schwächste Glied der Kette.
    Nach den deutschen Normen hätte dieser Deich schon längst auf eine Stärke von 14.500 cbm/s plus einem Meter Reservehöhe für Wellen bei Starkwind erhöht werden müssen.

     
  36. 30

    @22 HP. Lecker

    Das ihre bisherige Teilnahme im Kommentarbereich durchweg sachlich und in der Regel Fakten basiert habe ich ja selbst erwähnt .

    Gut möglich dass mich das in soweit irritiert hat, das ich ihren Vergleich, den ich mittlerweile eher unglücklich als populistisch beschreiben würde, überinterpretiert habe.

    Mein Dank gilt ihnen bezüglich ihrer ausführlichen und unaufgeregten Reaktion!

    Ihnen und allen anderen Blogteilnehmer einen guten Rutsch.

    UND allen betroffenen Anwohnern & den unermüdlichen Helfern sinkende Pegelstände 🙏🙏

     
  37. 29

    @26 Generation X
    Und wo sind eigentlich die Bauern, Lohnunternehmer oder Landwirte? Zu nass auf dem Feld, weil das Wasser zu hoch ist oder Weihnachtsurlaub? Oder mal wieder ein paar Autobahnen blockieren, um für den eigenen Geldbeutel zu demonstrieren, was ja – ganz anders als bei Klimaklebern – scheinbar völlig okay ist?

     
  38. 26

    Wo sind denn eigentlich die „Fridays for f…“ oder „Letzte Generation“ ? Ist es zu nass/kalt/Regen da draußen oder Weihnachtsurlaub? Die könnten bei dem Hochwasser Bundesweit helfen z.b. Sandsäcke zu füllen…dass würde mal ein Zeichen setzen, statt sich „auf die Straße zu kleben und mit Farbe zu schmieren“ oder zu demonstrieren…weniger „blabla“ – mehr „Tat“.

     
  39. 24

    Ich tue auch was gegen die Erderwärmung.
    Bevor ich von Weeze aus mit dem Flugzeug nach London fliege, erschieße ich immer zwei Kühe zur
    Kompensation klimaschädlicher Gase.

     
  40. 23

    Zu der Gelegenheit empfehle ich die Karte „Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten in Deutschland“, die das Bundesamt für Gewässerkunde zur Verfügung stellt.

    https://geoportal.bafg.de/karten/HWRM/#

    Ggf. links „Wassertiefen“ anklicken, falls nicht schon automatisch aktiviert, dann auf den Niederrhein zoomen (Mausrad).

    Im Detail kann man u.a. auch sehr schön die ehemaligen Verläufe des Rheins zwischen Kleve und Emmerich sehen. In Xanten ist deutlich zu erkennen, dass „Colonia Ulpia Traiana“ einmal eine Hafenstadt war.

    Zudem, wenn die Menschheit so weiter macht, ist davon auszugehen, dass in vl. schon 100 Jahren der Wasserschutz ohnehin nicht mehr bezahlbar, haltbar ist und die auf der Karte blau eingefärbten Flächen auch tatsächlich unter Wasser stehen.

    Folglich, Kellen, tschööö! Wer dort noch in Voraussicht, für die Kinder etwas zu tun, baut– ggf. keine gute Idee.

     
  41. 22

    @21 Krbg

    Vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Natürlich war ich einerseits überrascht darüber, dass Sie die AFD im Zusammenhang meines Kommentares erwähnt haben. Wenn Sie meine bisherige Teilnahme an diesem Blog verfolgt haben, werden Sie feststellen, dass sie Meinungen ganz sicher nicht an irgendeine politische Ausrichtung messen können. Meine Meinungen sind stets sachbezogen und nicht politisch orientiert. Ich denke, damit ist von meiner Seite hierzu alles gesagt.

    Was Ihre Wahrnehmung betrifft, dass mein Kommentar populistisch sei, das sei Ihnen zugestanden. Populismus ist m E. genauso ein Instrument wie Sarkasmus und Zynismus und daher nichts Unlauteres. Wenngleich ich meinen Kommentar nicht als populistisch betrachte sondern lediglich ein Vergleich von Gegensätzen im Hinblick auf das Thema der Investitionen durch die öffentliche Hand, mag es anderen durchaus so vorkommen, dass der Kommentar populistisch geprägt ist. Das ändert allerdings nichts an der Aussage des Kommentars, schwächt sie nicht ab oder stellt sie in Frage. Denn der Kommentar stellt meine Meinung und meine Wahrnehmung der Sache dar. Diese Meinung muss ja nun wahrlich nicht mit der Meinung anderer übereinstimmen. Und das ist gut so.

    Populismus findet sich in diesem Blog immer wieder vor. Er belebt ihn sogar und befeuert ihn und Ralf Daute als Betreiber dieses Blogs wird darüber sicherlich nicht unglücklich sein. Denn Traffic dürfte ihm ebenso wichtig sein wie Meinungsvielfalt.

    In diesem Sinne: Kommen Sie gut ins neue Jahr!

     
  42. 21

    @16 Hans

    Ich bin, wie Sie, H. Plecker und Viele mehr ein mehr oder minder aktiver Blogteilnehmer..

    Ich unterstelle H.Plecker auch kein AFD Gesülz oder vergleichbares Gedankengut.
    Es geht und ging mir nur um den wiederholten, meiner Meinung nach populistischen Vergleich.

    Darüber habe ich in meinem Post meine Meinung geäußert.
    Das mein post nur Ausdruck meiner Meinung ist und keine Allgemeingültigkeit hat, sollte auch ohne expliziten Hinweis auf den Umstand dass ich nur meine Meinung äußere ohne Allgemeingültigkeit , Grundlage der Diskussion sein.

    Ich muss mir allerdings selbst vorwerfen dass ich beim lesen von H.Plecker’s erstem Post und in meiner Reaktion darauf dem besagten Vergleich eine zu große Bedeutung zugestanden habe.

    …Wer sind Sie ? das Sie einem Teilnehmer dieses Blog … unterstellen:

    …So macht man Menschen mundtot und unterbindet eine gesunde Meinungsfreiheit…🪞

     
  43. 20

    Lufträume

    In meinen vorausgegangen Kommentaren schrieb ich wiederholt von Lufträumen im Erweiterungsbau des Bundeskanzleramts. Und da Bilder mehr sagen, als tausend Worte, schieb ich ein verlinkten Bild von einem der zahlreichen Lufträume hinterher.

    https://www.bbr.bund.de/BBR/DE/Bauprojekte/Berlin/Politik/bundeskanzleramt/Bilder/bundeskanzleramt-erweiterung-rendering-wintergarten.jpg?__blob=normal&v=3

    Wie gesagt, solche mehrseitig verglasten Lufträume, wie auf dem Bild der Architekten zu sehen, sollen mehrere im Erweiterungsbau des Bundeskanzleramt errichtet werden. Räume, die keinerlei Funktion besitzen, sondern nur nice-to-have sind. Für solche Flächenverschwendung, wird der Bund mehrere Millionen Euro ausgeben. Aber für die Instandhaltung von Wasserbauwerken in Deichlinien, wie die Schleuse Brienen exemplarisch eins ist, fehlt das Geld. Dadurch werden zahlreiche Punkte geschaffen, von denen latente Hochwassergefährdungen ausgehen. Macht ja nix, THW, Feuerwehren und Ehrensamtliche wissen ja, wie das mit den Sandsäcken funktioniert….

     
  44. 19

    @16 Hans

    Keine Sorge (um mich). Ich kann damit gut umgehen. Ich weiss ja, wo ich stehe. Der Versuch, mich auf diese Weise an anderer Stelle zu verorten, entlarvt den den Versuchenden schließlich selbst.

    Alles gut.

     
  45. 18

    Der Niederrhein säuft ab??? Das ist alles nur aufgestautes Löschwasser für die vielen Raketen und Böller, die unsere niederländischen Nachbarn heute früh bei Aldi, Lidl & Co. erworben haben!!!

     
  46. 17

    Peinlicher geht es ja wohl nicht mehr!
    Kleve-Krefeld wieder dicht !

    Grund diesmal: Ein nasses Kabel.

    Und nasse Kabel kann man ja nicht mal eben so auswechseln. Das dauert.
    Was sind da eigentlich für Honks am Werk? Glauben die wirklich, man nimmt sie noch ernst?

    Ich denk, die digitale Schiene, da geht alles über Funk und WLAN und GSM-Rail und LTE ???

    Oder ist das WLAN-Kabel nass geworden?

    Nasses Kabel? Damit konnte man am NiederRHEIN nun wirklich nicht rechnen.

    Wahrscheinlich werden nun zur Reparatur dessselben speziell ausgebildete Kabeljaue eingesetzt.

    Grauenhaft das alles.

    Glücklicherweise stehen die Fahrgäste ja nicht im Regen. Es gibt ja Bahnhöfe mit beheizten Wartehallen……

    Unnötig zu erwähnen: Die Strassen funktionieren tadellos… !

     
  47. 16

    @ Krbg
    „Die Vermischung von Tatsachen ist … alternative Fakten … schlecht für die Gesellschaft … AFD-Gesülz “

    Wer sind Sie ? das Sie einem Teilnehmer dieses Blog AFD-Gesülze unterstellen obwohl hier jemand „nur“ seine fundierte Meinung äußert. Ich denke auf diese Art von Cancel-Culture können wir gut verzichten und nicht jede abweichende Meinung ist gleich AFD-Gesülze.

    So macht man Menschen mundtot und unterbindet eine gesunde Meinungsfreiheit. Ein wenig Toleranz würde Ihnen guttun.

     
  48. 15

    Ergänzung zu #11

    Krbg:

    Das ist genauso übel, als würde man eine nicht benutzte Tiefgarage unter einem Rathaus bauen und bei anderen wichtigen gebotenen Investitionen erklären, es sei nicht ausreichend Geld im Haushalt. Darf man auch kritisieren, ohne gleich ein Populist zu sein.

    @10 Krbg

    Zitat: „Aber die nicht Instandsetzung der Schleuse in Brienen mit dem aufweichen eines, sicher zu lang nicht gewarteten/ ausgebauten Deich , eines Kleinstgewässer zu vergleichen ist in etwa so wie den nicht erfolgten Winterdienst in Berlin für Schlaglöcher in Duisburg verantwortlich zu machen..“

    Der Vergleich hinkt nicht nur, er geht sogar auf allen Vieren. Warum? Die Schleuse ist marode und daher geht nach baugutachterlichen Erkenntnissen von ihr eine „latente Gefährdung“ aus. Der Deich ist noch immer nicht saniert bzw. erneuert. Die Erfordernis zeigt allerdings, dass die Handlung geboten ist. Das wird ja auch alles passieren. Der DVXK ist ja auf dem Weg dahin und wartet auch den erforderlichen Genehmigungsbescheid. Wer die Worte des GF des DVXK aufmerksam zugehört hat, der wird – wie ich – erfahren haben, dass im Verband niemand weiss, wie sich der noch sanierungsbedürftige Deich zwischen Griethausen und dem Johanna-Sebus-Denkmal im Querschnitt zusammensetzt, der er in der Vergangenheit immer mal wieder ausgebessert, aufgeschüttet wurde. Das klingt nicht vertrauenserweckend. Da darf die Frage erlaubt sein, warum das so ist. Warum wird hier ein Deich vergehalten, der nicht in der gebotenen Form betrachtet wurde? Hätte die Bezirksregierung Düsseldorf nicht vorgeschrieben, die Deiche zu erhöhen, würde er sicherlich weiterhin mit unbekannten Parametern vor sich hin dümpeln. Und käme dann ein Hochwasser, das Last auf den Deich ausübt, müsste wohl im worst case eine Mannschaft ausrücken und ihn mit Folien und Sandsäcken sichern. Wer kann dieses Szenario unter den Rahmenbedingungen ausschließen? Von der Schleuse mal ganz abgesehen, die schon jetzt nach baugutachterlichen Empfehlungen bzw Hinweisen ein Monitoring benötigt, um die latente Geführdung im Auge zu behalten. Und wer sich mal die baugutachterlichen Ausführungen zum alten Pumpwerk durchliest (das beinahe durchzubrechen droht, um es mal etwas dramatisch auszudrücken), der wird mir recht geben, dass hier Gefährdungen billigend in Kauf genommen wird. In den bauaufsichtlichen Stellungnahmen steht sinngemäß zu lesen, dass bei hohem Lastfall Wasser durch Risse ins Gebäudeinnere eindringen kann und ein Totalversagen der Pumpen verursachen könne. Nicht auszumalen, wenn bei Rheinhochwasser die Pumpen das Wasser des Spoykanals nicht mehr in den Rhein pumpen können. Der Kanal würde über die Ufer treten und das Land überfluten. DIe gewerblichen Anlieger des Kanals haben in ihrem Kaufverträgen für die Grundstücke einen Hinweis darin, dass Überflutungen durch den Spoykanal nicht auszuschließen sind. Auch bei der Bauleitplanung des Areals entlang des Spoykanals ist das immer wieder vermerkt. Warum also wurde hier nicht so rechtzeitig gehandelt, damit diese Gefährungspotenziale erst gar nicht entstehen????

    Immer wieder hört und liest man, dass die erforderlichen Geldmittel und/oder die personelle Leistungsfähigkeit fehlt. Hinzu gesellt sich gerne das Argument, dass die Genehmigungsverfahren zu lange dauern würden. Letztes ist wie die oft gerügte Meinung, Weihnachten käme immer so plötzlich.

    Es ändert aber nichts daran: Die redensartige öffentliche Hand gibt für vielen Unfug, ja gar Dummfug, eine Menge Steuergelder aus und für andere erforderliche, wichtige Dinge, wie solche Maßnahmen, die latente Gefährdungen abwenden bzw erst gar nicht entstehen lassen, fehlt es angeblich in den Haushalten an Mitteln. Nochmal: Es geht bei dieser Kritik nicht um den Neubau einer Sportbootschleuse oder den Erhalt des Denkmals aufgrund des Wunsches einiger BürgerInnen. Es geht darum, dass der Bund das Bauwerk marodieren lies und zwar soweit, dass von ihr eine latende Gefährdung ausgeht und begründet dieses Handeln mit monetären Argumenten, während der Bund an anderer Stelle Steuergelder aufwendet, um nicht funktionale Lufträume zu errichten. die für Architektur-Liebhaber lediglich schön anzusehen sind.

    Und weiter noch: An anderen Stellen in unserem Land werden derzeit aus latenten Gefährdungen wieder mal tatsächliche Gefährdungen: Deiche drohen zu kollabieren, Überflutungen und Überschwemmungen drohen. Warum ist das so? Weil der gebotene Umgang mit dieser Infrastruktur nicht gewahrt ist. Kosten- und Personalgründe sind die Begründungen. Stellt man aber dagegen, dass die EInsätze von THW, Feuerwehren und Ehrenamtlichen auch Kosten verursachen und „Personaleinsatz“ bedingen, wird man gleich als Populist abgestempelt. Nun denn…

     
  49. 14

    Das gab es doch in den letzten Jahrzehnten auch, was soll eigentlich dieses dümmliche Gejammere von Politikern!?
    Erst zu warm, dann zu heiß, dann zu wenig Wasser, dann zu viel Regen, dann zu viel Wasser, dann zu wenig Schnee, dann zu viel Schnee, dann zu wenig Sonne, dann zu viel Wind — und in der SUMME: zu viel blödes Geschwätz/Panikmache von allen Seiten und die Menschen so richtig physisch und psychisch krank, kaputt machen.

     
  50. 13

    @9

    Ich tu was gegen die Erderwärmung.
    Lasse jeden Tag ne halbe Stunde die Kühlschranktür auf.

    😀

     
  51. 12

    Am 2. Weihnachtstag 1993 habe ich mit meinem Bruder Sandsäcke um unser Elternhaus platziert. Das Haus steht nahe der Kendel, in Hommersum. Es fehlten nur einige cm und das Wasser wäre in‘s Haus gelaufen. Davon sind wir heute zum Glück noch viele Meter entfernt.

     
  52. 11

    @10 Krbg

    Oh, da interpretieren Sie meinen Kommentar aber vollkommen falsch.

    Zitat: „…einen ziemlich populistischen Post raus zu hauen , mit der Absicht sie Entscheidung kontra Schleuse in Frage zu stellen…“ Zitat Ende

    Mein hiesigen Kommentar Nr. 5 hat überhaupt keinen Bezug zu der letzten Entscheidung des Klever Rats gegen den Neubau einer Sportbootschleuse. Vielmehr bezieht er sich auf die Ursache, warum das alte denkmalgeschützte Schleusenbauwerk marodiert ist. Nämlich weil die WSV irgendwann damit aufgehört hat, die Grundinstandsetzung des Bauwerks durchzuführen. Eine ihrer Begründung dafür ist der sparsame Umgang mit Steuergeldern.

    Auf der anderen Seite plant die Bundesregierung ein neues Bauwerk, dass viele Millionen Steuergelder verschlingen wird. Ich habe grundsätzlich gar nichts dagegen. Wenn damit erforderliche Büro- und Logistikflächen entstehen und dazu die erforderlichen Erschließungsflächen wie z.B Flure, dann steht da keine Kritik von mir. Wenn man sich aber die Pläne des Bauwerks anschaut, wird man feststellen, dass darin nicht unerhebliche funktionslose Räume entstehen werden, nämlich Lufträume. Und damit ist nichts Metaphorisches gemeint, sondern Gebäudebereich, die sich über mehrere Geschosse erstrecken ohne Geschossdecken, auf denen sie Nutz- und Funktionsflächen befinden. Also Räume, die einfach nur da sind, ohne dass darin etwas passiert. Räume, die für ihre Errichtung Steuergelder benötigen.

    Mein Vergleich hat nichts mit Populismus zu tun auch auch nichts mit rechtspopulistischer Denke. Es geht nur darum, dass einerseits wichtige Infrastruktur wegen fehlender Gelder nicht in dem gebotenen Maße instandgehalten wird (Deiche, Schleusen uvm.) und auf der anderen Seite Steuergelder für funktionslose Räume in öffentlichen Bauwerken fließen.

    Was ist denn wichtiger?

    Nochmal zurück zur Schleuse Brienen: Ich habe immer den Standpunkt vertreten, dass die alte Schleuse aus baulicher Sicht aufgrund ihres schlechten Zustands unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht zu retten ist. Natürlich ist meine ideelle Einstellung, Denkmäler zu erhalten. Aber ich bin so realistisch, um zu wissen, dass bei allem Wunsch auch die Wirtschaftlichkeit einbezogen werden muss. Mithin steht hier die alte (!) Schleuse gar nicht zur Diskussion. Es ist der Schleusen Verein Brienen e.V. mit Sitz in Uedem, der sich für den Erhalt des Denkmals stark gesagt hat und es vlt. immer noch tut. Zu diesem Verein habe ich überhaupt keine Verbindung.

    Bleibt deshalb die inzwischen abgeschlossene Diskussion um den Neubau einer Ersatzschleuse als Sportbootschleuse. Hier habe ich die Meinung vertreten, dass die Frage der Wirtschaftlichkeit erst einmal untersucht werden sollte, bevor man sich für oder gegen das Projekt entscheidet. Ich habe nie behauptet (!), dass sich ein solches Projekt wirtschaftlich positiv darstellen ließe. Ich habe aber auch nie das Gegenteil behauptet. Warum? Weil keine ordentliche Kosten-Nutzen-Prognose durch die Stadt Kleve erarbeitet wurde. Und trotzdem wurde vielfach behauptet, eine solche Schleuse würde sich nicht rechnen. Vielleicht hätten diejenigen am Ende Recht, wenn eine Wirtschaftlichkeitsprognose ordentlich erarbeitet worden wäre. Vielleicht aber auch nicht. Ich war deshalb stets erfebnisoffen und habe bei der Stadt Kleve (Verwaltung und Rat) für die Beauftragung einer Ertragsprognose geworben. Das erkläre ich hier nur nochmal, und zwar nur zur Entgegnung Ihrer falschen Behauptung bzw Interpretation meines Kommentars Nr 5.

    Ich stelle lediglich fest, dass der Bund auf der einen Seite die Instandhaltung von erforderlicher Infrastruktur u.a. aus Gründen fehlender Gelder vernachlässigt bzw nicht in der gebotenen Geschwindigkeit umsetzt und auf der anderen Seite Steuergelder für funktionlosrn Prestige ausgibt. Das wird man doch wohl kritisieren dürfen ohne gleich als populistisch bezeichnet zu werden.

     
  53. 10

    @2 H. Plecker

    Was in diesem Land schief läuft…?

    Ein Beispiel, jemand mit mehr als ausreichend Fachwissen vermischt Fakten & Verhältnisse um einen ziemlich populistischen Post raus zu hauen , mit der Absicht sie Entscheidung kontra Schleuse in Frage zu stellen..

    Ihr Vergleich der Kosten pro Kubikmeter Deich /Kanzleramterweiterung hat das Niveau von: “ die im Haushalt fehlenden 17 Mrd sind die gleiche Summe wie alle Bürger Geld Empfänger jährlich beziehen“. AFD – Gesülze

    Selbst wenn die Zahl gleich ist ,hat das eine nichts mit dem anderen zu tun.

    Entweder sie überzeugen die Menschen mit ihren Argumenten, die ich zwar nicht teile aber auch nicht völlig von der Hand weisen kann, oder sie lassen es halt.

    Diese Vermischung von Fakten und Tatsachen die nichts mit einander zu tun haben #alternative_Fakten# sind nicht zielführend und zum Nachteil der Gesellschaft.

    Ich möchte sie auch gar nicht in eine (die rechte) Ecke schieben, aber mit ihrem letzten Kommentar sind Sie doch deutlich übers Ziel hinaus geschossen .

    Ansonsten schätze ich ihre Beiträge hier sehr für die Sachlichkeit und den Informationsgehalt, unabhängig davon ob die Meinung auch teile.

    Zurück zum Hochwasser..
    Aktuell droht hier kein Hochwasser welches die hiesigen Rhein Deiche gefährdet,

    Und auf den Wasserstand in Weser, Ems,Ocker, Elbe usw hat die Schleuse in
    Brienen auch nach Instandsetzung keinen Einfluss.

    Ich gebe Ihnen Recht dass Hochwasserschutz permanent überdacht und optimiert muss, allerdings nur im Sinne des Hochwasserschutz/Naturschutz nicht für Herzens Projekte engagierter Bürger.

    Aber die nicht Instandsetzung der Schleuse in Brienen mit dem aufweichen eines, sicher zu lang nicht gewarteten/ ausgebauten Deich , eines Kleinstgewässer zu vergleichen ist in etwa so wie den nicht erfolgten Winterdienst in Berlin für Schlaglöcher in Duisburg verantwortlich zu machen..

     
  54. 9

    Wir senken gerade den Grundwasserspiegel. Wir Pumpen das Grundwasser aus dem Keller alle 3Stunden in den Kanal vor dem Haus. 🙂
    Gruss Gerd

     
  55. 7

    Es ist wie vor 70 Jahren. Auch da war der niederrhein eine riesengroße Wasserflächen,
    Allerdings wurde diese verursacht durch den alten Rhein. Das Wasser reichte bis in die
    Stadt kleve. Ich habe diese Katastrophe als Kind zusammen mit meinem Bruder erlebt.
    Und 2021 hat die Hochwasserkatastrophe mich in der eifel voll erwischt ; ist habe dabei alles verloren. Ende meines Berichtes.

     
  56. 6

    Wo sind die Festkleber auf dem Deich ?
    Statt Menschen könnten sie jetzt das Wasser aufhalten und was Gutes tun… 🙂

     
  57. 4

    Wasser ist das Lebenselixier dieser Welt. Wenn es „stört“, liegt die Ursache woanders.

     
  58. 3

    Das is nog helemaal niets! 🙂

    Es gibt historische Fotos da steht die Kirche in Rindern unter Wasser.

     
  59. 2

    Ich nehme diesen Artikel als Anlass, sich (mal wieder) mit dieser Frage auseinanderzusetzen:

    Was läuft in diesem Land eigentlich schief?

    In den letzten Tagen werden immer wieder Nachrichten über Hochwasserstände unserer Flüsse in unsere Sinnesorgane gesendet. Einige dieser Nachrichten betreffen unsere Deiche, die derzeit aufgrund der hohen Wasserlasten an einigen Stellen zu kollabiert drohen. Um das zu verhindern, müssen zahlreiche Menschen präventiv mit Sandsäcken u.a. aktiv werden und das bis an die Erschöpfungsgrenze – anstatt bei und mit ihren Familien das Weihnachtsfest zu genießen. Was ist da eigentlich los? Warum sind unsere Deiche so marode? Wurden die zuständigen Deichverbände nicht rechtzeitig tätig um die Leistungsfähigkeit der Deiche zu gewährleisten?

    Hier in Kleve und Umgebung werden die Rheindeiche nach und nach saniert bzw. erneuert. Verzögerungen werden lediglich den Genehmigungsbehörden des Landes zugeschrieben. Bis dahin darf die Leistungsfähigkeit unserer noch nicht sanierten Deiche auch hier bezweifelt werden. Darf das sein?

    In der Deichlinie zwischen dem Klever Ortsteil Griethausen und dem bekannten Johanna-Sebus-Denkmal befindet sich die denkmalgeschützte Schleuse Brienen, die auf ihren ersatzlosen Abriss wartet. Dieses Bauwerk wurde durch die zuständige Bundesbehörde irgendwann nicht mehr grundinstandgesetzt (nicht zu verwechseln mit Wartungen, die nämlich weiterhin gemacht werden), so dass die Bausubstanz zunehmend so stark marodierte und auch bis heute sich nicht verbessert. Die mit der Untersuchung der baulichen Substanz beauftragten Bausachverständigen attestierten schon vor Jahren (2017), dass von ihr aufgrund ihres schlechten Zustands eine „latente Gefährdung“ (!!!) ausgehe. Es ist eine Behörde, die dem Bund unterstellt bzw zugeordnet ist, die dafür verantwortlich zeichnet. Ich hebe dabei hevor: Das marode Bauwerk ist Teil des Hochwasserschutz-„Gürtels“ für das Deichhinterland in Kleve!!!

    Interpretiert man die zahlreichen weihnachtlichen Einsätze der vielen Helfenden, die Deiche im Land provisorisch zu stabilisieren, wird man feststellen, dass nicht nur von dieser alten Schleuse in Brienen eine latente Gefährdung ausgeht, sondern aktuell auch etliche Kilometer Bann- und Schutzdeiche, die eigentlich dafür da sind, Land und Leute sowie deren Hab und Gut vor Überflutungsschäden zu schützen. Es sind Behörden, die diese Menschen latenten Gefährdungen aussetzen und begründen das zu oft mit mangelnden Personal- und Geld-Resourccen. Während alle aktuellen Einsätze zur provisorischen Sicherung der Deiche sich wohl nicht mit „Luft und Liebe“ vergüten lassen.

    Während die Behörden über fehlendes Personal zur Instand- und Erhalting der Leistungsfähigkeit der Deiche klagen, rücken hingegen viele Menschen aus, um die Auswirkungen der behördlichen Untätigkeit zu „heilen“ – immer und immer, jedes Jahr sehen wir diese Bilder in den Nachrichten.

    Während die Behörden über fehlendes Geld klagen und auf den verantwortlichen Umgang mit Steuergeldern verweisen, plante die Bundesrepublik Deuschland die Errichtung eines Erweiterungsbaus des Bundeskanzleramts in Berlin, das mehr als 777 Millionen Euro verschlingen wird und neben Büro-, Post- und Logistikflächen unfassbar viel verglasten praktisch unnutzbaren Luftraum enthalten wird. Die von den Architekten und vom Bauherrn publizierten Visualisierungen des Bauprojekts lassen das erkennen. Was läuft hier falsch?

    Würde man mal errechnen, wieviel Euro ein Kubikmeter umbauten Raum der Erweiterungsbau kosten wird und multipliziert diesen Betrag mal mit der Gesamtzahl des umbauten Raums nur des Luftraums (also jener Volumenanteil des Bauwerks, der letztlich nur architektonisches Zierwerk ist und darüberhinaus nicht genutzt werden kann) des Erweiterungsbaus, wird es wohl einen schwindelerregenden Euro-Betrag ergeben. Ein Betrag, der vom Bund für nicht funktionellen Raum ausgegeben wird. Nicht funktionell!!!!

    Was stimmt hier eigentlich nicht in unserem Land? Hochwassersicherheit wird offenbar anders priorisiert als unnütze Lufträume in Verwaltungsbauwerkes des Bundes.

    Und deshalb können viele Menschen in unserem Land keine Weihnachten mit ihren Familien in unserem Land feiern, weil sie gegen latente Gefährdungen kämpfen, während sich die wohl allermeisten Mitarbeitenden im Bundeskanzleramt wie jedes Jahr friedvoll mit ihren Familien dem Fest der Feste zuwenden können.