„Danke, gut gemacht, altes Haus!“

rd | 22. August 2013, 11:49 | 31 Kommentare
"Herr Bürgermeister, ich habe Ihr Rathaus beschädigt", scherzte der Architekt

„Herr Bürgermeister, ich habe Ihr Rathaus beschädigt“, scherzte der Architekt

Frank Smola, kaufmännischer Leiter des Bauunternehmens Erich Tönnissen, bekannte freimütig, dass es wahrscheinlich etwas unüblich sei, einen Abriss zu feiern. „Aber wir meinen, dieses Haus hat es verdient“, so Smola. Er selbst habe im Klever Rathaus seinen ersten Personalausweis abgeholt und seine Ehe geschlossen. Wolfgang Goffin, Städtischer Rechtsdirektor, sei sogar noch hier geboren worden (zu Zeiten, als es noch ein Krankenhaus war). Smola: „Das Haus hat uns gut gedient.“ Und dann, fast ein sentimentaler Augenblick: „Danke, altes Haus, gut gemacht!“

Bürgermeister Theo Brauer sprach von „einem Moment, der unter die Haut geht“ und schwärmte dann von den zukünftigen „Begegnungsdimensionen“, die der Neubau „mit seinen multifunktionalen Möglichkeiten“ eröffne. Brauer: „An gleicher Stelle wird im Grunde die Kubatur neu entwickelt, insofern freue ich mich über die Optionen der Zukunft.“ Die Gesamtdauer des Abrisses wird mit zwölf Wochen veranschlagt. „Ende Oktober ist alles weg“, so Smola.

Und dann fraß sich die mächtige Baggerschaufel, geführt vom Geschäftsführer des Architekturbüros astoc, Andreas Kühn, in den Durchgang vor den Ratssaal und zermalmte das Gemäuer, als wäre es aus Pappe.

(Weitere hochwertige Fotos und ein sentimentaler, exklusiver Rückblick von Theo Brauer auf seine Jahre im Rathaus später auf dieser Seite.)

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31 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 31. Martin Fingerhut

    Gerade wird der Bagger abtransportiert.
    “Ende Oktober ist alles weg”
    Jetzt ging es sogar deutlich schneller.
    Es hat hervorRagend gut geklappt, finde ich.

    Dank und Lob allen Beteiligten !

     
  2. 30. Guilleaume Heuvens

    44 Jahre sind eine lange Zeit, schätze … so 40 Prozent meines Lebens ….

     
  3. 29. Giuseppe Heuvens

    @ 29

    Ich denke, Theo bedankt sich, er ist schließlich Eigentümervertreter (33,33 Prozent). Danke, G.M., meine ich wirklich ehrlich.

     
  4. 28. G.M.

    @3 G. Heuvens, 44 jahre Arbeit, alle Achtung. Ich denke da werden sich viele „bedanken“, incl. Herr v. Zoggel.

     
  5. 27. Martin Fingerhut

    Sieht das nicht so aus, als sei mit vollen BaggerSchaufeln so einiges aus dem Fenster geworfen worden :

    http://www.Bilderhoster.org/view/?id=c444de40dd14e384bf6c219b507b8eed

    Waren es wirklich nur alte Ziegel ?

    Wollten wir nicht immer schon statt verschwurbelter Orakel wie
    ” An gleicher Stelle wird im Grunde die Kubatur neu entwickelt . . . ”
    ganz einfach mehr Transparenz im RatHaus ?
    Jetzt haben wir endlich den DurchBlick :

    http://www.Bilderhoster.org/view/?id=11084b5ac7671d90652cabeb787e682a

    Hoffe, das ist ein gutes Omen für einen zukünftig transparenten, offenen PolitikStil,
    denn DANN freue ich mich auf ” die Optionen der Zukunft “.

     
  6. 26. knecht

    #24

    Ich habe beobachtet, dass, wenn man von Dir nichts zu lesen bekommt, die Kommentare thematisch zielgerichteter sind. Das Selbe gilt für Deinen geistigen Zwilling.

     
  7. 25. otto

    @24. G.H,

    gut, das dieser Satz von R.D. veröffentlicht wurde.

    Jetzt kannst du aus Respekt vor ALLEN Kleve-Bloggern niemals mehr etwas schreibenl

     
  8. 24. Guilleaume Heuvens

    @ 22 und 23

    Man sollte von denen, die weitaus mehr drauf haben als man selbst, Respekt haben …. und keinen Neid. Ich denke, dieser Satz wird nicht veröffentlicht.

     
  9. 23. G.M.

    @21 G. H.richtig …Theo kann auch Kellens Platt. Und zwar deftig!
    … und Herr Heuvens nur weil ihnen „was“ nicht Einfällt muss das nicht zwangsläufig stimmen.
    Zum anderen „die Reden aus dem Stand “ kenne ich zur genüge. Ein paar Stichworte vorab, dann wird der Rest drumherum gelabert.

     
  10. 22. otto

    Um das zu ergänzen. G.H.,

    keiner kann aus dem Stand solche gehaltslosen und inhaltlsosen Ansprachen halten wie T.B.

    Wer entwickelt schon außer T.B., vielleicht nur du, im Grunde die Kubatur neu >mit Optionen
    für die Zukunft<.

    Mir fällt da sonst auch niemand ein.

     
  11. 21. Guilleaume Heuvens

    @ 19

    Der Theo kann allerdings wie nur wenige aus dem Stand gehalt- und inhaltvolle Ansprachen halten …. und dies nicht nur in deutscher Sprache. Wer kann das als Politiker hier am Niederrhein? Mir fällt da niemand ein!

     
  12. 20. otto

    @KlePeter,

    jetzt verstehe ich diesen Satz; besser hätte es niemand erklären können.

     
  13. 19. KlePeter

    @Otto: Sätze von Theo kann man nicht übersetzen, er hat seine eigene sinnentstellte Logik.

     
  14. 18. KlePeter

    „Kleves Bürgermeister Theo Brauer blickte auf die Bürgerbefragung von 2009, in der das Gros derer, die teilnahmen, für ein Rathaus an dieser Stelle stimmten. Brauer: „Das war die richtige Entscheidung.““(http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/kleve/nachrichten/bagger-beisst-sich-durch-das-alte-rathaus-1.3622068).

    Das Stimmergebnis:
    Variante C „Sanierung des Rathauses mit städtebaulicher Einbindung“ 5816=43,77%

    Variante B „Sanierung des Rathauses mit Ergänzungen und nutzungsotimierten Maßnahmen (inkl. städtebaulicher Einbindung)“ 4045=30,44%

    Variante A „Neubau eines Rathauses mit Einzelhandelnutzung und Flächen für andere gewerbliche Dienstleistungen sowie gegebenenfalls Wohnen “ 3427=25,79%

    (https://rat.kleve.de/C12572B300270277/files/download_befragung.pdf/$file/download_befragung.pdf?OpenElement)

    Mal abgesehen davon, dass eine Sanierung des Rathauses an einem anderen Standort ein Meisterwerk der Baukunst wäre, kann ich nicht erkennen, dass bei der Bürgerbefragung mehrere Standortalternativen zur Auswahl standen.

    Wie arm und schwach ist doch die Argumentationskette des Bürgermeisters, wenn es darum geht, zu erklären, dass er zwar das Abstimmungsergebnis der Bürgerbefragung nicht umsetzen möchte, aber er damit genau die Wünsche des Bürgers erfüllt.

    An dieser Stelle würde ich dann gerne mal meinen Zeigefinger an die Stirn führen.

     
  15. 17. otto

    An gleicher Stelle wird im Grunde die Kubatur (ist doch Bauwerksvolumen, oder?) neu entwickelt, insofern freue ich mich über die Optionen der Zukunft.

    Kann mir jemand diesen Satz erklären, und zwar so, daß er einen allgemeinverständlichen Sinn ergib?

     
  16. 16. Norbert Lamers

    @ G.H.
    Wer? Der Bagger mit menschlichem Charakter, diese These ist allerdings sehr interessant…..

     
  17. 15. G.M.

    @13 G.Heuvens
    heute hat Willi mal recht!
    „exellente Sprache“
    „hervorragende Mimik“
    „überstarker Geist“
    „menschlicher Charakter“

    diese drei Dinge machen den Erfolg aus. Ooooop s sind ja 4 Dinge!
    Na gut manche Banker können nur bis 3 zählen.

     
  18. 14. knecht

    #12 „…Nicht autorisierte Personen an die Bedienhebel lassen. …“

    Keine Bange, Theo ist selbstverständlich auch ein Großmeister im Baggern…

     
  19. 13. Giuseppe Heuvens

    Ein Großmeister der exzellenten Sprache, der hervorragenden Mimik und des überstarken Geistes …. diese drei Dinge machen den Erfolg aus. Dazu kommt der menschliche Charakter.

     
  20. 12. G.M.

    …vielleicht mal die Berufsgenossenschaft mal auf den Plan rufen.

    Wie blöde muss man sein mit so einer gefährlichen Maschine so leichtsinnig umzugehen. Nicht autorisierte Personen an die Bedienhebel lassen.
    Ein Schwenk mit der Schaufel und wir haben einige Einwohner weniger.

    Gut gemeinter Fototermin .Aber in der Regel ist „gut gemeint = falsch“

     
  21. 11. Joerg Terpoorten

    @ 8. B.R.: Gar nicht so saublöd! Ich muss an meinem Arbeitsplatz Schuhe aus Uedem tragen, um mit dem Hubwagen eine Palette von A nach B zu transportieren (das ist auch vollkommen ok). Von daher ist der Einwand, zumindest für mich, vollkommen nachvollziehbar. Aber besondere Momente erlauben wohl auch besondere sicherheitsrelevante Lösungen.

     
  22. 10. B.R.

    In Uedem ist doch letztens so ein tödlicher Unfall passiert, wo ein Jugendlicher auf dem Trittbrett von so einem Radlader stand.

    Alleine deswegen ist es einfach schon saublöd, so eine Show abzuziehen.

    Die sollten mal lieber erklären, wo sie das Geld für den Rathausneubau herholen wollen.

     
  23. 9. Eat the Rich

    da geh ich morgen hin und besorg mir einen Stein (wie von der Berliner Mauer)…,wer weiß,was der mal wert ist:-)))
    Nicht, dass man dort noch ein Stück alte Stadtmauer findet…????

     
  24. 8. B.R.

    @ 6 )

    Saublöd.

     
  25. 7. Fritz

    Willi Heuwens, zu Dir sagt Onkel Rudi im November nach deinem Ausscheiden: (…) und hoffentlich veröffentlicht er nicht sein Enthüllungsbuch.

     
  26. 6. Ewige Blumenkraft

    Jede Menge Leute im unmittelbaren Schwenkbereich des Baggers und natürlich alle ohne persönliche Schutzausrüstung.
    Der Arbeitsbereich/Abbruchbereich abgesperrt durch: nichts?
    Ein Maschinist, der auf dem arbeitenden Gerät balanciert (offenbar um den Architekten zu erklären, welchen Hebel er drücken muß), ebenfalls ohne PSA.
    Im Obergeschoss scheint der alte Heizkörper als Brüstung / Absturzssicherung für den Kameramann zu dienen (kann ich mich aber auch vertun).
    Wie blöd muß man sein, um eine derart öffentliche Baustelle so anzugehen???
    Da freut sich das Herz des BG’lers

     
  27. 5. Genervter Fisch

    Es ist schon richtig und wichtig, dass so ein Moment „unter die Haut geht“.

    Aber……es gibt auch in dieser wirklich schönen Stadt Kleve, Menschen……..Büger……..angesehene Bürger, die anderen Menschen in nur wenigen Stunden, aus Arroganz und Unsensibilität, die realistische Existenz zunichte machen, den Boden unter den Füßen wegziehen.

    Was da passiert ist, geht wirklich „UNTER DIE HAUT“!!!!

    Ich war selbst dabei, sonst würde ich so etwas nie im Leben glauben!!!

    Es kann sein, dass ich nach Rücksprache mit der in Kleve geborenen und hier aufgewachsenen Frau, Näheres
    veröffentlichen werde.
    Diese Frau wollte einfach nur zurück in ihre „Heimatstadt“!

     
  28. 4. Anwohner

    @ 3. GH
    Mann o Mann, sie lassen aber keine Gelegenheit aus.

     
  29. 3. Giuseppe Heuvens

    Bin mal gespannt, ob jemand zu mir sagt: Danke! Gut gemacht, altes Haus (nach 44 Dienstjahren) ….

     
  30. 2. Giuseppe Heuvens

    Dem Rathaus gehts wie vielen Arbeitnehmern ….. nur die sind ab 45 nicht mehr gewünscht ….

     
  31. 1. Erdmännchen

    Keine roten Bagger? Das würde die sich auch niemals trauen. Wer sägt schon symbolisch an dem Ast…