Ein neues Kapitel in Kleves Neuer Mitte: Der Elektronikfachmarkt Saturn, seit der Eröffnung der Passage am 26. Oktober 2003 der Dreh- und Angelpunkt der Passage, bekommt einen neuen Namen: Ab dem 27. August firmiert die Filiale nicht mehr unter dem Namen des Planeten, fortan heißt sie MediaMarkt. Dies bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens.
Über dem Eingang des Geschäfts hängen schon die neuen Schriftzüge (Link zu stadt-io.guide), an der Fassade eingangs der Hagsche Straße wird die Veränderung in den nächsten Tagen erfolgen. Für die Kunden ändert sich außer dem neuen Namen nichts, und unter der Haube sind Saturn und MediaMarkt ohnehin bereits ein Unternehmen. 1990 übernahm MediaMarkt den Konkurrenten Saturn, nach einigem gesellschaftlichen Hin und Her gibt es nun den Handelskonzern Ceconomy, der insgesamt rund 1000 Elektronikmärkte betreibt, darunter auch die mit den Namen MediaMarkt und Saturn.
Eine Sprecherin des Konzerns erläuterte die Umbenennung: „Wir betrachten jeden Standort einzelnen Treffen unserer Entscheidung, welche Marken welchen Standort das beste Kundenerlebnis bietet, immer auf Basis der jeweiligen Situation vor Ort.“ Offenbar fällt diese Entscheidung häufiger zu Ungunsten von Saturn aus. Die Sprecherin: „Wir sehen nach einer Umstellung auf MediaMarkt im Durchschnitt ein Umsatzplus von rund zehn sowie ein sehr positives Kundenfeedback.“
Saturn ist der mit Abstand größte Händler für Unterhaltungselektronik und „Weiße Ware“ in Kleve. Einige Tage schwirrten in Kleve Gerüchte durch die Stadt, dass die Filiale schließt. Das wäre insbesondere für die Neue Mitte eine wirtschaftliche Katastrophe gewesen. Für die Stadt selbst natürlich auch, wie schon die Diskussion über Galeria in den vergangenen Wochen gezeigt hat. Doch Hintergrund der Gerüchte war offenbar die bevorstehende Namensänderung. Den Einzelhandelskunden in Kleve bleibt das gewohnte Angebot erhalten.
kleveblog-History: Die Geschichte des Handesunternehmens Saturn selbst begann 1961 am Hansaring in Köln, wo das Ehepaar Anni und Fritz Waffenschmidt einen Markt für Unterhaltungselektronik eröffnete. Ursprünglich verkaufte das Geschäft nur an Diplomaten, weil diese Klientel von der damals existierenden Preisbindung (vorgeschrieben durch die Hersteller) ausgenommen war.
Doch diese Limitierung fiel wenig später, das Geschäft wuchs rasant und zog in die unmittelbare Nachbarschaft des Hansahochhauses (65 Meter hoch, nach seiner Fertigstellung kurzzeitig das höchste Haus Europas), an dessen Fassade das Saturn-Logo weithin sichtbar angebracht war.
In den späten 1970er/1980er Jahren war der Saturn Music Dome mit der „größten Schau der Welt“ der Laden schlechthin für Musikfans (die die Auswahl bewunderten, aber an dem Preissystem (Buchstaben statt Zahlen) verzweifelten).
Weil die Ringe mitsamt dem Planeten so aussahen wie ein Basketball, der durch den Korb rauscht, sponserte Fritz Waffenschmidt den Basketballklub BSC Köln, der mit dem Namenszusatz „Saturn“ in den späten 80er Jahren erstmals dafür sorgte, dass Basketball auf europäischem Spitzenniveau in Deutschland gespielt wurde. Top-Spiele gegen Piräus oder Madrid fanden in der Sporthalle vor Tausenden von Zuschauern statt (damals einmalig in Deutschland), allerdings war die Halle auch Austragungsort des Sechstagerennens, weshalb sich um das Spielfeld auch noch eine Radrennbahn zog.
1984 verkaufte er sein Unternehmen an den Kaufhof-Konzern, wenig später beendete er auch das Basketball-Sponsoring – da begann der Untergang. Kurzzeitig hieß der Klub noch Galatasaray, und in einem ZDF-Bericht über ein (verlorenes) Spiel war sogar kurzzeitig ich zu sehen, wie ich nach der Schlusssirene über das Spielfeld irgendeiner drittklassigen Sporthalle schlenderte. Dann blieb das Geld aus, und alles brach zusammen.

